Hügel bei Tao

Lanzarote - den Westen der Insel entdecken


Im Februar 2016 besuchen wir mit dem Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 4 die Kanaren-Insel Lanzarote. Wie bei einem vorherigen Besuch mieten wir auch diesmal ein Auto. Heute gilt unser Interesse dem Westen Lanzarotes und speziell dem Timanfaya Nationalpark, der Lagune von El Golfo und dem Weinbaugebiet von La Geria.

Yaiza auf Lanzarote

Yaiza auf Lanzarote


Wissenswertes zu Lanzarote

Wenn die Kreuzfahrtschiffe die Insel im Allgemeinen erst zwischen 17:00 und 18:00 Uhr verlassen, bleibt genügend Zeit, den westlichen Teil Lanzarotes mit dem Mietwagen zu erkunden. Als Engpass erweist sich der Timanfaya Nationalpark. Die urzeitlich wirkende Vulkanlandschaft zieht Besucher magisch an. Gästen der Kreuzfahrtschiffe empfehlen wir, spätestens gegen 10:00 Uhr die Zufahrtstraße zum Parkplatz des Islote de Hilario zu befahren. Zwei Stunden später sind die Parkplätze völlig ausgelastet und die einzige Zufahrtstraße in den Park ist hoffnungslos verstopft.

Besucherparkplätze im Timanfaya Nationalpark

Besucherparkplätze im Timanfaya Nationalpark


Unser Kreuzfahrtschiff liegt am Naos-Terminal von Arrecife. In der angeschlossenen Marina Lanzarote erwarten die Kreuzfahrt-Passagiere das Büro eines Autovermieters sowie die Tourismus Information. - Wer auf Lanzarote nicht Auto fahren möchte, kann selbstverständlich auch mit einem Taxi Inselfahrten zu guten Konditionen antreten. Die Standplätze der Taxifahrer liegen direkt vor der Pier des Kreuzfahrtschiffs. Eine Informationstafel weist die Fahrpreise zu definierten Zielen und für Rundfahrten aus.

Arrecife - Puerto Naos und Marina Lanzarote

Arrecife - Puerto Naos und Marina Lanzarote


Wir mieten unser Auto

Vom Kreuzfahrtschiff bis zur Autovermietung laufen wir etwa 500 Meter. Die Anmietung des Autos ist unkompliziert, da vorher bestellt. Am Schalter nebenan kaufen wir bei der Tourismus-Information im Preis reduzierte Eintrittskarten für den Timanfaya Nationalpark.
Eintrittspreis: Erwachsene 10,00 Euro, Kinder zahlen die Hälfte.

Der Timanfaya Nationalpark

Es bereitet keine Probleme, die weniger als 60.000 Einwohner zählende Inselhauptstadt zu verlassen. Die Überlandstraße LZ 20 ist vorzüglich ausgebaut. Vorbei an San Bartolomé halten wir uns in Richtung der Ortschaften Mozaga, Tao und Tiagua. In dieser Kleinstadt wechseln wir auf die nach La Vegueta führende Straße LZ 46.

Lavahügel vor La Vegueta

Lavahügel vor La Vegueta


Am Rand der Lavafelder des Timanfaya Nationalparks liegt der 800 Einwohner zählende Flecken Mancha Blanca. Kurz vor diesem Ort erstarrte am Berg Montaña de Guiguan die Lava der andauernden Vulkanausbrüche der Jahre 1730 bis 1736 und des Jahres 1824. Zum Dank ihrer Errettung vor den Lavaströmen errichteten die Dörfler die Wallfahrtskirche Nuestra Señora de los Dolores.

Mancha Blanca - Kirche Nuestra Señora de los Dolores

Mancha Blanca - Kirche Nuestra Señora de los Dolores


Hinter dem Ortsausgang duckt sich das Centro de Visitantes e Interpretación de Mancha Blanca in die Lavafelder. Das weiße, langgestreckte und futuristisch anmutende Gebäude ist nicht zu übersehen. Den Besuchern werden informative, multimediale Präsentationen geboten. Wer mag, verfolgt im Untergeschoss des Gebäudes in Bild und Ton die Simulation eines Vulkanausbruchs.

