- Geschützt und geschichtsträchtig – die Altstadt von Kotor
- Stadtmauern, Bastionen und Stadttore
- Sakrale Schätze – Kirchen und Klöster in Kotor
- Kotors Paläste – Zeugen adliger Vergangenheit
- Trg od Oružja - der zentrale Platz
- Spektakulärer Ausblick – Festung Sveti Ivan
- Neu und spektakulär – die Seilbahn auf den Lovćen
- Ausflugsziele in der Umgebung
- Fazit
Die montenegrinische Kleinstadt Kotor liegt malerisch am Ende der fjordartigen Bucht von Kotor, die sich 30 Kilometer tief ins Land einschneidet. In ihrer 2000-jährigen Geschichte überstand die Stadt Kriege, Erdbeben und Epidemien – und präsentiert sich heute als faszinierendes Reiseziel mit gut erhaltenem mittelalterlichem Stadtbild. Besonders Kreuzfahrtgäste zeigen sich begeistert von der autofreien Altstadt, die zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert entstand und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Kotor und Schiffsanleger aus der Vogelperspektive
Geschützt und geschichtsträchtig – die Altstadt von Kotor
Kotor wurde auf einem strategisch geschützten Dreieck am Ende der Boko Kotorska-Bucht errichtet. Beeindruckend sind die noch erhaltenen Stadtmauern, Kirchen und Paläste sowie die engen Gassen, die sich durch das historische Zentrum schlängeln.

Kotor - schmale Gasse
Stadtmauern, Bastionen und Stadttore
Zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert errichtet, bilden Kotors Stadtmauern ein beeindruckendes Bauwerk: bis zu 20 Meter hoch, 10 Meter breit und über vier Kilometer lang. Sie dürfen heute betreten und begangen werden – ein Erlebnis mit Aussicht! Der Haupteingang zur Stadt ist das See-Tor am Hafen, daneben gibt es das Fluss-Tor im Norden und das Gurdic-Tor im Süden.
Sakrale Schätze – Kirchen und Klöster in Kotor
Kotor rivalisierte einst mit Venedig und Dubrovnik – nicht zuletzt aufgrund seines Reichtums durch Seefahrt und Handel. Der Wohlstand spiegelt sich bis heute in den zahlreichen Kirchenbauten wider:
Sankt-Tryphon Kathedrale
Das Wahrzeichen der Stadt ist die im romanischen Stil erbaute Kathedrale des Heiligen Tryphon. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 809 zurück, als ein Kotoraner die Reliquien des Heiligen erwarb und eine erste Kirche errichtete. Die heutige Kathedrale wurde 1166 geweiht. Mehrere Erdbeben führten zu Umbauten, was ihr heutiges Erscheinungsbild prägt. Kunstschätze und eine der bedeutendsten mittelalterlichen Schatzkammern machen sie zu einem Muss für Besucher.
Sankt-Lukaskirche
Diese bescheiden wirkende romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert steht für das friedliche Miteinander von katholischen und orthodoxen Gläubigen. Seit dem 17. Jahrhundert wird das Gotteshaus von der orthodoxen Kirche genutzt. Besonders sehenswert: die kunstvolle Ikonostase aus dieser Zeit.
Kirche des Heiligen Nikolaus
Merklich jüngeren Ursprungs ist die Kirche des heiligen Nikolaus von Myra. Das im byzantinischen Stil gebaute Gotteshaus wurde im Jahr 1909 fertiggestellt. Die Kirche ist wegen ihrer reichhaltigen Ikonen-Sammlung berühmt.
Franziskanerkloster der Heiligen Klara
Neben der Kirche des Heiligen Nikolaus steht das Franziskanerkloster der Heiligen Klara. Die Abtei wurde mehrfach zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert umgestaltet. Auffällig ist der reichhaltig mit Marmor und Skulpturen verzierte monumentale Barockaltar. Ein venezianischer Künstler hat ihn im Jahr 1708 vollendet.
