Der nordöstliche Felsen

Gibraltar - Landausflug auf eigene Faust


Gibraltar ist ein ideales Reiseziel für Tagesgäste von Kreuzfahrtschiffen. Schon vor dem Anlegen beeindruckt die britische Enklave auf spanischem Boden die Schiffspassagiere mit eklatanten Sehenswürdigkeiten: dem Felsen von Gibraltar und den überall sichtbaren Befestigungsanlagen.

Panorama der Kronkolonie Gibraltar

Panorama der Kronkolonie Gibraltar


Aus Erfahrung wissen wir: Die Attraktionen der 6,5 Quadratkilometer großen britischen Kronkolonie mit ihren nahezu 35.000 Einwohnern erschließen sich dem Besucher innerhalb eines Tages. Die Teilnahme an geführten Touren ist überflüssig. Eine gründliche Vorbereitung und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel einschließlich der Cable Car reichen aus.

Im April 2019 besucht die brandneue Mein Schiff 2 Gibraltar. Auch wir sind an Bord des Schiffes. Mit 14 Stunden Aufenthalt wird uns ein komfortabler Zwischenstopp geboten. Unsere individuellen Touren gelten heute jenen Orten, die wir bei vorherigen Aufenthalten noch nicht gesehen haben. Und wie zuvor vertrauen wir uns erneut den öffentlichen Bussen an.

Die neue Mein Schiff 2 an Gibraltars Cruise Terminal

Die neue Mein Schiff 2 an Gibraltars Cruise Terminal


Busse halten nicht am Cruise Terminal. Die nächste Haltestelle, die North Mole Road, liegt 400 Meter entfernt.

 

Wir starten mit dem Upper Rock

Bei unseren Besuchen in Gibraltar zog es uns der Aussicht wegen stets auf den Upper Rock, den bis zu 426 Meter hohen Kalksteinfelsen. Die Cable Car ist das einfachste und schnellste Verkehrsmittel, um die über 400 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkte zu erreichen. Im Übrigen fahren auch viele Sammeltaxen hinauf auf den Felsen.

Taxen auf dem Weg zum Rock

Taxen auf dem Weg zum Rock


 Cable Car-Preise: Die Preise richten sich nach dem Umfang der Leistungen. Erwachsene zahlen 16 Gibraltar-Pfund für die Hin- und Rückfahrt; für Kinder sind 7 Gibraltar-Pfund zu entrichten. Senioren erhalten Ermäßigungen. Der Eintritt zum Naturschutzgebiet wird zusätzlich mit 13 Gibraltar-Pfund berechnet.

Von der oberen Cable Car Station genießen wir bei gutem Wetter in 412 Meter Höhe einen phänomenalen Blick auf die Stadt, das Cruise Terminal, den Flughafen sowie das spanische Umland, das zur Provinz Cádiz gehört.

Stadt Gibraltar
Der an Spanien angrenzende Flughafen von Gibraltar
Marokko voraus
Spanien in Reichweite
 

Unterhalb der Bergstation liegt auf 340 Meter Höhe der Skywalk, Gibraltars neue Sehenswürdigkeit.

Aussichtspunkt Skywalk

Aussichtspunkt Skywalk


Mark Hamill oblag die Aufgabe, die gläserne Aussichtsplattform am 21. März 2018 stilgerecht mit einem Laserschwert einzuweihen. Der Name Hamill sagt Ihnen nichts? Mark Hamill verkörperte in fünf Starwars-Filmen den legendären Luke Skywalker.

Der Skywalk bietet uneingeschränkte Panoramen der Stadt und der Straße von Gibraltar. Wir genießen den Blick auf die Länder Marokko und Spanien und beobachten die sich furchtlos auf dem Skywalk tummelnden Berberaffen. Danach gehen wir zurück zur Seilbahnstation und folgen den bergab führenden Straßen bis wir zur Queen’s Road gelangen. Von dort folgen wir den zu den Great Siege Tunnels führenden Wegweisern.

 

Die Great Siege Tunnels

Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges fiel der Felsen von Gibraltar im Jahr 1713 an England. Was Spanien nicht hinderte, den Felsen weiter für sich zu beanspruchen. Zum Schutz baute England Gibraltar zur Festung aus. Als zwischen 1779 und 1783 spanische und französische Truppen letztmalig Gibraltar angriffen und belagerten, wurden die ersten Verteidigungstunnel in großer Höhe in die Felsen gehauen und gesprengt. Sie erhielten den Namen Great Siege Tunnels. Das weitläufige Tunnelsystem besichtigen wir. Zu sehen sind Geschützstellungen mit Kanonen, Pulverkammern und andere militärische Objekte.

Geschützstand in den Great Siege Tunnels
Kanone in den Great Siege Tunnels
Die St. George's Hall in den Great Siege Tunnels
Der Abschnitt des Holyland Tunnels in den Great Siege Tunnels
 

Unterhalb der Great Siege Tunnels liegen die World War II Tunnels. Ihre Aufgabe war es, Gibraltar vor einem erwarteten Angriff der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg zu schützten. Eine Tunnelanlage reicht; die Besichtigung der World War ll Tunnels ersparen wir uns.

Stattdessen besuchen wir Willis’s Magazine mit der Ausstellung „Gibraltar, a City under Siege“ und die Queen Charlottes Battery mit dem Moorish Castle.

Willis's Magazine
Willis's Magazine
 

Mit dem Bau des Moorish Castle wurde im 8. Jahrhundert unter maurischer Herrschaft begonnen. Die Festung entstand um 1160 herum. Der die Anlage dominierende Tower of Homage wird auf das Jahr 1333 datiert. Das Kastell ist seinetwegen weithin sichtbar.

