Bei Kreuzfahrten im kanarischen Archipel laufen die Schiffe häufig die Insel La Palma an. Cruise Liner docken im Hafen von Santa Cruz de la Palma. Der ist eher klein, was den Vorteil kurzer Wege bedeutet. Bis zur historischen Altstadt sind es nur ein paar Hundert Meter Fußweg. Noch näher liegt die Besucherinformation, in der dem Tagesgast vielseitige Informationen zu den Inselzielen gegeben werden. Wir wollen den Parque Nacional de laCaldera de Taburiente besuchen, und wenn dann noch Zeit übrig ist, etwas von der Hauptstad sehen.

Santa Cruz de La Palma - Tourismusbüro

Santa Cruz de La Palma - Tourismusbüro


Caldera de Taburiente

Die Caldera de Taburiente möchten wir sehen, offen ist allein die Frage, wie hinkommen? Buchen wir einen Mietwagen oder gibt es eine Busverbindung? In der Touristeninformation gibt uns ein deutschsprachiger Mitarbeiter zweckmäßige Hinweise zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Außerdem händigt er uns nützliche Unterlagen aus.

Wir entscheiden uns für den Bus. Die Überlandbusse auf La Palma sind trotz bergiger und kurvenreicher Strecken schnell unterwegs. Die Einzelfahrt kostet 2 Euro pro Person. Das ist ein Standardpreis auf allen Strecken. Wir müssen, um zur Caldera zu gelangen, den Bus Richtung Los Llanos nehmen.

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La Palma - Informationszentrum in El Paso


Die Fahrt bis zum Informationszentrum in El Paso, dem Ausgangspunkt der Caldera-Tour, dauert eine gute halbe Stunde. Der Bus hält direkt am modernen Besucherzentrum des Nationalparks. Dort erhält man weitere Hinweise zur Caldera und die Empfehlung, die nächsten Kilometer mit dem Taxi zu fahren. Das Großraumtaxi hält 50 Meter vom Zentrum entfernt.

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La Palma - Das Sammeltaxi wartet bereits


Die Strecke führt durch ein enges Tal zum auf 1.287 Meter Höhe gelegenen Ausgangspunkt Cumbrecita. Das Taxi fährt die Strecke in 15 Minuten. Es erstaunt uns, dass selbst Tourbusse die steile Strecke bewältigen. Wir beneiden die Busfahrer nicht.

La Palma - Die zur Cumbrecita führende Straße      La Palma - Hier wird es eng

Von Cumbrecita starten die Besucher ihre mehrstündigen Wandertouren. Manche, zu denen gehören wir, vertreten sich nur die Beine und bewundern bei bestem Wetter die einmalige und phänomenale Landschaft.

La Palma - Parkplatz an der Cumbrecita     La Palma - Blick in das Tal     La Palma - Ein Fels in Parkplatznähe

 

La Palma - Ein Teil der Caldera     La Palma - Wegweiser     La Palma - Caldera de Taburiente

Zum vereinbarten Termin holt uns das Taxi wieder ab, um uns zurück zum an der Landstraße gelegenen Besucherzentrum zu bringen. Nun muss nur der Bus kommen, der uns nach Santa Cruz de La Palma zurückbringt. Die Busse verkehren in der Hauptverkehrszeit alle 30 Minuten. Außerhalb dieser Zeitspanne fahren die Busse stündlich.

Santa Cruz de la Palma

Zurück in Santa Cruz, beginnen wir unseren Rundgang durch die Inselhauptstadt. Das alte Stadtzentrum wurde zum kunsthistorischen Baudenkmal erklärt. Die wichtigsten touristischen Ziele liegen an der kopfsteingepflasterten Calle O’Daly.

