Autor: Karl W. P. Beyer

floridaIm Südosten der USA liegt einer der angenehmsten US-Bundestaaten: Der „Sunshine State“ Florida. Zumindest aus nordeuropäischer Sicht will es so scheinen. Seine Fläche entspricht mit 170.300 km² etwa der Hälfte der Fläche Deutschlands.

Die Floridahalbinsel und der daran anschließende Festlandteil (Florida Panhandle) heben den Bundesstaat aus der Masse der 50 anderen US-Bundesstaaten heraus. Wasser, wohin man blickt. Wasserflächen nehmen 18 % des Landes ein. Besonders schön ist Florida im äußersten Süden der Halbinsel. Dort liegen die Florida Keys, eine Kette von Inseln, die mittels 42 Brücken miteinander verbunden sind. Am äußersten Ende der Inseln liegt Key West, mit dem politisch südlichsten Punkt der kontinentalen USA, dem Southernmost Point.

Florida - Seven Mile BridgeFlorida - Southernmost PointFlorida - Pigeon Key
Wie so oft in der Karibischen Region möchte man auch bezüglich Floridas fragen, „wer hat’s entdeckt“? Es waren die Spanier. Allerdings nicht der übliche Verdächtige, Christoph Columbus, sondern dessen Landsmann, Juan Ponce de León. Er entdeckte im Jahr 1513 den Landstrich. Es dauerte dann noch bis zum Jahr 1521, dass die erste Kolonie La Florida gegründet wurde.

Von einer dauerhaften Besiedlung des Landes kann man jedoch erst 40 Jahre später sprechen. Die indigenen Einwohner, die Indianer, machten es den Siedlern anfangs nicht leicht. Das Land ging über längere Zeit wie ein Wanderpokal zwischen den europäischen Mächten Spanien, Frankreich und Britannien herum, bis es schließlich im Jahr 1783 im Frieden von Paris den Spaniern zugesprochen wurde. Wieder gut 60 Jahre später wurde Florida im März 1845 ein US-Bundesstaat. Dieser ist heutzutage politisch in 67 Counties untergliedert. Counties sind in etwa mit deutschen Landkreisen vergleichbar.

Von 1990 auf 2010 hat sich die Zahl der Einwohner um 45 % auf aktuell 18,8 Mio. erhöht. Tendenz weiter zunehmend. Zwanzig Städte haben 100.000 und mehr Einwohner. Jacksonville ist mit mehr als 800.000 Einwohnern die größte Stadt Floridas. Miami zählte gemäß des Zensus’ von 2010 nur rund 410.000 Bürger. Hinzu kommen noch einmal knapp 100.000 Menschen im gegenüberliegenden Miami Beach. Die benachbarten Städte Fort Lauderdale und Hollywood bringen es auf erkleckliche 166.000 und 141.000 Einwohner.

Florida - Miami DowntownFlorida - Fort LauderdaleFlorida - Hollywood Beach 

Florida rangiert beim realen Bruttoinlandsprodukt im unteren Bereich der 50 US-Bundesstaaten. Das Ranking überrascht ein wenig. Beim näheren Hinsehen wird dies aber verständlich. Nennenswerte wirtschaftliche Aktivitäten bieten zwar Cape Canaveral als Startplatz für Weltraummissionen und die Häfen von Miami, Cape Canaveral und Fort Lauderdale. Sie zählen zu den bedeutendsten Häfen der USA. - Vor allem aber bietet Florida Urlaub und Vergnügungsparks. Florida bietet wohlhabenden Rentnern Rückzugsorte vom Erwerbsgeschehen. Der Anbau von Zitrusfrüchten und die damit verbundene Saftproduktion sorgen für Arbeitsplätze. All dies sichert aber keine hohe Wertschöpfung, bringt nicht das „große“ Geld. Die Banken und Versicherungen in Miami allein können es nicht retten.

Trotz der 18,8 Mio. Einwohner ist Florida dünn besiedelt. Nach vorliegenden Zahlen leben gerade einmal 110 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Das macht es leichter, die Landschaft zu schützen. Drei Nationalparks hat das Land.

Florida - An den EvergladesDer wohl bekannteste ist der Everglades-Nationalpark. Die Everglades sind tropisches Marschland. Um Homestead herum (nahe Miami) nehmen sie gut 6.100 km² Fläche ein.

 

Die zweitbedeutendste Region ist der Biscayne-Nationalpark. Er erstreckt sich über die südlich von Key Biscayne gelegene Biscayne Bay und die nördlichen Inseln der Florida Keys (oberhalb von Key Largo).

Ziemlich unbekannt und wenig besucht ist der Dry-Tortuguas-Nationalpark. Die Dry Tortugas genannten Inseln liegen 70 Meilen vor Key West. Sie sind von Key West mit der Fähre oder dem Wasserflugzeug zu erreichen. Im wahrsten Sinne herausragend ist Fort Jefferson, eine Festung aus dem 19. Jahrhundert.