Autor: Karl W. P. Beyer

Im Jahr 2019 jährt sich der Jahrestag der Entdeckung Madeiras zum 600. Mal. Seitdem der portugiesische Seefahrer João Gonçalves Zarco auf Madeira an Land ging, hat sich Madeira in ein hoch entwickeltes und geschätztes touristisches Ziel gewandelt. Auf Madeira gibt es ansprechende, saubere Orte, gut zu befahrende Straßen, hochklassige Hotellerie und gute Gastronomie. Und es gibt viel zu entdecken.

Madeira - Küste bei Porto da Cruz

Madeira - Küste bei Porto da Cruz


Madeira – die vielseitige Insel 

Touristen, die einen schnellen Blick auf die 741 Quadratkilometer werfen möchten, empfehlen wir, die spektakulären Attraktionen Madeiras mit einem Taxi oder im Minibus zu besuchen. Zu nennen wären das 580 Meter aus dem Meer aufragende Cabo Girão, die Hochebene Paúl de Serra und die bis zu 1.800 Meter hohe Gebirgslandschaft um Boca da Encumeada. Touren zu diesen Zielen werden überall in Funchal zu attraktiven Konditionen angeboten.

Porto da Cruz im Norden Madeiras

Porto da Cruz im Norden Madeiras


Funchal – viele Sehenswürdigkeiten in einer Stadt 

Doch auch Funchal bietet seinen Besuchern so viel Sehenswertes, dass es mehrerer Tage bedarf, um einen Überblick zu gewinnen. Also, warum nicht einfach Funchals Sehenswürdigkeiten bei einem Stadtrundgang entdecken? Das gilt speziell auch für Gäste von Kreuzfahrtschiffe. Vom Kreuzfahrt-Terminal bis ins Zentrum braucht es weniger als eine halbe Stunde.

AIDAnova im Hafen von Funchal

AIDAnova im Hafen von Funchal


Von besonderem Reiz ist die malerische Altstadt Funchals. Sie bietet enge Straßen und Gassen, authentische Cafés und Restaurants sowie viele Sehenswürdigkeiten auf die wir noch näher eingehen.

Flussbett in Funchal

Flussbett in Funchal


Unsere Funchal-Favoriten 

Zwei Kirchen 

Funchal besitzt eine große Anzahl von Kirchen. Die folgenden beiden schätzen wir besonders.

Kathedrale Sé

Die im Jahr 1508 eingeweihte Kirche wurde im Jahr 1514 zur Kathedrale erhoben. Ihr gebräuchlicher Name ist Catedral Sé. Vollständig heißt sie: Sé Catedral de Nossa Senhora da Assunção. Seit 1910 ist sie als Nationaldenkmal klassifiziert. Von hohem künstlerischen Wert sind der imponierende Altaraufsatz der Hochkapelle und die aus Holz der Insel gefertigte Decke. Sie gilt als einer der schönsten Plafonds in portugiesischen Kirchen.

Kathedrale Sé Kathedrale Sé - der mit Folien verhängte Altar Kathedrale Sé Die Holzdecke der Kathedrale Sé

 

Rua Do Aljube im Stadtzentrum 

Nossa Senhora do Monte

Die Wallfahrtskirche mit den beiden Glockentürmen steht in Funchals Stadtteil Monte in mehr als 500 Meter Höhe. Fertig gestellt wurde das Gotteshaus im Jahr 1741. Sieben Jahre später zerstörte ein Erdbeben die Kirche. Der Wiederaufbau war erst im Dezember 1818 vollendet. Bekannt ist die Kirche aus zweierlei Gründen: In jedem Jahr findet zu Mariä Himmelfahrt eine große Prozession statt. Und die Kirche ist die Ruhestätte des letzten Kaisers von Österreich, Karl I. Er hatte nach seiner Abdankung und Verbannung Funchal als Exil gewählt.

Funchal-Monte - Nossa Senhora do Monte

Funchal-Monte - Nossa Senhora do Monte


Vom Stadtzentrum ist die Kirche ist mit der Teleférico do Funchal-Seilbahn innerhalb von circa 15 Minuten zu erreichen. An die Seilbahnfahrt schließt sich ein kurzer Fußmarsch an.

