Kotor in Montenegro ist eine der am besten erhaltenen befestigten Städte des südöstlichen Mittelmeerraums. Die Stadt liegt an einer weit ins Land reichenden, fjordähnlichen Meeresbucht.

Bucht von Kotor

Bucht von Kotor


In seiner 2000 Jahre dauernden Geschichte überstand sie Kriege, Erdbeben und Pestepidemien. Ihr zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert entstandenes mittelalterliches Stadtbild beeindruckt die vielen internationalen Besucher.

Errichtet wurde Kotor auf einem kleinen, dreieckigen, von einer Festungslinie geschützten Areal. Seiner Stadtmauer, den Kirchen, den Palästen, den Monumenten, den engen, verwinkelten Straßen und den Plätzen verdankt das autofreie Kotor seinen UNESCO-Welterbe-Status.

Kotors SeetorVom Hafen und der Uferpromenade kommend betritt der Besucher die Stadt durch das Seetor. Weitere Eingänge sind das Flusstor im Norden und das Gurdic-Tor im Süden. Die umgebenden Stadtmauern wurden zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert errichtet. Sie dürfen erklettert und begangen werden. Die Mauern sind bis zu 10 m hoch und 20 m breit. Ihre Länge wird mit circa 4 Kilometern angegeben. Drei Euro kostet das Vergnügen der Besteigung.

Kotors Nordtor     Kotors Gurdic-Tor

Kathedrale des Hl. TryphonDie wichtigste Sehenswürdigkeit Kotors ist die St. Tryphon Kathedrale. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt. Ihre Ursprünge gehen auf das Jahr 809 zurück. In jenem Jahr erwarb ein Bürger Kotors von den Venezianern die Reliquien des Märtyrers Tryphon. Außerdem ließ er eine Kirche errichten, um den Überresten des Heiligen eine angemessene Ruhestätte zu geben. – Nach 42 Jahren Bauzeit wurde die Kathedrale im Jahr 1166 fertiggestellt. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte durch Erdbeben mehrfach beschädigt und in deren Folge baulich verändert. Die Kirche ist ein spektakuläres romanisches Bauwerk mit Einflüssen byzantinischer Architektur. Wertvolle Kunstsammlungen und eine der bedeutendsten Schatzkammern aus mittelalterlichen Zeiten zeichnen die Kirche aus.
 Innenraum der Kathedrale mit dem Ziborium

Innenraum der Kathedrale mit dem Ziborium


Ikonostase der St. Lukas-KircheAuch der romanischen St. Lukaskirche aus dem 12. Jahrhundert sollte ein Besuch abgestattet werden. Die in bescheidenen Ausmaßen im romanischen Stil erbaute Basilika zeugt vom friedlichen Nebeneinander von Katholiken und orthodoxen Christen. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie der orthodoxen Kirche überlassen. Aus jener Zeit stammt die Ikonostase.

Weniger alt ist die Kirche des hl. Nikolaus. Sie wurde erst im Jahr 1909 fertiggestellt. Ihre Bauart ist an den byzantinischen Stil angelehnt. Sie wird wegen ihrer reichhaltigen Ikonen-Sammlung gerühmt.

Kirche des Hl. Nikolaus

Franziskanerkloster der Hl. KlaraDaneben steht das Franziskanerkloster der Hl. Klara. Es wurde mehrfach zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert umgestaltet. Auffällig ist der reichhaltig mit Marmor und Skulpturen verzierte monumentale Barockaltar eines venezianischen Künstlers aus dem Jahr 1708.

Im Verlauf mehrerer Jahrhunderte gelangte Kotor zu Bedeutung und Reichtum. Adelsfamilien ließen im Zentrum Paläste errichteten. Schöne Beispiele dafür sind der Prinzenpalast aus dem 17. Jahrhundert und der Grgurina-Palast. In ihm ist in unsrer Zeit das maritime Museum untergebracht. Weitere bemerkenswerte Paläste sind der Lombardic-Palast und der Palast der Familie Pima.
 Prinzenpalast und das Napoleonische Theater

Prinzenpalast und das Napoleonische Theater


Mehrere Plätze beleben Kotors Stadtbild. Der größte Platz ist Trg od Oružja, der Waffenplatz. Dort stand das Arsenal und dort  versammelten sich in frühen Zeiten die Einwohner. Er ist zugleich der Hauptplatz der Altstadt. An ihm liegen das Seetor, der Prinzenpalast mit dem Napoleonischen Theater, der Turm der Stadtwache und der Uhrenturm aus dem Jahr 1602.

