Weit mehr als 300 Kreuzfahrtschiffe internationaler Reedereien nehmen im Jahr 2025 Kurs auf den türkischen Kreuzfahrthafen Kuşadası. Sie besuchen Kuşadası nicht allein wegen seiner den Touristen gegenüber aufgeschlossenen Einwohner, oder weil die Region in der Sommersaison ein anerkanntes nationales und internationales Touristenziel ist. Sie laufen Kuşadası wegen seiner Nähe zum antiken Ephesus an, dem Top-Reiseziel der Region.
Wesentliche Sehenswürdigkeiten in Kuşadası
Die Insel Güvercinada mit dem genuesischen Fort
Auf der Insel Güvercinada, der Taubeninsel, steht die gleichnamige von Genuesen errichtete Festung. Die Genuesische Republik sicherte Ende des 13. und zu Beginn des 14. Jahrhunderts ihre Handelsroute vom Mittelmeer zum Schwarzen Meer durch Festungsbauten. Später wurde die Burg von den osmanischen Herrschern zum Schutz vor Piraten restauriert und erweitert. Im Jahr 2020 fand Güvercinada Aufnahme in die vorläufige Liste des UNESCO Weltkulturerbes.
Die kegelförmige Insel ist der durch einen künstlichen Damm mit dem Festland verbunden. Den Damm nutzen in der Gegenwart Anbieter von Bootstouren als Start- und Zielort ihrer Ausflugsboote.
Die Festung ist von hohen und ungefähr drei Meter dicken Festungsmauern umgeben. Am Ende des Damms ragt das mächtige, von zwei Türmen geschützte Eingangstor zur Burg auf.

Kuşadası - Zugang zur Festung Güvercinada
Im Zentrum der Anlage steht ein nahezu quadratischer Geschützturm von mehr als 15 Metern Kantenlänge der ehemals zu Verteidigungszwecken diente. Unterhalb des Turms steht ein Standbild des Barbaros Hayreddin Paşa, des ersten osmanischen Admirals. Er ließ im Jahr 1530 die Festung erneuern sowie Truppen und Geschütze in der Anlage platzieren.

Kuşadası - Standbild des Barbaros Hayreddin Paşa
Die Insel ist mit Palmen, Nadelbäumen und anderen Gehölzen bewachsen.
Die Karawanserei
In den Jahren 1615 bis 1618 ließ der damalige Großwesir Mehmet Paşa die nach ihm benannte Karawanserei erbauen. Die Anlage diente zuerst als Zitadelle und danach als Karawanserei. Die von außen mit den Steinmauern und Zinnen bedrohlich wirkende Anlage bestand im Inneren aus einem rechteckigen Innenhof mit Brunnenanlage.
Um den Innenhof gruppieren sich zwei Etagen mit umlaufenden Gängen. Nach ihrer Renovierung diente sie zeitweilig als Hotelanlage. Aktuell sind jedoch keine solchen Aktivitäten zu erkennen. Wie zu vernehmen ist, findet die Karawanserei als Veranstaltungsort Verwendung.
Standort: gegenüber dem Kreuzfahrtterminal.
Die Kaleiçi Camii
Der Großwesir Mehmet Paşa ließ nicht nur die Karawanserei errichten, er gab auch den Bau der Kaleiçi-Moschee in Auftrag. Sie steht im historischen Stadtteil Kaleiçi und wurde 1618 eröffnet. Heute gilt sie als die älteste Moschee der Stadt. Unter den historischen Stätten der Stadt nimmt sie eine herausragende Stellung ein. Der quadratische Bau besitzt eine einzige Kuppel und eine Vorhalle am Haupteingang. An der rechten Seite des Baus steht das Minarett. Die Gebetsnische im Inneren weist traditionell nach Mekka.
Die Moschee ist für Besichtigungen und Gebete geöffnet. Freiwillige nehmen sich der Besucher an und versuchen, deren Interesse am Islam zu wecken.
Standort: Zentrum von Kuşadası, ein Durchgang führt vom Barbaros Blv. zur Moschee.
Das Atatürk-Monument
Der 114 Meter hohe, teilweise bebaute Hügel Kese Dağı überragt Kuşadası. An diesem Hang befindet sich der monumental wirkende und bei Dunkelheit beleuchtete Schriftzug des Stadtnamens.

Kuşadası - Schriftzug am Hang
Über der Inschrift ragt in einem Pinienpark und vor einer großen Terrasse das Kemal Atatürk Monument auf. Mustafa Kemal Atatürk gründete die türkische Republik und war 15 Jahre lang deren erster Präsident. Der Standort bietet Besuchern spektakuläre Blicke auf die Stadt, die Taubeninsel und die Bucht mit dem Kreuzfahrtterminal.
Zugang zum Denkmal: Der Weg zum Denkmal ist mit einem steilen Anstieg verbunden. Ortskundige raten, ein Taxi zum Parkeingang auf der Höhe des Hügels zu nehmen. Von dort führt ein ungefähr 200 Meter langer Weg bergab zur Aussichtsterrasse mit dem Denkmal.

Kuşadası - Atatürk-Monument
Ein weiteres Atatürk-Denkmal steht an der Uferpromenade. Es zeigt den Staatsgründer in Lebensgrößte mit einer jungen Frau und einem jungen Mann. Das Standbild symbolisiert Frieden und Hoffnung.

