Autor: Karl W. P. Beyer

Jedes Jahr kommen 800.000 bis eine Million Besucher auf dem Land- und dem Seeweg in das beschauliche norwegische Örtchen Geiranger. Der Landweg führt über atemberaubende Passstraßen, aber auch der Seeweg stellt eine attraktive Alternative dar.

Im Jahr 2017 liefen 187 Kreuzfahrtschiffe mit circa 350.000 Passagieren Geiranger an. Diese Zahl erhöht sich um die von den Hurtigruten-Schiffen beförderten Touristen sowie die vielen mit Fähren anreisenden Besucher.

Geiranger

Geiranger


Geirangers Reiz macht allein die überwältigend schöne und majestätische Landschaft aus. Zu den wesentlichen natürlichen Sehenswürdigkeiten zählen der Geirangerfjord mit seinen Wasserfällen und die kurz hinter Geiranger beginnenden Passstraßen.

Unterwegs im Geirangerfjord

Unterwegs im Geirangerfjord


Der Geirangerfjord – UNESCO Weltnaturerbe

Die Route aller Schiffe führt durch den circa 15 Kilometer langen, zum UNESCO Weltnaturerbe zählenden Geirangerfjord. Vor allem bei Sonnenschein beschert die Fjordfahrt unvergessliche Eindrücke. Der Geirangerfjord und die ihn umgebende Berglandschaft zählen zu Recht zu den schönsten Regionen Norwegens. Eine Fjordfahrt mit dem Schiff ist einer der Höhepunkte einer Norwegenreise. Hoch oben auf den Felsplateaus liegen aufgegebene Bergbauernhöfe, die teilweise nur über Leitern erreichbar waren. Wie nachzulesen ist, sicherten die Bauern ihre Kinder mit Seilen, um sie vor Abstürzen zu bewahren.

Hochgelegener Bauernhof im Geirangerfjord

Hochgelegener Bauernhof im Geirangerfjord


Die Wasserfälle

Ein paar imposante Wasserfälle liegen links und rechts des Geirangerfjords. Die bedeutendsten Kaskaden sind …

… die Sieben Schwestern:

An der Nordseite des Fjords stürzen je nach Jahreszeit die Wassermassen von sieben Wasserfällen aus circa 250 bis 300 Meter Höhe in den Fjord. Die Schneeschmelze und die Niederschläge bestimmen die Ergiebigkeit der Fälle. In trockenen Sommern sind möglicherweise nur drei oder vier Wasserfälle aktiv.

Sieben Schwestern Sieben Schwestern

 

… der Freier:

Den Sieben Schwestern gegenüber liegt der mächtige Wasserfall Freier. Der Sage nach wollte der Freier jede der Schwestern heiraten. Die jedoch verweigerten sich dem Liebeswerben. Darauf griff der Freier zur Flasche. Wieso? Eine nicht vom Fall getroffene Felswand hat die Form einer Schnapsflasche.

Der Freier

Der Freier


… der Brautschleier:

Der Brautschleier fällt aus etwa 320 Meter Höhe an der Nordseite in den Fjord. Die Ableitung des Namens: Der Fall rinnt nur zart über die Felsen. Sofern das Sonnenlicht von hinten durch den Wasserfall scheint, wirkt der Felsen wie von einem Schleier bedeckt.

Der Brautschleier

Der Brautschleier


… der Wasserfall von Geiranger:

Auch Geiranger besitzt einen ergiebigen Wasserfall. Er tritt unterhalb des 5-Sterne-Hotels Union aus. Vom Fjord führen 307 Treppenstufen hinauf zum Hotel. Den Fall darf man gut und gern auf circa 50 Meter Höhe schätzen.

Hotel Union mit Geirangers Wasserfall Geirangers Wasserfall

 

Das Fjordcenter

Neben dem Hotel Union liegt das Fjordcenter. Es informiert über die Geschichte der Region und das Leben der Menschen. Eine Multimediashow interpretiert den Einfluss der vier Jahreszeiten auf die Lebensweise der Einwohner.

