Mit spektakulären Sehenswürdigkeiten ist Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel nicht gesegnet. Diese Feststellung ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Kiel wesentlich mehr bietet, als Besucher an einem Tag sehen und verarbeiten können. Das Welcome Center der Tourist-Information unterstützt die Gäste der Stadt mit nützlichen Hinweisen zu Sehenswürdigkeiten und Unternehmungen.

Toruist Information im Neuen Rathaus
Standort: Welcome Center Kieler Förde, Stresemannplatz 1-3, 24103 Kiel
Die von den Kreuzfahrt-Reedereien organisierten Ausflüge führen zumeist zur Schleuse Holtenau am Nord-Ostsee-Kanal oder zum 20 Kilometer entfernten Ehrenmal der Marine im Ostseebad Laboe. Auf der Liste der gebotenen Ausflugsziele stehen ebenfalls das nahe gelegene Freilichtmuseum Molfsee sowie die Hansestadt Lübeck.
Unsere Vorschläge für Kiels Stadtzentrum
Das Stadtzentrum liegt in fußläufiger Entfernung von den Kreuzfahrtterminals.
Spaziergang entlang der „Kiellinie“
Die 17 Kilometer lange Kieler Förde ist eines der norddeutschen Naturwunder. Für Spaziergänge und Wanderungen wurde am Westufer der Förde eine Promenade angelegt: die „Kiellinie“. Sie beginnt knapp hinter dem Kreuzfahrtterminal Ostseekai und endet nach gut fünf Kilometern an der Tirpitzmole, dem Liegeplatz des Segelschulschiffs Gorch Fock. Von der Kiellinie genießen Spaziergänger einen uneingeschränkten Blick auf die Förde und die gegenüberliegende Seite. Ruderclubs, aber auch Fischbuden, Cafés und Lokale säumen die „Kiellinie“.
Besuch des GEOMAR Aquariums
Ein Zwischenziel an der Kiellinie ist das Aquarium am GEOMAR. Nur wenige Hundert Meter vom im vergangenen Jahr erweiterten Ostseekai entfernt tummeln sich in 16 Becken heimische und exotische Meeresbewohner in ihrer angestammten Umgebung. Zu den Attraktionen zählen der große Heringsschwarm und die Seehunde in den Außenbecken. Die Bewegungen der Robben lassen sich über und unter Wasser beobachten.
Aquarium im Geomar
Standort: Düsternbrooker Weg 20, Zugang auch von der Kiellinie
Öffnungszeiten: ganzjährig 9:00 bis 18:00 Uhr.
Der Eintritt beträgt 3 Euro für Erwachsene. Webseite mit weiteren Infos -> Aquarium GEOMAR
Der Germaniahafen
Das Hafenbecken liegt in der Nähe des Kieler Hauptbahnhofs zwischen dem Oslo- und dem Norwegenkai. Es wurde 2004 als Traditionshafen und Liegeplatz für Gastsegler erschlossen. Die klassischen Segelschiffe und historischen Wasserfahrzeuge werden von ihren Eignern und deren Besatzungen kontinuierlich für Ausfahrten genutzt. Vom Hauptbahnhof kommend ist das Hafenbecken über eine Klappbrücke, die Hörnbrücke, zu erreichen.
Am Ende des Germaniahafens liegt der Hörn Campus. Der modern wirkende Bürokomplex wurde vor ungefähr 20 Jahren errichtet. Die in Wellenform geschwungene Glaswand imaginiert maritime Elemente, wie Wasser, Wind und Wolken.
Kiels Museen
Bei einem flüchtigen Überblick kommen wir auf ungefähr zehn Museen und Ausstellungsforen in Kiel. Von Bedeutung für uns sind die folgenden Einrichtungen.
Die Kunsthalle zu Kiel
Den Ostseekai und die Kunsthalle trennen nur wenige Hundert Schritte. Die umfangreiche Sammlung der Kunsthalle ist der Kieler Christian-Albrechts-Universität angegliedert. In Kurzfassung: Die Kollektionen umfassen mehr als 1.200 Gemälde, 40.000 grafische Werke und 300 Skulpturen. Die Malerei bildet den Grundstock und den Schwerpunkt der Sammlungen.