Mancha Blanca - Centro de Visitantes Mancha Blanca - Centro de Visitantes - Ausstellungsbereich

 

Kurz hinter dem Informationszentrum zweigt die Straße ins Innere des Nationalparks ab. An einem Kontrollpunkt werden Eintrittskarten zum Park verkauft. Wir passieren die Sperre mit unseren zuvor bei der Tourismus-Information gekauften Karten. Die Straße führt etwa zwei Kilometer bis zum Parkplatz Islote de Hilario. Hinter dem Parkplatz liegt ein vom Förderer der Insel, César Manrique, entworfener Bau mit Café-Restaurant, Sanitäreinrichtungen etc. Vor dem Gebäude starten kontinuierlich Busse zur 14 Kilometer langen Rundfahrt durch die einzigartige Landschaft der Montañas del Fuego, der „Feuerberge“. Die Fahrt dauert etwa 50 Minuten und ist im Eintrittspreis des Nationalparks enthalten. Die Busse bewältigen die schmale und schwierige Strecke in langsamer Fahrt. An besonders sehenswerten Stellen wird angehalten. Die Ausblicke sind häufig atemberaubend. Mehrsprachige Erklärungen werden im Verlauf der Fahrt gegeben. Die Fahrgäste dürfen die Busse allerdings nicht verlassen.

Timanfaya Nationalpark Timanfaya Nationalpark Timanfaya Nationalpark mit dem Restaurant El Diablo Tmanfaya Nationalpark - Restaurant El Diablo

 

Wir kehren dem Nationalpark den Rücken und fahren in Richtung Yaiza weiter. An der Südseite des Bergs Timanfaya passieren wir den Echadero de los Camellos, den Ruheplatz der Trampeltiere. Mit Dromedaren werden Besucher in 15-minütigen Exkursionen durch die Landschaft transportiert. Jedes Tier trägt zwei Personen. An Interessenten mangelt es nicht.

Tmanfaya Nationalpark - Ruheplatz der Dromedare

Tmanfaya Nationalpark - Ruheplatz der Dromedare


Die Südwestküste Lanzarotes

In Yaiza, einem ansprechenden und aufgeräumten Ort, steht die Iglesia de Nuestra Señora de los Remedios. Der erste Kirchbau wurde im Jahr 1518 fertiggestellt. Das aktuelle Gotteshaus ist noch nicht alt. Es ersetzt den Vorgängerbau, der im Jahr 1996 bei einem Brand zerstört wurde. Die einfache Kirche besitzt einen schönen Altar. Gegenüber lädt eine Bar zu „Tapas y Viños“ ein. Dafür ist keine Zeit gegeben, wir müssen weiter!

Die Kirche von Yaiza

Die Kirche von Yaiza


Hinter Yaiza führt die Straße in nordwestlicher Richtung nach El Golfo. Der ehemalige Fischerort wird vor allem wegen der smaragdgrünen Lagune Charco de los Clicos besucht. In einem teilweise versunkenen Vulkankrater hat sich eine von Algen grün gefärbte Wasserfläche gebildet. Gespeist wird sie vom Meer. Leider ist seit Jahren der Wasserzufluss gestört; die Lagune wird kleiner.

Blick auf El Golfo

Lagune Charco de los Clicos

Danach folgen wir der Straße in südlicher Richtung. Am Weg liegen die bizarren Felsformationen von Los Hervideros. Von einem Aussichtspunkt schauen wir dem zerstörerischen Wirken der Wellen zu. Die Urgewalt des Meeres hat Löcher und Schneisen in die Lavafelsen geschlagen.

Los Hervideros

Los Hervideros


Unser nächster Programmpunkt sind die Salinen von Janubío. Wurden dort bis in die 1970er Jahre noch jährlich bis zu 10.000 Tonnen Meersalz pro Jahr produziert, kommen die wenigen Salzbauern heute nur noch auf etwa ein Viertel der vormaligen Leistung. Auf dem Weg zum Touristenort Playa Blanca umrunden wir das Salinengelände. Die hochgelegene Straße bietet gute Ausblicke auf die Salinen.

