Die Alhambra

Granada - die Weltkulturerbe-Stadt entdecken


Am 11. April 2019 legt die Neue Mein Schiff 2 im südspanischen Málaga an. Andalusiens zweitgrößte Stadt bietet ihren Besuchern viele Sehenswürdigkeiten. Ein Tag reicht nicht aus, um alles zu sehen. Auch in der näheren und weiteren Umgebung gibt es attraktive Ziele. Eines dieser Ziele ist Granada. Zum Kennenlernen Granadas empfehlen wir den mit Kreuzfahrtschiffen anreisenden Gästen einen geführten Tagesausflug. Die Reise führt durch eine reizvolle, vom Olivenanbau geprägte Landschaft.

Der Weg nach Granada führt durch Andalusiens Olivenland

Der Weg nach Granada führt durch Andalusiens Olivenland


Wissenswertes zu Granada

Die andalusische Großstadt liegt in über 700 Meter Höhe am westlichen Rand der Sierra Nevada. Das mehr als 230.000 Einwohner zählende Granada ist die Metropole der gleichnamigen Provinz. Eine erste schriftliche Erwähnung fand die ursprünglich „Iliberra“ genannte Gemeinde gegen 500 v. Chr. Die Stadt wurde zuerst von Phöniziern, und in der Folge von Römern, Vandalen und Westgoten dominiert. Unter maurischer Herrschaft erblühte die Stadt. Die Mauren eroberten Granada im Jahr 711 n. Chr. und behielten sie für mehr als 780 Jahre.

Blick auf den Albaicín - Granadas ehemaliges maurisches Wohnviertel

Blick auf den Albaicín - Granadas ehemaliges maurisches Wohnviertel


Unter maurischer Herrschaft lebten Araber, Christen und Juden in Granada einvernehmlich zusammen. Mauren entwickelten Granada zu einem kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum. Die Herrschaft der muslimisch-maurischen Herrscher-Dynastien endete erst im Jahr 1492 nach monatelanger Belagerung durch Truppen der Katholischen Könige, der „Reyes Católicos“.

Granadas UNESCO Weltkulturerbe

Granada ist über ein Jahrtausend vom Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen geprägt worden. Im Zentrum Granadas stehen das maurische Erbe und die im Stil des spanischen Barocks entstandenen Bauten der christlichen Eroberer einträchtig nebeneinander. Zu UNESCO Weltkulturerbestätten wurden die Festungsanlage der Alhambra, der Generalife, die Sommerresidenz des Emirs, und der Albaicín, das ehemalige maurische Wohnviertel unterhalb der Alhambra erklärt.

Die Alhambra

Die Alhambra


Alhambra y Generalife vor 20 Jahren und heute

Besuchern Málagas und den Passagieren von Kreuzfahrtschiffen werden von Málaga aus geführte Ausflüge zur Alhambra und in die Generalife-Gärten angeboten. Ein solches bequemes Ausflugspaket nutzen wir im Jahr 2019. Als Individualtouristen besuchten wir 20 Jahre zuvor die Alhambra und den Generalife-Palast. Damals lösten wir Eintrittskarten und betraten die Anlage. An Einschränkungen war nicht zu denken.

Heute, im Zeitalter des Massentourismus, gelten andere Regeln. Der Zugang zur Anlage ist begrenzt. Maximal 7.500 Besucher werden täglich eingelassen. Tickets sind vorzubestellen. Sie sind personalisiert und beim Betreten der Anlage ist ein Personaldokument vorzuzeigen. So ändern sich die Zeiten!

La Alhambra - der Eingangsbereich
La Alhambra - der Eingangsbereich


Besucher legen auf ihrer Besichtigungstour 3½ Kilometer Fußweg innerhalb des monumentalen Ensembles zurück. Begonnen wird der empfohlene Rundweg mit dem Generalife, später geht es hinüber in den Bereich der Alhambra. Die gewaltige Festungsmauer und die Alcazaba, die eigentliche Festung, sind nicht Gegenstand unseres Besichtigungsprogramms.

Der Palacio del Generalife

Der in der Mitte des 13. Jahrhunderts gebaute Sommerpalast der Regenten befand sich ungeschützt außerhalb der Festungsmauern. Über die Herkunft des Namens Generalife wird noch gerätselt.

Der Generalife

Der Generalife


Fest steht: Nach der Reconquista und der Vertreibung der Mauren aus Andalusien am Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Generalife baulich verändert. Die Anlage besteht seitdem aus zwei Teilen. Eine Hofanlage und ein Bewässerungskanal verbinden beide Hausteile. Im Gegensatz zur überladen wirkenden Alhambra ist der Palacio del Generalife schmucklos gehalten. Lediglich kunstvoll gearbeitete dekorative Stuckelemente bringen Abwechslung ins Spiel. Im Generalife wurde nicht regiert. Der Sommerpalast war und ist bis in unsere Zeit ein Ort der Besinnung und Erholung.

Palacio del Generalife und Wasserspiele
Gartenanlage des Palacio del Generalife
Palacio del Generalife - Patio de la Sultana
Palacio del Generalife

Vor dem Palacio del Generalife liegen ein unspektakuläres Auditorio und eine weitläufige, baumgesäumte Gartenanlage mit schönen Wasserbecken. Die gilt es zu durchqueren, bevor das Ensemble der Alhambra betreten wird.

