Autor: Karl W. P. Beyer

Wer mit dem Kreuzfahrtschiff in San Sebastián de la Gomera anlandet, sollte keine allzu hohen Erwartungen an bemerkenswerte Bauwerke und Monumente hegen. Stattdessen ist die 370 Quadratkilometer große Insel ein Inbegriff landschaftlicher Schönheit und Vielfalt.

La Gomera - Mirador Roque de Tajaqué

La Gomera - Mirador Roque de Tajaqué

Urlauber, die es nach La Gomera zieht, reisen auch nicht wegen hervorragender Strände oder wegen eines überbordenden Nachtlebens an. Sie kommen, um zu wandern, und um die traumhaft schöne Natur zu genießen.

La Gomera - Subtropischer Regenwald

La Gomera - Subtropischer Regenwald

Die folgenden Empfehlungen sind den wichtigsten Naturwahrzeichen gewidmet. Nach den von uns gemachten Erfahrungen können die genannten Ziele bei einem Besuch mit dem Kreuzfahrtschiff bequem im Verlauf eines Liegetages mit einem Mietwagen angesehen werden. Nach Rückgabe des Wagens bleibt überdies noch genügend Zeit für einen Rundgang durch San Sebastián.

La Gomera - Calle Real in San Sebastian

La Gomera - Calle Real in San Sebastian

La Gomeras Naturmonumente 

Garajonay Nationalpark
Das Wahrzeichen der Insel ist der unter dem Schutz des UNESCO Welterbes stehende Nationalpark Garajonay. Er bedeckt etwa zehn Prozent der Inselfläche. In seinem Zentrum erhebt sich der 1.487 Meter hohe Berg Garajonay. Der Nationalpark ist ein Paradies für Wanderer. Gerühmt wird er wegen seiner subtropischen Lorbeerwälder, den flächenmäßig größten auf den Kanarischen Inseln. Manche Quellen sprechen sogar vom größten noch zusammenhängenden Lorbeerwald der Erde. Eine Erwähnung wert ist auch der immergrüne Nebelwald mit Baumheide, mannshohen Farnen sowie Moosen und Flechten an den Bäumen. Von vielen „Mirador“ genannten Aussichtspunkten bieten sich grandiose Ausblicke auf Vulkankegel, Vulkanschlote und tiefe, grüne Schluchten. Apropos „grün“, auf La Gomera gedeihen circa 450 Pflanzenarten.

La Gomera - Wolkenverhangener Regenwald La Gomera - Garajonay Nationalpark

Los Organos
Im Inselnorden ragen an der Punta de las Salinas oberhalb des Meeres die etwa 200 Meter breiten und bis zu 80 Meter hohen Basaltsäulen Los Organos auf. Die „Orgelpfeifen“ sehen aus, wie von Menschenhand geschaffen; definitiv entstanden sie durch Vulkanismus und Erosion. Um dieses Naturdenkmal zu sehen, muss man eine Bootsfahrt unternehmen.

Roque Cano
Unmittelbar hinter Vallehermoso erhebt sich das Naturdenkmal Roque Cano. Entstanden durch Vulkanismus und erodiert in Millionen von Jahren ist der singuläre, riesige Fels ein einmaliger Blickfang.

La Gomera - Roque Cano

La Gomera - Roque Cano

Roques de San Pedro
Vor Vallehermoso liegt im Nordosten der Insel die Gemeinde Hermigua. In deren Ortsteil Monteforte türmen sich die Zwillingsfelsen Roques de San Pedro auf. Die beiden von Vulkanschloten gebildeten Landschaftsmarken sind nicht zu verfehlen.

In unmittelbarer Nähe der Felsen stehen die Dominikanerkirche Iglesia de Santo Domingo de Guzmán und das dazugehörige Kloster Convento de Santo Domingo. Es wurde zwischen 1515 und 1520 erbaut. Im Ortsteil Valle Bajo steht die nach 1650 entstandene Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación.

La Gomera - Roques de San Pedro La Gomera - Kloster El Convento La Gomera - Iglesia Nuestra Senora de la Encarnacion

Valle Gran Rey
Im Südwesten der Insel verläuft das langgezogene Valle Gran Rey. Das malerische „Tal des großen Königs“ war vor Jahrzehnten bei Hippies sehr angesagt. Die Hippies sind Geschichte, das breite und lang gezogene Tal ist geblieben. Es bezaubert seine Besucher mit steil aufragenden Felsen, kleinen Orten, Palmen und terrassierten Hängen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Einzig die Qualität der Strände lässt zu wünschen übrig. Aber der Strände wegen reisen Gäste ohnehin nicht mit Kreuzfahrtschiffen an. Das gesamte Tal ist als Landschaftspark geschützt und Teil des UNESCO Biosphärenreservats.

