Ein Tag in Kotor


Dreimal besuchten wir bislang mit Kreuzfahrtschiffen die montenegrinische Hafenstadt Kotor. Bevor Kreuzfahrtschiffe Kotor erreichen, gleiten sie nach Verlassen des Adriatischen Meers zwei Stunden durch eine gewundene, fjordähnliche Bucht. An der schmalsten Stelle ist der Durchlass kaum mehr als 300 Meter breit. Die Fahrt ist ungewöhnlich schön. Man sollte sie nicht verpassen.

Die Bucht von Kotor

Die Bucht von Kotor


Kotor – die Stadt der kurzen Wege

Unser Schiff, die Celebrity Silhouette, ankert vor Kotor. Der Liegeplatz an der Mole wird von der MSC Armonia belegt. Der dadurch entstehende Zeitverlust fällt in Kotor nicht sonderlich ins Gewicht, denn Kotor ist eine Stadt der kurzen Wege. Vom Anleger der Kreuzfahrtschiffe oder dem der Tenderboote gehen Besucher nur ein paar Hundert Meter bis zum See-Tor, dem westlichen Stadttor. Unser Weg führt an der mit Palmen bestandenen Riva-Uferpromenade entlang. Über dem Stadttor wacht aus alter Zeit ein Relief des venezianischen Löwen. Venedig war zeitweilig die Schutzmacht Kotors. Vor dem Stadttor gibt Kotors Tourist-Information den Tagesgästen Hinweise und Ratschläge.

Celebrity Silhouette auf Reede


Celebrity Silhouette auf Reede


Kotor - Riva-Uferpromenade


Kotor - Riva-Uferpromenade 


Kotor, die Stadt steht auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes, ist kompakt und leicht überschaubar. Hinter dem Seetor liegt der Trg od Oružja, Kotors wichtigster Platz. Übersetzt bedeutet der Name „Waffenplatz“. Hier befand sich in früheren Zeiten das Arsenal. Weitere historische Bauwerke sind der im 17. Jahrhundert erbaute Prinzenpalast sowie der gewaltige Kampana Turm mit der Zitadelle. Daneben führt ein Zugang auf die monumentale Stadtmauer. Ihr folgen wir bis zum nördlichen Stadttor, dem Fluss-Tor.

Trg od Oružja, - Kotors wichtigster Platz

Trg od Oružja, - Kotors wichtigster Platz


Aufstieg zur Festung Sveti Ivan

Wer mag, steigt zur Festung Sveti Ivan hinauf. Die Bastion liegt in 260 Meter Höhe über der Stadt. An der Marienkirche, kurz hinter dem Stadttor, beginnt der Aufstieg. Nachdem eine geringe Weggebühr bezahlt ist, darf man die mehr als 1.300 Treppenstufen in Angriff nehmen. Der Aufstieg soll zwischen 60 bis 90 Minuten dauern. Der Weg ist beschwerlich: Die Stufen sind unregelmäßig hoch, ausgetreten und manchmal fehlen sie auch ganz. Fantastische Ausblicke auf Kotor und die Bucht entschädigen die Wanderer für Ihre Mühen. Wir gehen den Weg nicht zu Ende, sondern kehren unterhalb der Kapelle Unserer Lieben Frau um.

Marienkirche - dahinter der Aufstieg zur Festung Sveti Ivan


Marienkirche - dahinter der Aufstieg zur Festung Sveti Ivan


Kapelle Unserer Lieben Frau


Kapelle Unserer Lieben Frau 


Rundgang durch Kotor

Nach der Rückkehr in den Ort starten wir an der Marienkirche unseren Rundgang durch Kotor. Das erste Ziel ist das südliche Gurdic-Stadttor. Es ist ein Element der gewaltigen Gurdic-Bastion. Wer die Bastion erklettert, darf sich auf einen schönen Ausblick auf das südliche Ende der Bucht von Kotor freuen. Auf dem Weg zum Gurdic-Tor werden der im 16. Jahrhundert erbaute Grubonja Palast, das ehemalige Gefängnis und die venezianischen Kasernen passiert.

