Im Jahr 2019 jährte sich die Entdeckung Madeiras zum 600. Mal. Seitdem der portugiesische Seefahrer João Gonçalves Zarco auf Madeira an Land ging, hat sich die Insel in ein hoch entwickeltes und geschätztes touristisches Ziel gewandelt. Madeira glänzt mit ansprechenden, sauberen Orten, gut ausgebauten Straßen, hochklassiger Hotellerie und guter Gastronomie. Und es gibt vieles auf der 741 Quadratkilometer großen Insel zu entdecken.

Madeira - Küste bei Porto da Cruz
Madeira – die vielseitige Insel
Den vielen mit Kreuzfahrtschiffen anreisenden Tagestouristen empfehlen wir, die spektakulären Attraktionen Madeiras mit einem Taxi oder im Minibus zu besuchen. Hauptsehenswürdigkeiten sind das 580 Meter aus dem Meer aufragende Cabo Girão, die Hochebene Paúl de Serra und die bis zu 1.800 Meter hohe Gebirgslandschaft um Boca da Encumeada. Touren zu diesen Zielen werden in Funchal zu attraktiven Preisen angeboten.
Funchal – viele Sehenswürdigkeiten in einer Stadt
Neben der atemberaubenden, mit verschwenderischem Grün garnierten Landschaft lockt die Inselhauptstadt Funchal ebenfalls mit vielen Attraktionen. An sich bedarf es mehrerer Tage, um einen Überblick zu gewinnen. Wem so viel Zeit nicht gegeben ist, der entdeckt Funchals Sehenswürdigkeiten bei einem Stadtrundgang. Das gilt vor allem für die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe. Vom Kreuzfahrt-Terminal bis ins Zentrum laufen wir weniger als eine Viertelstunde.

Funchal - Fußweg zum Zentrum
Als reizvoll empfinden wir bei einem Rundgang die malerische Altstadt Funchals. Der historische Stadtteil bietet enge Straßen und Gassen, authentische Cafés und Restaurants sowie viele Sehenswürdigkeiten, auf die wir im Folgenden näher eingehen.
Unsere Favoriten in Funchal
Zwei besondere Kirchen
Weit mehr als 80 Prozent der Einwohner Portugals bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche. Entsprechend groß ist die Anzahl der Kirchen in Funchal. Zwei der Gotteshäuser sind einen Besuch wert.
Kathedrale Sé
Die im Jahr 1508 geweihte Kirche wurde im Jahr 1514 zur Kathedrale erhoben. Ihr gebräuchlicher Name ist Catedral Sé. Vollständig heißt sie: Sé Catedral de Nossa Senhora da Assunção. Seit 1910 ist die Mutterkirche des Bistums Funchal als Nationaldenkmal klassifiziert. Von hohem künstlerischen Wert sind der Altaraufsatz der Hochkapelle und die aus Holz gefertigte Decke. Sie gilt als eines der schönsten Deckengewölbe portugiesischer Kirchen.
Rua Do Aljube im Stadtzentrum
Nossa Senhora do Monte
Die Wallfahrtskirche mit den beiden Glockentürmen steht, gut sichtbar, in Funchals Stadtteil Monte in mehr als 500 Meter Höhe. Fertig gestellt wurde das Heiligtum im Jahr 1741. Sieben Jahre später zerstörte ein Erdbeben die Kirche. Der Wiederaufbau dauerte bis ins Jahr 1818. Bekannt ist die Kirche aus zweierlei Gründen: In jedem Jahr findet zu Mariä Himmelfahrt eine große Prozession statt, und die Kirche ist die Ruhestätte des letzten Kaisers von Österreich, Karl I. Er dankte nach dem Ersten Weltkrieg ab und wählte Funchal als Ort seines Exils. Imposant ist die breite Freitreppe, die vor drei Bogengängen endet. Zwei Glockentürme flankieren das Hauptschiff. Dunkler Tuffstein rahmt die Kanten und Fenster der Kirche ein.
Vom Stadtzentrum ist die Kirche ist mit der Seilbahn Teleférico do Funchal innerhalb von 15 Minuten zu erreichen. An die Seilbahnfahrt schließt sich ein kurzer Fußmarsch an.
Talstation: Campo Almirante Reis
Unterhalb der Kirche warten am Caminho do Monte die „Carros de Cesto“ genannten Korbschlitten. Jeweils zwei Schlittenführer bringen den Schlitten samt Fahrgästen in rumpelnder Fahrt hinunter nach Funchal. Die Fahrt ist keine Sehenswürdigkeit; eine Attraktion ist sie allemal.