Kunsthalle Kiel
Die Kunsthalle besitzt außerdem Schleswig-Holsteins einzige Antikensammlung mit Originalwerken des Mittelmeerraums sowie eine Abguss-Sammlung römischer und griechischer Skulpturen.
Standort: Am Düsternbrooker Weg 1
Der Eintritt beträgt 7 Euro. Webseite des Museums -> Kunsthalle Kiel
Das Schifffahrtsmuseum Fischhalle
Kiels ehemalige Fischhalle zeigt Schiffsmodelle, Marinemalerei und nautisches Gerät. Besucher erhalten Informationen über den Werften- und Marinestandort Kiel. Der Nord-Ostsee-Kanal, die Fischereigeschichte und die Marinemalerei werden mittels zahlreicher Medienstationen vorgestellt.
Stadtmuseum Warleberger Hof
Der im frühen 17. Jahrhundert erbaute Warleberger Hof ist Kiels ältester erhaltener Sitz einer adeligen Familie. Das Gebäude liegt in Kiels Altstadt und bietet das passende Ambiente für Ausstellungen zur Kieler Stadt- und Kulturgeschichte.
Kiel - Stadtmuseum Warleberger Hof
Anmerkung: Das Schifffahrtsmuseum Fischhalle und das Stadtmuseum Warleberger Hof bilden eine Einheit.
Standort Fischhalle: In der Nähe des Terminals Ostseekai; Anschrift Wall 65
Standort Warleberger Hof: Dänische Straße 19
Eintritt frei
Webseitenvorschlag: Schifffahrtsmuseum Fischhalle auf kiel.de
Rundgang durch die Kieler Altstadt
Kiel blickt auf eine nahezu 800-jährige Stadtgeschichte zurück. Allerdings sind aus alter Zeit stammende Bauten kaum noch vorhanden. Das Schloss, viele markante Kirchen sowie Kaufmanns- und Adelshäuser fielen den Bombardements und den Feuerbrünsten des Zweiten Weltkriegs zum Opfer. Als historische Bauten gelten der bereits erwähnte Warleberger Hof, das Rathaus, die Nikolaikirche und das nach dem Krieg wieder aufgebaute Franziskanerkloster. Kiels Zentrum wurde im Lauf der letzten Jahren vorteilhaft „herausgeputzt“. Einen Überblick über die sehenswerten Bauten und Stadtlagen vermittelt uns ein Rundgang, den wir an der „Wunderino-Arena“ beginnen.
Wunderino Arena
Die mehr als 13.000 Besucher fassende Wunderino Arena, im Kieler Sprachgebrauch besser bekannt als Sparkassen-Arena, ist eine der größten Mehrzweckhallen der Bundesrepublik. Das Gebäude ist Austragungsort von Handballspielen des THW Kiel sowie vielfältiger anderer Veranstaltungen. Die Arena liegt am Europaplatz in Sichtweite des Kieler Rathauses.
Das Kieler Rathaus
Bemerkenswert am Kieler Rathaus ist der 106 Meter hohe, dem Campanile in Venedig nachempfundene Turm. Eine Aussichtsplattform in 67 Meter Höhe bietet Panorama-Blicke über die Stadt. Ein Aufzug befördert die Besucher auf die Plattform.
Das Kieler Rathaus
Im Turm befindet sich zudem das Stadtarchiv. Im Foyer hängen Gemälde und Porträts früherer Kieler Bürgermeister. Das viertelstündlich ertönende Glockenspiel ähnelt dem Geläut des Big Ben in London oder dem des Kopenhagener Rathauses.
Standort: Rathausplatz
Aussichtsplattform: Turmfahrten finden mittwochs, 12:30 Uhr und samstags, 11:00, 11:45 und 12:30 Uhr statt.
Die Turmfahrten kosten 5,50 Euro für Erwachsene. Karten sind im Welcome Center der Tourist-Information Kiel oder Online erhältlich. Wegen der eingeschränkten Liftkapazitäten empfehlen wir die Online-Buchung.