Santa Cruz de La Palma - Calle O'Daly

Santa Cruz de La Palma - Calle O'Daly


Die geht von der Plaza de la Constitución ab, an der die Touristeninformation liegt. Für spanische Verhältnisse klingt der Straßenname recht merkwürdig. Benannt wurde die Fußgängerstraße nach dem irischen Händler O’Daly, der sich in Santa Cruz angesiedelt hatte. Damals war die Stadt infolge des zunehmenden Handels mit der Neuen Welt und durch Zuckerrohr- und Weinanbau zu Ansehen und Wohlstand gelangt. Dieser nicht zuletzt wirtschaftlichen Privilegien geschuldete Reichtum manifestierte sich auch in der Architektur. Wer heute Santa Cruz de La Palma besucht, mag sich nicht vorstellen, dass die Stadt in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts eine internationale Handelsmetropole war, die nach Sevilla und Antwerpen den größten Hafen des spanischen Weltreichs besaß. Geblieben sind schöne, repräsentative Bauten aus jener Zeit.

Ein bedeutendes Bauwerk in der Calle O’Daly ist der Palacio Salazar. Das beeindruckende Herrenhaus mit dem schönen Innenhof wurde im frühen 17. Jahrhundert errichtet. Im Haus finden Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Dort werden auch hochwertige Kunstgewerbeobjekte verkauft.

Santa Cruz de La Palma - Palacio Salazar      Santa Cruz de La Palma - Innenhof Palacio Salazar      Santa Cruz de La Palma - Innenhof Palacio Salazar

 

ta Cruz de La Palma - Sakralkunst im Palacio Salazar

Etwas weiter liegt auf der rechten Seite der Straße das im Renaissance-Stil erbaute Rathaus. In der Mitte des 16. Jahrhunderts fiel der Vorgängerbau einem Brand zum Opfer. Das jetzige Gebäude stammt aus der Zeit um 1559. Vier mächtige Bögen im Erdgeschoss bestimmen das äußere Erscheinungsbild. Im Inneren präsentieren sich aufwendige, geschnitzte Holzdecken und Türen.

Santa Cruz de La Palma - Rathaus      Santa Cruz de La Palma - Rathaustreppe

Dem Rathaus gegenüber liegt die dreischiffige Iglesia de El Salvador. Sie wurde 1503 erbaut. Nach französischen Piratenüberfällen und Brandschatzungen wurde die Kirche ab 1553 bis ins 18. Jahrhundert in mehreren Bauetappen neu errichtet. Außerhalb der Kirche beeindruckt das mächtige Renaissance-Portal. Im Inneren ist die aus Kiefernholz gefertigte und im Mudejarstil gehaltene Decke des Kirchenraums sehenswert.

Santa Cruz de La Palma - Plaza Espana mit der Iglesia de El Salvador      Santa Cruz de La Palma - Turm der Iglesia de El Salvador

Der Platz zwischen dem Rathaus und der Iglesia de El Salvador ist die Plaza de España. Von dort geht man über Stufen hinauf zum Stadtteil San Sebastián, zum Kloster des Heiligen Dominikus und zur Wallfahrtskapelle von San Telmo.

Hinter dem Rathaus beginnt die Verlängerung der Calle O’Daly, die Calle Anselmo Pérez deBrito. Am Hang darüber, um einen Straßenzug versetzt, steht die im Renaissance-Stil errichtete Iglesia de SanFrancisco. Die Kirche wurde zum kunsthistorischen Denkmal erklärt. Mit dem Bau der reichhaltig ausgestatteten Kirche wurde im 16. Jahrhundert begonnen. Einst gehörte sie zum Kloster Real Convento de la Inmaculada Concepción, das heute Sitz des Inselmuseums Convento de San Francisco ist. Es besitzt Sammlungen zur Geschichte, Völkerkunde und Kunst. Die Ausstellungsräume gruppieren sich wirkungsvoll um den Kreuzgang.

Santa Cruz de La Palma - Iglesia de San Francisco

Santa Cruz de La Palma - Iglesia de San Francisco


Zurück zur Calle Anselmo Pérez deBrito. Einen Block nördlich liegt das Teatro Chico. Seit 1866 dient das einer Zivilgesellschaft gehörende Gebäude für Veranstaltungen und kommunale Festlichkeiten. Ursprünglich war es Bestandteil des einstmaligen Krankenhauses Hospital de Dolores y Concepción. Neben dem Teatro Chico liegt die Plaza de Mercado, die Markthalle.