Funchal - die Lenker der Carros de Cesto
Funchals Festungen
Piraten stellten vor allem im 16. Jahrhundert eine ständige Bedrohung der Schifffahrt auf den Nordatlantikrouten dar. Ein Beleg für das Piratenunwesen des Jahres 1566 ist ein verheerender Überfall französischer Piraten in Funchal. Danach wurden zum Schutz vor den Freibeutern mehrere Stadtfestungen errichtet.
Fortaleza de São João Baptista do Pico
Hoch über Funchal ragt Fortaleza de São João Baptista do Pico auf. Die mächtige Bastion wurde im 17. und 18. Jahrhundert errichtet. Zuletzt nutzte Portugals Marine die Festungsanlage als Kommunikationszentrum. Die Höhenlage biete phänomenale Ausblicke über Funchal und die Südküste Madeiras.
Fortaleza de São Lourenço
Eine andere Festung war das Fort São Lourenço. In der Gegenwart gilt der Komplex als eine der besterhaltenen Festungen Portugals aus der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts. Aktuell wird der imposante Bau vom Ministerpräsidenten der Autonomen Region Madeira und dem Militärkommando als Verwaltungssitz genutzt.
Forte de São Tiago
Schutz vor Seeräubern bot ebenfalls das Forte de São Tiago. Ein erster Bauabschnitt war 1614 abgeschlossen. Im Jahr 1767 wurde die Festung erweitert. Das am Meer liegende gelbe Bauwerk beherbergt heute ein Museum für Gegenwartskunst, Ausstellungsräume und ein Restaurant.
Die Praça do Município
Cãmara Municipal
An dem großen, rechteckigen Platz im Zentrum der Altstadt steht an der schmaleren Ostseite die Cãmara Municipal, Funchals Rathaus. Der repräsentative Bau gilt als herausragendes Beispiel bürgerlicher Architektur des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1883 kaufte die Stadt das Gebäude, um es zukünftig als Rathaus zu nutzen. Auffällig sind das aus Stein gemeißelte Eingangsportal und die elf Fenster der oberen Etage, von denen jedes einen eigenen Balkon besitzt.

Funchal - Cãmara Municipal - das Rathaus
Igréga do Colégio
An der nördlichen Längsseite des Platzes steht die Igréga do Colégio, die Kirche des angrenzenden Jesuitenkollegs. Der Jesuitenorden wirkt seit 1570 auf Madeira. Mit dem Bau der Jesuitenschule wurde im Jahr 1599 begonnen. Der Grundstein zur Kirche wurde 1624 gelegt. Die Jesuitenschule ist in der Gegenwart Teil der Universität von Madeira. Einer der beiden Kirchtürme ist für Besucher geöffnet. Von oben blicken Besucher auf Funchals Häusergewirr.

Funchal - Igréga do Colégio - das Jesuitenkolleg
Museu de Arte Sacra do Funchal
Entlang der Südseite des Platzes erstreckt sich der ehemalige Bischofspalast. Der Bau wird aktuell vom Museu de Arte Sacra do Funchal genutzt. Das vom Bistum Funchal unterhaltene Museum zeigt christliche Kunst und liturgische Gerätschaften.

Café vor dem Museu Arte Sacra do Funchal
Mercado dos Lavradores
Funchals pittoreske Markthalle ist ein typischer Erzeugermarkt. Blumen, Obst und Gemüse werden in verschwenderischer Fülle angeboten. Verkauft werden Weine und fangfrischer Fisch. Einheimische und Touristen freuen sich über das vielfältige Angebot an Leder- und Korbwaren. Beachtenswert sind die schönen Kachelmosaike an den Wänden des zweigeschossigen Gebäudes.
Funchals Botanische Gärten
Madeiras gemäßigte klimatische Bedingungen bewirken, dass die Insel ein grüner und fruchtbarer Landstrich ist. Rundgerechnet 800 unterschiedliche Pflanzenarten gedeihen auf der Insel. Wenn Sonne, wachstumsförderndes Mikroklima und gärtnerische Ambitionen von Landbesitzern zusammenwirken, sind beste Voraussetzungen für großartige Parkanlagen geboten. Wir empfehlen im Besonderen drei traumhafte Gärten.