Seilbahn-Bergstation

Seilbahn-Bergstation


Talstation: Campo Almirante Reis

Unterhalb der Kirche warten am Caminho do Monte die „Carros de Cesto“ genannten Korbschlitten. Jeweils zwei Schlittenführer bringen den Schlitten samt Fahrgästen in rumpelnder Fahrt hinunter nach Funchal. Die Fahrt ist keine Sehenswürdigkeit an sich, eine Attraktion ist sie allemal.

Korbschlitten im Stadtteil Monte

Korbschlitten im Stadtteil Monte


Funchals Festungen 

Piraten stellten vor allem im 16. Jahrhundert eine ständige Bedrohung der Schifffahrt Portugals und seiner Bevölkerung dar. Im Jahr 1566 fiel beispielsweise Funchal einem verheerenden Überfall französischer Piraten zum Opfer. Zum Schutz vor Freibeutern wurden Stadtfestungen errichtet. 

Fortaleza de São Lourenço

Eine der Festungen war das Fort São Lourenço. Im Laufe der Zeit wurde der Bau erweitert. Heute gilt der Komplex als eine der besterhaltenen Festungen Portugals des 16. und 17. Jahrhunderts. Gegenwärtig dient das Gebäude dem Präsidenten der Autonomen Region Madeira als Verwaltungssitz.

Fortaleza de São Lourenço

Fortaleza de São Lourenço


Forte de São Tiago

Zusätzlichen Schutz vor Piraten sollte auch das Forte de São Tiago bieten. Ein erster Bauabschnitt war 1614 abgeschlossen. Im Jahr 1767 wurde die Festung erweitert.

Das am Meer liegende gelbe Bauwerk beherbergt heute ein Museum für Gegenwartskunst, Ausstellungsräume und ein Restaurant.

Fortaleza de São Tiago vom Meer gesehen Fortaleza de São Tiago

 

Die Praça do Município 

An dem großen, rechteckigen Platz im Zentrum der Altstadt steht an der schmaleren Ostseite die Cãmara Municipal, Funchals Rathaus. Das beeindruckende Gebäude gilt als Beispiel bürgerlicher Architektur des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1883 kaufte die Stadt den Bau, um ihn zukünftig als Rathaus zu nutzen. Auffällig sind das aus Stein gemeißelte Eingangsportal und die elf Fenster der oberen Etage, von denen jedes einen eigenen Balkon besitzt.

Das Rathaus an der Praça do Município

Das Rathaus an der Praça do Município


An der nördlichen Längsseite des Platzes steht die Igréga do Colégio, die war die Kirche des angrenzenden Jesuiten-Kollegs. Einer der beiden Kirchtürme ist für Besucher geöffnet. Von oben erhalten Besucher gute Ausblicke auf Funchals Häusergewirr.

Die Igréga do Colégio an der Praça do Município

Die Igréga do Colégio an der Praça do Município


Entlang der Südseite des Platzes erstreckt sich der ehemalige Bischofspalast. Der Bau wird aktuell vom Museu de Arte Sacra do Funchal genutzt. Das vom Bistum Funchal unterhaltene Museum zeigt christliche Kunst und liturgische Gerätschaften.

Das Café do Museu Art Sacra  an der Praça do Município

Das Café do Museu Art Sacra an der Praça do Município


Mercado dos Lavradores

Funchals pittoreske Markthalle ist ein Erzeugermarkt. Blumen, Obst, Gemüse, Weine aber auch fangfrischer Fisch, Leder- und Korbwaren gehören zum täglichen Angebot. Beachtenswert sind auch die schönen Kachelmosaike an den Wänden.

Mercado dos Lavradores - die Markthalle Mercado dos Lavradores - Obststände Flaneure in der Markthalle Mercado dos Lavradores - Blumen und Sämereien

 

Funchals Botanische Gärten

Madeiras gemäßigten klimatischen Bedingungen ist es zu verdanken, dass die Insel ein grüner und fruchtbarer Landstrich ist. An die 800 verschiedene Pflanzenarten gedeihen auf der Insel. Wenn Sonne, wachstumsförderndes Klima und gärtnerische Ambitionen vor allem britischer Landbesitzer zusammenwirken, sind beste Voraussetzungen für wunderbare Parkanlagen geboten. Wir empfehlen drei herausragende Gärten.

