Lanzarote - den Westen der Insel entdecken

Lanzarote - den Westen der Insel entdecken


Mit dem Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 4 bereisen wir Ziele der Kanarischen Inselwelt. Eine der besuchten Destinationen ist Lanzarote, die viertgrößte der Kanarischen Inseln. Unser Interesse gilt bei diesem Besuch dem Westen Lanzarotes und speziell dem Timanfaya Nationalpark, der Lagune von El Golfo und dem Weinbaugebiet von La Geria. Mit einem Mietwagen lassen sich die Ziele gut bewältigen.

Lanzarote – Ausflüge auf eigene Faust

Mein Schiff 4 liegt am Naos-Terminal von Arrecife. In der rund 500 Meter entfernten Marina Lanzarote unterhalten die Tourismus Information sowie ein Autovermieter gemeinsame Büroräume. Taxifahrer bieten ebenfalls interessante, mehrstündige Fahrten zu guten Konditionen an. Die Standplätze der Taxifahrer liegen direkt vor der Pier des Kreuzfahrtschiffs. Eine Informationstafel weist die Fahrpreise zu definierten Zielen und für Rundfahrten aus. Wenn die Kreuzfahrtschiffe Lanzarote am späten Nachmittag verlassen, bleibt genügend Zeit, den westlichen Teil Lanzarotes mit dem Mietwagen zu erkunden.

Arrecife bahia mit Kreuzfahrtschiff im Hintergrund


Arrecife bahia mit Kreuzfahrtschiff im Hintergrund


Arrecife - Touristen Information


Arrecife - Touristen Information 


Als Engpass im Verlauf der Rundfahrt mit dem Mietwagen erweist sich der Timanfaya Nationalpark. Die urzeitlich wirkende Vulkanlandschaft zieht Besucher magisch an. Gästen von Kreuzfahrtschiffe empfehlen wir bei individuellen Touren, spätestens gegen 10:00 Uhr die Zufahrtstraße zum Parkplatz des Islote de Hilario zu befahren. Zwei Stunden später sind die Parkplätze ausgelastet und die einzige Zufahrtstraße in den Park ist hoffnungslos verstopft.

Der Timanfaya Nationalpark und seine Umgebung

Unser vorbestelltes Auto steht bereit; am Schalter nebenan kaufen wir bei der Tourismus-Information Eintrittskarten für den Timanfaya Nationalpark.

 Eintrittspreis: Erwachsene 12,00 Euro, Kinder zahlen die Hälfte.

Wir verlassen die Inselhauptstadt und wählen die vorzüglich ausgebaute Landstraße LZ 20. Vorbei an San Bartolomé halten wir uns in Richtung der Ortschaften Mozaga, Tao und Tiagua. In dieser Kleinstadt wechseln wir auf die nach La Vegueta führende Straße LZ 46.

Mancha Blanca – ein Dorf mit besonderer Geschichte

Am Rand der Lavafelder des Timanfaya Nationalparks liegt der 800 Einwohner zählende Flecken Mancha Blanca. Kurz vor diesem Ort erstarrte am Berg Montaña de Guiguan die Lava der andauernden Vulkanausbrüche der Jahre 1730 bis 1736 und des Jahres 1824. Zum Dank für ihre Errettung vor den Lavaströmen errichteten die Dörfler die Wallfahrtskirche Nuestra Señora de los Dolores.

Mancha Blanca - Wallfahrtskirche Nuestra Señora de los Dolores

Mancha Blanca - Wallfahrtskirche Nuestra Señora de los Dolores


Hinter dem Ortsausgang duckt sich das Centro de Visitantes e Interpretación de Mancha Blanca in die Lavafelder. Das weiße, langgestreckte und futuristisch anmutende Gebäude ist nicht zu übersehen. Den Besuchern werden informative, multimediale Präsentationen geboten. Interessierte Besucher verfolgen im Untergeschoss des Gebäudes in Bild und Ton die Simulation eines Vulkanausbruchs.