Salinas de Janubio

Salinas de Janubio


Playa Blanca

Allem Anschein nach ist Playa Blanca ein vor allem von britischen Urlaubern besuchter Urlaubsort. Er ist ein für spanische Ferienorte typisches Konglomerat einzelner, ineinander übergehender „Urbanizaciones“. Vermutlich würden wir nichts verpassen, wenn wir den Ort ignorierten. Uns ist aber nach einem Snack. Den nehmen wir in einem der vielen Restaurants am Yachthafen Marina Rubicon ein. Von den Terrassen beobachten wir die zur Nachbarinsel Fuerteventura fahrende Express-Fähre. Wir könnten auch ein Stück auf der Küstenpromenade entlang gehen. Die Begleiterin lobt zudem die außerhalb der Stadt gelegenen Papagayo-Strände. Für die haben wir aber keine Zeit.

Hafen von Playa Blanca

Hafen von Playa Blanca


Es wird Zeit, den Rückweg nach Arrecife anzutreten. Die Fahrt führt uns hinauf in den hochgelegenen Weiler Femés. Früher lebte der Ort von Ziegenzucht und Ziegenkäse-Produktion. Heute bringen die Touristen das Geld.

Femés

Femés


Hinter Femés liegt Uga. In einem vor Uga gebauten Kreisverkehr stehen und liegen die lebensgroßen Abbilder dreier Dromedare. Den Größenverhältnissen nach zu urteilen sind es Vater, Mutter und Kind. Was es damit auf sich hat? Uga ist der Mittelpunkt der Dromedar-Zucht auf Lanzarote. Viele der dort beheimateten Dromedare transportieren im Timanfaya Nationalpark die Besucher.

Dromedar-Skulptur im Kreisverkehr vor Uga

Dromedar-Skulptur im Kreisverkehr vor Uga


Das Weinbaugebiet von La Geria

Auf Uga folgt das Naturschutzgebiet La Geria. Auf etwa 5.300 Hektar wird Wein angebaut. Kaum zu glauben, La Geria ist das größte Weinanbaugebiet der kanarischen Inseln. Lanzarotes Weinbauern produzieren hochwertigen Wein; fünf Millionen Liter sollen es jährlich sein.

Im Weinbaugebiet von La Geria

Im Weinbaugebiet von La Geria


Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Weinbau auf Lanzarote ein außerordentlich mühsames Geschäft ist. Um an fruchtbaren Boden zu gelangen, mussten trichterförmige Vertiefungen in die extrem dicke Lavaschicht gegraben werden. In diese Trichter wurden Weinstöcke gesetzt. Die Struktur des Gesteins verhindert ein schnelles Versickern des Wassers, zudem schützen halbkreisförmige Mauern die Pflanzen vor dem Wind. Bodegas der Region bieten Weinverkostungen an. Besuche der Weinkellereien stehen regelmäßig auf den Tagesprogrammen der Kreuzfahrt-Unternehmen.

La Geria - Methodik des Weinanbaus

La Geria - Methodik des Weinanbaus


Puerto de la Carmen

Der bedeutendste und größte Touristenort Lanzarotes ist Puerto de la Carmen. Aus einem beschaulichen Fischerort entwickelte sich ein Ferienort mit circa 30.000 Betten, der dazugehörigen Infrastruktur und einer acht Kilometer langen Strandpromenade.

Puerto del Carmen

Puerto del Carmen


Das alles muss man als Gast eines Kreuzfahrtschiffs im Verlauf eines Tagesaufenthalts nicht unbedingt sehen. Dennoch empfehlen wir, zur Abrundung eines mit vielen Eindrücken gespickten Tages am alten Hafen im historischen Restaurant „La Casa Roja“ noch einen Kaffee oder einen Drink zu nehmen und den Ausblick über die Marina zu genießen.

Puerto del Carmen

Puerto del Carmen


Danach geht es zurück nach Arrecife. Weniger als 20 Kilometer trennen Puerto de la Carmen und die Marina Lanzarote in Arrecife. Dort begann und dort endet unsere abwechslungsreiche und lehrreiche Rundfahrt mit dem Mietwagen durch den Westen Lanzarotes. Wir haben im Tagesverlauf circa 100 Kilometer Wegstrecke zurückgelegt.

Prädikat: unbedingt empfehlenswert.

(Update - Februar 2019)