Funchal - Jardim Municipal an der Avenida do Infante
Jardim Botânico da Madeira
Der Botanische Garten liegt oberhalb von Funchal in 300 Meter Höhe. Auf vier Hektar Fläche wachsen in fünf Themengebieten exotische Pflanzen und Gehölze. Auf dem Parkgelände liegt die Quinta do Bom Sucesso, ein ehemaliges Herrenhaus. Vom Botanischen Garten, führt Funchals zweite Seilbahn hinauf zum Ortsteil Monte.
Jardim Tropical Monte Palace
Mit sieben Hektar Fläche ist dieser Garten nahezu doppelt so groß wie der Jardim Botãnico. Auf dem Gelände des vormaligen Monte Palace Hotels wurde im Jahr 1991 nach vierjähriger Bauzeit eine traumhafte Gartenanlage vollendet. Tausende Pflanzen aus allen Winkeln der Welt schmücken den Garten. Eine Teichanlage mit Wasserfall und Wasservögeln, ein Koi-Karpfen-Becken, ein Museum für afrikanische Skulpturen sowie eine beispiellose Mineraliensammlung bieten Besuchern viele Impressionen.
Die Gartenanlage wird von der Berardo-Stiftung betrieben. Die Buslinien 20,21,22 und 48 fahren von Funchal zum Jardim Tropical. Auch mit der Monte-Seilbahn ist der Garten zu erreichen.
Öffnungszeit: ganzjährig täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr
Palheiro Gardens
Noch größer als die zuvor genannten Gartenanlagen sind die Palheiro Gardens. Die im Volksmund Blandys Garden genannte Parkanlage zählen Gartenkenner weltweit zu den 250 schönsten Gartenanlagen. Auf mehr als zwölf Hektar Fläche wachsen in Themengärten Tausende Pflanzen und Gehölze.
Erreichbar mit den Buslinien 37, 36 A
Die Busse starten im Zentrum Funchals an der Rua Artur de Sousa Pinga und halten direkt vor dem Parkeingang.
Öffnungszeiten: täglich – 9:00 bis 17:30 Uhr.
Reid’s Hotel – eine der Institutionen Funchals
Dem Schotten William Reid verdankt Madeira das 1891 eröffnete Luxushotel Belmond Reid’s Palace. Zeit seines Bestehens war die Nobelherberge Tummelplatz internationaler, prominenter Gäste. Reid’s Palace ist wirklich sehenswert. Und selbst wenn man dort nicht wohnt, ist ein Afternoon Tea im Reid’s wärmstens zu empfehlen. Die Teestunde ist kein billiges, aber ein einmaliges Erlebnis. Es empfiehlt sich, Plätze im Voraus zu reservieren.

Funchal - die Luxusherberge Reid’s Hotel
Funchals Silvesterfeuerwerk
Der wichtigste Tag des Jahres ist der Silvestertag. Zur Jahreswende stellen sich in normalen Jahren neben Touristen aus aller Welt regelmäßig mehr als zehn Kreuzfahrtschiffe ein, um die Passagiere an Madeiras weltberühmtem Silvesterfeuerwerk teilhaben zu lassen.
Hop-On Hop-Off-Touren
Ohne Zweifel bietet Funchal ein mehrere Tage füllendes Sightseeing-Programm. Besuchern die mit Kreuzfahrtschiffen anreisen, steht wesentlich weniger Zeit zur Verfügung. Um ein Optimum der Attraktionen zu sehen, empfiehlt sich eine Rundfahrt mit den Hop-On Hop-Off-Bussen der roten und gelben Linien. Funchal bedarf keiner organisierten Ausflüge!
Mit den Bussen lässt sich die Inselhauptstadt auf angenehme Weise erkunden. Alle 20 Minuten starten Busse zu circa 90-minütigen Rundfahrten. Im Verlauf der Rundfahrt stoppen die Busse an 21 bzw. 23 Haltestellen. Die Fahrt der roten Linie führt bis in den Nachbarort Cámara de Lobos. Die Avenida do Mar an der Marina im Stadtzentrum ist ein idealer Ort für einen Zustieg zu beiden Buslinien.