Stadtmauer hinter dem Gurdic-Stadttor


Stadtmauer hinter dem Gurdic-Stadttor


Gurdic-Stadttor


Gurdic-Stadttor 


Bauten am Tryphon-Platz

Die Hauptsehenswürdigkeit und das Wahrzeichen der Stadt ist die Sankt-Tryphon Kathedrale. Vom Gurdic-Tor kommend führt der Weg am venezianischen Militärhospital vorbei zum Trg Sveti Tripuna, dem Tryphon-Platz. Unser erster Eindruck: Wir sahen schon größere Bischofskirchen. Dennoch gehört der Besuch der Kathedrale unbedingt ins Besuchsprogramm. Kenner nennen sie das schönste Gotteshaus Montenegros. Der Bau vereint Elemente der Romanik und der byzantinischen Architektur. Die Kirche wurde im Jahr 1166 nach 42-jähriger Bauzeit geweiht. Danach wurde sie infolge von vier Erdbeben mehrfach restauriert und verändert. Fachleute rühmen ihre aus dem Mittelalter stammende umfangreiche Schatzkammer.

Sankt-Tryphon Kathedrale

Sankt-Tryphon Kathedrale


Am Tryphon-Platz steht auch Kotors Rathaus. Eine Plakette kündet davon, dass es im 19. Jahrhundert vom Austro-Ungarischen Generalstab genutzt wurde. Nicht zu übersehen ist ebenfalls das historische Archiv Kotors. Auch ein weiteres Gebäude in der Nähe der Kathedrale bedarf der Erwähnung: der Drago-Palast mit den gotischen Fenstern. Grundsätzlich gilt, dass in Kotor der Begriff des „Palasts“ nicht allzu eng gesehen werden sollte. Auf uns wirken Kotors Paläste eher wie stattliche Bürgerhäuser. Mittlerweile ist die Zeit für eine Erfrischung gekommen. Die gönnen wir uns in einer der vielen Bars und Cafés vor der Kulisse der Kathedrale.

Kotors historisches Archiv

Kotors historisches Archiv


Kirchen und Klöster

Auf den Drago-Palast folgt die im 12. Jahrhundert errichtete St. Lukaskirche. Von den äußeren Maßen wirkt das romanische Gotteshaus eher bescheiden. Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert nach dem Zuzug vieler orthodoxer Christen der orthodoxen Kirche übergeben. Bemerkenswerte Ikonen schmücken die Kirche. Wer mag, wird vom freundlichen Popen vor der Ikonostase fotografisch verewigt.

In Sichtweite der St. Lukaskirche liegt die Kirche des heiligen Nikolaus. Das im byzantinischen Baustil errichtete Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1909. Das ist für Kotors Verhältnisse kein nennenswertes Alter, bewundernswert ist wiederum die umfangreiche Ikonensammlung.

Sankt Nikolaus Kirche


Sankt Nikolaus Kirche


Sankt Nikolaus Kirche


Sankt Nikolaus Kirche 


Der Kirche gegenüber stehen die Reste eines Dominikanerklosters und das Franziskanerkloster der heiligen Klara. Das Prunkstück der Kirche ist der gewaltige Barockaltar eines venezianischen Künstlers aus dem Jahr 1708. In dem Altar sind Unmengen von Marmor verbaut worden.

Kirche der Santa  Klara
Kirche der Santa  Klara - Seitenaltar
Sankt Matthias Kirche im Stadtteil Dobrata
Kirche Sankt Peter

Sehenswerte Paläste

Weitere Prachtbauten ehemaliger reicher Handels- und Adelsfamilien sind der Grgurina-Palast, heute Standort des maritimen Museums, der Lombardic-Palast und der Palast der Familie Pima. Diese Gebäude passieren wir auf dem Rückweg zum Prinzenpalast. Als weitere bestimmende Bauten des Platzes sind noch das Napoleonische Theater oder das ihm gegenüber stehende, unscheinbar wirkende Zeughaus aus dem 15. Jahrhundert zu erwähnen. Es gab dem Waffenplatz den Namen. Am Platz steht ebenfalls der im Renaissance-Stil erbaute Uhrenturm von 1602.

Maritimes Museum
Palast der Pima Familie
Prinzenpalast am Waffenplatz
Der Uhrenturm

Kotor – unser Resümee

Die Bucht von Kotor fasziniert die Besucher nicht allein mit einer fantastischen Landschaft. Kotors vom Mittelalter geprägte Altstadt ist ebenfalls sehenswert. Kirchen und Paläste, enge Gassen und schöne Plätze, einladende Lokale und gewaltige Bastionen sehen wir auf unserem Streifzug durch Kotor. Wer sich den Mühen des Aufstiegs zur Festung Sveti Ivan unterzieht, wird mit einzigartigen Blicken auf die Bucht und die Stadt belohnt. Katzenliebhabern gefallen sicherlich die vielen schönen Katzen Kotors. Sie leben in Frieden und werden gut versorgt.

Update Januar 2021

 

 

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