Autor: Karl W. P. Beyer

Im Verlauf einer Kanaren-Kreuzfahrt macht unser Schiff einen Abstecher nach Funchal auf Madeira. Wir kennen die Stadt und die Insel von vorherigen, längeren Aufenthalten. Bei jedem Besuch gewannen wir bislang neue Eindrücke. Für heute haben wir den Besuch des Jardim Botânico, der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte und des Zentrums von Funchal geplant. 

Funchal - Panorama

Funchal - Panorama


Funchal für Kreuzfahrer

Wir verlassen das Kreuzfahrtterminal und gehen zu Fuß ins Zentrum von Funchal. Vor unserem Schiff liegt die „Lobo Marinho“, der Seewolf, eine Autofähre, die zwischen Madeira und der Nachbarinsel Porto Santo pendelt.

Taxen neben dem Cruise Terminal von Funchal Lobo Marinho - die Porto Santo Fähre

 

Die 741 Quadratkilometer große Insel Madeira präsentiert sich ihren Gästen als Ferieninsel mit vielfältigen Sehenswürdigkeiten. Doch auch die Inselhauptstadt Funchal allein bietet viel Interessantes. Bei unserem Streifzug durch Funchal werden wir einige der Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt bewundern.

Der Fußweg bis zur Marina Funchal, dem Sportboothafen, entlang der Avenida do Mar nimmt weniger als eine halbe Stunde Zeit in Anspruch. Wir brauchen nur der Uferpromenade bis zur Höhe der Fortaleza de São Lourenço zu folgen.

Funchal Marina

Funchal Marina


Das Fort wurde im 16. Jahrhundert errichtet, um Madeiras Hafen vor Piratenüberfällen zu schützen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden an der Anlage viele Veränderungen vorgenommen. Das hat zur Konsequenz, dass der Komplex als eine der besterhaltenen Festungen Portugals aus der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts gilt. Aktuell findet der Bau als Verwaltungssitz der Autonomen Region Madeira Verwendung.

Fortaleza de São Lourenço

Fortaleza de São Lourenço


Mit dem Stadtbus zum Jardim Botânico

Wir nehmen den gelben Stadtbus der Linie 31. Der bringt uns in circa 20 Minuten hinauf zum Botanischen Garten. Die Haltestelle liegt dem Fortaleza de São Lourenço gegenüber an der dem Hafen zugewandten Seite.

Jardim Botânico

Jardim Botânico


Der Fahrpreis bis zum Botanischen Garten beträgt für die Einzelfahrt 1,95 Euro. Tageskarten innerhalb Funchals kosten 4,50 Euro. 
Weitere Buslinien: 29, 30 und 31 A.

Der Jardim Botânico liegt 300 Meter hoch über der Stadt auf dem Gelände der Quinta do Bom Sucesso. Dieses Herrenhaus gehörte ursprünglich der Hoteliers-Familie Reid. Auf der vier Hektar großen, nach fünf Themengebieten gegliederten Fläche wachsen mehr als 2.500 exotische Pflanzen.

Häuser am Jardim Botânico

Häuser am Jardim Botânico


Neben den Pflanzen genießen Besucher den fantastischen Ausblick auf Funchal und den Hafen. Ein Terrassencafé und pieksaubere Toiletten runden den positiven Eindruck ab.

Jardim Botânico - Windrose Jardim Botânico Jardim Botânico  - Siedlerhaus Café/Restaurant im Jardim Botânico

 

Zum Garten gehört der Jardím dos Louros, ein Park mit Volieren vieler exotischer Vögel.

Öffnungszeiten: 9:00 bis 18:00 Uhr
Der Eintrittspreis beträgt 6,00 Euro.

Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte

Im höher gelegenen Ortsteil Monte steht die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte.

Wir erreichen sie mit einer Seilbahn. Deren Talstation liegt nur wenige Schritte vom Botanischen Garten entfernt. Die Fahrt dauert 14 Minuten und führt über 1.600 Meter Länge. Während der Fahrt bewältigt die Bahn eine Höhendifferenz von 220 Metern. Die Fahrt führt über das wilde Flusstal des João Gomes. Unter uns liegt Lorbeerwald.