Centro de Visitantes e Interpretación de Mancha Blanca


Centro de Visitantes e Interpretación de Mancha Blanca


Centro de Visitantes e Interpretación de Mancha Blanca - Geländemodell


Centro de Visitantes - Geländemodell 


 

Unterwegs im Timanfaya Nationalpark

Kurz hinter dem Informationszentrum zweigt die Straße nach rechts ins Innere des Nationalparks ab. An einem Kontrollpunkt werden Eintrittskarten zum Park verkauft. Wir passieren die Sperre mit unseren zuvor bei der Tourismus-Information gekauften Karten. Die Straße führt rund zwei Kilometer bis zum Parkplatz Islote de Hilario. Hinter dem Parkplatz liegt ein vom Förderer der Insel, César Manrique, entworfener Bau mit Café-Restaurant, Sanitäreinrichtungen etc. Vor dem Gebäude starten kontinuierlich Busse zur 14 Kilometer langen Rundfahrt durch die einzigartige Landschaft der Montañas del Fuego, der „Feuerberge“. Die Fahrt dauert 50 Minuten und ist im Eintrittspreis des Nationalparks enthalten. Die Busse bewältigen die schmale und schwierige Strecke in langsamer Fahrt. An sehenswerten Stellen halten die Busfahrer. Die Ausblicke sind oftmals atemberaubend. Mehrsprachige Erklärungen werden im Verlauf der Fahrt gegeben. Die Fahrgäste dürfen die Busse im Verlauf der Fahrt nicht verlassen.

Landschaft im Timanfaya Nationalpark
Landschaft im Timanfaya Nationalpark
Rundfahrtbusse im Timanfaya Nationalpark
Timanfaya Nationalpark - im Hintergrund das Restaurant El Diablo

Unser nächstes Ziel – der Echadero de los Camellos

Nach der Rundfahrt mit dem Bus kehren wir dem Nationalpark den Rücken und fahren in Richtung Yaiza weiter. An der Südseite des Bergs Timanfaya passieren wir den Echadero de los Camellos, den Ruheplatz der Trampeltiere. Mit Dromedaren werden Besucher in 15-minütigen Exkursionen durch die Landschaft transportiert. Jedes Tier trägt zwei Personen. Der Preis für den Ausritt wird aktuell auf 12 Euro beziffert. An Interessenten mangelt es nicht.

Echadero de los Camellos - Liegeplatz der Dromedare


Echadero de los Camellos - Liegeplatz der Dromedare


Karawane der Dromedare im Nationalpark Timanfaya


Karawane der Dromedare im Nationalpark Timanfaya 


Impressionen von der Südwestküste Lanzarotes

In Yaiza, einem ansprechenden und aufgeräumten Ort, steht die Iglesia de Nuestra Señora de los Remedios. Der erste Kirchbau wurde im Jahr 1518 fertiggestellt. Das aktuelle Gotteshaus ist jüngeren Ursprungs. Es ersetzt den Vorgängerbau, der im Jahr 1996 bei einem Brand zerstört wurde. Die einfache Kirche besitzt einen schönen Altar. Gegenüber lädt eine Bar zu „Tapas y Viños“ ein. Für eine Rast fehlt uns die Zeit. Weitere Ziele erwarten uns.

Yaiza - Kirche Nuestra Señora de los Remedios

Yaiza - Kirche Nuestra Señora de los Remedios


El Golfo mit der Lagune

Hinter Yaiza führt die Straße in nordwestlicher Richtung nach El Golfo. Der ehemalige Fischerort wird vor allem wegen der smaragdgrünen Lagune Charco de los Clicos besucht. In einem teilweise versunkenen Vulkankrater hat sich eine von Algen grün gefärbte Wasserfläche gebildet. Gespeist wird sie vom Meer. Leider ist seit Jahren der Wasserzufluss gestört; die Lagune wird kleiner.

Fischerort El Golfo


Fischerort El Golfo


El Golfo - Lagune Charco de los Clicos


El Golfo - Lagune Charco de los Clicos 


Los Hervideros  und die Salinen

Nach dem Aufenthalt in El Golfo folgen wir der Straße in südlicher Richtung. Am Weg liegen die bizarren Felsformationen von Los Hervideros. Von einem Aussichtspunkt schauen wir dem zerstörerischen Wirken der Wellen zu. Die Urgewalt des Meeres hat Löcher und Schneisen in die Lavafelsen geschlagen.

Felsformationen von Los Hervideros

Felsformationen von Los Hervideros


 

 

Auf Los Hervideros folgen die Salinen von Janubío. Bis in die 1970er Jahre produzierten Salz-Bauern jährlich bis zu 10.000 Tonnen Meersalzt. Aktuell kommen die wenigen Salzbauern noch auf ein Viertel der vormaligen Leistung. Das traditionsreiche Gewerbe wird von der Europäischen Union finanziell gefördert. Auf unserem Weg zum Touristenort Playa Blanca umrunden wir das Salinengelände. Die hochgelegene Straße bietet gute Ausblicke auf die Salinen.

