Autor: Karl W. P. Beyer

Lanzarote ist eine der bemerkenswertesten Inseln des Kanarischen Archipels. Das karge Eiland liegt im Nordosten der Inselgruppe. Die Entfernung zur marokkanischen Küste beträgt circa 130 Kilometer. Bei maximal 58 Kilometern Länge und 34 Kilometern Breite kommt die viertgrößte Kanareninsel auf 846 km² Fläche. Die Küstenlänge beträgt insgesamt 213 Kilometer; die Badestrände werden jedoch nur mit 10 Kilometer Länge ausgewiesen. Lanzarote bietet vorwiegend felsige Landschaft.

Wegweiser auf Lanzarote

Wegweiser auf Lanzarote


Lanzarote – die Vulkaninsel

Wie die anderen Kanarischen Inseln ist Lanzarote infolge von Vulkaneruptionen entstanden. Dabei wurden die Gebirgszüge des Famara-Massivs und die Feuerberge Montañas del Fuego ausgeformt. Zwischen beiden liegt die Sandwüste El Jable. – Die Bergmassive und die Wüstenlandschaft lassen keinen Raum für üppige Vegetation. Lediglich in der Haría-Region im Nordosten der Insel schafft das Tal der 1.000 Palmen einen grünen Kontrast. Die Niederschläge sind gering; im Jahresdurchschnitt fallen nur 112 Millimeter Regen, lediglich in den Höhenlagen des Nordens werden jährlich bis zu 300 Millimeter Niederschlag gemessen. Übrigens: Die letzten Vulkanausbrüche auf Lanzarote ereigneten sich im Jahr 1824.

Blick vom Castillo de Santa Barbara

Blick vom Castillo de Santa Barbara


Lanzarote – vor mehr als 3.000 Jahren besiedelt

Wegen ihrer Nähe zu Afrika dürfte Lanzarote die erste besiedelte Kanareninsel gewesen sein. Phönizier besuchten die Insel nachweislich bereits vor mehr als 3.000 Jahren. Auf sie folgten Griechen und Römer. Nach dem Untergang des Römischen Reichs geriet die Insel in Vergessenheit. Araber entdeckten sie auf ihren Expeditionen erneut im Jahr 999 n. Chr.

Terrassierte Kulturlandschaft vor Haria

Terrassierte Kulturlandschaft vor Haria


Lanzarote – das UNESCO Biosphärenreservat

Die einzigartige Landschaft und die ungewöhnlichen geologischen Bedingungen Lanzarotes veranlassten die UNESCO, die gesamte Insel im Jahr 1993 zum Biosphärenreservat zu erklären. Die internationale Organisation verfolgt mit der Würdigung das Ziel, in der Modellregion eine nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht zu erreichen.

Krater im Timanfaya Nationalpark

Krater im Timanfaya Nationalpark


Arrecife – Lanzarotes Inselhauptstadt

Arrecife ist die größte Stadt und der politische und gesellschaftliche Mittelpunkt Lanzarotes. Dort wohnen gut 40 Prozent der 145.000 Inselbewohner (Stand 2016). Erwähnt wurde Arrecife bereits im 15. Jahrhundert. Nach der Entdeckung der Neuen Welt legten die Segelschiffe auf ihren Reisen Zwischenhalte auf den Kanarischen Inseln ein. Davon profitierte unter anderem Arrecife. Die Bedeutung des Ortes wuchs im Einklang mit der Ausweitung des transatlantischen Schiffsverkehrs.

Arrecife - Strandabschnitt im Zentrum

Arrecife - Strandabschnitt im Zentrum


Arrecife erweckt einen modern Eindruck. Historische Bauten aus kolonialen Zeiten fehlen. Gefällig wirkt die lange Strandpromenade. Anzumerken ist jedoch, dass Arrecife kein Ferienort ist. Die Besucher Lanzarotes kommen der Naturwunder wegen, und sie möchten die Werke des größten Sohnes der Insel bestaunen, des Architekten, Künstlers und Umwelt-Aktivisten César Manrique, der viel für die Insel getan hat.

Eingangsbereich der Fundacion César Manrique

Eingangsbereich der Fundacion César Manrique


Arrecife für Kreuzfahrer

Kreuzfahrtschiffe docken an der Mole von Marmoles im wenig attraktiven und abseits gelegenen Hafenbereich von Arrecife oder näher zum Zentrum im Puerto Naos.

Marina Lanzarote im Puerto Naos

Marina Lanzarote im Puerto Naos


Dutzende Taxifahrer erwarten an den Anlegern jene Gäste, die Touren auf eigene Faust unternehmen wollen. Angeboten werden vor allem Insel-Rundfahrten. Nur wenige Meter hinter den Taxiplätzen liegen an beiden Molen die Büros der Mietwagenanbieter.

(Update - Februar 2019)