Autor: Karl W. P. Beyer

istanbul topkapi palast

Istanbul Topkapi Palast


Angenommen, das Kreuzfahrtschiff liegt zwei Tage in Istanbul. Ein großer Teil des Tages ist durch ein Besichtigungsprogramm beansprucht worden. Aber es ist noch ein Rest des Tages übrig. Was sollte man tun? Auf dem Schiff hocken bleiben? Nein!

Wir empfehlen, nach einer Erfrischung an Bord in Richtung Kabataş-Anleger zu gehen. Der Weg ist nicht weit. Ein Stück führt am Wasser entlang. Mit der unterirdisch verlaufenden Füniküler-Standseilbahn gelangt man für 2 TL in wenigen Minuten zum stark belebten Taksim-Platz. Dieser Platz wird als das moderne Herz Istanbuls bezeichnet. Hier steht das Unabhängigkeits-Denkmal. Um den Platz herum sind einige Luxushotels entstanden.

Am Taksim-Platz beginnt die Istiklal Caddesi, die in Richtung Galata-Turm führt. Die Straße ist verkehrsberuhigt. Hübsch anzusehen sind die kleinen, altertümlichen Straßenbahnen, die hier noch verkehren dürfen. Mittlerweile sind die meisten der schönen alten Geschäfte, die wir noch vor 15 Jahren bewunderten, verschwunden. Die Neuzeit in Form von Burgerläden, Kettenläden etc. ist leider auch hier eingezogen. Nicht ängstigen sollte man sich anfangs vor den vielen Menschen, die sich in dieser Straße drängen. In Richtung Galata-Turm wird es etwas ruhiger. Irgendwann erreicht man den Turm. Ein Aufzug erleichtert den Aufstieg. Der Blick von dort oben ist bei Tag und Nacht sehenswert. Wer will, kann eine Rast in einer der vielen einladenden Bars oder einem der Restaurants einlegen. Auffällig waren für uns die vielen jungen Menschen, die diese Einrichtungen frequentierten. Istanbul eine Boom-Town? Wir sind davon überzeugt, dass die wichtigste Stadt der Türkei zurzeit ihr Wirtschaftswunder erlebt.

Viele Wege führen zurück zum Schiff. Wir entschieden uns für einen Umweg, der uns beinahe bis zur Galatabrücke führte. Auf diese Weise erhielten wir nochmals einen Eindruck von den quälenden Verkehrsproblemen der Stadt zu einer Tageszeit, wenn in unseren Großstädten kaum noch ein Mensch unterwegs ist. - Noch ein Wort zur Sicherheit. Wir waren spätabends im September in einigen dunklen Gassen unterwegs. Nie fühlten wir uns unsicher.