Kotors Paläste – Zeugen adliger Vergangenheit
Mehrere prachtvolle Paläste prägen das Bild der Altstadt. Besonders erwähnenswert sind der Prinzenpalast aus dem 17. Jahrhundert und der barocke Grgurin-Palast, der seit 1938 das maritime Museum beherbergt. Weitere sehenswerte Adelssitze sind der Lombardic-Palast und der Palast der Familie Pima.
Trg od Oružja - der zentrale Platz
Der größte und wichtigste Platz Kotors ist Trg od Oružja, der Waffenplatz. Dort stand früher das Arsenal und dort versammelten sich die Einwohner der Stadt. Trg od Oružja ist aktuell der zentrale Platz der Altstadt. An ihm liegen das See-Tor, der Prinzenpalast mit dem Napoleonischen Theater, der Turm der Stadtwache und der aus dem Jahr 1602 stammende Uhrenturm.
Spektakulärer Ausblick – Festung Sveti Ivan
Wer 1.300 Stufen und schräge Ebenen nicht scheut, wird mit einem atemberaubenden Panoramablick von der auf 260 Meter gelegenen Festung Sveti Ivan belohnt. Die Festung ist Teil der alten Stadtbefestigung – ein bautechnisches Wunderwerk angesichts des steilen Geländes. Der Aufstieg beginnt in der Altstadt nahe der Marienkirche. Am Weg liegt die kleine Kapelle Unserer Lieben Frau. Für die Besteigung werden erfahrungsgemäß rund 60 bis 90 Minuten veranschlagt. Der Eintritt beträgt 15 Euro (Stand 2025).
Neu und spektakulär – die Seilbahn auf den Lovćen
Seit 2023 verbindet eine moderne Seilbahn Kotor mit dem Nationalpark Lovćen. Die Talstation Dub liegt etwa vier Kilometer vom Kreuzfahrtterminal entfernt, die Bergstation bei Kuk nahe dem Njegoš-Mausoleum. In nur elf Minuten überwindet die Bahn 1.300 Höhenmeter auf 3,9 Kilometern Strecke – mit atemberaubendem Blick auf die Bucht und das Gebirge. Die Gondeln bieten Platz für bis zu zehn Personen. Die Bergstation lädt mit Wanderwegen und Gastronomie zum Verweilen ein. Der Preis für Hin- und Rückfahrt beträgt 18 Euro (Stand 2025). Taxis zur Talstation kosten pauschal 20 Euro.
Ausflugsziele in der Umgebung
Perast – barockes Kleinod an der Bucht
Nur zwölf Kilometer von Kotor entfernt liegt Perast, ein Dorf mit großer Vergangenheit. Im 18. Jahrhundert betrieben lokale Reeder eine beeindruckende Handelsflotte. Heute verzaubert Perast mit seinen barocken Häusern und der herrlichen Lage. Vor der Küste liegen zwei Inseln: die Friedhofsinsel und die künstlich angelegte Insel Gospa od Škrpjela mit ihrer pittoresken Kirche. Linienbusse, Taxis und Boote verkehren regelmäßig zwischen Kotor und Perast. Besonders beliebt sind Bootstouren, die beide Sehenswürdigkeiten einschließen (Dauer ca. 2 Stunden).
Budva
Rund 20 Kilometer südlich von Kotor lockt Budva mit herrlichen Stränden und einer von Stadtmauern umgebenen Altstadt. Die 13.000-Einwohner-Stadt zählt zu den ältesten Siedlungen der Adriaregion und bietet eine reizvolle Mischung aus Historie und Moderne.
Fazit
Kotor begeistert mit einer eindrucksvollen Kombination aus mittelalterlicher Architektur, mediterranem Flair und landschaftlicher Schönheit. Besonders die mächtige Stadtmauer, die Kirchenvielfalt und die romantischen Paläste prägen das Stadtbild. Obwohl ein Erdbeben 1979 große Teile der Altstadt zerstörte, wurden die Gebäude originalgetreu nach historischen Plänen – teils aus österreichischen Archiven – rekonstruiert. Kotor ist damit nicht nur ein lebendiges Denkmal, sondern auch ein lohnendes Ziel für Kultur- und Naturliebhaber.
Stand: Juni 2025