Monte-Seilbahn - darunter der Lorbeerwald

Monte-Seilbahn - darunter der Lorbeerwald


Oben angekommen verlassen wir die Seilbahn und folgen der Wegweisung zur Estalagem Quinto do Monte, einem 5-Sterne-Hotel mit Blick auf Funchal, den Hafen und das Meer. Bald darauf sehen wir das Gebäude der zweiten Seilbahn Funchals, der Monte-Seilbahn. Wir passieren diese Bahn und gehen weiter in Richtung der Wallfahrtkirche Nossa Senhora do Monte. Die Kirche mit ihren beiden Türmen ist vom Kreuzfahrtschiff aus gut sehen. Berühmt ist sie, weil hier Österreichs Kaiser Karl I begraben ist.

Die Kirche von Monte

Die Kirche von Monte


Mit der Seilbahn zurück nach Funchal

Nach dem Besuch der Kirche stellt sich uns die Frage, wie wir zurück nach Funchal kommen. Zwei Optionen bieten sich dafür an:

Wir könnten mit einem der 70 Kilogramm schweren Korbschlitten hinunter nach Funchal fahren. Das Abenteuer kennen wir bereits aus Filmen. Gleich unterhalb der Kirche warten immer mehrere Schlittenlenker auf Fahrgäste. Sind die gefunden, werden die Schlitten durch Schieben oder Ziehen in Schwung gebracht. Zwei weiß gekleidete Männer mit den unverzichtbaren Strohhüten steuern den Schlitten mit ihren Fahrgästen über Kopfsteinpflaster und Asphalt. Die Fahrt auf der abschüssigen Strecke zwischen Autos hindurch wirkt abenteuerlich. Billig ist sie nicht. Na ja, auch die Schlittenlenker müssen ihre Familien ernähren. Anzumerken ist, dass die Schlittenfahrt am oberen Stadtrand Funchals endet. Mit Rücksicht auf unsere Bandscheiben verzichten wir auf dieses spezielle Erlebnis.

Korbschlitten und Schlittenführer in Monte

Korbschlitten und Schlittenführer in Monte


Wir entscheiden uns für Möglichkeit zwei, eine Fahrt mit der Seilbahn von Monte hinunter nach Funchal. Die ganze Fahrt über bewundern wir von einer der Gondeln das unter uns liegende Panorama Funchals. Die Strecke führt über eine Länge von 3.700 Metern. Sie überwindet die Höhendifferenz von 560 Metern. Die Fahrt endet nach 15 Minuten am Parque Almirante Reis in Funchals Altstadt.

Seilbahn-Bergstation Talstation der Seilbahn - Parque Almirante Reis

 

Der Mercado dos Lavradores

Wer die Markthalle der Erzeuger nicht gesehen hat, war nicht in Funchal. Blumen, Obst, Gemüse, Weine aber auch fangfrischer Fisch, Leder- und Korbwaren gehören zum Angebot. Der Eingangsbereich des großen Gebäudes ist mit Azulejos geschmückt. Alle Bereiche des Gebäudes sind wirklich sehenswert.

Die Markthalle des Mercado dos Lavradores

Die Markthalle des Mercado dos Lavradores


Wir beginnen mit der Fischhalle im unteren Geschoss. Heute wird an einem riesigen Thunfisch herumgesäbelt. Und, wie bei vorherigen Besuchen, sehen wir auch wieder den hässlichen Espada. Der hervorragend schmeckende „Schwarze Degenfisch“ wird vor Madeira aus 600 Meter Meerestiefe herausgeholt. Ein Stockwerk höher, im Erdgeschoss der Markthalle werden Schnittblumen und Blumenzwiebeln verkauft. Strelitzien sind bei Touristen die Renner. Marktstände mit Obst und Gemüse verteilen sich gleichmäßig über das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss.