Hütte des Geiranger Fjordcenter

Hütte des Geiranger Fjordcenter


Geirangers Kirche

Die mittlerweile dritte Kirche Geirangers hat einen achteckigen Grundriss. Sie entstammt dem Jahr 1842 und bietet 120 Sitzplätze. Die wesentlichen Verzierungen entstanden in der Zeit zwischen 1938 bis 1945. Die Orgel wurde im Jahr 1964 erneuert.

Geirangers Kirche Geirangers Kirche - Das Kirchenschiff

 

Landausflüge

Fahrt über den Ørnevegen

Norwegen besitzt großartige Passstraßen. Eine dieser Straßen ist der Ørnevegen, die „Adlerstraße“. Von Geiranger führen elf Serpentinen auf mehr als 600 Meter Höhe. Vom Aussichtspunkt Ørnesvingen blicken die Besucher auf den Ort und den Fjord. Danach geht es weiter hinauf zum stillen Eidsvatnetsee, der in einer gewaltigen Berglandschaft liegt.

Die Hurtigruten-Reederei bietet ihren Passagieren organisierte Busfahrten über die gut 90 Kilometer lange norwegische „Landschaftsroute“ von Åndalsnes nach Geiranger an. An der sogenannten Reichsstraße 63 liegen mit dem Trollstigen und dem Ørnevegen zwei spektakuläre Pässe mit phantastischen Haarnadelkurven.

Ørnesvingen Parken an der Adlerkehre Der Eidsvatnet See Häuser am Eidsvatnet See

 

Dalsnibba-Utsiktspunkt

Ein weiteres von Geiranger einfach anzugehendes Ziel ist der Dalsnibba-Utsiktspunkt. Zwischen Geiranger und dem Aussichtspunkt liegen 24 Kilometer. Den wesentlichen Teil der Strecke macht die „Geirangerstraße“ aus. Sie wurde im Jahr 1900 bei der Weltausstellung in Paris als Meisterwerk gekrönt und mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Im Verlauf der Anfahrt wird in 1038 Meter Höhe der Dalsnibba-Pass gequert. Er bietet Ausblicke auf den Djupvatnet-See und die Berghütte Djupvasshytta. Dort zweigt die Nibbevegen-Mautstraße hinauf zum Dalsnibba Aussichtspunkt ab, vorausgesetzt, die Straße ist schneefrei. Im Mai kommt es vor, dass die Mautstraße und der See noch eingeschneit sind.

Djupvas-Hütte am Dalsnibba-Pass

Djupvas-Hütte am Dalsnibba-Pass


Der schwindelerregende Dalsnibba-Aussichtspunkt am Ende der Straße wurde erst im August 2016 fertiggestellt. Phantastische Ausblicke auf den Geirangerfjord und den Blåbreen Gletscher werden geboten. Besucher sollten schwindelfrei sein; die freie Fallhöhe beträgt 500 Meter.

Wanderungen auf den Landwirtschaftspfaden

Eine Alternative zu den teuren Tourangeboten sind Wanderungen auf den alten Pfaden der Landwirte. Auch von diesen Wegen sind schöne Panoramablicke zu genießen. Kartenmaterial für diese Wanderungen ist in der Touristen Information erhältlich.

Aussichtspunkt über dem Geirangerfjord

Aussichtspunkt über dem Geirangerfjord


Empfehlung

Mit Schiffen anreisende Besucher buchen ihre Ausflüge und Unternehmungen entweder auf den Schiffen oder in Geirangers Touristen Information. Sie liegt neben dem „Seawalk“ und der Tenderzone der Kreuzfahrtschiffe. Das Angebot ist vielfältig und in Abhängigkeit von der Liegezeit der Schiffe gut nutzbar.

(Update – Juli 2018)