Autor: Karl W. P. Beyer

Regelmäßig laufen Kreuzfahrtschiffe La Spezia an. Die 95.000-Einwohnerstadt liegt an der Riviera di Levante, präziserer gesagt am Golf von La Spezia oder, wie feinsinnige Geister es formulieren, am Golfo dei Poeti, dem „Golf der Dichter“. Nach Genua ist La Spezia die zweitgrößte Stadt der Provinz Ligurien.

La Spezia - Kreuzfahrtschiff an der Molo Garibaldi

La Spezia - Kreuzfahrtschiff an der Molo Garibaldi


La Spezia - Charmanter Hafen an Liguriens Küste

Im Allgemeinen wird La Spezia wegen seines industriellen Hintergrunds in den Medien leicht abschätzig dargestellt. Das ist schade, denn La Spezia ist bei genauerem Hinsehen mehr als nur einen Blick wert ist. - Von Bord des Kreuzfahrtschiffes präsentiert sich der Ort zuerst als eine im Norden und Westen von einer Hügelkette umgebene Mittelstadt. Im Süden bildet das Ligurische Meer die natürliche Grenze und im Südosten schließt die Region an die Toskana an. Der schmale Küstenstreifen bot naturgemäß wenig Raum für Siedlungen, folglich wurden nicht nur die Küstenebene sondern auch die umliegenden Hügel bebaut. Im Bereich des zentrumsnahen Liegeplatzes liegen repräsentative Wohn- und Geschäftshäuser. Der Eindruck, dass die Destination ein gepflegter und ansehnlicher Ort ist, bestätigt sich sofort nach Verlassen des Schiffs.

La Spezia - Giardini Pubblici an der Viale Iitalia

La Spezia - Giardini Pubblici an der Viale Iitalia


La Spezia – Siedlungsraum von alters her

Funde deuten darauf hin, das La Spezia bereits in prähistorischer Zeit besiedelt war. Danach herrschten Römer, Byzantiner, Langobarden, Normannen, die Genueser Seerepublik und das napoleonische Frankreich über die Region. Von der Herrschaft der Genueser und der Franzosen zeugen noch heute bemerkenswerte Bauten.

La Spezia - Castello di San Giorgio

La Spezia - Castello di San Giorgio


Bereits im Mittelalter war die Stadt, begünstigt durch ihre geschützte Lage, ein bekannter und bedeutender Handels- und Militärhafen. Zeitweilig war La Spezia sogar die wichtigste Marinebasis des Landes. Vor allem der Seefahrt verdankt der Ort seine wirtschaftliche Entfaltung. Werften, Rüstungsbetriebe, Energieerzeugung, die zivile Hafenwirtschaft mit ihren Container-Terminals und der Fährverkehr nach Sardinien und Korsika waren und sind die Stützen der lokalen Wirtschaft. Von besonderer Bedeutung ist auch der Tourismus. Der Fremdenverkehr partizipiert von den benachbarten, weltberühmten Cinque Terre sowie dem Val di Vara im Hinterland.

La Spezia - Via dei Mille im Zentrum der Stadt

La Spezia - Via dei Mille im Zentrum der Stadt


La Spezia – eine interessante Kreuzfahrtdestination

Die Stadt ist Sitz zentraler Institutionen. In La Spezia, und nicht etwa im sechsmal so großen Genua, amtiert Liguriens Regionalregierung. Seit 2001 ist die Stadt Hochschulstandort und seit 1927 fungiert sie als Bischofssitz.

La Spezia - Kathedrale Cristo Re

La Spezia - Kathedrale Cristo Re


Kreuzfahrtunternehmen halten offenbar wenig von dem Tagesziel La Spezia. Es werden kaum Stadtrundgänge angeboten; stattdessen werden die Gäste vorzugsweise zu den weit entfernten, toskanischen Schwergewichten Pisa und Florenz oder in das benachbarte Weltkulturerbe Cinque Terre und zu der im Zugangsbereich liegenden malerischen Kleinstadt Portovenere verfrachtet. Näheres für eine selbstorganisierte Tour folgt zu einem späteren Zeitpunkt unter Cinque Terre an einem Tag.

Portovenere - Tor zu den Cinque Terre

Portovenere - Tor zu den Cinque Terre


Es wäre ein großer Fehler, die benachbarten und mit öffentlichen Verkehrsmitteln einfach zu erreichenden Cinque Terre zu meiden. Aber jeder Tagesbesucher sollte sich zudem bemühen, das attraktive Zentrum La Spezias zu entdecken. Unter La Spezia – Sehenswertes zeigen wir auf, was es zu sehen gibt. Im Übrigen bietet La Spezia auch „Shopaholics“ viele vorzügliche Einkaufsmöglichkeiten.