Autor: Karl W. P. Beyer

Auf Grenada hört und lernt der wissbegierige Kreuzfahrer viel über die Muskatnuss. Schließlich ist sie das bekannteste Exportprodukt der Insel. Doch die Muskatnuss soll hier nicht allein abgehandelt werden. Es gibt es noch viel mehr Wissens- und Sehenswertes über die Insel zu berichten.

Grenada -St. Georges

Grenada -St. Georges


Beginnen wir in St. George’s. Hier, in der Hauptstadt Grenadas, legen die Kreuzfahrtschiffe an. Die 37.000 Seelen Gemeinde ist an die aus dem Meer aufsteigenden Hänge gebaut worden. Die überwiegend 2 bis 3 geschossigen Häuser verteilen sich malerisch über die baumbestandenen Hänge. Dabei sticht optisch der eine oder andere Kirchturm hervor. In Sichtweite des Piers und über dem Ort thront Fort George.

Geführte Besichtigungen der Stadt und des Forts können am Kreuzfahrtschiff Welcome Centre bei staatlich lizenzierten Führern gebucht werden. Am Centre werden auch Inselrundfahrten diverser Veranstalter angeboten. Selbstverständlich können die Kontakte zu diesen Anbietern auch von Deutschland aus über das Internet aufgebaut werden. Buchungen mit verlässlichen Vereinbarungen sind jederzeit möglich.

Grenada - Welcom Centre St. Georges

Grenada - Welcom Centre St. Georges


Auf der Liste der Besichtigungen könnte auch Grenville, die zweitgrößte Stadt Grenadas, stehen. Sie liegt im Osten der Insel. Um sie zu erreichen, bedarf es schon eines Fahrzeugs.

Ein Muss für Pflanzenliebhaber ist Bay Gardens in St. Paul’s im Inneren der Insel, 10 Autominuten von St. George’s entfernt. Die private geführte Anlage bekommt bessere Referenzen als der öffentliche botanische Garten. Hier wechseln sich gepflegte Rasenflächen mit Blumenbeeten, Büschen, Gewürz-, (tropischen) Obst- und anderen Nutzbäumen, Wildblumen und Farnen ab. Der Eigentümer Mr. St. Bernard führt durch den Garten und erklärt die einzelnen Spezies.

Auch für Freunde des Eco Tourismus unter den Kreuzfahrern ist gut gesorgt. Gern besuchte Ziele sind:

  • Der ca. 15 km von St. George’s entfernte Grand Etang Lake Nationalpark im Herzen der Insel. Dort erfreuen dichter Regenwald, Wasserfälle, heiße Quellen und Plantagen den Besucher. Der Grand Etang ist ein vom Regenwald umgebener Kratersee. Ängstlichen Seelen sei verraten, dass hier im Regenwald giftige oder sonstige gefährliche Tiere gänzlich fehlen.

  • Der im Nordosten Grenadas liegende Levera National Park and Bird Sanctuary. Bei dieser Landschaft handelt es sich um Grenadas schönste und spektakulärste Küstenregion. Sehr hübsch ist der Blick auf die im Nordosten liegenden Privatinseln Sugar Loaf, Green Island und Sandy Island. Im Vogelschutzgebiet im und um den Levera Pond herum versammeln sich neben Reihern noch alle möglichen anderen Vogelarten. An diesem Ort kommen Vogelfreunde auf ihre Kosten.

  • Die La Sagesse Mangrovenbucht an der Südwestküste Grenadas. Sie bietet dem Besucher einige Strände, einen ungewöhnlichen Kaktuswald und einen kleinen Salzsee.

  • Die Concord Falls im Concord Valley bei Gouyave. Die Wasserfälle sind zwar nicht mit bekannten Fällen in Europa zu vergleichen. Hier auf Grenada macht es die Mischung: Felsen, ein tropisches Ambiente und ein kleiner See unterhalb des Wasserfalls.

Die Strände Grenadas sollte man unbedingt kennenlernen. - Wir empfehlen den Grand Anse Beach. Dieser 3 km lange Strand liegt in der Nähe von St. George’s. Er ist mit dem Zubringerboot, das hinter dem Kreuzfahrtschiff Welcome Centre startet, in einer Viertelstunde zu erreichen. Nur durch eine Landzunge vom Grand Anse Beach getrennt liegt weiter südlich der Morne Rouge Beach. Bei ihm handelt es sich um einen kleinen und sehr ruhigen Strand.

Grenada - Grand Anse Beach

Grenada - Grand Anse Beach


Angenehm und zu empfehlen sind die Strände zwischen Levera Bay und Grenada Bay im Nordosten der Insel. Ihr Nachteil ist die relativ große Entfernung zur Inselhauptstadt. Das gleiche gilt für den La Sagesse Beach. Der kleine Strand liegt ca. 20 km von St. George’s entfernt etwas abseits der Gemeinde St. David im Südosten der Insel. Hier ergeben sich zudem gute Möglichkeiten zur Beobachtung von Vögeln.

Im Küstenort Gouyave, 25 km nordwestlich von St. Georges, leben die Menschen vom Fischfang. Schließlich führt die Stadt den Beinamen „the fishing town that never sleeps“. Hier werden dem Vernehmen nach die herrlichsten Großfische aus dem Meer gezogen. Doch nicht allein vom Fischfang bestreiten die Menschen in dem freundlichen Ort ihren Lebensunterhalt. Im größten Gebäude der Stadt residiert die Gouyave-Muskatnuss-Kooperative. Im Verlauf einer 20 bis 30minüten Führung wird dem interessierten Besucher ein Einblick in die Produktionsabläufe gegeben.

Wer dagegen mehr von „geistigen“ Getränken hält, besucht die River Antoine Rum Distillery im Nordosten der Insel, in der Nähe von Lake Antoine. Er trifft dort auf die älteste Destillerie Grenadas. Sie besteht seit mehr als 200 Jahren und weist historische, wenn nicht archaische Produktionsbedingungen auf. Der Neuzeit angepasst werden Führungen und Verkostungen angeboten. Die dafür geforderten ca. 5 Euro sind nicht die Welt.

Eine ebenfalls sehenswerte Rumproduktion bietet Clarke’s Court - The Sugar Factory im Woodlands Valley bei St. George’s. Hier wird in einer ehemaligen Zuckerfabrik seit 1937 Rum produziert. Eine 15minütige Besichtigung gibt Einblicke in die Herstellungsprozesse.

Recht sehenswert ist die Nachbarinsel Carriacou. Die Insel und ihre Hauptstadt Hilsborough sind einen Besuch wert. Allerdings dürfte sich dieser bei einem Tagesstopp im Verlauf einer Kreuzfahrt von selbst verbieten.