Autor: Karl W. P. Beyer

Unser Kreuzfahrtschiff, Cunards Queen Victoria, läuft vom griechischen Katakolon kommend in die Boko Kotorska, die fjordähnliche Bucht ein, an deren Ende das montenegrinische Kotor liegt. Bis 22:00 Uhr wird die „Victoria“ am Kai der 5.500-Seelen-Gemeinde liegen. Auf Reede liegt bei unserer Ankunft bereits die Royal Princess von Princess Cruises.

Boko Kotorska - Festung Prevlka Boko Kotorska - Crkva Gospe od Andela Boko Kotorska - Insel Gospa od Skrpjela

Der Aufenthalt bietet uns Passagieren ausreichend Zeit, eines der angebotenen Ausflugsprogramme oder individuelle Exkursionen in dem von Mauern umschlossenen Kotor und in seiner Umgebung zu absolvieren. Nachdem wir bereits im Jahr 2013 die Stadt mit der Celebrity Silhouette für uns entdeckten, steht uns nun der Sinn nach anderem. Wir besuchen den 22 Kilometer entfernten Badeort Budva.

Kotor - Stadtstrand Kotor - Kaianlage Kotor - Ein Teil der Festungsmauer

Die Stadt liegt malerisch an der „Budvanska Rivijera“, einer 25 Kilometer langen Küste. Mehr als 30 Sandstrände, viele kleine Buchten, Felsvorsprünge und vorgelagerte Inselchen machen den speziellen Reiz der Landschaft aus und begründen Budvas Ruf als pulsierenden Badeort bei Tag und bei Nacht.

Blick auf die Bucht von Budva

Blick auf die Bucht von Budva


Sofern es stimmt, was die Menschen in Kotor sagen, leben in Budva an die 10.000 Menschen, und der Großraum kommt auf ungefähr 20.000 Einwohner. Zur Saison erhöht sich die Bevölkerung schlagartig auf das Fünffache. Und entsprechend umtriebig geht es in Budva zu. Strände, Bars, Cafés, Restaurants, Hotels, Boutiquen und ein Vergnügungspark ziehen die Urlauber an.

Budva - Hotels und Strandleben

Budva - Hotels und Strandleben


Auch wir sind Teil der Besucherströme. An Kotors Busbahnhof haben wir für wenig Geld Bustickets für den Omnibus gekauft, der uns nach Budva bringt. Die Hinfahrt führt durch das Küstengebirge. Schließlich öffnet sich der Blick und die Bucht von Budva liegt unter uns. Und nicht nur an Budvas Stränden wird gebadet. Am Hang wurde eine futuristische und an diesem Tag bestens frequentierte Badelandschaft errichtet.

Budvas Bettenburgen

Budvas Bettenburgen


Am in Strandnähe gelegenen Busbahnhof steigen wir aus und gehen hinüber nach Stari Grad, der ummauerten, denkmalgeschützten Altstadt. Deren Ursprünge reichen 2.500 Jahre zurück. Auf dem Weg in die Altstadt passieren wir Hotels, Restaurants, Verkaufsstände, Cafés und alles andere was Strandurlauber offenbar erwarten.

Budva - Verkaufsstände an der Strandpromenade Budva - Die Marina

Nachdem wir noch den Sportboothafen hinter uns gelassen haben, stehen schließlich vor der im Mittelalter errichteten Stadtmauer. Sie umschließt die Altstadt gänzlich. Das historische Budva blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Gegründet von griechischen Siedlern, fiel die Stadt zuerst an die Illyrer. Danach gelangte sie unter römische Herrschaft. Auf die römischen Besatzer folgten Serben, die Republik Venedig, Österreich und Frankreich. Sie alle regierten Budva und jede dieser Mächte hinterließ ihre Spuren.

Budva - Teil der Stadtmauer

Budva - Teil der Stadtmauer


Keine Spuren sind mehr vom letzten einschneidenden Ereignis zu spüren, dem verheerenden Erdbeben des Jahres 1979. Die Altstadt wurde zum wiederholten Mal von Erdstößen nahezu vollständig zerstört. Im Anschluss an diese Katastrophe wurde die Altstadt nach bewahrten österreichischen Plänen originalgetreu im venezianischen Stil wieder aufgebaut.

Budva - Häuserensemble

Budva - Häuserensemble


Der Ortsteil Stari Grad ist wesentlich kleiner als die befestigte Stadt Kotor. Dennoch ist es nicht minder reizvoll durch die Gassen der Stadt zu streifen. Die bedeutendsten Bauwerke sind …

… die dreischiffige aus dem 9. Jahrhundert stammende Kirche des hl. Johannes;

… die 1806 entstandene orthodoxe Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit (Sveti Ivan);

… die im Jahr 1836 neu errichtete Zitadelle;

… das Stadtmuseum mit archäologischen und ethnografischen Sammlungen;

… die ebenfalls im 9. Jahrhundert erbaute Kirche Santa Maria in Punta: Sie wird heute zu Ausstellungszwecken und Ort musikalischer Veranstaltungen genutzt.

Budva - Kirche des hl. Johannes Budva - Turm der Johanneskirche

Budva - Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit Budva - Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit

Budva - Zitadelle Budva - Zitadelle

Budva - Stadtmuseum Budva - Stadtmuseum

Budva - Santa Maria in Punta Budva - Santa Maria in Punta

Unser Rundgang durch die Altstadt von Budva führt uns aber auch an Patrizierpalästen, Läden, Kunstgalerien, Cafés und Restaurants vorbei. Das alles besitzt südländischen Charme und wirkt sehr pittoresk.

Budva - Schattenspiele Budva - Schattenspiele Budva - Laden und Kaffeebar

An einem Platz neben der Zitadelle nehmen wir unter Sonnenschirmen eine Erfrischung zu uns und eine Auszeit vor der Hitze. Danach schlendern wir zurück zum Busbahnhof, nicht ohne zuvor die Insel Sveti Nikola aus der Ferne gebührend bewundert zu haben. Sie grenzt die Bucht von Budva zur Adria ab. Sveti Nikola ist zwei Kilometer lang; ihre Fläche misst 36 Hektar. Damit ist sie schon die größte Insel Montenegros. Abgesehen vom Leuchtturmwärter ist sie unbewohnt. Für 3 Euro setzt man mit dem Boot zur Insel über.

Budva - Insel Sveti Nikola

Budva - Insel Sveti Nikola


Die Strände Slovenkska Plaza, Mogren I, Mogren II und den drei Kilometer entfernten Strand von Jaz ersparen wir uns.

Budva - Das moderne Budva

Budva - Das Badevergnügen


Der Omnibus nimmt bei der Rückfahrt eine andere Strecke als bei der Hinfahrt. Somit sehen wir noch eine während der k.u.k Monarchie erbaute Festung. Die Routenführung folgt zuerst der Küste, danach geht hinüber zum kleinen Verkehrsflughafen von Kotor. Kurz vor Erreichen des Busbahnhofs von Kotor fängt auch noch der Motorraum unseres Busses Feuer. Den Rest des Weges legen wir zu Fuß zurück. So läuft das eben in Montenegro.

Kotor - Brennender Omnibus

Kotor - Brennender Omnibus


Fazit:

Budva ist ein Badeort der neben Sonne und der Adria all das bietet, was sich Strandurlauber wünschen. Die kleine und malerische Altstadt von Budva ist dagegen ein Ort der Stille. Vor die Wahl gestellt, würden wir zu Kotor tendieren. Diese Stadt bietet für einen Tagesaufenthalt wesentlich mehr als Budva. Wer Jubel und Trubel liebt, ist in Budva besser aufgehoben.