Autor: Karl W. P. Beyer

Wer Juneau in Alaska mit dem Kreuzfahrtschiff besucht, sollte wissen, dass die Region ursprünglich zum russischen Kaiserreich gehörte. Im Jahr 1867 kauften die USA dem Zaren die riesige, im äußersten Nordwesten des Kontinents gelegene Landfläche für 7,2 Millionen US-Dollar ab. 

Alaskas Goldvorräte waren zu der Zeit noch nicht entdeckt, und die ursprünglich sehr ertragreiche Pelztierjagd schrumpfte nach der Dezimierung der Bestände. Aus russischer Sicht war die Verwaltung des Territoriums zu kostspielig, und im Übrigen waren die damaligen Kommunikationswege endlos lang.

Außenminister William Henry Seward

Außenminister William Henry Seward


Nach der Übernahme blieb Alaska bis Ende 1958 ein „USA-Territorium“. Damit unterlag es den Gesetzen der amerikanischen Bundesregierung ohne jedoch ein Bundesstaat zu sein. Zum 49. Bundesstaat der USA wurde Alaska am 3. Januar 1959.

Nach aktuellen Schätzungen leben auf der riesigen Fläche weniger als 740.000 Menschen. Rundgerechnet kommt in Alaska auf zwei Quadratkilometer ein Einwohner. Der nördlichste US-Bundesstaat beansprucht mit seiner Größe nahezu ein Fünftel (exakt 17,5 Prozent) der gesamten Landfläche der USA. Trotz seiner gewaltigen Ausmaße ist Alaska verglichen mit anderen US-Bundesstaaten eher von geringer politischer oder wirtschaftlicher Bedeutung. Alaska ist vor allem etwas für Liebhaber purer Natur.

ketchikan 101 unberuehrtes alaska Naturbelassenes Alaska

Naturbelassenes Alaska


Juneau – Hauptstadt des Bundesstaats Alaska

Alaskas reine, unverfälschte Natur möchten auch die mit Kreuzfahrtschiffen anreisenden Besucher genießen. Der Kreuzfahrttourismus erfreut sich in Alaska zunehmenden Interesses, und Juneau ist davon nicht ausgenommen. Im Lauf der fünf Monate währenden Kreuzfahrtsaison 2018 werden nach vorliegenden Informationen (Stand August 2017) Kreuzfahrtschiffe insgesamt 527-mal Juneau anlaufen. An Spitzentagen machen bis zu fünf Cruiser in Juneaus Hafen Station.

Zwei Kreuzfahrtschiffe liegen in Juneau

Zwei Kreuzfahrtschiffe liegen in Juneau


Mehr als 500 Schiffsanläufe im Jahr 2018 könnten eine große und bedeutende  Stadt vermuten lassen, zumal es sich bei Juneau noch um die Hauptstadt eines US-Bundesstaates handelt. Weit gefehlt: In der Rangliste der größten Städte Alaska nimmt Juneau nach Anchorage und Fairbanks die dritte Position ein. Während in Anchorage annähernd 300.000 Menschen leben, kommen Fairbanks und Juneau auf jeweils mehr als 32.000 Einwohner. Was Juneau von den beiden anderen Städten unterscheidet: Im Jahr 1906 übernahm Juneau von Sitka die Hauptstadtfunktion über das damalige Alaska-Territorium. Und dabei ist es bis heute geblieben.

Alaska State Capitol

Alaska State Capitol


Juneau - Stadt der Goldminen

Juneau liegt im Bereich der Inside Passage am Gastineau Channel, der schmalen Durchfahrt zwischen der vorgelagerten Insel Douglas Island und den im Osten der Stadt steil aufragenden Coast Mountains. Juneau wuchs rapide nach Goldfunden im Jahr 1880. Innerhalb kurzer Zeit war es Standort zweier Goldminen, und eine Bergwerksstadt blieb es bis in die 1940er-Jahre. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieg wurden die Minen wegen Arbeitskräftemangels geschlossen. Seit den ersten Goldfunden und dem Ende der Goldförderung soll allein in Juneau bezogen auf heutige Maßstäbe, Gold im Wert von sieben Milliarden US-Dollar gefördert worden sein.

Blick in die Inside Passage

Blick in die Inside Passage


Ein Kuriosum: Juneau besitzt keine Landverbindungen zum restlichen Alaska oder zu anderen Bundesstaaten der USA. Die Stadt ist nur mit Flugzeugen und auf dem Seeweg zu erreichen. Personenschifffahrt wird in der Inside-Passage seit dem Jahr 1881 betrieben.

Juneau in der Gegenwart

Juneaus Alternative zu Gold ist der Tourismus. Vor allem die regelmäßigen Besuche der Kreuzfahrtschiffe sichern viele Saison-Arbeitsverhältnisse. Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass die Dominanz der Schiffe in den Monaten Mai bis September von vielen Einwohnern kritisch gesehen wird.

Juneaus Visitor Center

Juneaus Visitor Center


Die bedeutendsten und sichersten Arbeitgeber sind die Institutionen der öffentlichen Verwaltung. Die verschiedenen Einrichtungen schaffen vier von zehn Arbeitsplätzen. Die Administration hat einen 25-prozentigen Anteil an Juneaus wirtschaftlicher Entwicklung.

Weitere Wirtschaftsbereiche sind der Fischfang, der internationale Flughafen, die regionale Fluglinie Alaska Seaplanes, die Energieversorgung oder das Dienstleistungsgewerbe.

Der Fischerpier von Juneau

Der Fischerpier von Juneau


All das ist Grund genug, mit oder ohne Kreuzfahrtschiff einen Abstecher nach Juneau zu machen. Die gängige Kleidungsempfehlung lautet: „Prepare for the worst and hope for the best“ (Rechne mit dem Schlimmsten und hoffe auf der Beste). Unter Juneau – Sehenswert zeigen wir auf, was es auch bei extrem schlechtem Wetter in und um Juneau zu tun gibt.

Etwa 550 Meilen südöstlich von Miami/Florida liegen im Atlantischen Ozean die Inseln der Turks und Caicos. Gemeinsam mit Anguilla, den British Virgin Islands, den Cayman Inseln und Montserrat werden die beiden Inselgruppen den British West Indies zugeordnet.