Gibraltar

Gibraltar Sehenswürdigkeiten - Felsen, Affen und mehr


Passagiere von Kreuzfahrtschiffen mit Kurs auf Gibraltar dürfen sich dort auf ein vielseitiges Tagesprogramm freuen. Das zum Vereinigten Königreich gehörende Überseeterritorium ist mit 6,5 Quadratkilometer Fläche zwar winzig klein, zu sehen gibt es jedoch mehr als genug. Unser nachfolgend beschriebener Rundgang führt uns zu ausgewählten Attraktionen Gibraltars.

Gibraltars Panorama


Gibraltars Panorama


Gibraltars Zentrum


Gibraltars Zentrum


Der Felsen von Gibraltar und die dort lebenden Berberaffen

Gibraltars spektakulärer Kalksteinfelsen „The Rock“ ist rund vier Kilometer lang und maximal 1,2 Kilometer breit. The Rock ist mehr als 420 Meter hoch. Der Ausblick von der Höhe gehört zum Schönsten was die britische Enklave im Süden von Spanien zu bieten hat. Im Inneren des Felsens befinden sich mehr als 100 Höhlen. Die waren in grauen Vorzeiten vermutlich Rückzugsorte der Neandertaler. Die Briten bauten die Höhlen zu Zeiten ihrer Regentschaft zu einem umfangreichen Verteidigungssystem aus.

Gibraltar - The Rock

Gibraltar - The Rock


Wie hinkommen?

Am bequemsten ist es am Cruise Liner Terminal mit Sammeltaxen zu einer organisierten Rock-Tour aufzubrechen. Die Wagen bringen ihre Fahrgäste auf annähernd 400 Meter Höhe. Gehalten wird zuvor an Michael’s Cave und bei der Kolonie der Berberaffen. Die begehrten Rock-Tours werden nicht nur am Hafen, sondern überall in der Stadt angeboten.

Ein bewährtes Transportmittel um auf den Felsen zu gelangen ist die Seilbahn. Sie ist seit 1966 in Betrieb. Die etwa 20 Personen fassenden Gondeln sind sicher und fahren regelmäßig. Gerade einmal sechs Minuten dauert die Fahrt hinauf auf 412 Meter Höhe.

Zwischen dem unspektakulären Kreuzfahrtterminal und der Cable Car Base Station liegen drei Kilometer Entfernung. Eine direkte Busverbindung vom Anleger der Kreuzfahrtschiffe zur Talstation der Seilbahn gibt es nicht. Ein Taxi wollen wir nicht nehmen, weil wir etwas von der Stadt sehen möchten. Deshalb laufen wir eine knappe halbe Stunde in Richtung Zentrum. Unser Zwischenziel ist die North Bastion bei den Waterport Casemates.

Von der North Bastion fahren wir mit einem Bus der Linie 3 zur Cable Car-Station an der Red Sands Road. Die Station liegt am südlichen Ende des Stadtzentrums bei den Gibraltar Botanic Gardens. Mit dem Kauf der Fahrkarte für die Seilbahn kann gleichzeitig der Eintritt in das unterhalb der Bergstation gelegene Naturreservat gebucht werden.

Welcome to Gibraltar
Sammeltaxen auf dem Felsen von Gibraltar
Busstation North Bastion
Talstation der Gibraltar Cable Car

Gibraltar von oben gesehen

Die Aussichtsplattform der Bergstation gewährt Besuchern atemberaubende Ausblicke auf die Stadt, das die Enklave flankierende Spanien, die Straße von Gibraltar mit Nordafrika, die Ostküste der Halbinsel und auf den Flug- sowie den Kreuzfahrthafen. Vor Gibraltar liegen regelmäßig viele Schiffe auf Reede um Treibstoff zu bunkern. Von der Höhe sieht man Rosia Bay, Gibraltars einzigen natürlichen Hafen, und die von den Briten angelegten massiven äußeren Küstenbefestigungen. Eine der Verteidigungsanlagen ist Parson’s Lodge Battery. Bereits im Jahr 1744 schützten dort mehr als 20 Kanonen den Küstenstreifen.

Gibraltar von oben gesehen
Mein Schiff 2 am Cruise Terminal Gibraltar
Straße von Gibraltar
Gibraltar - Nordafrika voraus

Gibraltars Berber Affen

O’Haras’s Battery ist eine aufgegebene Geschützstellung. Der Weg dorthin führt von der Seilbahn-Station steil bergab, vorbei an den in den Spalten und Höhlen des Felsens lebenden Berberaffen. Als beliebte Touristenattraktion des Nature Reserve werden die Primaten von einer staatlichen Institution mit Gemüse und Obst gefüttert. Die 200 bis 250 auf Gibraltar lebenden Affen sind nicht nur possierlich, sie sind auch verschlagene, kleine Diebe. Die Affen riechen in Plastiktüten verpackte Lebensmittel über große Distanzen und sie versuchen alles, um an diese Leckereien zu gelangen. Wenn sie sich bedroht fühlen, reagieren sie mit Beißen und Kratzen; schließlich sind die Affen trotz der ihnen angedeihenden Fürsorge Wildtiere. Sehr leicht kann bei einer Beißattacke ein Glied eines Fingers oder mehr verloren gehen.

