La Réunion - Highlights an einem Tag


Wir besuchen mit einem Kreuzfahrtschiff das im Indischen Ozean gelegene französische Überseegebiet La Réunion. Das Schiff liegt anderthalb Tage im Hafen von La Possession an der Nordküste der Insel.

Den ersten halben Tag nutzen wir für einen intensiven Stadtrundgang in der Inselhauptstadt Saint Denis. Für den zweiten Tag ist ein mehr als achtstündiger Tagesausflug auf der 2.504 Quadratkilometer großen Vulkaninsel vorgesehen. Wir wissen, dass wir im Rahmen der Rundfahrt nur einen Teil der Highlights der Insel zu sehen bekommen. Zumindest aber werden wir die Vulkanebene des Piton de Fournaise sehen; dieses Ziel überragt nach unserer Einschätzung alles Übrige.

La Réunion - am Kreuzfahrtterminal von La Possession

La Réunion - am Kreuzfahrtterminal von La Possession


Ausflug mit einem Sammeltaxi

Am einfachen Kreuzfahrtterminal von La Possession nehmen wir mit sechs Gefährten ein achtsitziges Sammeltaxi und starten unseren Tagesausflug. Der führt uns zuerst in südlicher Richtung über die Küstenautobahn N 1. Der Fahrer passiert zuerst den Nachbarort Le Port. Von dort waren wir am Vortag mit dem Linienbus nach Saint Denis gestartet. In der Folge passieren wir Saint Paul und Saint Louis. Die Autobahn folgt dem Küstenverlauf in beachtlicher Höhe, weshalb uns zwischendurch schöne Ausblicke auf das Meer und auf das noch relativ flache Binnenland gewährt werden.

La Réunion - Berglandschaft neben der Autobahn


La Réunion - Berglandschaft neben der Autobahn


La Réunion - das Meer neben der Autobahn


La Réunion - das Meer neben der Autobahn


Das Hochplateau Plaine des Cafres

Vierzig Minuten nach dem Start erreicht der Kleinbus die Gemeinde Le Tampon. Sie markiert den eigentlichen Zugang zum Hochplateau Plaine des Cafres. Mit der Namensgebung leistet sich die ehemalige Kolonialmacht eine politische Unkorrektheit; der Name ist von entflohenen Sklaven abgeleitet, die sich im 18. Jahrhundert in dem unübersichtlichen Gebiet versteckten.

La Réunion - weites, grünes Bergland
La Réunion - Plaine des Cafres
La Réunion - Plaine des Cafres
La Réunion - Plaine des Cafres

Heutzutage ist die Hochebene das Zentrum der Milchwirtschaft von La Réunion. Die Weideflächen und die dort grasenden Rinderherden lassen Erinnerungen an liebliche Gegenden des Allgäus oder der Schweiz aufkommen. An einem Haltepunkt zeigt uns der Fahrer den höchsten Berg der Insel und vermutlich der gesamten Region des Indischen Ozeans, den 3.069 Meter hohen Piton des Neiges. Geologen nehmen an, dass das Massiv vor etwa zwei Millionen Jahren entstand. Die letzten Eruptionen liegen nach Schätzungen 20.000 Jahre zurück. Der Name hält nicht was er verspricht; trotz der Höhe ist von Schnee weit und breit nichts zu sehen.

La Réunion - der Piton des Neiges

La Réunion - der Piton des Neiges


Der Aussichtspunkt Nez de Boeuf

Der Kleinbus hat mittlerweile und fast unbemerkt 2.050 Meter Seehöhe erklommen. Die nächste Station ist der Aussichtpunkt Nez de Boeuf, die „Nase des Ochsen“. Aus der Höhe bietet sich ein spektakulärer Ausblick auf die tief unter uns liegende Plaine des Cafres und das Flusstal des Rivière des Remparts.

La Réunion - Aussichtspunkt Nez de Boeuf


La Réunion - Aussichtspunkt Nez de Boeuf


La Réunion - Aussichtspunkt Nez de Boeuf


La Réunion - Aussichtspunkt Nez de Boeuf 


Die Plaine des Sables

Als Nächstes folgt einer der Höhepunkte der Rundfahrt: die Plaine des Sables. Das riesige unter uns liegende Areal wirkt wie von Planierraupen eingeebnet. Wohin wir auch schauen, überall sehen wir rötliche, vulkanische Schlacken. An Vegetation mangelt es dem Terrain völlig. So stellen wir uns die Mond- oder Marslandschaft vor. Hochaufragende Basaltplateaus schließen die unwirtlich scheinende Region an den Seiten ab.

La Réunion - Plaine des Sables


La Réunion - Plaine des Sables


La Réunion - Plaine des Sables


La Réunion - Plaine des Sables 


Um zum Vulkan Piton de Fournaise zu gelangen, muss die unter uns liegende Ebene durchquert werden. Nach ein paar Haarnadelkurven fährt unser Bus auf einer schnurgeraden Straße durch die Schlackenwüste.

La Réunion - Abstieg zur Plaine des Sables


La Réunion - Abstieg zur Plaine des Sables


La Réunion - schnurgerade Straße durch die Aschenwüste


La Réunion - schnurgerade Straße durch die Aschenwüste 


Der Pas de Bellecombe

Das folgende Ziel ist der 2.311 Meter hohe Pas de Bellecombe, und zugleich der höchste Punkt unserer Tour. Am Pass steht an einem großen Parkplatz eine Schutzhütte. Von dem Bau starten Wanderrouten zum 2.632 Meter hohen Piton de la Fournaise und in die weitere Umgebung. Wir wandern nicht, sondern staunen über die unter und vor uns liegende unvergesslich schöne Landschaft.

