Autor: Karl W. P. Beyer

Ilhéus - Rio IlhéusIn Brasiliens nordöstlichem Bundesstaat Bahia liegt an der Mündung des Rio Ilhéus die gleichnamige Hafenstadt. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde am Ufer dreier sich kurz vor dem Meer vereinigender Flüsse eine Stadt mit dem Namen „Vilha de São Jorge“ gegründet. Später wurde die Ansiedlung in Ilhéus umbenannt. Auf Deutsch bedeutet das soviel wie „kleine Inseln“. Der Name der Stadt wurde von den vor der Küste liegenden kleinen Inseln inspiriert.

Ilhéus vom Meer aus gesehen

Im Jahr 1881 erhielt Ilhéus das Stadtrecht. Die Stadtgründer handelten klug, indem sie von Anfang an die Indios des Stammes der Tupinambás in die Stadtentwicklung einbezogen. Ilhéus gilt daher in Brasilien als Musterbeispiel einer geglückten Integration der Kolonisatoren und der indigenen Bevölkerung.

Die Stadt lebte zuerst vom Zuckerrohranbau. Später, Anfang des 20. Jahrhunderts, wurde mit großem Erfolg die Produktion von Kakaobohnen gestartet. Ilhéus’ Hafen gewann höchste Bedeutung für Kakaoexporte; zwei Drittel der brasilianischen Kakaoernte wurden von dort in alle Welt ausgeführt. Ilhéus ist zudem der Standort des brasilianischen Kakao-Instituts.

Ilhéus - Die Kathedrale dominiert das Stadtbild

In den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts rottete eine verheerende Baumpilzkrankheit nahezu 90 Prozent der Kakaobaumbestände in der Region aus. Die Krankheit hatte katastrophalen Folgen für die regionale Landwirtschaft und die Umwelt. Die Wirtschaft und die Sozialhilfesysteme der Stadt kollabierten. Erst der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen stabilisierte wieder die Erzeugung von Kakao.

Die Angaben zur Einwohnerzahl variieren erheblich. Die Zahlen schwanken zwischen 150.000 bis 220.000 Einwohnern. Eine offizielle Schätzung für 2013 kommt auf 185.000 Menschen.

Nach dem Einbruch des Kakaogeschäfts entwickelte sich Ilhéus zu einem anerkannten Touristenzentrum. Die endlos scheinenden Strände und das Stadtzentrum mit seinen historischen Bauten ergeben eine gute Mischung. In- und ausländische Touristen wissen das zu schätzen. Vor allem die Strände, deren Länge mit circa 100 Kilometer angegeben wird, sind zu rühmen. Optisch erinnern die feinsandigen, von Palmen gesäumten Gestade an schöne karibische Küstenabschnitte. Das Wasser ist warm und von guter Qualität. Ilhéus ist der richtige Ort um zu baden, zu schnorcheln oder zu surfen.

Ilhéus  - Praia dos Milionários

Kreuzfahrtschiffe laufen regelmäßig den Hafen von Ilhéus an. Dabei wird wohl nie versäumt, auf den Journalisten und Schriftsteller Jorge Amado, den bekanntesten Bürger der Stadt, hinzuweisen. Sein Roman „Gabriela wie Zimt und Nelken“ begründete seinen Weltruhm.