Mercado dos Lavradores - Espadas Mercado dos Lavradores - Obststände Mercado dos Lavradores - Blumen und Sämereien Mercado dos Lavradores - Obststände

 

Bevor es weitergeht, ist es an der Zeit, in einer der umliegenden Bars eine Bica zu trinken oder in einem Restaurant etwas zu essen. Bica heißt im Portugiesen Espresso.

Besichtigung der Kathedrale Sé

Durch die Rua Ornelas schlendern wir in Richtung Altstadt. Zuerst besuchen wir die Kathedrale Sé. Der Name kommt vom lateinischen „Sedes Episcopalis“ und bedeutet Bischofssitz. Schon im Jahr 1514 wurde der spätgotische Bau in den Rang einer Kathedrale erhoben. Das nach außen hin recht schmucklos wirkende Gotteshaus ist einen Besuch wert.

Turm der Kathedrale Sé Mittelschiff der Kathedrale Sé Kathedrale Sé Holzdecke der Kathedrale Sé

 

Funchals Altstadt erkunden

Um die Kathedrale herum und in nördlicher Richtung laden viele kleine und attraktive Geschäfte zum Schauen und Kaufen ein. Interessantes finden wir auch in der Rua do Bettencourte. Von der verkehrsberuhigten Zone gehen nach links und rechts Straßen und Gassen ab, in denen sich viele kleine Restaurants etabliert haben.

Uns zieht es weiter bis zur Praça de Municipio, einem großen, rechteckigen Platz, dessen eine Schmalseite das alte Rathaus einnimmt.

Praça de Municipio mit dem Rathaus

Praça de Municipio mit dem Rathaus


An der nördlichen Längsseite steht die Johannes-Kirche des Jesuiten-Kollegs. Es besteht die Möglichkeit, gegen geringes Entgelt den Kirchturm zu besteigen. Wir verzichten auf den Kirchturm und den sich bietenden schönen Blick auf die Stadt und pausieren stattdessen im Café do Museu an der Südseite des Platzes. Es ist im Museu de Arte Sacra do Funchal untergebracht. Die freundlichen Bedienungen und die gute Küche lassen uns bei unseren Madeira-Aufenthalten dort regelmäßig einkehren.

Café do Museu

Café do Museu


Zurück zum Schiff

Wir schlendern durch die Gassen hinunter zur Avenida do Infante. Dort steht vor der Banco de Portugal, das Denkmal des João Goncalves Zarco. Das Monument ist dem Entdecker Madeiras und dem Stadtgründer Funchals gewidmet. Am Denkmal wenden wir uns nach rechts und gehen bis zum Jardim Municipal.

Denkmal des João Goncalves Zarco

 

Denkmal des João Goncalves Zarco


Der Jardim Municipal ist eine in den 1880er Jahren geschaffene Parkanlage. Sie erstreckt sich über knapp einen Hektar Fläche. Der Park ist Heimstatt endemischer und exotischer Pflanzen und Bäume. Ein Teich mit Wasservögeln, ein Bistro und eine kleine Bühne ergänzen das Ensemble.

Jardim Municipal an der Avenida do Infante

 

Jardim Municipal an der Avenida do Infante


Vom Park ist es nicht weit bis zu der gewaltigen Fontäne an der Avenida do Infante. Danach zieht es uns noch einmal hinunter zum Yachthafen, um einen Blick auf die „Vagrant“, die ehemalige Yacht der Beatles, zu werfen. Das Schiff liegt heute auf dem Trockenen und wird als Restaurant genutzt. Noch ein Drink und dann gehen wir langsam zum Schiff zurück.

Funchal Marina

Funchal Marina


Wären wir Fans des Fußballspielers Cristiano Ronaldo, er gilt als der bedeutendste Sohn Funchals, würden wir das Museu CR7 ansehen. Es liegt kurz vor dem Hafen im Pestana Hotel und präsentiert neben Fotos und Video-Installationen des Spielers die ihm im Laufe seiner Karriere überreichten Pokale. Das Museum und das Pestana Hotel sind nicht zu verfehlen; auf dem Platz vor dem Museum steht eine Bronze-Skulptur des Spielers.

(Update Februar 2019)