Ein Tag in Kopenhagen


Das Kreuzfahrtschiff MSC Armonia läuft Kopenhagen an. Aufenthaltsdauer: fünf Stunden. Das ist viel zu wenig Zeit, um diese schöne Stadt zu genießen. MSC Cruises bietet organisierte Bustouren an, die sich bei näherer Betrachtung allesamt als ungeeignete Stadtrundfahrten oder Panoramafahrten erweisen. Wir ziehen es vor, einige der vielen Attraktionen Kopenhagens bei einem Stadtrundgang zu erkunden.

Unser Weg führt uns ins Stadtzentrum

MSC Armonia liegt am Langeliniekaj, einem der drei Kopenhagener Kreuzfahrtterminals. Der nahe zum Zentrum gelegene Liegeplatz ist ein guter Ausgangspunkt für einen Spaziergang ins Zentrum der dänischen Metropole.

Kopenhagen - Langeliniekaj

Kopenhagen - Langeliniekaj


Als Erstes gehen wir zum Kastellet, ein von Wasser umgebenes, fünfeckiges Fort. Das Kastell ist eine der schönsten und besterhaltenen Anlagen ihrer Art in Nordeuropa. Noch heute wird sie für militärische Zwecke genutzt. Vom Schiff kommend betritt man das Areal über eine Brücke an der Langelinie und verlässt es nach ca. 500 Meter Wegstrecke über eine zweite Brücke bei Esplanaden. Am Weg liegen Kasernen, Munitionsbunker und eine kleine Kirche. Die Anlage ist sehr gepflegt. Sie bietet geharkte Plätze und viel Grün.

Zugang zum Kastellet
Geharkter Platz im Kastellet


Auf das Kastellet folgt Kongens Have, die großzügige Parkanlage vor Schloss Rosenborg. Das Ziel ist nicht zu verfehlen. Ehemals residierte in dem schönen Schloss die königliche Familie. Seit dem Jahr 1838 ist es ein Museum, dessen unverzichtbarer Bestandteil die königliche Schatzkammer ist.

Schloss Rosenborg

Schloss Rosenborg


Wir halten uns in westlicher Richtung und gehen auf die Straße Landemærket zu. Dieser folgen wir bis zur Købmaergade. Wir haben den nächsten Punkt unseres Rundgangs, den Rundetårn, erreicht. Errichtet wurde das 34,80 Meter hohe Bauwerk ursprünglich als Observatorium der Universität Kopenhagen. Wir empfehlen, den Turm zu besteigen. Treppen sind dabei nicht zu überwinden. Stattdessen ist der Turm über eine mehr als 200 Meter lange spiralförmig angelegte schiefe Ebene bequem zu ersteigen. Von oben genießen wir einen wunderbaren Blick über das Häusermeer Kopenhagens. Sogar das Kreuzfahrtschiff, das uns in die Stadt brachte, ist gut zu sehen. Die Turmbesteigung ist kostenpflichtig. Gut angelegtes Geld: Das geringfügige Eintrittsgeld bietet einen hohen Gegenwert.

Der Rundetårn
Kopenkhagens Häusermeer


Vom Rundetårn gehen wir durch das quirlige Universitätsviertel zum Rathaus hinüber. Vor dem Rathaus steht der martialische Drachenspringbrunnen. Er zeigt einen mit einem Drachen kämpfenden Stier. Das Rathaus ist im Stil der italienischen Renaissance gehalten. Sein 106 Meter hoher Turm kann bestiegen werden. Dafür blieb uns keine Zeit. Wir werfen noch einen Blick auf die am Rathaus angebrachte Statue des Absalon von Lund. Als Erzbischof von Roskilde ließ er am Ort des heutigen Kopenhagens ein Kloster gründen. Daraus entwickelte sich Kopenhagen.     

Der Drachenbrunnen vor Kopenhagens Rathaus

Der Drachenbrunnen vor Kopenhagens Rathaus


Es bleibt keine Zeit, dem Tivoli, es liegt dem Rathaus gegenüber, einen Besuch abzustatten. Stattdessen gehen wir durch den Innenhof des Rathauses in Richtung Nybrogade und Gammel Strand.

Am Ende von Gammel Strand liegt der Højbro Plads mit dem Reiterstandbild des Bischofs Absalon. Das Monument stellt den Kirchenoberen in sportlicher Pose mit einem Helm auf einem scheuenden Pferd dar. Wir entnehmen der Darstellung, dass es im 12. Jahrhundert nicht genügte, als Bischof ein frommer Mann zu sein. Vielmehr mussten Bischöfe auch gute Reiter sein, um jederzeit ein scheuendes Pferd zu beherrschen. Vielleicht deswegen der Helm?

