Ein Tag in Las Palmas de Gran Canaria


Las Palmas de Gran Canaria ist ein idealer Start- oder Haltepunkt vieler durch den kanarischen Archipel führenden Kreuzfahrten. Sehenswert sind in Gran Canarias Inselhauptstadt vor allem die historisch und touristisch interessanten Stadtteile Triana und Vegueta. Für unsere Exkursion nutzen wir ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel.

Unser erstes Ziel: der Parque San Telmo

Vom Kreuzfahrtterminal gehen wir hinüber zum Parque de Santa Catalina. Von dort fahren regelmäßig Busse in Richtung Triana. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten.

Am Parque San Telmo verlassen wir den Bus. Das weitläufige, von Palmen und riesigen Gummibäumen geschützte Areal ist ein ruhiger Ort im Großstadttrubel. Altmodische Pavillons und ein Café laden zum Ausruhen ein. Bemerkenswert sind überdies die auf das 16. Jahrhundert zurückgehende Seefahrerkapelle Ermita de San Telmo und der Sitz des Generalgouverneurs.

Las Palmas -Pavillon im Parque San Telmo

Las Palmas -Pavillon im Parque San Telmo


Bevor wir die Altstadt erreichen, führt unser Weg durch die Fußgängerzone Calle Triana. Der Mix inhabergeführter Läden und internationaler Marken ist bemerkenswert. Viele der denkmalgeschützten Bauten besitzen repräsentative Fassaden und Giebel. Zur Hangseite zweigen Gassen mit kleinen Läden, Cafés und Restaurants ab.

Calle Triana

Calle Triana


Nach einigen Hundert Metern gabelt sich die Straße. An der Gabelung liegt ein kleiner, dreieckiger Platz. Den Platz schmücken drei Bronzefiguren. Im Vordergrund steht ein Herr in gediegener Kleidung, Dr. Juan Negrín López. Zwischen 1937 und 1939 amtierte er als spanischer Premier. In gebührendem Abstand stehen zwei eher freizügig gekleidete Damen. Die Frauen halten große Palmblätter. Der Sinn der Komposition erschließt sich uns nicht. Allerdings ist sie schön anzusehen.

Standbild des Dr. Juan Negrín López


Standbild des Dr. Juan Negrín López


Kunst im öffentlichen Raum


Kunst im öffentlichen Raum


An dem Platz halten wir uns links. Kurz darauf stehen wir vor der vierspurigen Entlastungsstraße Carretera del Centro. Vor 1972 verlief an der Stelle der Straße das Flusstal des Barranco de Guiniguada. Die Straße trennt die Stadtteile Triana und Vegueta. Eine der wesentlichen Wegmarken der Straße ist das Teatro Peréz Galdós. Es ist das bedeutendste Theater der Stadt. Von der Vorderseite betrachtet wirkt es altbacken. Die Rückseite weist dagegen einen modernen Anbau mit Bühnenturm und Ateliers auf.

Las Palmas - Entlastungsstraße Carretera del Centro


Las Palmas - Entlastungsstraße Carretera del Centro


Teatro Peréz Galdós


Teatro Peréz Galdós


Dem Theater gegenüber liegt die Markthalle Mercado de Vegueta. Spanische Markthallen sind stets einen Besuch wert. Uns bleibt leider der Zugang verwehrt. Es ist Samstagnachmittag und die Halle ist geschlossen.

Mercado de Vegueta

Mercado de Vegueta


Las Palmas Altstadt Vegueta

An der Stirnseite der Markthalle führt die Calle Mendizábal in die Altstadt hinein. Wir folgen der Straße, bis wir in die Calle Los Balcónes einbiegen. Von Ferne erhaschen wir einen ersten Blick auf die Fassade der Kathedrale Santa Ana. Am Weg zur Kathedrale liegt das Centro Atlántico de Arte Moderno. Das im Jahr 1989 in einem ehemaligen Adelspalast eröffnete Museum präsentiert moderne kanarische Kunst. Dabei werden die wechselseitigen Beziehungen zu afrikanischer, amerikanischer und europäischer Kunst aufgezeigt.

Centro Atlántico de Arte Moderno


Centro Atlántico de Arte Moderno


Centro Atlántico de Arte Moderno - Innenhof


Centro Atlántico de Arte Moderno - Innenhof


Die Calle Los Balcones mündet an der Rückseite der Kathedrale in die Plaza del Pilar Nuevo. Bevor die Häuser der Stadt an das Wassernetz angeschlossen waren standen auf dem Platz die Frauen zum Wasserholen an. Gebäude unterschiedlicher Stilrichtungen und Jahrhunderte umgeben den Platz. Auch die Rückfront der Kathedrale und ein Teil des Kolumbusmuseums grenzen an die Plaza del Pilar.

