Auf Grenada hören und lernen wissbegierige Besucher viel über Muskatnüsse. Schließlich sind sie die bekanntesten Exportprodukte der Insel. Doch die Muskatnuss allein ist nicht Gegenstand unserer Betrachtungen. Es gibt es noch viel mehr Wissens- und Sehenswertes über den 344 Quadratkilometer großen Miniaturstaat zu berichten. Wir benennen jene Sehenswürdigkeiten, die Interessierte im Rahmen eines Kurzzeitbesuchs speziell mit Kreuzfahrtschiffen „entdecken“ können.
Wissens- und Sehenswertes in St. George’s
In der im Südwesten Grenadas gelegenen Inselhauptstadt legen die Kreuzfahrtschiffe an zwei Terminals an.
Die annähernd 40.000 Einwohner zählende Stadt präsentiert sich ihren Besuchern mit intensiver Hangbebauung. Die überwiegend zwei- bis dreigeschossigen Häuser verteilen sich malerisch über den von Bäumen bestandenen Rest eines Vulkankraters.

Grenada - St. George's - Hangbebauung
Fort George
Im Jahr 1650 nahmen Franzosen Grenada in Besitz. Sie gründeten einen Ort, den sie nach den Granatäpfeln „La Grenade“ nannten. Später wurde der Ort in Port Louis umbenannt. Die Zeiten waren unsicher, deshalb begann im Jahr 1666 der Bau einer hölzernen Festungsanlage, die den Namen Fort Royale erhielt. Das Konstrukt wurde zwischen den Jahren 1705 bis 1710 durch ein steinernes, sternförmiges Fort mit vier Bastionen ersetzt. Fort George thront in Sichtweite des Piers über dem Ort. Es ist neben der katholischen Kathedrale das bedeutendste Bauwerk der Stadt.
Im Jahr 1763 trat Frankreich infolge des Vertrags von Paris Grenada an Großbritannien ab. Die Briten benannten Port Louis in Saint George’s Town um, und Fort Royal hieß von da an Fort George.
In der Gegenwart wird Fort George als Hauptquartier der Royal Grenada Police Force genutzt. Die Festung bietet fantastische Ausblicke auf die Stadt, den Inneren Hafen (die Carenage), die Südküste und das Meer.

Grenada - St. George's - Inner Harbour
Trotz der Nutzung als Polizeihauptquartier ist es Besuchern gestattet, das Fort zu erkunden und die Batterie alter Kanonen zu bewundern.
Die Anlage ist über Stufen und eine Fahrstraße zugänglich.
Gotteshäuser
St. George’s Stadtbild ist von mehreren Kirchen geprägt. Wir stellen die wichtigsten Gotteshäuser vor.
Immaculate Conception Cathedral
Die katholische Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis zählt zu den wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. An ihrem Standort befand sich zuerst eine kleine Kapelle. Im Jahr 1884 wurde der Bau der Kathedrale vollendet. Die Kirche wurde – wie weitere Kirchen – im Jahr 2004 vom Hurrikan Ivan schwer beschädigt, unter anderem riss der Sturm das Dach ab. Die Schäden wurden in den Folgejahren beseitigt und Verbesserungen wurden vorgenommen.
St. Andrew‘s Presbyterian Church – die Scots Kirk
Neben der Festung ragt auf einem Felsvorsprung weithin sichtbar der Kirchturm der im Jahr 1830 gegründeten presbyterianischen Kirche St. Andrew empor. Sie ist ein bleibendes Erbe der schottischen Einwanderer. Der Bau war im Jahr 1833 abgeschlossen. St. Andrew’s gehörte ebenfalls zu den vom Hurrikan Ivan schwer getroffenen Kirchen. Außer dem Mauerwerk und dem Kirchturm blieb nichts übrig. Ein erschütternder Anblick. Am 30. November 2018 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Die Bauarbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Die Kirche wirkt luftig und gastfreundlich.
St. George’s Parish Church
Die im Jahr 1825 erbaute Kirche wird von einem kompakten vierseitigen Glockenturm gekrönt. Auch diese von üppigem Grün umgebene Kirche wurde im September 2004 vom Hurrikan Ivan schwer beschädigt. Die Restaurierungsarbeiten gelten seit Kurzem als abgeschlossen. Hervorgehoben werden die neue Holzdecke und die Galerie. Unsere nachfolgenden Fotos zeigen das Gotteshaus im nicht restaurierten Zustand.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass noch immer Ruinen des Hurrikans im Stadtbild zu sehen sind. Besonders auffällig ist das vom Sturm zerstörte Parlamentsgebäude. Wir zeigen die Ruinen und den Neubau des Parlaments.
Carenage
St. George’s Inner Harbour liegt an der malerischen Carenage genannten Bucht die zu einem Spaziergang am Wasser einlädt.

