Roadtrip Fuerteventura - Mit dem Mietwagen den Norden der Insel erkunden

Roadtrip Fuerteventura - Mit dem Mietwagen den Norden der Insel erkunden


An einem Sonntag im April 2019 legt die neue Mein Schiff 2 auf der Kanaren-Insel Fuerteventura an. Das jüngste Kreuzfahrtschiff der TUI Cruises-Flotte wird zehn Stunden in Puerto del Rosario liegen. Das ist genügend Zeit um die Hauptstadt und den Norden der Insel zu erkunden.

Die neue Mein Schiff 2 in Puerto del Rosario

Die neue Mein Schiff 2 in Puerto del Rosario


Die Inselhauptstadt bietet uns wenig. Deshalb werden wir den Tag über Fuerteventuras einzigartige Landschaft genießen. Die Insel bietet lange Strände, menschenleere Vulkan- und Wüstenlandschaften, sowie 13 Naturschutzgebiete. Fuerteventura ist bei Strandurlaubern, Wassersportlern und Wander-Touristen gleichermaßen beliebt.

Nationalpark Corralejo - Warten auf die richtige Welle

Nationalpark Corralejo - Warten auf die richtige Welle


Unser Tagespensum – der Norden Fuerteventuras

Mit 1.660 Quadratkilometern Fläche ist Fuerteventura viel zu groß, um alles an einem Tag zu sehen. Unser Roadtrip wird ausschließlich durch den nördlichen Teil der Insel führen. Der heißt seit ewigen Zeiten „Maxorate“. Ihn halten wir für attraktiver als den „Jandía“ genannten südlichen Abschnitt. Als Individualisten vermeiden wir organisierte Bustouren, soweit es geht. Wir haben im Voraus beim bewährten kanarischen Autovermieter CICAR einen Wagen angemietet.

Der Vermieter hat ein kleines Büro am Cruise Terminal von Puerto del Rosario. Der vorbestellte Wagen steht bereit und die Formalitäten sind dank der vorherigen Reservierung schnell erledigt. Breits nach wenigen Minuten verlassen wir Puerto del Rosario. 

Unser erstes Ziel ist Puerto Lajas, eine kleine Gemeinde wenige Kilometer nördlich der Inselhauptstadt. Uns interessiert die kleine Kapelle der Virgen del Pino. Sie ist geschlossen und macht wenig her. Wir halten uns nicht auf. Mehr versprechen wir uns von …

Puerto Lajas

Puerto Lajas


Corralejo

Der ehemalige Fischerort Corralejo ist 30 Kilometer nördlich von Puerto del Rosario gelegen. Die 17.000 Einwohner zählende Kleinstadt liegt an der Nordspitze Fuerteventuras.

Blick auf Corralejo - Im Hintergrund Lanzarote

Blick auf Corralejo - Im Hintergrund Lanzarote


Im 17. Jahrhundert galt der Ort als Piraten- und Schmugglernest. Dies ist Geschichte. Inzwischen ist Corralejo ein Ferienort mit Hotels und Appartementanlagen, Restaurants und Bars. Von Corralejo aus fahren Fähren zur nahe gelegenen Insel Lanzarote und zur vorgelagerten Vogelinsel Isla de Lobos.

Die Isla de Lobos

Die Isla de Lobos


Der Ort ist berühmt für die elf Kilometer lange Dünenlandschaft des Parque Natural de Corralejo und deren langgestreckte, vom Wind umtoste Strände. Im Naturpark liegt der ehemalige Vulkan Montaña Roja. Die Küstenstreifen sind ein Paradies für Sonnenanbeter und Surfer. Vor allem Kitesurfer kommen in Corralejo auf ihre Kosten.

Parque Natural de Corralejo - Wanderdüne el Jable
El Jablito
Surfer im Parque Natural de Corralejo
Parque Natural de Corralejo

Die Altstadt ist umgeben von Retortensiedlungen. Einen Besuch wert ist die Hafengegend mit den vielen Restaurants, der Fischhalle, den Booten und den Fähren.

Corralejo - Ticket-Verkäufer am Hafen
Corralejo - die Uferzone
Corralejos Fischhalle
Corralejo - Strandleben

 

Weiterfahrt nach La Oliva

La Oliva ist das Verwaltungszentrum einer von sechs Gemeinden Fuerteventuras. Die Kleinststadt mit weniger als 1.500 Einwohnern verwaltet die wesentlich größere Stadt Corralejo. Das ist erstaunlich. Was bietet uns La Oliva? Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche und ein imposanter Herrensitz. 

Die dreischiffige Pfarrkirche Iglesia de Nuestra Señora de la Candelaria wurde im 18. Jahrhundert gebaut. Seit 1993 steht sie unter Denkmalschutz. Auffällig an dem weiß gestrichenen Gotteshaus ist der aus Vulkanstein errichtete Glockenturm. Im Inneren der dreischiffigen Kirche ist ein großes Gemälde des Jüngsten Gerichts zu sehen.