Die Casa Colón, das Kolumbus Haus, beeindruckt den Betrachter durch seine schiere Größe. Vor etwa 50 Jahren wurden mehrere Häuser, darunter der Palast der Inselgouverneure, zum Komplex des Kolumbushauses zusammengefasst. Die Legende besagt, dass Kolumbus das Haus der Inselgouverneure besuchte, bevor er seinen Weg nach Westen fortsetzte.

Kolumbus Haus an der Plaza del Pilar Nuevo
Casa Museo de Colon
Casa Museo de Colon - Innenhof
Casa Museo de Colon


Die vielfältigen Sammlungen des Museums sind hauptsächlich Spaniens damaligen Beziehungen zur Neuen Welt gewidmet. Bedeutende Ausstellungstücke sind eine Weltkarte aus dem 14. Jahrhundert und ein Nachbau der Kapitänskajüte des Kolumbus. Das Haus wird wegen seiner kunstvollen Deckenverblendungen gerühmt. Zu den Ausstellungstücken zählen Leihgaben des Prado. Eine Bibliothek widmet sich Themen der amerikanischen Geschichte und der spanisch-amerikanischen Beziehungen.
Betreten wird der Gebäudekomplex an der Calle Colón 1.

Als Nächstes umrunden wir die Kathedrale. Ihre Vorderseite ist der Plaza Santa Ana zugewandt. Der Platz wurde im 16. Jahrhundert angelegt. Reiseführer berichten, dass die Plaza der erste städtebaulich geplante Platz Spaniens war.

Die fünfschiffige Bischofskirche ist die größte und älteste Kirche der Insel. Die Arbeiten am Gotteshaus wurden im Jahr 1497 begonnen. Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts ging im Jahr 1570 das Geld aus. Die Arbeiten ruhten über 200 Jahre, bevor sie wieder aufgenommen wurden. Insgesamt dauerte der Bau der Kathedrale mehr als 500 Jahre. Die der Unterbrechung geschuldete lange Bauzeit erklärt, dass in der Kirche verschiedene Architekturstile zur Geltung kommen.

Kathedrale Santa Ana


Kathedrale Santa Ana


Kathedrale Santa Ana - Detail Vorderfront


Kathedrale Santa Ana - Detail Vorderfront 


Die Kathedrale wird außerhalb der Gottesdienstzeiten über den um die Ecke liegenden Patio de los Naranjos betreten. Am „Hof der Orangenbäume“ liegen ein Kloster und das Diözesanmuseum. Einer der beiden Türme darf gegen Entgelt bestiegen werden. Ein Aufzug befördert Besucher bis zu einer Aussichtsplattform. Wer mag, kann weiter in die Turmspitze hinauf steigen.

 

 

 

Der Kathedrale gegenüber steht an der Plaza Santa Ana das Rathaus aus dem Jahr 1853. Weitere um den Platz errichtete Gebäude sind Gemeindehäuser, der Sitz des Regenten, der Obergerichtshof und das historische Archiv der Provinzen.

Plaza Santa Ana


Plaza Santa Ana


Plaza Santa Ana - Rathaus


Plaza Santa Ana - Rathaus


Neben der Plaza Santa Ana verläuft die Calle Espíritu Santo. Sie führt zur dreieckigen Plaza del Espíritu Santo, dem Platz des Heiligen Geistes. Eine gleichnamige Kapelle steht an einer Seite des Platzes. Ein Blickfang des Platzes ist eine überdachte Fontäne. Herrschaftliche Häuser umgeben den Platz.

Plaza del Espíritu Santo

Plaza del Espíritu Santo


An der Plaza Santa Ana wurde den sagenumwobenen kanarischen Hunden vor der Kathedrale ein Denkmal gesetzt. Acht prächtige Hundeskulpturen haben wir gezählt.

Bevor wir die Vegueta verlassen, besuchen wir die Kapelle des San Antonio Abad. Vor der Kapelle macht eine Inschrift darauf aufmerksam, dass Kolumbus in diesem Kirchlein betete, bevor er zu seiner Reise in die Neue Welt aufbrach.

