Sonntag am Grand Anse Beach auf Grenada


Am Sonntag in der Früh, im März 2010, legte Mein Schiff in St. George’s auf Grenada an. Von einem Liegeplatz im Hafen kann man hier nicht so recht sprechen. Der schöne St. George’s Inner Harbour , ein angenehmer Naturhafen, lässt es nicht zu, dass Schiffe von der Größe von Mein Schiff dort anlanden. Das Tendern Tausender Kreuzfahrer ist auch nicht allzu schick. Um es den Kreuzfahrern nicht allzu beschwerlich zu machen, wurde eine mehrere Hundert Meter lange Mole in die St. George’s Bay hineingebaut. Dort liegt es sich gut. Und dort lag auch Mein Schiff.

Die Insel Grenada bietet viel Sehenswertes. An diesem „heiligen“ Sonntag und nach einem vorangegangenen langen und harten Winter in Deutschland war uns nicht nach einer Exkursion zumute. Wir wollten an den Strand, genauer den Grand Anse Beach, die Sonne genießen und die Temperatur des Wassers prüfen.

Gesagt getan. Wir verließen Mein Schiff und gingen hinüber ins Kreuzfahrt Welcome Centre, das zu durchqueren ist, bevor man in die Weiten Grenadas entlassen wird. Wie überall in den karibischen Kreuzfahrthäfen wurden die Gäste von Mitarbeitern der Taxi-Kooperative, Touranbietern und wem auch immer erwartet. Schnell war geklärt, dass wir, die wir zum Beach wollten, nur aus dem Haus und links um das Gebäude herumgehen müssten, dort sähen wir schon die Zubringerboote für den Grand Anse Beach liegen.

Grenada - Welcome Centre St. Georges

Grenada - Welcome Centre St. Georges


 

So war es denn auch. Bald darauf tuckerte ein einfaches Boot heran, um uns und einige andere Fahrgäste aufzunehmen. Wir zahlten den Fahrpreis, soweit wir uns erinnern betrug er 5 US$ pro Person. Der Preis gilt für die Hin- und Rückfahrt. Fahrscheine oder Ähnliches gibt es nicht. Wer später mit einem der Boote zurückfährt, dem wird zugebilligt, dass er bei der Hinfahrt bezahlt hat. Das macht Sinn. - Eine Persenning bot uns etwas Sonnenschutz und los ging es in Richtung des Strandes. Zuerst musste Mein Schiff umrundet werden, das weit in die Bucht hinein lag, danach ging es unterhalb des Fort George geradewegs in Richtung des Strandes. Nach einiger Zeit öffnete sich der Blick zum St. George’s Inner Harbour. Schöne Häuser säumen dort den Uferbereich. Die Häuser oberhalb der Uferlinie dürften wohl auch den einen oder anderen gehobenen Anspruch an ein Feriendomizil in der Karibik erfüllen. Vieles sah für unseren Geschmack schon recht gediegen aus.

Grenada - Wassertaxi Grenada - Fort Georges Grenada - Häuser am Inner Harbour

Die begeisterten Kreuzfahrer unter uns durften sich an der Le Levant erfreuen, die im inneren Hafen am Kai lag. Das von der Compagnie du Ponant Yacht Cruises betriebene Schiff im Superjacht-Design ist schon ein echter Hingucker. Hundert Meter lang, 14 Meter breit, bietet es 45 Außenkabinen. Die Crew zählt im Normalfall 55 Mitglieder. Das sollte ausreichen, um die maximal 90 Fahrgäste (bei Doppelbelegung) angemessen zu versorgen. Mit 14 Knoten Marschgeschwindigkeit ist das Schiff zwar ein wenig langsam, aber einem richtigen Kreuzfahrt-Feeling tut das keinen Abbruch. 2012 kostet die Außenkabine der Le Levant im Mittelmeer pro Woche ab ca. 3.000 Euro aufwärts.

Grenada - Le Levant

Grenada - Le Levant


 

Die Fahrt zum Grand Anse Beach nahm geschätzt 15 Minuten in Anspruch. Niemand wurde seekrank. Wir alle stiegen zufrieden am massiven Pier an Land und betraten mit Freude den Strand. Die Länge des Strandabschnitts wird mit 3 km angegeben. Uns kam es nicht ganz so lang vor. Die Einschätzung mag falsch gewesen sein. Was allein zählte, war die Qualität des Strandes. Wir können zwar nicht die anderen Strände der Insel einschätzen und verlassen uns darauf, dass uns gesagt wurde, Grand Anse Beach sei der schönste Strand der Insel. Wir zumindest hatten nichts daran auszusetzen. Wir trafen auf weißen, feinen Korallensand und angenehm warmes und sauberes Wasser. Palmen, Büsche und sonstige hohe Bäume spendeten Schatten. Freundliche Menschen waren um uns herum. Wir hatten es richtig gut getroffen.

Grenada - Pier am Strand Grenada - Grand Anse Beach Grenada - Strandleben

Nach einer langen Strandwanderung mieteten wir uns pro Person für 10 US$ bei einem der Verleiher Liegen und Sonnenschirme. Alle Augenblicke kam jemand mit Getränken vorbei. Niemand verdurstet hier. Der nächste Snack war nicht weit entfernt. Ordentliche Toilettenanlagen und Duschen gehören hier zum Strandservice der Vermieter. Hier hielten wir es dann auch mehrere Stunden gut aus. Es wäre auch möglich gewesen, sich in den Schatten einer Palme zu legen. Dann hätten wir uns die Ausgabe für die Liegen und die Sonnenschirme sparen können. Aber Geiz ist nicht unsere Sache. Unser Fazit lautet: Grenada ist wie gemacht für einen angenehm ruhigen Strandtag. Ohne großen finanziellen Aufwand verlebten wir am Grand Anse Beach einen herrlichen Tag.