Öffentliche Gartenanlage in Funchal

Öffentliche Gartenanlage in Funchal


Jardim Botânico da Madeira

Der Botanische Garten liegt in 300 Meter Höhe oberhalb von Funchal. Auf einer Fläche von vier Hektar wachsen in fünf Themengebieten viele exotische Pflanzen und Gehölze. Auf dem Parkgelände liegt die Quinta do Bom Sucesso, ein ehemaliges Herrenhaus. Vom Botanischen Garten, führt die zweite Seilbahn Funchals hinauf nach Monte.

Jardim Botânico da Madeira Jardim Botânico da Madeira Jardim Botânico da Madeira Windrose aus Pflanzen im Jardim Botânico da Madeira

 

Jardim Tropical Monte Palace 

Mit sieben Hektar Fläche fällt dieser Garten noch größer aus als der Jardim Botãnico. Auf dem Gelände des vormaligen Monte Palace Hotel wurde im Jahr 1991 nach vierjähriger Bauzeit eine wunderbare Gartenanlage vollendet. Tausende Pflanzen aus allen Winkeln der Welt schmücken den Garten. Eine Teichanlage mit Wasserfall und Wasservögeln, ein Koi-Karpfen-Becken, ein Museum mit afrikanischen Skulpturen sowie eine beispiellose Mineraliensammlung bieten Besuchern viele Eindrücke.

Die von der Berardo-Stiftung unterhaltene Gartenanlage ist von Funchal aus mit den Buslinien 20,21,22, oder 48 oder mit der Monte-Seilbahn zu erreichen.
Öffnungszeit: ganzjährig täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr

Jardim Tropical Monte Palace - Teichanlage mit Wasserfall Jardim Tropical Monte Palace - der Japanische Garten Jardim Tropical Monte Palace Das Museum des Jardim Tropical Monte Palace

 

Palheiro Gardens 

Noch größer als die zuvor genannten Gartenanlagen sind die Palheiro Gardens. Die im Volksmund auch Blandys Garden genannte Parkanlage zählt unter Gartenkennern weltweit zu den 250 schönsten Gartenanlagen. Auf mehr als zwölf Hektar Fläche werden in Themengärten Tausende Pflanzen und Gehölze kultiviert.

Palheiro Gardens Palheiro Gardens Palheiro Gardens Palheiro Gardens

 

Erreichbar mit den Buslinien 37, 36 A
Die Busse starten im Zentrum Funchals an der Rua Artur de Sousa Pinga und halten direkt vor dem Parkeingang. 
Öffnungszeiten: täglich – 9:00 bis 17:30 Uhr.

Reid’s Hotel – Funchals Institution 

Dem Schotten William Reid verdankt Madeira eine besondere Institution: das 1891 eröffnete Luxushotel Belmond Reid’s Palace. Zeit seines Bestehens war es Tummelplatz internationaler Gäste und Prominenter. Die Nobelherberge ist sehenswert. Und selbst wenn man dort nicht wohnt, ist ein Afternoon Tea im Reid’s wärmstens zu empfehlen. Kein billiges, aber ein einmaliges Erlebnis. Plätze sollten im Voraus reserviert werden.

Reid's Hotel

Reid's Hotel


Funchals Silvesterfeuerwerk 

Der wichtigste Tag des Jahres ist der Silvestertag. Zur Jahreswende stellen sich neben Touristen aus aller Welt regelmäßig auch mehr als zehn Kreuzfahrtschiffe ein, um ihre Passagiere an Madeiras weltberühmtem Silvesterfeuerwerk teilhaben zu lassen. 

Hop-On, Hop-Off-Touren 

Wir deuteten es an, Funchal bietet ein mehrere Tage füllendes Ausflugs-Programm. Besuchern die mit Kreuzfahrtschiffen anreisen, steht wesentlich weniger Zeit zur Verfügung. Um wenigstens ein Maximum der Attraktionen zu sehen, empfiehlt sich eine Rundfahrt mit den Hop-On, Hop-Off-Bussen der roten und gelben Linien, denn Funchal bedarf keiner organisierten Ausflüge.

Mit den Bussen lässt sich die Inselhauptstadt auf angenehme Weise erkunden. Alle 20 Minuten starten Busse zu circa 90-minütigen Rundfahrten. Dabei werden 21 bzw. 23 Haltestellen angesteuert. Die Fahrt der roten Linie führt bis in den Nachbarort Cámara de Lobos. Die Avenida do Mar an der Marina im ist Stadtzentrum ein idealer Ort für einen Zustieg zu beiden Buslinien.

(Update – Februar 2019)