Das Moorish Castle von oben
Das Moorish Castle vom Hafen gesehen
 

Zeit für eine Mittagspause! Wir kehren mit dem Bus der Linie 1 zurück auf unser Kreuzfahrtschiff. Da es erst gegen 22:00 Uhr Gibraltar verlässt, bleibt uns am Nachmittag viel Zeit für eine zweite Runde.

 

Europa Point, Gibraltars südliches Ende

Am Nachmittag besuchen wir Europa Point, das flache südliche Ende Gibraltars. Sehenswert sind der Leuchtturm, die Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee und die Sikorski-Gedenkstätte. Ein weiterer Höhepunkt ist die Gorham’s Cave, eine einen Kilometer entfernt liegende Höhle. Sie wurde, wie Ausgrabungen ergaben, vor mehr als 25.000 Jahren von Neandertalern bewohnt.   

Ein bedeutendes Bauwerk am südlichen Ende Gibraltars ist der im Jahr 1841 errichtete Leuchtturm. Die Reichweite seines Lichtkegels wird mit 37 Kilometern angegeben.

Der Leuchtturm von Gibraltar

Der Leuchtturm von Gibraltar


Die Moschee wurde im Jahr 1997 vollendet. Sie dient der vorwiegend aus Marokko stammenden moslemischen Bevölkerung als Gebetsraum.

Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee

Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee


In der Nähe des Leuchtturms liegt das Sikorski-Denkmal. General Wladyslaw Sikorski war während des Zweiten Weltkriegs Ministerpräsident und Oberbefehlshaber der polnischen Exilregierung. Er kam im Juli des Jahres 1943 bei einem Flugzeugunfall vor Gibraltar ums Leben. Das Denkmal erinnert an den polnischen Kriegshelden.

Das Sikorski-Monument

Das Sikorski-Monument


100 Ton Gun, die viktorianische Superkanone

Englands Rolle als Weltmacht Ende des 19. Jahrhunderts verlangte nach führender Waffentechnik. Die 100 Ton Gun erfüllte als größte Kanone ihrer Zeit diese Bedingung. Sie war ursprünglich an zwei Punkten Gibraltars sowie im britischen Malta postiert. Gibraltars einzige verbliebene 100 Ton Gun steht heute in der Napier of Magdala Battery an der Rosia Bay.

Die 100 Ton Gun

Die 100 Ton Gun


 

Alameda Botanic Gardens und Trafalgar Cemetery

Grüne Oasen in Gibraltars Stadtbild sind die Alameda Botanic Gardens und der Trafalgar Cemetery. Einen Besuch wert ist vor allem der Botanische Garten. Die ansprechend gestaltete Gartenanlage präsentiert auf kleiner Fläche mediterrane Pflanzen und Bäume. Nebenan liegt der Wildlife Park, ein kleiner Zoo.

Botanic Gardens
In den Botanic Gardens
 

Von der Gartenanlage ist eine weiteres neu hinzugekommenes Highlight zu sehen. Es ist die Windsor Suspension Bridge. Die Hängebrücke führt in 50 Meter Höhe über eine Schlucht. Die Länge der Brücke beträgt 71 Meter. Auch sie sorgt für beste Ausblicke auf die Straße von Gibraltar, die Bucht und die Stadt.

Die Windsor Suspension Bridge

Die Windsor Suspension Bridge


Die Benutzung der Brücke ist im Eintrittspreis für das Naturschutzgebiet enthalten.     

 

Die Main Street entlangbummeln

Auf den Trafalgar Friedhof folgen die City Gates. Insgesamt drei Torbögen machen die gewaltige Stadtmauer durchlässig. Sie stellte ursprünglich Gibraltars südliche Stadtgrenze dar.   

Die drei City GatesDie drei City Gates


Hinter den Stadttoren beginnt die Main Street. An ihr liegen das Inces Hall Theatre, der Convent, der Sitz der Gouverneure, und weitere bemerkenswerte öffentliche Einrichtungen. Main Street ist eine in Teilen fußläufige Geschäftsstraße. An ihr liegen ebenfalls die anglikanische und die römisch-katholische Kathedrale sowie das Parlament. Und, wie es sich für eine britische Stadt geziemt, auch eine gehörige Anzahl Pubs und Kneipen. In einem Pub ruhen wir uns von unserem Rundgang aus, genießen das geschäftige Treiben und ein Pint Bier.

Inces Hall Theatre und Bankgebäude
The Convent - Der Sitz der Gouverneure
Holy Trinity Cathedral - Rückseite
Die römisch-katholische Kathedrale
 

Danach lassen wir uns bis zum Casemates Square treiben. Mittlerweile ist es früher Abend, und die Menschen sammeln sich in den Bars und Restaurants des zentralen Platzes. Benannt wurde der nach der die Nordseite begrenzenden britischen Kaserne.

Der Casemates Square

Der Casemates Square


Mit dem Bus fahren wir in Richtung des Cruise Terminals. Das Hopper Adult-Tagesticket haben wir hinreichend genutzt. Wir kauften es für 6 Gibraltar-Pfund beim Busfahrer. Es gilt bis Mitternacht und gestattet die Nutzung jedes öffentlichen Busses. Unser umfangreiches Besichtigungsprogramm des Liegetages hätten wir ohne Busse nicht bewältigen können.

Informationen über die Buslinien sind unter www.gibraltarbuscompany.gi erhältlich.