Berberaffe


Berberaffe


Berberaffen bei der Fellpflege


Berberaffen bei der Fellpflege


Gibraltars Skywalk

Wir folgen der schmalen Fahrstraße in Richtung St. Michael’s Cave und sehen ein wenig von Afrikas Nordküste. Tief unter uns die liegen eine Schiffswerft und weitere Hafenbetriebe. Das spanische Festland wirkt sehr nah. An der Ostküste, oberhalb von Sandy Bay, wurde im Jahr 2018 ein Skywalk als Touristenattraktion fertiggestellt. Die gläserne Aussichtsplattform liegt auf 340 Meter Höhe. Vom Skywalk blicken wir auf Teile der Stadt und die Straße von Gibraltar. Wir genießen den Blick auf die Länder Marokko und Spanien und die auf dem Skywalk herumtollenden Berberaffen.

Gibraltar - Aussichtspunkt Skywalk

Gibraltar - Aussichtspunkt Skywalk


O’Haras’s Battery, Europa Point und die Säulen des Herkules

Der Eintritt zu O‘Hara’s Battery soll drei Gibraltar Pfund kosten. Aber niemand kassiert das Geld. Der Weg hinauf zur Batterie ist extrem steil und beschwerlich, denn die Geschützstellung liegt in 421 Meter Höhe nahezu auf dem höchsten Punkt des Felsens. Eine gute Viertelstunde ist für den Aufstieg einzukalkulieren. Der Weg und die damit verbundenen Mühen sind es wert. Der Rundumblick ist phantastisch. Wir sehen die südliche Spitze der Halbinsel, den Europa Point. Seine Charakteristika sind ein Leuchtturm und eine der größten Moscheen Europas. Und selbst Marokkos Küstenlinie mit dem weit mehr als 800 Meter hohen Jebel Musa erkennen wir im Dunst. Der Legende nach waren dieser und der Felsen von Gibraltar die Säulen des Herkules. Dort endete nach Ansicht griechischer Philosophen die Welt.

Aufgang zu O‘Hara’s Battery
Blick von O‘Hara’s Battery auf Europa Point


Die in O‘Hara’s Battery installierte 9,2‘ Kanone wurde 1901 etabliert. Die Reichweite des Geschützes wurde mit mehr als 32 Kilometern beziffert. Seit der Aufgabe der Stellung durch das Militär sorgt der Gibraltar Heritage Trust für die verwaiste Anlage.

St. Michael‘s Cave

Für den auf O‘Hara’s Battery folgenden Abstieg hätten wir gern die ursprünglich vom britischen Militär angelegten Mediterranean Steps genutzt. Sie führen von der nahe gelegenen Lord Airey’s Battery im Zickzackkurs hinunter zum Jew’s Gate Friedhof. Doch bereits der Beginn des Weges ist in schlechtem Zustand. Den an den Klippen entlangführenden Weg überlassen wir gern besser trainierten Wanderern als wir es sind.

Gibraltar - die Mediterranean Steps
St. Michael‘s Cave


Stattdessen folgen wir der Fahrstraße hinunter zur 800 bis 900 Meter entfernten Höhle St. Michael’s Cave. Die Upper Hall der Tropfsteinhöhle ist über fünf Stationen mit einer kleineren Höhle verbunden. Die Kavernen liegen bis zu 62,50 Meter tief unter dem Eingang der Höhle. Weitere Kammern sind die Lower St. Michael’s Cave und die Cathedral Cave. Deren 400 Sitzplätze werden für Konzerte und Theateraufführungen genutzt. Aus Zeitgründen und auch wegen der vielen vor der Höhle parkenden Kleinbusse ersparen wir uns die Höhle.

