Drei Jahre sind seit unserem ersten Besuch in Khasab/Oman vergangen. Nun steht ein zweiter Besuch mit einem Kreuzfahrtschiff in Omans Exklave Musandam auf dem Programm. Beim ersten Besuch reisten wir mit Mein Schiff 6; dieses Mal besuchen wir Khasab mit Mein Schiff 4.

Im Zentrum von Khasab
Die Einwohnerzahl der Provinzhauptstadt Khasab und der zugehörigen Orte wurde bei der Volkszählung des Jahres 2020 mit rund 22.000 ermittelt. Nicht allein wegen der Einwohnerzahl ist Khasab ein recht unbedeutender Ort. Die Stadt ist trotz ihrer spektakulären Berglandschaft und trotz der ein wenig mit norwegischen Fjorden im Miniformat vergleichbaren Küstengewässer nur selten ein Ziel von Kreuzfahrtschiffen.

Khasab - Blick auf die fjordähnliche Landschaft
Khasab – Schmugglerhochburg an der Straße von Hormus
Khasab sollte man, muss es aber nicht sehen. Anders als Omans beeindruckende Hauptstadt Maskat bietet der Ort Einblicke in das geregelte Leben einer Provinzstadt, wenn man einmal von den für jedermann einschließlich der Polizei und der Zollbehörden sichtbaren Aktivitäten iranischer Schmuggler und omanischer Händler absieht.

Khasab - unter den Augen der Küstenwache - iranische Schmugglerboote
Außer eines von portugiesischen Besatzern errichteten Forts und der mittelgroßen Sultan Qaboos Moschee bietet Khasab seinen Besuchern nichts Bemerkenswertes. Ausgenommen die bereits erwähnte Landschaft mit der Ausflugsoptionen auf den Jebel al Harim in der Mitte der Bergregion und die Kleinstadt Bukha, die wir während unseres diesmaligen Zwischenstopps im Verlauf einer geführten Bustour besuchen.
Fahrt nach Bukha
Khasabs Kreuzfahrtterminal und Bukha trennen rund 30 Kilometer. Bevor der Bus Richtung Bukha startet, steht ein Besuch der Sultan-Qaboos-Moschee in Khasab auf dem Programm. Einzelne Moscheen sind nur zu bestimmten Zeiten zur Besichtigung frei gegeben, und an die hält sich unsere Reiseleitung.
Danach führt die Fahrt zuerst in südlicher Richtung entlang der Küste, um im Verlauf mehrere Hundert Höhenmeter anzusteigen. Vor dem Ziel fällt die Straße erneut auf Meeresniveau ab. Zur Landseite ragen monumentale Felsmassive auf. In einzelnen Buchten sieht man Ansiedlungen sowie Strandabschnitte, auf denen kleine Fischerboote liegen. Im Verlauf der Rückfahrt wird mehrfach gehalten, dann werden wir das Küstenpanorama etwas besser sehen.

Khasabs Kreuzfahrtterminal
Bukha auf den ersten Blick
Die ungefähr 1.300 Einwohner zählende Kleinstadt liegt wie Khasab an der Straße von Hormus. Jenseits der Meerenge ist bei klarer Sicht der Iran zu sehen. Die Stadt ähnelt einer der vielen regionalen Oasenstädte. In Bukha wird das Oasen-Flair von der dominierenden Berglandschaft und dem weitläufigen Sandstrand optimiert.
Bukha ist über eine Küstenstraße mit dem zu den VAE gehörenden Emirat Ra‘s al-Chaima verbunden. Seit dem Bau der Straße soll die Bevölkerungszahl in Bukha deutlich zugenommen haben. Die Menschen in Bukha leben von der Landwirtschaft, vom Fischfang und vom traditionellen Handwerk.
Bemerkenswerte Bauten
Wie in Khasab sind die beiden bemerkenswertesten Bauten die Festung von Bukha und die Sultan Qaboos Moschee. Die Festung wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Portugiesen erbaut und mehrfach umgestaltet. Die Anlage ist für Besucher geöffnet.
Am Ortseingang liegt in Hanglage das AlQala’a Fort. Über den Zweck dieser Festung und seine Erbauer ist nichts in Erfahrung zu bringen. Dem Vernehmen nach ist die Anlage Besuchern nicht zugänglich. Ein Blickfang ist das Fort mit seinem mächtigen Rundturm allemal.

Bukha - AlQala’a Fort
Unklar ist, ob die Sultan Qaboos Moschee für Nicht-Moslems geöffnet ist. Exakte Informationen liegen uns nicht vor. Wie wir hörten, wurde das Gotteshaus im Jahr 2016 eröffnet. Der Bau besitzt eine Hauptgebetshalle, die ungefähr 1.000 Gläubigen Platz bietet. Im Eingangsbereich finden zusätzlich 200 Menschen Platz. Dagegen ist der Gebetsraum für Frauen mit 120 Plätzen knapp bemessen.

Bukha - Sultan Qaboos Moschee
Blickfänge auf dem Rückweg
Unsere Aufenthaltszeit in Bukha ist begrenzt, der Guide drängt zum Aufbruch. Das nächste Etappenziel auf dem Rückweg ist der fünf Kilometer vom Ort entfernte Beach Park Hil Oman. Die gepflegte Freizeitanlage mit Toiletten, einem Spielplatz, Picknicktischen und Erfrischungsangeboten wird auf der einen Seite vom türkisblauen Meer und einem schönen Sandstrand und auf der anderen Seite von steil aufragenden Felswänden begrenzt.
Ein weiterer Stopp erfolgt in der Bucht von Mukhi, kurz vor Khasab. Das Dorf besitzt eine kleine Bucht mit grobem Kiesstrand, einige Häuser vor steil aufragenden Karstfelsen und einen verfallenen Friedhof.
Die Krönung des Ortes ist allem Anschein nach das an der Durchgangsstraße gelegene Lebensmittelgeschäft.

Khasab - Lebensmittelmarkt im Dorf Mukhi
Von fern sehen wir die auf Reede liegende Celestyal Journey. Ein Zeichen, dass wir in Kürze Khasab erreichen. Bevor wir am Terminal den Bus verlassen, steht noch ein erneuter Besuch in Khasab auf dem Programm. Der Halt gilt der von portugiesischen Besatzern errichteten Festung al-Chasab, die sich in vorzüglichem Zustand befindet.
Fazit
TUI Cruises belastet das Bordkonto für die geführte Fahrt mit dem Reisebus nach Bukha mit 65 Euro. Als Gegenwert werden Teilnehmern vielfältige Eindrücke der Landschaft geboten. An wenigen Haltepunkten wird ihnen etwas Zeit zum Umschauen gewährt. – Es zeigt sich wieder einmal, dass ein selbständig organisierter Ausflug uns mehr geboten hätte. Die Ausflugsziele und die geforderten Preise werden auf einer Tafel angezeigt. Aus Maskat wissen wir, dass individuelle Vereinbarungen zu den Zielen zusätzlich getroffen werden können.

Khasab - Preistafel am Kreuzfahrtterminal
Februar 2025