Theater Kiel
Der Backsteinbau des Mehrspartenhauses liegt zwischen dem Kieler Rathaus und dem „Kleinen Kiel“, einer innerstädtischen Teichanlage. Das größte Theater Norddeutschlands bietet mehr als 800 Zuschauern Platz. Es besteht seit mehr als 100 Jahren. Die Stadt Kiel und das Bundesland Schleswig-Holstein finanzieren gemeinsam den Musentempel.
Das Holstenfleet
Der 170 Meter lange, attraktive Wasserarm wurde im Vorjahr (2020) fertiggestellt. Er ist ein Teilstück der ehemaligen historischen Wasserverbindung zwischen der Wasserfläche „Kleiner Kiel“ und der Förde. Ziel der Umbaumaßnahme war es, die Kieler Altstadt „wieder erlebbar“ zu gestalten und verkehrsberuhigte Aufenthaltsflächen für Flaneure zu schaffen.
Die Sankt Nikolai-Kirche
Sankt Nikolai gilt als ältestes Gebäude der Stadt. Seine Ursprünge reichen zurück in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Kirche wurde bei Bombenangriffen der Jahre 1943/1944 fast vollständig zerstört. Die wertvolle historische Inneneinrichtung wurde vor den Zerstörungen in Sicherheit gebracht. Nach der Rekonstruktion befinden sich die Objekte wieder an ihrem angestammten Platz. Hervorzuheben sind der Flügelaltar, das Triumphkreuz und die nach 1970 geschaffenen Buntglasfenster.
Vor der Kirche zieht der „Geistkämpfer“, eine vom Bildhauer Ernst Barlach Im Jahr 1928 geschaffene fünf Meter hohe Bronzeplastik, die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Auf einem Raubtier steht ein Engel, der ein Schwert in den Himmel reckt. Das Monument stellt die Erhabenheit und den Sieg des Geistes über das Böse dar. Der Kieler Magistrat ließ die Skulptur ursprünglich neben der im Krieg zerstörten Heiliggeistkirche des Kieler Klosters aufstellen. Acht Jahre später wurde das Kunstwerk als „entartete Kunst“ diffamiert. Im Jahr 1939 kaufte ein Mitarbeiter Barlachs den Geistkämpfer zurück, um ihn zu verstecken. Seit Juni 1954 steht Barlachs restauriertes Werk vor Sankt Nikolai.
Kiel - der Geistkämpfer vor der Sankt Nikolai-Kirche
Das Kieler Kloster
Franziskanermönche siedelten seit 1210 im Norden Deutschlands. Ein erster Klosterbau entstand vermutlich im Jahr 1242 in Kiel. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kloster durch Sprengbomben zerstört. Die Klosterkirche und ein dazu gehörendes Studienhaus wurden nach dem Krieg im Stil der Neuzeit wieder aufgebaut.
Das Kieler Kloster am Klosterkirchhof
Das Kieler Schloss
Die Ursprünge des Kieler Schlosses gehen auf die Stadtgründung Anfang des 13. Jahrhunderts zurück, als am Ufer der Förde eine Burg errichtet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte erlitt das Bauwerk eine wechselhafte Geschichte; zuletzt verfiel es. Der Zarin Katharina der Großen ist es zu verdanken, dass das Schloss gerettet wurde. In ihrer Eigenschaft als Herzogin von Gottorf ließ sie den verfallenden Bau instand setzen. Das Schloss galt danach als eines der bedeutendsten Bauwerke der Renaissance in Schleswig-Holstein. Die Pracht endete im Januar 1944 nach einem Bombenangriff auf Kiel, bei dem das Schloss zerstört wurde. Nach dem Krieg wurde anstelle des Schlosses ein unspektakuläres Kulturzentrum mit einem stadtbekannten Restaurant geschaffen.
Der Kieler Schlossgarten
Unterhalb des Kieler Schlosses liegt auf Höhe des Ostseekais der drei Hektar große Schlossgarten. Den nördlichen Teil des Parks nimmt der Skulpturengarten der Kunsthalle Kiel ein. Markante Monumente der Parkanlage sind das Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I. und das Kriegerdenkmal. Letzteres ist ein halbkreisförmiger Bau mit einem Relief, das an die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges erinnert.
Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt
Neben den Sehenswürdigkeiten der Innenstadt bieten sich bei Tagesaufenthalten ebenfalls das Ehrenmal der Marine in Laboe oder das Freilichtmuseum in Molfsee für Exkursionen auf eigene Faust an.
Der Botanische Garten der Kieler Universität
Pflanzenliebhaber finden im Botanischen Garten vielfältige Baumsammlungen aus drei Kontinenten, Biotope, ein Rosarium und anderes mehr. Sieben Schaugewächshäuser darunter ein Tropenhaus, ein Nebelwaldhaus und ein Wüstenhaus simulieren unterschiedlichste Klimazonen. Der Botanische Garten liegt auf dem Universitätsgelände.
Standort (im Norden Kiels): Am Botanischen Garten 1-9.
Die Einrichtung ist mit den Linienbussen der Kieler Verkehrsgesellschaft zu erreichen (Linien 11, 60 S ab Schwedenkai).
Die Holtenauer Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals
Der beinahe 99 Kilometer lange Nord-Ostsee-Kanal ist die meist befahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Jährlich passieren 30.000 Seeschiffe den Kanal. Das Schleusen von Schiffen lässt sich von einer Aussichtsplattform an der Schleusenkammer in Kiel-Wik beobachten.
Die Aussichtsplattform Wik ist mit Linienbussen der Kieler Verkehrsgesellschaft zu erreichen. Aussteigen an der Haltestelle „Wik Kanal“!
Das Ehrenmal der Marine im Ostseebad Laboe
Das Monument würdigt zuerst die im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Marinesoldaten. Später wurden die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen in die Gedenkstätte einbezogen. Seit 1996 erinnert das Ehrenmal an alle auf den Meeren gebliebenen Seeleute. Zur Anlage gehören eine unterirdische Gedenkstätte sowie ein deutsches U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg (U 995).
Ein Aufzug befördert Besucher des hoch aufragenden Gebäudes auf 57 Meter Höhe. Von dort führt eine Treppe (44 Stufen) auf eine windgeschützte Aussichtsplattform. Der Blick aus der Höhe auf die Ostsee und das umgebende Land begeistert die Besucher.
Das insgesamt 85 Meter hohe Bauwerk ist mit der Buslinie 100 ab Kiel Hauptbahnhof innerhalb von 40 Minuten oder mit der Förde-Fährlinie F1 in 60 Minuten zu erreichen. Der Anleger der Fähre befindet sich direkt vor dem Zugang zum Norwegenkai.
Das Freilichtmuseum Molfsee
Etwa zehn Kilometer südwestlich des Kieler Stadtzentrums liegt die Gemeinde Molfsee. In dem 40 Hektar großen Freilichtmuseum wird die Alltags- und Kulturgeschichte Schleswig-Holsteins in Szene gesetzt. Sechzig historische Gebäude aus allen Teilen des Bundeslandes wurden in die liebliche Landschaft integriert. Auf dem Gelände wird traditionelles Handwerk gepflegt: Korbmacher, Schmiede, Töpfer und Weber zeigen ihr handwerkliches Können. Außerdem gibt es ein Café, eine Backstube und einen Kiosk. Norddeutschlands größtes Museum dieser Art ist weit über Kiels Grenzen hinaus bekannt.
Das Museum Molfsee ist in der Zeit vom 1. April bis zum 31. Oktober täglich geöffnet. Einlass ab 9:00 Uhr.
Tickets: Erwachsene zahlen 8 Euro. Ermäßigungen werden gewährt. Zum Freilichtmuseum fahren Linienbusse (Linien 502, 42 und 501).
Webseite des Museums -> Freilichtmuseum Molfsee
Panoramafahrt auf der Kieler Förde
Die Schiffe der Fördefährlinie F1 pendeln regelmäßig entlang der Förde zwischen dem Kieler Hauptbahnhof (Bahnhofsbrücke) und Laboe. Die Schiffe laufen auf ihrer Tour diverse Haltepunkte an; u. a. die am Ostseekai gelegene Seegartenbrücke. Im Winterfahrplan sind die Verbindungen eingeschränkt.
Preisgünstige Tageskarten werden für 9,90 Euro angeboten.
Update August 2023



