La Oliva - Kirche Nuestra Señora de la Candelaria
Kirchenschiff der Nuestra Señora de la Candelaria

Der Herrensitz Casa de los Coroneles, das Haus der Obersten, liegt in Sichtweite der Kirche. Auffällig ist die mit Türmen und Zinnen bewehrte Fassade. Einst war das Gebäude der Sitz der Inselobersten. Ungesicherte Quellen datieren die Errichtung des zweigeschossigen Bauwerks auf das Jahr 1740. Die Fassade zieren jeweils acht Fenster. Die Fensterfront des Obergeschosses ist mit hölzernen Balkonen ausstaffiert. Für die unter einfachsten Verhältnissen lebenden Insulaner war das Gebäude eine Manifestation von Wohlstand und Herrschaftsanspruch der Familie Cabrera Bethencourt. Seit 2006 ist die Casa de los Coroneles Kulturzentrum, Museum und historisches Archiv.

La Oliva - Casa de los Coroneles

La Oliva - Casa de los Coroneles


Unterwegs nach Betancuria

Das nächste Etappenziel unseres Roadtrips auf Fuerteventura ist Betancuria. Auf dem Weg passieren wir ein paar Kilometer südwestlich von La Oliva den Aussichtspunkt Mirador de Vallebrón. Der Ort besteht aus wenigen Häusern. Außerhalb des Ortes liegen am Nordwesthang der Montaña de la Muda die zwei gemauerten Terrassen des Miradors. Von der Höhe erblicken wir im Nordwesten weites Land und den Montaña Tindaya. Mit dem Auto fahren wir nah an den Aussichtspunkt heran. Nach weiteren 200 bis 250 Meter Fußweg ist das Ziel erreicht.

Vallebrón
Montaña Tindaya

Vallebrón und den Ort Tefía trennen 15 Kilometer. Die Attraktion Tefías ist das Ecomuseo de La Alcogida. Das Freilichtmuseum präsentiert mit sieben traditionellen Höfen typisches Landleben Fuerteventuras.

Hinweis auf das Ecomuseo de la Alcogida

Hinweis auf das Ecomuseo de la Alcogida


Bis in die 1970er Jahre wurden die Anwesen bewirtschaftet. Mitte der 1990er Jahre fiel die Entscheidung, die Ortslage in ein „lebendiges“ Museum umzuwandeln. In einer Bäckerei wird Anis-Brot gebacken; der Stellmacher, die Stickerin oder der Töpfer liefern Proben ihres Könnens und Tiere werden ebenfalls gehalten.

Gehöft im Ecomuseo de la Alcogida

Gehöft im Ecomuseo de la Alcogida


Einen weiteren Stopp legen wir  an der Molino de Tefía ein. In der gut restaurierten Windmühle von Llanos de la Concepción wurde in der Vergangenheit „Gofio“ gemahlen.

Windmühle bei Llanos de la Concepción

Windmühle bei Llanos de la Concepción


Als Nächstes halten wir am No hay Monumento. Der Hintergrund der auf zwei Säulen errichteten Stahlskulptur erschließt sich uns nicht. Wir finden keine Erklärung für den voranschreitenden Mann und das ihm folgende Kind. Ein Stopp an diesem Mirador lohnt sich wegen des Ausblicks.

Das No hay Monumento

Das No hay Monumento


Der auf 645 Meter Höhe gelegene Mirador de Morro Velosa stünde ebenfalls auf unserem Programm. Wir sind allerdings an einem Sonntag unterwegs, und die Einrichtung mit Restaurant und Terrasse ist sonntags geschlossen. Lanzarotes Mäzen César Manrique hat die Anlage gestaltet. Es heißt, die Aussichtsterrasse bietet gute Rundumsicht auf weite Teile Fuerteventuras. Leider sperrt eine Barriere die Zufahrt zum Aussichtspunkt. Schade!

Der Mirador de Morro Velosa

Der Mirador de Morro Velosa


Kurz hinter dem Abzweig zum Mirador de Morro Velosa folgen die Estatuas de Guise y Ayose. Die vier Meter hohen, heroischen Bronzestatuen zeigen die alten Könige von Fuerteventura. Vor der Eroberung der Insel im Jahr 1402 regierten die Könige die Königreiche Maxorata im Inselnorden und Jandía im Inselsüden. Nahe dem Standort der Skulpturen hat die sagenhafte Mauer gestanden, die beide Königreiche teilte.