Kuşadası - noch ein Atatürk-Denkmal an der Uferpromenade
Wir empfehlen, vor Rückkehr auf das Kreuzfahrtschiff noch einen Spaziergang an der parallel zum Atatürk Bulvari verlaufenden breiten und gepflegten Uferpromenade zu unternehmen. An der Promenade liegen Läden, Restaurants, Bars, Teegärten, ein Skulpturenpark und, last, but not least, die Skulptur El Heykeli.
El Heykeli
Auf Deutsch heißt das ungefähr acht Meter hohe El Heykeli-Monument nichts anderes als „Hand-Statue“. Auf halbem Wege zwischen dem Anleger der Kreuzfahrtschiffe und dem Yachthafen von Kuşadası ragt eine Mole ins Meer hinaus. Auf der Mole steht El Heykeli: eine gegen den Himmel gereckte Hand aus weißem Marmor. In der geöffneten Hand flattern mehrere schwarze und eine weiße Taube. Tauben stehen allgemein für Frieden. Somit symbolisiert die im Jahr 2009 geschaffene Hand-Statue Begriffe wie Frieden, Freundschaft und Freiheit.
Bei Sonnenuntergang wird die Statue von der untergehenden Sonne beschienen und umhüllt. Dieser Anblick ist den Gästen der Kreuzfahrtschiffe zumeist verwehrt. Bei Sonnenuntergang haben die Schiffe abgelegt und nehmen Kurs auf neue Destinationen.
Kurz vor El Heykeli sind an der parallel zum Atatürk Bulvari verlaufenden Uferpromenade mannsgroße Marmor-Skulpturen internationaler Künstler zu sehen. Die Werke entspringen den Wunsch der Stadtverwaltung, das Touristenziel Kuşadası als Kultur- und Kunstzentrum zu präsentieren.
Ephesos – in der Antike eine Großstadt
Die Hauptattraktion der Region sind allerdings die Ausgrabungsstätten von Ephesos, der Besuch des Muttergotteshauses sowie die – zugegeben – bescheidenen Reste des Artemis-Tempels in Selçuk:
Ungefähr 20 Kilometer trennen Kuşadası und die Fundstätte von Ephesos. Sie ist eine der am besten erhaltenen antiken Stätten Europas. Experten gehen davon aus, dass in der Blütezeit von Ephesos bis zu 200.000 Menschen in der Stadt lebten. Im Jahr 2015 wurde Ephesos in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.
Mehrere Hunderttausend Besucher zieht es jährlich an die Fundstätten. Die archäologische Erforschung von Ephesos begann im 19. Jahrhundert. Die Grabungen dauern bis heute an. Aktuell erforschen Wissenschaftler aus vielen Ländern gemeinsam mit ihren türkischen Kollegen die Ruinen.
Die Funde repräsentieren unterschiedliche Epochen. Die Zeitspanne reicht vom alten Griechenland, über das römische Imperium, das byzantinische Zeitalter bis zu den Osmanen. In der römischen Ära war Ephesos das wichtigste Handelszentrum des Mittelmeers.
Die Ruinenstätte liegt in Hanglage am Rande von Selçuk. Besucher werden vom oberen Zugang durch die Anlage nach unten geleitet. Wir zählen auf unserem Rundgang 17 Objekte von Interesse. Unter Kuşadası und Ephesos gehen wir in Wort und Bild auf besonders markante Sehenswürdigkeiten ein. Der Weg endet am unteren Tor. Dort warten die Tour-Busse, die die Besucher eineinhalb Stunden zuvor am oberen Tor abgesetzt haben. Außerdem gibt es dort eine WC-Anlage sowie stationäre und ambulante Handler.

Ephesos - Basar am unteren Tor
Das Haus der Mutter Maria – das Gottesmutterhaus
Nur wenige Kilometer von Ephesos und Selçuk entfernt liegt im Vorgebirge auf dem Nachtigallenberg in 380 Meter Höhe das vorgebliche Wohn- und Sterbehaus Marias, der Mutter Jesu. Ein parkähnliches Gelände umgibt das Marien-Heiligtum mit dem großen Taufbecken und eigener Quelle. Bei dem Bau handelt es sich um die Rekonstruktion eines vorherigen Gebäudes. Die Mauer der Quelleinfassung trägt Tausende von Pilgern hinterlassene Zettel mit persönlichen Bitten. Einmal im Jahr werden die Zettel entfernt und verbrannt.
Das Gottesmutterhaus ist nicht allein ein christliches Pilgerziel. Muslime verehren an der Wallfahrtsstätte Maryam, die Mutter des Propheten Isa ibn Maryam. Türkisches Militär bewacht das Heiligtum rund um die Uhr.
Sehenswürdigkeiten in Selçuk
Die mehr als 30.000 Einwohner zählende Stadt Selçuk wurde nach dem antiken Ephesos errichtet. Sehenswürdigkeiten sind:
- das Archäologische Museum mit Fundstücken aus Ephesos
- die Reste des Tempels der Artemis – eines der Sieben Weltwunder der Antike
- die Höhle der Sieben Schläfer
- die Reste der Johanneskirche
- die Zitadelle aus byzantinischer Zeit

Selçuk - Tempel der Artemis - Säulenrest
Einkaufen in Kuşadası
Wem die geschilderten Sehenswürdigkeiten nicht den erhofften Reiz bieten, entscheidet sich möglicherweise für den Kauf von Lederwaren, Teppichen und anderen verlockenden Objekten. Der Große Basar und die Läden der Scala Nuova am Port Kuşadası sind gut sortiert.

Kuşadası - vor uns der Main Bazar
Update Juli 2022