Die baumgesäumte Gartenanlage des Generalife

Die baumgesäumte Gartenanlage des Generalife


Die Alhambra

Die 740 Meter lange und bis zu 220 Meter breite Burganlage auf Granadas Sabikah-Hügel gehört zu den meistbesuchten touristischen Sehenswürdigkeiten Europas. Sie ist das bekannteste und imposanteste Monument maurischer Baukultur und islamischer Kunst in Europa. Das Ensemble besteht aus der befestigten Oberstadt, den Palästen der Nasriden und der Alcazaba, der Zitadelle des Regenten. Die Oberstadt, die Medina, war bewohnt.

Die befestigte Oberstadt der Alhambra

Die befestigte Oberstadt der Alhambra


Das gesamte Burg-Areal umfasst 13 Hektar. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Alhambra im 13. Jahrhundert. Später, nach der Rückeroberung Granadas durch die Katholischen Könige, wurden viele Umbauten vorgenommen. Die maurischen und spanischen Baustile vermischten sich im Laufe der Zeit. Die Mixtur gibt der Anlage ihr besonderes Gepräge. Die Top-Sehenswürdigkeiten der Alhambra sind der Palacio de Carlos V., die Nasridenpaläste und die Medina der Alhambra.

Stuckarbeiten aus maurischer Zeit

Stuckarbeiten aus maurischer Zeit


Palacio de Carlos V.

Der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts regierende Habsburger König Karl V. beabsichtigte, Granada zum Regierungssitz des spanischen Königreichs zu machen. Innerhalb der Alhambra wurde ein repräsentativer, quadratischer Renaissancepalast mit einem kreisrunden Innenhof, der Palacio de Carlos V., gebaut. Nach der Entdeckung Amerikas stockte das Bauvorhaben. Granada wurde nicht Sitz des spanischen Königreichs und der Palacio de Carlos V. verkam als Bauruine. Den Palast nutzen heute das Museo de Bellas Artes de Granada und das Museo de la Alhambra.

Kirche Santa Maria de la Alhambra und der Palacio de Carlos V.
Die Kirche Santa Maria de la Alhambra
Palacio de Carlos V.
Palacio de Carlos V. - der kreisrunde Innenhof

Übrigens: Über mehrere Jahrhunderte blieb der Palacio de Carlos V. eine Ruine. Seit dem 19. Jahrhundert wurde das zwischenzeitlich verfallene gesamte Ensemble der Alhambra restauriert und saniert. Der Palacio erhielt erst im 20. Jahrhundert ein Dach und seit 1958 ist er Museumsstandort.

Die Nasridenpaläste

Den Dreh- und Angelpunkt der Alhambra bilden die Nasridenpaläste. Sie waren der Regierungssitz und der Wohnbereich der Herrscher. Wesentliche Teile sind der Alcázar mit dem Thronsaal und der Löwenhof, der Patio de los Leones. Die Wände des Palastbereiches sind mit Arabesken und arabischen Schriftzeichen aus Stuck versehen. Schöne Gartenanlagen umgeben den Palastkomplex.

Plaza de los Aljibes
Patio de los Arrayanes - der Myrtenhof
Beispiellose Stuckarbeiten
Patio de los Arrayanes - der Myrtenhof
Der Patio de los Leones
Im Patio de los Leones
Der Löwenbrunnen
Stuckdecke der Sala de Abencerrajes

 

Die Medina der Alhambra

In der Medina lebten der Adel und hochgestellte Bürger. Die dort ansässigen Kaufleute, Handwerker und Waffenschmiede gingen in der Oberstadt ihrer Arbeit nach. Blickfänge in dem durch weite Gartenanlagen geprägten Areal der Medina sind heute die Kirche Santa Maria de la Alhambra und ein staatliches Parador-Hotel. Ursprünglich war dieser Bau eine Franz von Assisi gewidmete Klosteranlage.

Der Parador Convento de San Francisco

Der Parador Convento de San Francisco


Fazit unserer Tour zur Alhambra

Wir schätzen es, neue Ziele zu entdecken und lange Zeit zurückliegende Erinnerungen durch wiederholte Besuche aufzufrischen. Organisierte Touren mit gemeinsamem Mittagstisch sind nach unserem Dafürhalten oftmals Zeitdiebe. – Weshalb wir uns dennoch für den organisierten Ausflug nach Granada entschieden haben ist auf die relativ kurze Liegezeit und die gegebenen Distanzen zurückzuführen. Málaga und Granada trennen 150 Kilometer.

Partal Alto

Partal Alto


Zudem sprechen die strikten Zugangsbeschränkungen zur Alhambra und die fixierten Eintrittszeiten speziell für die Nasridenpaläste für eine externe Organisation. Die Teilnehmerzahl war begrenzt und die Reiseleiter boten viele nützliche Informationen. Alles in allem: Ein organisierter Ausflug nach Granada ist sinnvoll.

Palacio del Partal

Palacio del Partal


Insgesamt dauerte die Tour mehr als acht Stunden, von denen knapp drei Stunden auf den Generalife und die Alhambra entfielen. Die Tour schlug mit 105 Euro zu Buche. Im Preis enthalten waren ein Mittagsimbiss und das Eintrittsgeld.

August 2019