Salinas de Janubio

Salinas de Janubio


Playa Blanca – Urlaubsdomizil und Fährhafen

Dem Anschein nach ist Playa Blanca eine hauptsächlich von britischen Urlaubern bevorzugte Destination. Wie viele andere spanische Ferienorte bietet Playa Blanca das typische Geflecht einzelner, ineinander übergehender „Urbanizaciones“. Vermutlich würden wir nichts verpassen, wenn wir den Ort ignorierten. Trotzdem legen wir in einem der vielen Restaurants am Yachthafen Marina Rubicon eine Pause für ein paar Tapas ein. Von der Terrasse des Restaurants beobachten wir die zur Nachbarinsel Fuerteventura fahrende Express-Fähre. Die Küstenpromenade lädt zum Spaziergang ein. Sonnenhungrige zieht es zu den außerhalb der Stadt gelegenen Papagayo-Stränden. Uns fehlt für Beides die Zeit.

Playa Blanca

Playa Blanca


Lanzarotes Zentrum der Dromedare

Der Rückweg nach Arrecife führt uns hinauf in den hochgelegenen Weiler Femés. Früher lebte der Ort von Ziegenzucht und Ziegenkäse-Produktion. Heute bringen die Touristen das Geld.

Hinter Femés liegt Uga. In einem vor Uga gebauten Kreisverkehr stehen und liegen die lebensgroßen Abbilder dreier Dromedare. Den Größenverhältnissen nach zu urteilen sind es Vater, Mutter und Kind. Was es damit auf sich hat? Uga ist der Mittelpunkt der Dromedar-Zucht auf Lanzarote. Viele der dort beheimateten Dromedare transportieren im Timanfaya Nationalpark die Besucher.

Femés


Femés


Uga - Skulpturen von Dromedaren


Uga - Skulpturen von Dromedaren 


Das Weinbaugebiet La Geria

Auf Uga folgt das Naturschutzgebiet La Geria. Auf rund 5.300 Hektar wird Wein angebaut. La Geria ist das größte Weinanbaugebiet der kanarischen Inseln. Lanzarotes Weinbauern produzieren hochwertigen Wein; fünf Millionen Liter sind es im Jahresmittel.

Zu berücksichtigen ist, dass der Weinbau auf Lanzarote ein außerordentlich mühsames Geschäft ist. Um an fruchtbaren Boden zu gelangen, wurden trichterförmige Vertiefungen in die extrem dicke Lavaschicht gegraben. Die Trichter nehmen bis zu drei Weinstöcke auf. Mehr als 10.000 dieser ummauerten Pflanzungen gibt es in La Geria. Die Struktur des Gesteins verhindert ein schnelles Versickern des Wassers. Halbkreisförmige Mauern bewahren die Pflanzen vor dem stetigen Wind. Bodegas der Region bieten Weinverkostungen an. Besuche der Weinkellereien stehen regelmäßig auf den Programmen der Kreuzfahrt-Unternehmen.

Weinbaugebiet La Geria
Bodega im Weinbaugebiet von La Geria
Weinpflanzungen im Weinbaugebiet von La Geria
Weinbaugebiet von La Geria

Das New Yorker Metropolitan Museum of Modern Art (MOMA) würdigte im Jahr 1964 La Geria als Gesamtkunstwerk. Das MOMA vergab die Auszeichnung „Engineering without Engineers“. Andersherum gesagt, es braucht keine Ingenieure um Derartiges zu leisten.

Puerto del Carmen – Lanzarotes größter Touristenort

Der bedeutendste und größte Touristenort Lanzarotes ist Puerto del Carmen. Aus einem beschaulichen Fischerort entstand im Laufe der Jahre ein Ferienort mit circa 30.000 Betten, der dazugehörigen Infrastruktur und einer acht Kilometer langen Strandpromenade.

Puerto del Carmen


Puerto del Carmen


Puerto del Carmen


Puerto del Carmen


Das Tourismusgeschäft von Puerto del Carmen brauchen Gäste eines Kreuzfahrtschiffs während ihres Tagesaufenthalts auf Lanzarote nicht unbedingt zu sehen. Dennoch empfehlen wir, zur Abrundung eines mit vielen Eindrücken gespickten Tages am alten Hafen noch einen Kaffee oder einen Drink zu nehmen und den Ausblick über die Marina zu genießen. Der beste Platz für eine Pause ist das historische Restaurant „La Casa Roja“.

Nach der Pause fahren wir zurück ins 20 Kilometer entfernte Arrecife. Dort begann und dort endet unsere abwechslungsreiche Rundfahrt mit dem Mietwagen durch den Westen Lanzarotes. Wir haben im Tagesverlauf circa 100 Kilometer Wegstrecke zurückgelegt.

Fazit: sehr empfehlenswert.

Update – Februar 2021