Grenada - St. George's - Blick auf die Carenage
Grand Anse Beach – St. George’s Hausstrand
Unsere besondere Empfehlung gilt dem weißen, feinsandigen Grand Anse Beach. Dieser drei Kilometer lange Strand liegt in der Nähe von St. George’s. Er ist mit dem am Cruise Welcome Centre startenden Zubringerbooten in einer Viertelstunde zu erreichen.
Am Grand Anse Beach treffen sich Gäste der Insel mit Einheimischen, und dort vermisst man nichts. Der Strand besitzt Hotels, Restaurants und Bars. Sportlich gesinnte Besucher nutzen die vielfältigen Wassersportangebote.
Weitere empfehlenswerte Strände liegen zwischen Levera Bay und Grenada Bay im Nordosten der Insel. Ihr Nachteil ist die relativ große Distanz zur Inselhauptstadt und zum Kreuzfahrtschiff. Ähnliches gilt für den La Sagesse Beach. Der kleine Strand liegt circa 20 Kilometer von St. George’s entfernt, abseits der Gemeinde St. David im Südosten der Insel. Dort ergeben sich zudem gute Möglichkeiten zur Beobachtung von Vögeln.
Wissens- und Sehenswertes in näherer und weiterer Umgebung
Grenada, die immergrüne Insel, bietet ihren Besuchern bezaubernde Landschaftsformationen. Dazu zählen die vom Vulkanismus geprägte Küstenlinie und das tropische Hinterland. Die Landschaft und ihre Sehenswürdigkeiten entdecken Gäste der Insel am besten auf einer Tour entlang der Westküste.

Grenadas Westküste
Concord Falls
Die Concord Falls liegen im Concord Valley nahe Gouyave. Die Wasserfälle sind zwar nicht mit bekannten Fällen in Europa zu vergleichen. Hier auf Grenada macht es die Mischung: die Felslandschaft, das tropische Ambiente und ein kleiner See unterhalb des Wasserfalls.

Grenada - Concord Falls
Muskatnussfabrik in Gouyave
Im Küstenort Gouyave, 25 Kilometer nordwestlich von St. Georges, leben die Menschen zum einen vom Fischfang. Immerhin führt die Stadt den Beinamen „the fishing town that never sleeps“. Hier werden dem Vernehmen nach die herrlichsten Großfische aus dem Meer gezogen.

Grenada - Straßenszene in Gouyave
Doch nicht allein vom Fischfang bestreiten die Einwohner des Ortes ihren Lebensunterhalt. An der Hauptstraße, im größten Gebäude der Stadt, residiert die Gouyave-Muskatnuss-Kooperative, die durch ihren speziellen Geruch von weitem auf sich aufmerksam macht.

Grenada - Muskatnussfrüchte
Im Verlauf ständig stattfindender 20- bis 30minüten Führungen erhalten interessierte Besucher Einblicke in die Produktionsabläufe.
Grand Etang
Ein häufig besuchtes Ziel Grenadas ist der im Herzen der Insel gelegene, ungefähr 15 Kilometer von St. George’s entfernte Grand Etang Lake Nationalpark. Der Nationalpark bietet Besucher dichten Regenwald, Wasserfälle, heiße Quellen und Plantagen, den Grand Etang Lake, einen vom Regenwald umgebenem Kratersee. Ängstlichen Menschen sei verraten, dass im dortigen Umfeld keine giftigen oder sonstigen gefährlichen Tiere leben.
Bay Gardens
Ein Muss für Pflanzenliebhaber ist Bay Gardens in St. Paul’s, im Inneren der Insel. Bay Gardens liegt zehn Autominuten von St. George’s entfernt. Die private Anlage bekommt bessere Referenzen als der kommunale botanische Garten. Hier wechseln sich gepflegte Rasenflächen mit Blumenbeeten, Büschen, Gewürz-, Obst- und anderen Nutzbäumen, Wildblumen und Farnen ab. Führungen durch die Gartenanlage werden angeboten.
Levera National Park and Bird Sanctuary
Bei dem im Nordosten Grenadas liegenden Nationalpark handelt es sich um Grenadas schönste und spektakulärste Küstenregion. Spektakulär ist der Blick auf die im Nordosten liegenden Privatinseln Sugar Loaf, Green Island und Sandy Island. Im Vogelschutzgebiet im und um den Levera Pond herum versammeln sich neben Reihern alle möglichen anderen Vogelarten. Vogelfreunde kommen an diesem Ort voll auf ihre Kosten.
Ausflug zur Insel Carriacou
Recht unterhaltsam ist ein Tagesausflug mit der Fähre zur nördlich von Grenada gelegenen Insel Carriacou, der größten der Grenadinen Inseln. Auf Carriacou erleben Besucher authentisches karibisches Leben. Geführte Inselrundfahrten machen die Teilnehmer mit der pittoresken und einzigen Stadt Hillsborough, dem Belair National Park und dem Paradise Beach vertraut. – Allerdings dürfte sich dieser Ausflug wegen der Dauer bei einem Tagesstopp im Verlauf von Kreuzfahrten verbieten.

Grenada - St. George's aus der Vogelperspektive
Nützliche Hinweise
Geführte Besichtigungen der Stadt und des Forts können am Kreuzfahrtschiff Welcome Centre bei staatlich lizenzierten Führern gebucht werden. Am Centre werden auch Inselrundfahrten diverser Veranstalter angeboten. Selbstverständlich können die Kontakte zu diesen Anbietern auch von Europa aus über das Internet aufgebaut werden. Buchungen mit verlässlichen Vereinbarungen sind jederzeit möglich.
Update Dezember 2024