La Gomera - Valle Gran Rey - El Retamal La Gomera - Valle Gran Rey - Lomo del Balo

La Gomera - Valle Gran Rey - Der Strand von Vueltas La Gomera - Valle Gran Rey los Granados

An der ins Valle Gran Rey bis aufs Meeresniveau hinunter führenden, serpentinenreichen Straße liegt im Eingangsbereich des Tals der Mirador del Palmarejo, der auch Mirador César Manrique genannt wird. Der von dem aus Lanzarote stammenden Architekten und Künstler César Manrique geschaffene Gebäudekomplex mit Restaurant, Parkplätzen und einer Tourismusinformation bietet einen ersten exzellenten Blick in das immergrüne, palmenbestandeneTal. 

La Gomera - Valle Gran Rey - Mirador el Palmarejo La Gomera - Mirador el Palmarejo - Blick ins Valle Gran Rey

Miradore
Spanier meinen es gut mit ihren Landsleuten und den Besuchern ihrer Regionen. Wo es etwas zu sehen gibt, wird ein Mirador errichtet. Auf La Gomera gibt es viele dieser häufig mit dem Symbol einer Kamera bezeichneten „Aussichtspunkte“. Es schadet nicht, an den bezeichneten Orten zu halten, denn es bieten sich oftmals phantastische Ausblicke auf die umgebende Landschaft.

La Gomera - Mirador el Palmarejo La Gomera - Mirador de Roque de Tajaqué La Gomera - Mirador de los Roques

Städte

Agulo
Hinter Hermigua liegt im Nordosten der Insel hoch über dem Meer Agulo, die kleinste Gemeinde der Insel. Deren Fans sprechen von La Gomeras schönstem Dorf. Wenig mehr als 1.000 Einwohner leben unter einer riesigen über der Siedlung aufragenden roten Steilwand. Verwinkelte Gassen, Kolonialbauten und die Pfarrkirche San Marcos sind die Markenzeichen des von Bananenplantagen umgebenen Ortes. Weit unterhalb von Agulo stehen am Meer die Überreste einer ehemaligen Bananenverladestation. 

La Gomera - Agulo

La Gomera - Agulo

San Sebastián de la Gomera
Etwa 5.000 Menschen leben in der beschaulich wirkenden Inselhauptstadt San Sebastián de la Gomera. Sehenswert sind dort …

  • das Monumento de La Torre del Conde – erbaut als Teil der Stadtbefestigung. Der 1447 entstandene Turm liegt in einer Grünanlage und befindet sich im Originalzustand.
  • das Museum Casa de Colón – ein unscheinbar wirkendes Gebäude mit Innenhof und dem „Kolumbusbrunnen“. Es heißt, Kolumbus habe in diesem Haus übernachtet, bevor er 1492 bei seiner ersten Reise von La Gomera in die Neue Welt aufbrach. Das Gebäude entstand jedoch im 17. oder 18. Jahrhundert. Folglich dürfte Kolumbus in dem Gebäude nicht genächtigt haben. Wie dem auch sei, das Museum ist der gesamten nautischen Geschichte der Insel gewidmet.
  • die Iglesia de la Asunción wurde nach 1618 als dreischiffige Kirche errichtet und später nochmals erweitert. Das Innere der größten Kirche von La Gomera weist einen sehenswerten Altar sowie eine interessante Holzdecke und Holzarbeiten im maurischen Stil auf.

La Gomera - San Sebastián - La Torre del Conde La Gomera - San Sebastián - Casa de Colón La Gomera - San Sebastián - Iglesia de la Asunción

Die Marina und der Anleger der Kreuzfahrtschiffe wurden in unmittelbarer Nähe der Stadt errichtet. Im dazugehörigen Abfertigungsgebäude findet man die Stationen der Autovermieter. Dem Hafen gegenüber liegen zwei Strandabschnitte mit schwarzem Sand.

La Gomera - Cruise Terminal, Marina und Strand

La Gomera - Cruise Terminal, Marina und Strand