Bischof Absalon hoch zu Ross

Bischof Absalon hoch zu Ross


Unsere nächste Station: Schloss Christiansborg 

Vom Reiterstandbild des Bischof Absolon führt uns der Weg am Frederiksholms Kanal entlang zum Schloss Christiansborg. In dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichteten Bau residieren das dänische Parlament, der Ministerpräsident und das oberste Gericht Dänemarks. Der Schlossturm darf bestiegen werden.

Fassade von Schloss Christiansborg
Schloss Christiansborg

 

Auf das Schloss folgte die Børsen. Die Warenbörse aus dem 17. Jahrhundert zählt wegen ihrer Renaissance-Fassade und ihres gewundenen Turms zu Kopenhagens Wahrzeichen.

Die Børsen

Die Børsen


Eine gute Viertelstunde später stehen wir am Kongens Nytorv, dem Königlichen Neuen Markt. Der größte, repräsentative Platz in Kopenhagens Zentrum kommt uns von seiner Anlage her unregelmäßig vor. Um den Platz scharen sich bedeutende Palais und öffentliche Gebäude. Eines ist das Königliche Theater, dessen Hauptgebäude im Jahr 1874 fertiggestellt wurde. Dem Bauwerk sieht man nicht an, dass es bei Opern- und Ballettaufführungen bis zu1.600 Zuschauern Platz bietet.

Kongens Nytorv

Kongens Nytorv


An den Kongens Nytorv schließt sich der Nyhavn Kanal an. Im Kanal liegen einige Traditionsschiffe. An beiden Seiten des Kanals stehen alte Gebäude, in denen sich Cafés, Bars und Restaurants angesiedelt haben. Die Nyhavn-Region ist das Szeneviertel Kopenhagens.

Buntes Treiben am Nyhavn Kanal

Buntes Treiben am Nyhavn Kanal


Zwei kulturelle Schwerpunkte und Schloss Amalienborg

Wir folgen dem Nyhavn Kanal bis zum Ende der Straße. Vor uns liegt das erst im Jahr 2008 eröffnete Schauspielhaus. Der riesige Bühnenturm und die verglaste Fassade beeindrucken uns sehr. Dem Schauspielhaus gegenüber, liegt auf der anderen Seite des Hafenbeckens die im Jahr 2005 eröffnete neue Königlich Dänische Oper. Sie besticht ebenfalls durch ihre Größe und die imponierende Architektur. Die Oper gilt als eine der modernsten Bühnen der Welt.

Kopenhagens Neues Schauspielhaus
Opernhaus am Holmen

 

Seit dem Verlassen der MSC Armonia ist viel Zeit vergangen. Wir treten den Rückweg an. Am Weg liegt Schloss Amalienborg, der Wohnort der königlichen Familie. Vor dem Schloss stehen Soldaten der königlichen Garde Wache.

Schloss Amalienborg

Schloss Amalienborg


Der Gefion Brunnen und die Kleine Meerjungfrau 

Es gäbe noch so vieles zu sehen; doch die Zeit läuft uns davon. Wir werfen einen Blick auf die russische Newsky-Kirche, bevor wir zum Gefion Brunnen hinübergehen. Der Sage nach hat die nordische Göttin Gefjun (Gefion) in einer Nacht die Insel Seeland mit einem Pflug von Schweden abgetrennt. Zu diesem Zweck verwandelte sie ihre vier Söhne in Ochsen, die sie vor den Pflug spannte. Im wahrsten Sinne eine Ochsentour. Der Brunnen ist groß und schön anzuschauen.

Der monumentale Gefion Brunnen

Der monumentale Gefion Brunnen


Ansprechend wirkt ebenfalls die Skulptur der Kleinen Meerjungfrau. Sie sitzt in der Nähe des Brunnens auf einem Findling und blickt über die Schulter auf das Wasser. Wir stellten uns die Dame immer größer vor. Ihre 1,25 Meter beeindrucken nicht allzu sehr. Dennoch gefällt uns, was wir sehen. Bald danach sehen wir am Langeliniekaj die alternative Meerjungfrau. Diese aus Stein gearbeitete Schöne darf man im Gegensatz zur Kleinen Meerjungfrau getrost als attraktive, üppige Frau bezeichnen.

Die Kleine Meerjungfrau
Die Alternative Meerjungfrau am Langeliniekaj

 

Resümee 

An die fünf Stunden Zeit verbrachten wir in Kopenhagen. Obwohl die Zeit viel zu knapp bemessen war, sahen wir sehr viel Schönes. Wir empfehlen, auf die offerierten Busrundfahrten der Kreuzfahrt-Gesellschaften zu verzichten und stattdessen einen Rundgang durch Kopenhagens Zentrum zu unternehmen. Unsere Meinung: Kopenhagen erschließt sich dem Besucher bei einem derartigen Rundgang am besten. 

 Update November 2020