Kiel ist die größte Stadt und gleichzeitig die Hauptstadt des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Außerdem ist Kiel die am weitesten nördlich gelegene Großstadt Deutschlands. Im Jahr 2019 belief sich die Zahl der Einwohner auf nahezu 247.000. Eine erste Siedlung wurde im 13. Jahrhundert unter dem Namen Holstenstadt tom Kyle gegründet. Tom Kyle bedeutete so viel wie „an der Förde“ gelegen. Der Name beschrieb treffend die Lage Kiels an der weit ins Land hineinreichenden Meeresbucht der Ostsee, der Kieler Förde.

Blick auf die Kieler Förde
Kiels Geschichte kurzgefasst
Die Ursprünge der Stadt gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Belegt ist, dass der Stadt bereits im Jahr 1242 das „Lübische Stadtrecht“ verliehen wurde. Schon im Jahr 1283 wurde Kiel in den Hansebund aufgenommen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts musste die Stadt auf Betreiben der Hansestadt Lübeck das Bündnis verlassen. Mit dem Ausschluss wurde damals das Verhalten der Stadtoberen gegenüber Piraten und deren Beutegut bewertet. In der Folge wiederholten sich die Aufnahmen und Ausschlüsse noch mehrfach. Es hat den Anschein, dass die Städte Lübeck und Kiel nicht gut miteinander auskamen. Lübeck hatte von Beginn an die führende Position im Kreis der Hansestädte inne.

Historische Schiffe des Kieler Schifffahrtsmuseums
Von der Zugehörigkeit zur Hanse abgesehen, wechselten im Lauf der Jahrhunderte die Herrschaftsverhältnisse im Norden mehrfach zwischen Dänemark und dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Zu guter Letzt wurde Kiel im Jahr 1815 endgültig vom Deutschen Bund vereinnahmt.
Nach der Reichsgründung 1871 wuchs die Stadt schnell zur Großstadt an. Kiel wurde neben Wilhelmshaven der zweite Kriegshafen Deutschlands. Der 1895 eröffnete Kaiser-Wilhelm-Kanal verband die Stadt mit der Nordsee. Die heute Nord-Ostsee-Kanal genannte Wasserstraße gedieh im weiteren Verlauf zur meist befahrenen Wasserstraße der Welt. Daran hat sich bis heute nichts geändert; mehr als 30.000 Schiffe nutzen jährlich den Kanal. Aufgrund seiner strategischen Lage stieg Kiel schließlich zum Haupthafen der deutschen Kriegsflotte auf. Die Stadt gedieh durch die Flotte und die dadurch begründeten Unternehmensansiedlungen.

Nord-Ostsee-Kanal
Der wachsende Wohlstand fand in einer beachtenswerten Gründerzeitarchitektur ihren Ausdruck. Allerdings wurde im Zweiten Weltkrieg das historische Zentrum der Stadt bei alliierten Luftangriffen zu 80 Prozent zerstört. Viel Bausubstanz aus der Gründerzeit ging für immer verloren. Beim Wiederaufbau wurde eher zu pragmatischen Lösungen gegriffen. Dies ist der Grund, dass noch heute viele unattraktive Bauten das Kieler Stadtbild prägen.

Kiels Stadtsilhouette mit Rathausturm
Kiel heute
In der Gegenwart ist Kiel vor allem ein Dienstleistungsstandort. Mehr als drei Viertel aller Beschäftigten sind in diesem Sektor beschäftigt. Das produzierende Gewerbe ist nur mit etwa 20 Prozent an der Wertschöpfung beteiligt. Immerhin ist Kiel ein Werftenstandort. Werftnahe Industriebetriebe haben ihren Sitz in Kiel. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist der Seehafen. Vor allem Fährdienste nach Skandinavien sowie neuerdings der schnell wachsende Kreuzfahrtmarkt befördern die Entwicklung des PORT OF KIEL.

Ostseefähre Stena Germanica
Kiel ist nicht nur das politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Kiel ist ebenso eine Hochschulstadt. Seit dem Jahr 1665 existiert die Christian-Albrechts-Universität. Außerdem ist Kiel Standort einer Fachhochschule, einer Kunsthochschule und der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein. Einrichtungen, wie das Institut für Weltwirtschaft, runden das wissenschaftliche Spektrum ab.
Die Kieler Woche
Nicht mehr wegzudenken ist die Kieler Woche. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird in Kiel die jährlich stattfindende Regattawoche ausgetragen. Segler aus aller Welt treffen sich zu diversen sportlichen Wettbewerben. Ein Höhepunkt für viele Zuschauer ist die seit 1998 wieder regelmäßig stattfindende Windjammerparade zu der sich neben Groß- und Traditionsseglern historische Dampfschiffe und viele Hundert Segelboote regelmäßig einfinden. Die Kieler Woche steht allerdings nicht nur für Segelsport, sondern sie ist auch das größte Sommerfest im Norden Europas. Mehr als 2.000 Einzelveranstaltungen ziehen jährlich mehr als drei Millionen Besucher an.

Skulptur Segler - am Ostseekai
Kiel für Kreuzfahrer
Mit dem Ostsee-, dem Norwegen- und dem Schwedenkai sowie einem Liegeplatz im Ostuferhafen verfügt die Stadt über vier moderne Passagierterminals. Mehr als 1,58 Millionen Reisende nutzten 2019 die Fährterminals nach Norwegen, Schweden und in die baltischen Staaten. Hinzu kamen noch knapp 803.000 Kreuzfahrtpassagiere. – Kiel ist Ausgangspunkt für Kreuzfahrten zu den Metropolen der Ostsee und entlang der norwegischen Fjorde. Speziell im Hochsommer starten Kreuzfahrtschiffe von Kiel aus zum Nordkap, nach Spitzbergen oder nach Reykjavik / Island (siehe auch Island - Golden Circle Tour). Kiel und die nähere Umgebung bieten viel Sehenswertes. Darüber berichten wir unter Kiel Sehenswürdigkeiten.
Update August 2023