Santa Cruz de La Palma - Teatro Chico      Santa Cruz de La Palma - Plaza de Mercado

Wir folgen der Straße bis zur Placeta de Borrero. Um sie herum erstreckt sich ein kleines Kneipenviertel. An der Placeta empfiehlt es sich, durch eine Seitengasse in Richtung des Meeres zu gehen. Nach wenigen Schritten befindet man sich an der Avenida Maritíma. Die aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammenden Häuser an der Landseite tragen schöne, nachtäglich angebrachte Holzbalkone.

Santa Cruz de La Palma - Placeta de Borrero     Santa Cruz de La Palma - Balkone an der Avenida Maritíma

Die Calle Anselmo Pérez de Brito geht in die baumgesäumte Plaza de la Alameda über. Der Platz ist von hohen Bäumen umgeben. Ins Auge fallen ein maurischer Kiosk und die Skulptur eines Zwerges mit einem überdimensionierten Hut. Er symbolisiert das alle fünf Jahre stattfindende Fest zur Ehrung der Virgen de Las Nieves.

Santa Cruz de La Palma - Plaza de la Alameda    Santa Cruz de La Palma - Der maurische Kiosk     Santa Cruz de La Palma - Die Skulptur des Zwerges

Direkt hinter der Plaza steht der Nachbau der Santa Maria. Sie war das Flaggschiff, mit dem Christoph Kolumbus seine erste Expedition nach Westen antrat. Die Maße der Namensgeberin sollen knapp 24 in der Länge und nahezu 8 Meter in der Breite betragen haben. Es ist kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen in jenen Zeiten Meere befahren wurden. Entbehrungen und der Kampf ums Überleben müssen an der Tagesordnung gewesen sein. Nichts für uns, wir bevorzugen das Kreuzfahrtschiff. Im unteren Bereich der aus Beton und Holz gefertigten Karavelle ist ein Schifffahrtsmuseums untergebracht. Dort gibt es Seekarten, Navigationsinstrumente und Flaggen zu besichtigen. Die Einwohner der Stadt nennen das Schiff „Barco de la Virgen“.

  Santa Cruz de La Palma - Der Nachbau der Santa Maria      Santa Cruz de La Palma - Der Nachbau der Santa Maria

In dieser Aufzählung darf die oberhalb des Meers gelegene Festung Castillo de Santa Catalina nicht vergessen werden. Das ab Mitte des 16. Jahrhunderts errichtete Kastell war Teil des die Stadt schützenden Verteidigungsgürtels. Der Grundriss ist quadratisch. An den Eckpunkten wurden dreieckige Bollwerke installiert. Die Festung besitzt einen weiten Hofraum, Gefängnis, Lagerräume, eine Behausung des Kastellans und Räume für die Garnison. Heute trägt die Festung den Ehrentitel eines nationalhistorischen Denkmals.

Santa Cruz de La Palma - Castillo de Santa Catalina      Santa Cruz de La Palma - Innenhof des Castillo Santa Catalina

Eine zweite Festung ist das Castillo de La Virgen. Es befindet sich in Sichtweite der Santa Maria, jenseits des Barranco de Las Nieves. Auch ihm kam die Aufgabe zu, die Stadt vor französischen Piraten zu beschützen.

Santa Cruz de La Palma - Castillo de la Virgen

Santa Cruz de La Palma - Castillo de la Virgen


Unser Aufenthalt auf La Palma hat uns gut gefallen. Die Caldera de Taburiente ist eine einzigartige Landschaft. Und die historische Altstadt der gut 16.000 Einwohner zählenden Stadt Santa Cruz de La Palma ist wirklich sehenswert. - Bei längerem Aufenthalt würden wir noch die zerklüftete Nordküste ansehen. Die Fahrt dorthin dauert viereinviertel Stunden und ist, wie uns versichert wurde, von ausgesuchter landschaftlicher Schönheit. Zweifellos ist das abseits des Massentourismus gelegene La Palma speziell für Wanderer und Naturliebhaber ideal. Vor allem Deutsche schätzen den Aufenthalt in der überwältigenden Natur. Wir kämen gern zurück auf die 708 km² große Insel, um das Versäumte nachzuholen.