Autor: Karl W. P. Beyer


Die Landkarte bildet La Gomera als kreisförmige Insel ab. Mit 370 Quadratkilometern Fläche und einer Küstenlinie von 98 Kilometern Länge ist sie die zweitkleinste der Kanarischen Hauptinseln. Erdgeschichtlich wird La Gomera den älteren der Kanarischen Inseln zugeordnet. Geologen nehmen an, dass sich das Vulkan-Eiland vor etwa 12 Millionen Jahren aus dem Atlantik erhob. 

Das Klima der Insel ist uneinheitlich. Im Inselnorden laden die dort vorherrschenden Passatwinde viel feuchte Luft ab, was dem Pflanzenwachstum der Region zugutekommt. Der Südwesten der Insel ist dagegen eher trocken. Zwischen beiden Regionen liegt als Wetterscheide der Garajonay. Mit 1.487 Metern Höhe ist er der höchste Berg der Insel. Ihn umgibt der subtropische Regelwald des Nationalparks Garajonay. Der steht wegen seiner Einzigartigkeit und pflanzlichen Vielfalt unter dem Schutz des UNESCO Weltnaturerbes. Doch auch der wesentlich größere und nicht vom Weltnaturerbe geschützte Part der Insel präsentiert sich den Besuchern mit einer traumhaft schönen Landschaft.

La Gomera - Garajonay Nationalpark La Gomera - Außerhalb des Nationalparks bei Arure

Soweit einschätzbar, reicht die Siedlungsgeschichte der Kanarischen Inseln etwa 5.000 Jahre zurück. Bei den Siedlern soll es sich um Nordafrikaner gehandelt haben, von denen später die eigentlichen Ureinwohner der Inseln, die Guanchen, abstammten. Gegen 1.100 v. Chr. verschlug es die in jener Zeit allgegenwärtigen phönizischen Seefahrer auf die Kanaren. Ins Visier spanischer Eroberer gerieten die Inseln erst mit dem Beginn des 15. Jahrhunderts n. Chr., und bereits im Jahr 1404 fiel La Gomera an Spanien. In der Folge war die Insel spanischen Edelleuten als Lehen überlassen. Die sicherten sich ihr Auskommen vor allem mit dem Anbau von Wein und Zuckerrohr.

Feudalherren residieren schon lange nicht mehr auf der Insel. Und als Folge der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eingetretenen Landflucht reichen die bestehende, bescheidene Landwirtschaft einschließlich des Anbaus von Bananen in den flachen Küstenregionen nur noch zur Selbstversorgung La Gomeras. Ökonomisch setzen die etwa 22.000 Einwohner der Insel auf sanften Tourismus und Transferzahlungen der Zentralregierung in Madrid sowie Infrastrukturprojekte der EU.

La Gomera - Bananenplantagen in Santa Catalina

La Gomera - Bananenplantagen in Santa Catalina

Da es La Gomera an ausgedehnten Sandstränden mangelt, blieb die Insel vom Massentourismus verschont, und für alle Fälle steuert die Inselregierung die Knappheit des Bettenangebots durch gezielte Maßnahmen. Immerhin laufen Kreuzfahrtschiffe regelmäßig den Hafen der Inselhauptstadt San Sebastian de La Gomera an. Was es auf La Gomera zu sehen und zu entdecken gibt, darüber berichten wir unter La Gomera – Sehenswertes.

La Gomera - San Sebastián

La Gomera - San Sebastián