Wir erkunden die Metropolen der Arabischen Halbinsel mit Mein Schiff 6. Bei unserem heutigen Tagesziel Khasab handelt es sich allerdings um keine Metropole, sondern um eine in der omanischen Exklave Musandam gelegene unbedeutende Provinzhauptstadt. Ihre Markenzeichen sind schroffes, kahles Hochgebirge und fjordähnliche Meeresbuchten. Die Landschaft gleicht keinesfalls den weiten Wüstenregionen der Emirate Abu Dhabi oder Dubai. Was Grund genug ist, einen Teil des Berglandes auf einem geführten Ausflug mittels Off-Road-Fahrzeugen kennenzulernen.

Khasab - Hafen
In dem schwer zugänglichen Bergland sind nur wenige Ausflugsoptionen realisierbar. Die Passagiere – wir eingeschlossen – entscheiden sich für Ausflüge in die nahe gelegene Stadt Khasab, Bustouren in die Küstenstadt Bukha, Fahrten mit Dhaus oder Streifzüge ins Hochland zum Jebel al Harim.
Die von uns ausgewählte Tour führt uns zum mehr als 60 Kilometer von Khasab entfernten Jebel al Harim, dem „Berg der Frauen“. Das Ausflugsziel liegt in 2.087 Meter Höhe. Für die Ausflüge steht eine Kolonne geländegängiger Fahrzeuge bereit, PKWs sind für diese Strecke nicht geschaffen.

Khasab - Stadtbild
Nach Verlassen der Stadt Khasab steigt das Gelände stetig an. Zuerst befahren unsere Autos asphaltierte Straßen. Später gehen diese in staubige Schotterpisten über. Die Strecke führt vorbei an kargen, steil aufragenden Felsen, trocken gefallenen Bachläufen und landwirtschaftlich genutzten Hochplateaus, auf denen frei laufende Ziegen nach Futter suchen.
Während der Fahrt sehen wir Militärlaster, deren Aufgabe es ist, die Einwohner des Hinterlands mit Trinkwasser zu versorgen. Nichts Ungewöhnliches in dem trockenen Bergland.

Khasab - Militärlaster bringt Wasser in abgelegene Orte
Ein Zwischenhalt wird am Aussichtspunkt Khor Najd eingelegt. Auf der Höhe grüßt – eher unerwartet – der Schriftzug „I ♥ OMAN“. Wir genießen den Rundblick auf die einmalig schöne Berglandschaft und die aus der Höhe gut sichtbaren Fjordarme.
An einem weiteren Haltepunkt zeigt uns der Reiseführer Millionen Jahre alte Fossilien von Meeresbewohnern. Die Frage, wie solche Fossilien in 1.600 Meter Höhe vorkommen, beantwortet er gleich mit. Die Erklärung ist einfach und plausibel: Die Arabische Erdplatte schiebt sich seit ewigen Zeiten unter die Eurasische Platte. Die Rede ist von zwei Zentimetern pro Jahr. Im Laufe der vorausgegangenen Jahrmillionen wurden die Fossilien allmählich in die Höhe befördert. Die nahebei herumstreifende, nach Futter suchende braune Ziege interessiert dieses erdgeschichtliche Phänomen vermutlich überhaupt nicht.
Die Fahrt endet schließlich neben der Radarstation und einem Sendemast auf dem Jebel al Harim. Erneut genießen wir, aus noch größerer Höhe als zuvor, den Ausblick auf die kargen und dennoch grandios wirkenden Felsformationen.
Danach führt die Fahrt auf demselben Weg den wir gekommen sind zurück nach Khasab. Was auffällt: In der Einöde liegen kleinste Siedlungen am Weg.
Februar 2025