La Réunion - Pas de Bellecombe - Das Relais du Volcan

La Réunion - Pas de Bellecombe - Das Relais du Volcan


Der Piton de la Fournaise ist der letzte aktive Vulkan der Insel und einer der aktivsten der Welt. Nur wenige Tage vor unserem Besuch fand eine Eruption statt. Lavaflüsse oder Rauchwolken sind jedoch nicht zu sehen. Der Vulkan ruht für kurze Zeit. Letztmalig erwachte der feuerspeiende Berg am 10. Dezember 2023 zum Leben.

La Réunion - der Piton de la Fournaise


La Réunion - der Piton de la Fournaise


La REéunion - Caldera Enclos Fouqué


La REéunion - Caldera Enclos Fouqué 


Archaisch wirkt die zwischen dem Vulkan und der Rempart de Bellecombe gelegene Caldera Enclos Fouqué. Mittendrin erhebt sich der kleine Krater Formica Leo. Der von der Höhe eher klein wie eine Schildkröte aussehende Krater hat immerhin einen Durchmesser von 100 Metern. Erkaltete Lavaflüsse sind den Hang des Piton de la Fournaise hinabgelaufen. – Alles in allem präsentiert sich uns und unseren Begleitern die Vulkanregion bei bestem Wetter. Es wäre unverzeihlich gewesen, diesen Ort nicht gesehen zu haben.

La Réunion - Caldera Enclos Fouqué
La Réunion - Krater Formica Leo
La Réunion - erkalteter Lavastrom
La Réunion - Landschaft am Pas de Bellecombe

Cité du Volcan

Das nächste Etappenziel ist das auf der Plaine des Cafres liegende internationale Bildungs- und Wissenschaftszentrum Cité du Volcan.

La Réunion -Besucherzentrum Cité du Volcan

La Réunion -Besucherzentrum Cité du Volcan


Unter ansprechender Architektur wird auf circa 6.000 Quadratmeter Fläche mittels vieler interaktiver Displays, 4D-Filmen und Modellen die geologische Geschichte der Insel erzählt. Neun Euro Eintritt kostet die anspruchsvolle Präsentation.

La Réunion - Besucherzentzrum Cité du Volcan


La Réunion - Besucherzentzrum Cité du Volcan


La Réunion - Besucherzentzrum Cité du Volcan


La Réunion - Besucherzentzrum Cité du Volcan 


Die Wasserfälle von Salazie

Nach einer kurzen Mittagspause an der Cité du Volcan wird mit dem Tal von Salazie das letzte Tagesziel angesteuert. Dazu muss der Fahrer den Bus aus knapp 2.000 Metern Höhe zurück auf Meereshöhe bringen. Während der Fahrt werden uns wunderbare Ausblicke auf gigantische Felsen, weite, mit Bäumen und Büschen bewachsene Hänge, Serpentinen und tief unter uns liegende kleine Städte und das Meer geboten.

La Réunion - unterwegs auf der N3 Richtung Ostküste


La Réunion - unterwegs auf der N3 Richtung Ostküste


La Réunion - Blick auf die Ostküste


La Réunion - Blick auf die Ostküste 


Der Bus folgt danach der Küstenautobahn N 2 für längere Zeit in nördlicher Richtung. Dann biegt der Fahrer in ein Flusstal ein. Das Tal verengt sich, steile Felsen ragen auf, manchmal blicken wir auf Basaltformationen, dann wieder auf viel Grün. Wir sehen Wasserläufe und halten schließlich an den Voile de la Mairée-Wasserfällen. Was so elegant klingt bedeutet nichts anderes als „Kopftuch der Braut“. – Die aus großer Höhe herabstürzenden Wasserfälle sind nicht die gewaltigsten Kaskaden der Insel; beeindruckend sind sie dennoch, vor allem mit zwei Wanderinnen im Vordergrund, die sich das Naturspektakel aus nächster Nähe ansehen..

La Réunion - Landschaft bei La Salazie
La Réunion - Natur pur nahe La Salazie
La Réunion - Cascade Voile de la Mariée
La Réunion - Cascade Voile de la Mariée

Auf der Rückfahrt sehen wir noch die Kirche Notre Dame de l’Assomption in La Salazie. Dann halten wir an einem Obststand mit merkwürdigen, Litschis ähnelnden Früchten. Unser Fahrer bietet uns an, das Obst zu probieren; es schmeckt prima. Nach einem letzten Blick auf die riesigen Felsen des engen Tals starten wir zu unserer gut einstündigen Rückfahrt zum Kreuzfahrtterminal und passieren auch die Inselhauptstadt Saint Denis.

La Réunion - Kirche Notre Dame de l’Assomption


La Réunion - Kirche Notre Dame de l’Assomption


La Réunion - Berg bei Saint André


La Réunion - Berg bei Saint André 


Fazit

Unser kundiger Fahrer absolvierte mit dem Kleinbus in acht Stunden und zwanzig Minuten ein ausgezeichnetes Programm. Wir lernten La Réunion von seiner besten Seite kennen und sahen im Rahmen der Rundtour die wesentlichen touristischen Ziele. Eine vergleichbare Busreise wurde von Costa Crociere nicht offeriert, stattdessen beschränkten sich die Angebote der Reederei nur auf Teilziele.

Der Bus fuhr mit eingeschaltetem Taxameter. Die Schlussrechnung betrug 311,30 Euro. Jeder der acht Teilnehmer zahlte somit nicht einmal 40 Euro. Im Vergleich dazu kosteten die von Costa angebotenen Reisen mehr als das Doppelte.  Die Touren im Sammeltaxi werden von Mitarbeitern des Touristikbüros am Kreuzfahrtterminal von La Possession vermittelt. 

Update März 2024