Kotors Uhrenturm

Kotors Uhrenturm


Festung Sveti IvanEinen großartigen Blick auf die Stadt hat der Besucher von der auf dem Berg San Djovani 260 m über dem Meer liegenden Festung Sveti Ivan. Es ist schwer verständlich, wie es möglich war, mit den zeitgenössischen Hilfsmitteln die gewaltige Stadtmauer bis an die Festung des hl. Johannes heran zu bauen. Der Festungsbau ist über mehr als 1.300 Treppenstufen mit viel Mühe zu erreichen. Der den Aufstiegsort markierende zwischen zwei Gebäuden angebrachte doppelte Bogen ist nicht zu übersehen. Eine kleine Eintrittsgebühr wird erhoben. Die Zeitangaben für die Erreichung des Ziels schwanken zwischen 60 und 90 Minuten. Der Aufstieg beginnt nahe der Marienkirche.
 Wegstationen zur Festung Sveti Ivan

Wegstationen zur Festung Sveti Ivan


Zwölf Kilometer trennen Kotor von der Kleinstadt Perast. Die circa 400 Einwohner zählende Gemeinde liegt in spektakulärer Lage an der Bucht von Kotor. Im Mittelalter unterstellte sich die Stadt dem Schutz der Republik Venedig. Im 18. Jahrhundert durchlebte Perast seine glanzvollste Phase. Vier Reedereien besaßen zusammen etwa 100 Schiffe. Seefahrt und Handel brachten viel Wohlstand und viele Kapitäne wählten die Stadt als Alterssitz. Im Gegensatz zu Kotor wurde auf Befestigungen verzichtet.

Perast - Panorama

Perast - Panorama Die Bucht von Perast

Heute ist Perast für die Region wirtschaftlich ohne Bedeutung. Stattdessen wird es wegen seiner herrlichen Lage und wegen der beiden in der Bucht liegenden Inseln gern und häufig besucht. Eine der Inseln ist die Friedhofsinsel. Die andere, Gospa od Škrpjela (Maria vom Felsen oder Lady on the rocks) genannt, trägt eine kleine Kirche. Die Insel wurde künstlich in der etwa 60 Meter tiefen Bucht errichtet.

Perast - Kircheninsel Gospa od Skrpjela - Maria vom Felsen

Perast - Kircheninsel Gospa od Skrpjela - Maria vom Felsen Perast - Die Friedhofsinsel

Perast erreicht man von Kotor aus mit Linienbussen, Taxen oder mit Bootstouren. Die Touren mit den schnittigen Booten sind unsere Empfehlung.

Kotor - Mit dem Motorboot nach Perast fahren

 Kotor - Mit dem Motorboot nach Perast fahren


Außerhalb Kotors bietet sich die südlich von Kotor gelegene Stadt Budva für einen Besuch an. Sie zählt zu den ältesten Siedlungen des Mittelmeerraums. Ähnlich wie in Kotor beeindrucken auch dort Stadtmauern und -tore sowie ein mittelalterliches Stadtbild die Gäste. Mit einem Besuch Budvas verbindet sich eine Fahrt entlang der adriatischen Küste, die bleibende Eindrücke vermittelt.

Blick über die Marina auf Alt-Budva

Blick über die Marina auf Alt-Budva


Etwas südlicher von Buda liegt die winzige Adria-Insel Sveti Stefan, die zur Hotelinsel und zum Luxusresort entwickelt wurde und als Zufluchtsort der Schönen, Reichen und Bedeutenden gilt.  

Im Übrigen: Im montenegrinischen Kotor wird mit  EURO gezahlt. Der Geldumtausch bleibt uns erspart.

(Karl Beyer – Update April 2017)