Ein Tag in Kotor


Die montenegrinische Hafenstadt Kotor zählt zu den schönsten Zielen der Adriaküste. Malerisch schmiegt sie sich an die gleichnamige Bucht, die oft als südlichster Fjord Europas bezeichnet wird. Mit ihrer gut erhaltenen Altstadt, beeindruckenden Stadtmauern und zahlreichen Kirchen gehört Kotor zum UNESCO Weltkulturerbe. Unser Stadtrundgang stellt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten vor – kompakt, abwechslungsreich und ideal für Tagesgäste.

Kotor – Anreise durch die Fjordlandschaft

Vier Mal haben wir Kotor bereits mit Kreuzfahrtschiffen besucht – jedes Mal ein Erlebnis. Bevor die Schiffe die Stadt erreichen, gleiten sie rund zwei Stunden durch die gewundene Bucht von Kotor. An der engsten Stelle misst der Durchlass gerade einmal 300 Meter. Die Fahrt durch die spektakuläre Landschaft sollte man sich keinesfalls entgehen lassen – sie zählt zu den schönsten Seeanfahrten im Mittelmeerraum.

Bucht von Kotor - Prcanj-Kirche

Bucht von Kotor - Prcanj-Kirche


Kotor – die Stadt der kurzen Wege

Bei unserer Reise mit der Celebrity Silhouette ankert das Schiff in der Bucht vor der Stadt – den einzigen Liegeplatz belegt bereits die MSC Armonia. Kein Problem: Per Tenderboot erreichen wir in wenigen Minuten das Ufer. Von hier aus ist es nur ein kurzer Spaziergang zum westlichen Seetor, dem Hauptzugang zur Altstadt. Auf dem Weg lädt die palmengesäumte Riva-Uferpromenade zum Verweilen ein. Über dem Stadttor wacht der venezianische Löwe – ein Relikt aus der Zeit, als Kotor unter dem Schutz Venedigs stand.

Direkt vor dem Tor befindet sich die Tourist-Information – ein guter Ort für erste Orientierung und aktuelle Tipps.

Celebrity Silhouette auf Reede


Celebrity Silhouette auf Reede


Kotor - Riva-Uferpromenade


Kotor - Riva-Uferpromenade 


Mittelalter pur – der Waffenplatz 

Hinter dem Seetor öffnet sich der Trg od Oružja – der „Waffenplatz“. Einst Arsenal der Stadt, bildet er heute das Herz von Kotor. Hier stehen bedeutende Bauwerke wie der Prinzenpalast aus dem 17. Jahrhundert, der wuchtige Kampana-Turm mit Zitadelle und die Zugänge zur begehbaren Stadtmauer. Ein Spaziergang entlang der Mauer führt bis zum nördlichen Stadttor, dem sogenannten Flusstor.

Trg od Oružja, - Kotors wichtigster Platz

Trg od Oružja, - Kotors wichtigster Platz


Aufstieg zur Festung Sveti Ivan

Hoch über der Altstadt thront die Festung Sveti Ivan – ein Muss für alle Besucher mit guter Kondition. Der Aufstieg beginnt bei der Marienkirche und kostet (Stand 2025) 15 Euro Eintritt. Mehr als 1.300 unregelmäßige Stufen führen steil hinauf auf 260 Meter Höhe. Der Weg ist anstrengend, die Ausblicke auf Bucht und Stadt jedoch spektakulär. Wir stoppen unseren Aufstieg unterhalb der Kapelle „Unsere Liebe Frau“ und kehren dort um – schon dieser kurze Teil des Weges lohnt sich.

Marienkirche - dahinter der Aufstieg zur Festung Sveti Ivan


Marienkirche - dahinter der Aufstieg zur Festung Sveti Ivan


Kapelle Unserer Lieben Frau


Kapelle Unserer Lieben Frau 


Historische Tore, Gassen und Plätze

Zurück in der Altstadt starten wir unseren Rundgang am südlichen Gurdić-Tor. Die massive Bastion über dem Tor bietet einen schönen Blick auf das Ende der Bucht. Unterwegs passieren wir den Grubonja-Palast aus dem 16. Jahrhundert, das einstige Gefängnis und venezianische Kasernen.