 

 

Blick auf das Nature Reserve Informationscenter und die 100 Ton Gun

Hinter St. Michael‘s Cave folgen wir einem Pfad zurück in das Zentrum. Zu Anfang ist der Weg unbequem; später wird er besser. Am Jew’s Gate, dem historischen jüdischen Friedhof ist der Weg wieder in gutem Zustand.  Dort wurde das Nature Reserve Informationscenter eingerichtet und dort steht das Pillars of Hercules Monument. Es erinnert an die Säulen des Herkules. Auf dieser Höhe angelangt haben wir mittlerweile viele Höhenmeter überwunden. Über uns ragen spektakuläre Felsformationen auf. Unter uns liegt die Stadt, zum Greifen nah. Zwischendurch erblicken wir auch die in der Napier of Magdala Battery stationierte 100 Ton Gun. Sie war die Superkanone des viktorianischen Zeitalters. Danach verlassen wir das Naturreservat und sehen eine Viertelstunde später die vor der South Bastion stehende Horatio Nelson-Statue.

Nature Reserve Informationscenter
Säulen des Herkules Monument
Die 100 Ton Gun
Horatio Nelson Statue

Main Street und Gibraltars Zentrum

Auf die South Bastion folgen die Referendum Gates und die Main Street. Ein Teilbereich der Straße ist autofrei. Wir passieren das Inces Hall Theatre, blicken die Convent Ramp hinunter und stehen dann vor The Convent. Das mächtige Backsteingebäude war ursprünglich Wohnstätte von Franziskaner-Brüdern. Seit 1728 ist es die Residenz des Gouverneurs von Gibraltar. Neben dem Convent steht die schmale King’s Chapel, die Garnisonskirche. Das im klassizistischen Stil errichtete Government Building und der Pub The Angry Friar liegen dem Convent gegenüber.

The Convent - Residenz des Gouverneurs von Gibraltar
Government Building

Gibraltars Kathedralen und das Parlamentsgebäude

Als weitere bemerkenswerte Bauten folgen Gibraltars Supreme Court, die unscheinbare anglikanische Cathedral of The Holy Trinity und schließlich die römisch-katholische Kathedrale Saint Mary the Crowned. Ihr geht die Pracht und der Prunk vieler katholischer Bischofskirchen gänzlich ab.

Hinter der nach rechts abzweigenden City Mill Lane folgt auf der linken Seite der Straße das repräsentative Parlamentsgebäude. An dessen Rückseite liegt der weite John Mackintosh Square den das Rathaus rückseitig abschließt. Zwischen beiden Gebäuden sehen wir Gibraltars Touristen-Information.

Kirchenschiff der römisch-katholischen Kathedrale


Kirchenschiff der römisch-katholischen Kathedrale


Gibraltars Parlament


Gibraltars Parlament


In der Main Street finden wir Bars, Restaurants und diverse Läden. Darunter ist auch ein großer Store des britischen Einzelhandelsunternehmens Marks & Spencer. Die uns aus anderen Städten Europas vertrauten Kettenläden haben in Gibraltar allem Anschein nach noch nicht Fuß gefasst.

Sandy Bay – Gibraltars Hausstrand

Nach einer kurzen Rast suchen wir die nächste Bushaltestelle und besteigen einen Bus der Linie 4. Der bringt uns vorbei an den Great Siege Tunnels zum Strandabschnitt Sandy Bay. Der Strand liegt im Osten der Halbinsel unterhalb des Felsens. Den künstlich angelegten Strand hatten wir Stunden zuvor aus 400 Meter Höhe wahrgenommen.

Würden wir der Straße weiter folgen, kämen wir nach der Durchquerung eines langen Tunnels an den Europa Point im äußersten Süden Gibraltars. Dort stehen ein Leuchtturm und die Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee, die zu den größten Moscheen Europas zählen soll. Beide sahen wir zuvor von O’Haras’s Battery.

Sandy Bay

Sandy Bay


Es ist an der Zeit Sandy Beach zu verlassen. Unser Kreuzfahrtschiff, die Celebrity Reflection, würde nicht auf uns warten, wenn wir uns verspäten. Mit dem Bus fahren wir zurück zur North Bastion und gehen dann die letzten zwei Kilometer zurück zum Schiff. Im Cruise Liner Terminal verabschiedet sich Gibraltar von seinen Gästen mit „Thank you for your visit”.

Resümee

Das kleine Gibraltar erscheint uns ganz groß, nicht zuletzt wegen seines gigantischen Felsens. Wer mag und gut zu Fuß ist, sieht an einem Tag die wesentlichen Teile des Britischen Überseeterritoriums. Die von uns bevorzugten Busse und die Seilbahn helfen dabei ungemein. Zwei Jahre später besuchen wir Gibraltar erneut, diesmal mit der brandneuen Mein Schiff 2. Unter Gibraltar – Landausflug auf eigene Faust beschreiben wir was wir dabei erleben.

Unseren Tagesbesuch in Gibraltar haben wir intensiv vorbereitet. Nützliche Informationen für individuell planende Besucher fanden wir unter http://www.visitgibraltar.gi

Update – Januar 2021