Das Denkmal der kanarischen Hunde


Das Denkmal der kanarischen Hunde


Plaza de San Antonio Abad


Plaza de San Antonio Abad


Das nahe gelegene Museo Canario ersparen wir uns. Es ist dem Leben der Guanchen gewidmet, den Ureinwohnern der Kanaren.

Die Zeit drängt. Wir müssen zurück gehen und vor uns liegen noch ein paar sehenswerte Bauwerke. Wir passieren zuerst das im Jahr 1938 fertiggestellte Teatro Guiniguada. In dem Musentempel finden regelmäßig Theater- und Tanzvorführungen, Konzerte und Kinoveranstaltungen statt.

Wir queren die Entlastungsstraße auf der Höhe des Theaters. Uns gegenüber liegt im Stadtteil Triana die kleine Plaza de las Ranas. Hohe Bäume beschatten den Platz, der nach den Fröschen benannt ist, die vor dem Bau der Carretera del Centro im Flussbett des Barranco lebten.

Teatro Guiniguada
Plaza de las Ranas
Bar an der Plaza de las Ranas
Biblioteca Insular

Herausragende Bauten an der Plaza de Cairasco

Unser nächstes Ziel, die Plaza de Cairasco im Stadtteil Triana, wollen wir unbedingt sehen. Bevor wir den Platz erreichen, passieren wir die Biblioteca Insular. Bald darauf stehen wir an der Plaza de Cairasco vor unserem nächsten Ziel, dem Gabinete Literario. Es wird als eines der schönsten Gebäude der Stadt bezeichnet. Der Ursprung des „Literarischen Kabinetts“ ist schnell erklärt. Im Jahr 1844 bildete sich eine private Initiative prominenter Bürger mit dem einzigen Ziel, die Mitglieder der Initiative mit englischen, spanischen und französischen Zeitungen sowie literarischen Werken zu versorgen. Auch dem Glücksspiel durfte nachgegangen werden; schließlich gehörten Briten zu den Gründungsmitgliedern der Gemeinschaft. Heutzutage werden im Erdgeschoss ein allgemein zugängliches Café, ein Zeitungsarchiv und eine Bibliothek betrieben. Für Events und Veranstaltungen werden Festräume und Veranstaltungssäle vermietet. Touristen dürfen nicht eintreten; ein Blick ins Innere des prunkvollen Gebäudes ist jedoch erlaubt.

Gabinete Literario


Gabinete Literario


Gabinete Literario - Lesesaal


Gabinete Literario - Lesesaal


Neben dem Gabinete Literario liegt das Hotel Madrid. Viele Spanier empfinden den Bau als einen geschichtsträchtigen Ort. Der Grund: Nach einem Aufenthalt in diesem Hotel übernahm General Franco im Jahr 1936 die Macht in Spanien.

Neben der Plaza de Cairasco liegt eine kleine, gepflegte Parkanlage, in der eine Büste von Christoph Kolumbus steht.

Eine Kolumbus-Büste an der Plaza de Cairasco

Eine Kolumbus-Büste an der Plaza de Cairasco


An der Rückseite des Teatro Peréz Galdós besteigen wir an der Avenida Rafael Cabrera den Bus, der uns zurück zum Parque de Santa Catalina bringt. Er fährt am Stadtstrand, den Jachthäfen und dem Club Náutico vorbei.

Vom Haltepunkt des Busses ist es nicht mehr als ein Katzensprung zum Kreuzfahrtschiff. Wer möchte, wirft noch einen Blick in das Centro Comercial El Muelle, die moderne Shopping Mall mit den vielen Läden.

Fazit

Auf unserem Rundgang haben wir die wesentlichen Attraktionen der Stadt Las Palmas gesehen. Das kommerzielle Pueblo Canario, das kanarische Dorf, mieden wir dagegen. Stattdessen hätten wir gern das futuristische Alfredo Kraus Auditorium gesehen; leider reichte die Zeit nicht. Den Kongress- und Konzertpalast sahen wir bei anderer Gelegenheit. Unter Nachmittags am Paseo las Canteras berichten wir darüber. Nicht zu übersehen war dagegen der 2005 vollendete Torre Woermann. Das 72 Meter hohe Wohnhochhaus fällt wegen seiner eigenwilligen Formgebung auf.

Bei knappen Zeitverhältnissen ist der aufgezeigte Weg empfehlenswert. Die Kosten für die Bustickets sind gering. Es bleibt sogar noch Zeit für einen oder zwei Aufenthalte in einer der vielen am Wege liegenden Bars.

Update Januar 2021