Kotor - Gurdić Bastion


Kotor - Gurdić Bastion


Kotor - Gurdić Tor


Kotor - Gurdić Tor 


Weiter geht es zum Trg Sveti Tripuna, dem Tryphon-Platz. Hier steht Kotors bedeutendstes Bauwerk: die Kathedrale des Heiligen Tryphon. Das im Jahr 1166 geweihte Gotteshaus vereint romanische und byzantinische Elemente. Mehrfach restauriert, beherbergt es heute eine sehenswerte Schatzkammer mit mittelalterlichen Reliquien.

Sankt-Tryphon Kathedrale

Sankt-Tryphon Kathedrale


Gleich nebenan: Kotors Rathaus, einst Sitz des k.u.k.-Generalstabs, sowie das historische Stadtarchiv. Besonders auffällig ist der gotische Drago-Palast. Überhaupt gilt in Kotor: „Paläste“ wirken oft eher wie stattliche Bürgerhäuser. Uns gefällt diese Bodenständigkeit. Zeit für eine Pause – wir lassen uns in einem der Cafés am Platz nieder und genießen bei einem Getränk die Atmosphäre.

Kotors historisches Archiv

Kotors historisches Archiv


Kirchenvielfalt im Altstadtkern

Unweit des Tryphon-Platzes liegt die kleine Kirche des Heiligen Lukas aus dem 12. Jahrhundert. Ursprünglich katholisch, wurde sie später der orthodoxen Gemeinde überlassen. Die Kirche ist schlicht, aber voller Atmosphäre. Wer möchte, wird vom freundlichen Priester gerne vor der Ikonostase fotografiert.

Kirche des Heiligen Lukas


Kirche des Heiligen Lukas


Kirche des Heiligen Lukas - Ikonastase


Kirche des Heiligen Lukas - Ikonastase 


Nur wenige Schritte weiter beeindruckt die orthodoxe Nikolauskirche (1909 geweiht)) mit ihren byzantinischen Formen und einer prachtvollen Ikonensammlung. Gegenüber stehen die Reste zweier Klöster: das Franziskanerkloster der Heiligen Klara mit einem barocken Hochaltar von 1708 sowie ein ehemaliges Dominikanerkloster.

Kirche der Santa  Klara
Kirche der Santa  Klara - Seitenaltar
Sankt Matthias Kirche im Stadtteil Dobrata
Kirche Sankt Peter

Paläste, Museen und der Uhrturm

Weitere sehenswerte Paläste sind der Grgurina-Palast mit dem Maritimen Museum, der Palast der Familie Lombardic und der Palast der Pima-Familie. Auf dem Weg zurück zum Waffenplatz begegnen wir dem napoleonischen Theater und dem unscheinbaren Zeughaus – letzteres gab dem Platz einst seinen Namen. Ein Blickfang ist der Renaissance-Uhrturm von 1602, der das Stadtbild maßgeblich prägt.

Maritimes Museum
Palast der Pima Familie
Prinzenpalast am Waffenplatz
Der Uhrturm

Unser Fazit: Kotor ist ein Erlebnis

Kotor begeistert mit mittelalterlichem Flair, spannender Geschichte und kompakter Erkundbarkeit. Kirchen, Paläste, Gassen, Plätze, Lokale – alles liegt nah beieinander. Der Aufstieg zur Festung Sveti Ivan belohnt mit grandiosen Ausblicken. Und wer Katzen liebt, kommt ebenfalls auf seine Kosten: Die Samtpfoten sind überall präsent – gepflegt, gelassen und offenbar sehr beliebt.

Update Juni 2025

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