 Die Estatuas de Guise y Ayose

Die Estatuas de Guise y Ayose


Die ehemalige Inselhauptstadt Betancuria

Die gewundene Straße führt hinunter nach Betancuria. Die 700-Seelen-Gemeinde, die Einwohnerzahl gilt einschließlich der Nachbarorte, war die ehemalige Hauptstadt Fuerteventuras. Historisch gesehen ist Betancuria der bedeutsamste Ort der Insel. Benannt ist sie nach Jean de Béthencourt, dem Eroberer Fuerteventuras. Im Auftrag der kastilischen Könige kolonialisierte der französische Adelige zusammen mit seinem Partner Gadifer de La Salle die Kanarischen Inseln. Über mehr als 400 Jahre war Betancuria die Inselhauptstadt. Die Hauptstadtfunktion ging 1834 an das benachbarte Antigua über. Seit 1860 ist Puerto del Rosario die Hauptstadt Fuerteventuras.

Betancuria - die historische Stadt

Betancuria - die historische Stadt


Die Lage in den Bergen erfolgte zum Schutz der Ansiedlung. Die weitläufige Naturlandschaft wird „Parque Rural de Betancuria“ genannt. Sehenswert ist die dreischiffige Kirche Santa Maria de Betancuria. Zwischen 1424 und 1431 war sie die Kathedrale des ehemaligen Bistums Fuerteventura. Es umfasste das Areal der Kanarischen Inseln. Ausgenommen war Lanzarote.

Kirche Santa Maria de Betancuria

Kirche Santa Maria de Betancuria


Der Ort wird gern von Touristen besucht. Für die Ausflugsbusse der Kreuzfahrtschiffe ist Betancuria ein „Muss“. Bars und Restaurants heißen die Besucher willkommen.

Betancuria

Betancuria


Ein Salzmuseum und die Kalköfen

Zwei weitere Ziele unseres Roadtrips stehen noch an. Es sind die Salinas del Carmen und die Hornos de Cal de La Guirra. Von Betancuria fahren wir zuerst zurück zu den Estatuas de Guise y Ayose und weiter nach Antigua. Von dort führt die Strecke in östlicher Richtung nach Las Salinas.

Auf dem Weg zu den Salinas del Carmen

Auf dem Weg zu den Salinas del Carmen


In den Salinas del Carmen wurde bis ins Jahr 1980 in quadratischen Wasserbecken Salz gewonnen. Seitdem ist die Anlage ein Schauobjekt. Die Becken der Außenanlage stellen verschiedene Stadien der Salzgewinnung dar. Das Kernstück der Anlage, das Museo de la Sal, informiert interaktiv über die Produktion und den Handel des Salzes. Das Museum wurde erst im Mai 2018 total renoviert.

Salinas del Carmen - Das Museo de la Sal

Salinas del Carmen - Das Museo de la Sal


Der Ursprung der „modernen“ Salzgewinnung reicht zurück bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Davor gewannen die Inselbewohner das zum Konservieren von Fisch benötigte Salz auf sogenannten „Salzwiesen“. Im Museumsladen werden verschiedene Sorten des Salzes verkauft. Das Museum bietet eine Kaffee-Bar und ein Restaurant. Im Außenbereich der Anlage ist das 19 Meter lange Skelett eines Finnwals zu sehen. Er strandete im Jahr 2000 vor Fuerteventura.

Salinas del Carmen -Salzpfannen und ein Walskelett

Salinas del Carmen -Salzpfannen und ein Walskelett


Zwei Kilometer weiter erreichen wir die Hornos de Cal de La Guirra. Bei den drei merkwürdigen, runden Steingebilden handelt es sich um restaurierte Kalköfen. Gebrannter Kalk war im 19. Jahrhundert ein wichtiges Exportgut der Insel. Zum Ensemble zählen ein Lagerhaus, ein Schutzhaus und eine Zisterne.

Die Kalköfen - Hornos de Cal de La Guirra

Die Kalköfen - Hornos de Cal de La Guirra


Zurück zum Kreuzfahrtschiff

Vierzehn Kilometer Autofahrt liegen noch vor uns. Wir passieren den Aeropuerto de Fuerteventura und erreichen das Kreuzfahrt-Terminal. Es bleibt noch Zeit, um ein paar Schritte in Puerto del Rosario zu unternehmen. Wir sehen die Kirche Nuestra Señora del Rosario und die Fußgängerzone. Zu wenig, um den Ort eingehend kennenzulernen.

Puerto del Rosario - Iglesia de Nuestra Señora del Rosario
Puerto del Rosario - Fußgängerzone

 

Fazit unseres Roadtrips durch Fuerteventuras Norden

Die Erkenntnis: Es braucht mehr als einen Tag, um die wesentlichen Sehenswürdigkeiten der zweitgrößten Kanaren-Insel kennenzulernen. Fuerteventura gefällt uns wegen seiner vom Vulkanismus geprägten Landschaften. Wir schätzen derartige archaische Landschaftsformen. An diesem Tag haben wir viel vom Norden der Insel gesehen. Beim nächsten Aufenthalt nehmen wir uns Jandía, die südliche Hälfte Fuerteventuras, vor. Versprochen!