Für Istanbul waren in unserem Schiffsfahrplan zwei Tage vorgesehen. Am ersten Tag ließen wir es mit einer Bosporusfahrt ruhig angehen (s. a. Nostalgic Bosporus Tour). Am zweiten Tag stand das „Kulturprogramm“ im Mittelpunkt. Von Vorteil ist es, dass die wesentlichen Bauwerke zentral beieinander liegen. Das spart lange Wegezeiten.

Istanbul - GalatabrueckeMit der Trambahnlinie 1 ging es für 2 TL über die Galatabrücke. Am Haltepunkt Gülhane stiegen wir aus und gingen Richtung Topkapi-Palast. Wegen der Besuchermassen sollte man dort frühzeitig erscheinen. Der Eintritt beträgt 20 TL.

Was erwartet den Besucher am Topkapi-Palast? Der Palast ist heute ein Museum. Über eine Fläche von 69 Hektar sind vier Höfe mit vier Toren verteilt. Links und rechts vom Haupteingang des Palastgebäudes befanden sich die Räume der Wächter. Soweit zum ersten Hof. Im zweiten Hof lagen die Staats- und Verwaltungsräume. Auch die Küche und die Leibgarde des Sultans waren hier untergebracht. Im dritten Hof lagen der Thronsaal für Empfänge und der Harem. Es versteht sich, dass dieser Hof nur mit besonderer Erlaubnis durch das Tor der Glückseligkeit betreten werden durfte. Im vierten Hof erfreuten Parks und Gärten die Bewohner. Seit dem Jahr 1923 ist der Palast ein Museum, in dem unschätzbar wertvolle Objekte untergebracht sind. Vom Palast und den Gärten genießt der Besucher eine schöne Sicht auf die Stadt und den Bosporus.

Istanbul - Rückseite Topkapi Istanbul - Hagia Sophia Istanbul - Hagia Sophia Ausschnitt Istanbul - Ayasofya Huerrem Sultan Hamami Restaurant

Vom Palast ging es zu Fuß weiter zur Hagia Sophia. Die als Kuppelbasilika errichtete Sophienkirche wurde im Jahr 537 geweiht. Sie war die Hauptkirche des byzantinischen Reichs.

Ab 641 war sie Krönungskirche der byzantinischen Kaiser. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im Jahr 1453, wurde sie in eine Moschee umgewandelt. Vier Minarette wurden errichtet. Wegen ihrer gewaltigen Kuppel mit 31 Metern Spannweite galt die Kirche im Mittelalter als achtes Weltwunder.

Seit dem Jahr 1934 ist das ehemalige Gotteshaus ein Museum. Auch hier gilt ein Eintrittspreis von 20 TL. Auf dem Platz vor dem Museum wurde viel in Baumaßnahmen investiert.Leider hilft das nicht, die Warteschlangen zu verkürzen.

Wir nutzten die Wartezeit, um uns zwischendurch auf den Terrassen des Ayasofya Hürrem Sultan Hamamı-Restaurants bei einem Drink auszuruhen.

Von der Hagia Sophia sind es nur 500 Meter zur nahe gelegenen Sultanahmet-Moschee, der Blauen Moschee. Die Straße führt an schönen alten Häusern vorbei bis zur Sultanahmet-Moschee, die als einzige Moschee in der Welt sechs Minarette besitzt. Heute ist sie Istanbuls Hauptmoschee. Uns Ungläubigen wurde wegen des Freitaggebets leider der Eintritt verwehrt. Wer allerdings außerhalb der Gebetszeiten die Moschee besichtigen möchte, ist gern gesehen. Es lohnt sich, das Gotteshaus zu besichtigen. Eintritt wird nicht erhoben. Allerdings freut man sich über Spenden. Schuhe werden ausgezogen und aufbewahrt. Damen werfen ein Tuch über. Die Ausmaße des Bauwerks sind enorm. Die vielen Kuppeln verblüffen den Besucher. Die Moschee wurde im Jahr 1616 nach nur siebenjähriger Bauarbeit fertig gestellt. Ihren Namen hat sie von tausenden blauen Fliesen, die den unteren Teil der Mauern und der Tribünen zieren.

Istanbul - Deutscher Brunnen am Sultanahmet Platz
Istanbul - Schlangensaeule und Obelisk

Gleich nebenan liegt das Hippodrom, der heutige Sultanahmet-Platz. Seine Besichtigung beginnt man am nördlichen Ende, am Deutschen Brunnen, dessen Pavillon an den zweiten Besuch Kaiser Wilhelm II in der Türkei erinnert. Es folgen die Reste der bronzenen Schlangensäule und ein Obelisk aus dem Karnak-Tempel bei Luxor, sowie ein weiterer gemauerter Obelisk. - Wer jetzt noch mag, besucht den Großen Basar (Kapalı Carşı). Unser Ding war es nicht, wir waren früher dort. Die Geschäfte sind auf die Touristen fixiert; das Authentische ist verloren gegangen. Ein Erlebnis ist der Basar trotz allem. – Für uns ein Muss ist noch die Yerebatan-Zisterne (Yerebatan Sarnıcı) in der Yerebatan Caddesi. Auf Deutsch: Versunkener Palast. Eintritt 10 TL. Das Bauwerk liegt etwas versteckt, westlich von der Hagia Sophia. Es handelt sich um einen Wasserspeicher von gewaltigen Ausmaßen aus byzantinischer Zeit. Die Länge beträgt 138 Meter, die Breite 65 Meter. 336 Säulen tragen das Gewölbe. Das Fassungsvermögen wird mit 80.000 Kubikmetern angegeben. Der Speicher war Schauplatz mehrerer Filme, u.a. des James Bond-Films „Liebesgrüße aus Moskau“.

Wir sind überzeugt, dass dieses dicht gepackte Programm an einem Tag schwer zu bewältigen ist. Zwei dieser Sehenswürdigkeiten mögen ausreichen. Die anderen betrachtet man von außen. Und, man kann zwischendurch jederzeit abbrechen und sich von den Menschen treiben lassen. Das ist auch nicht ganz so schlecht. Dann gewinnt man eben andere Eindrücke. Eins ist sicher: Die Tram bringt uns zurück zum Schiff. Neuen Abenteuern entgegen.

Istanbul - Strassenszene nahe grosser Basar

Istanbul - Caferaga Medrese

Istanbul - Unverzichtbar die Tram