Llotja - Palmas ehemalige Handelsbörse

Rundgang durch Palmas bezaubernde Altstadt


Palma, die Hauptstadt der Ferieninsel Mallorca, ist kein kleiner, beschaulicher Ort. Palma ist eine veritable Großstadt mit mehr als 400.000 Einwohnern, die außerdem täglich von Tausenden Tagesgästen besucht wird. Die Stadt ist nicht zuletzt wegen ihres stark frequentierten Flughafens und der beiden Kreuzfahrt-Terminals der Dreh- und Angelpunkt des Inseltourismus. Obendrein ist Palma der Bischofssitz sowie das Verwaltungs- und Hochschulzentrum der Balearen.

Passeig des Born - eine der Flaniermeilen Palmas

Passeig des Born - eine der Flaniermeilen Palmas


In Palma vermengen sich maurische Baustile mit denen der Gotik und Renaissance. Hinzu kommen noch ein paar vom Stil des spanischen „Modernisme“ geprägte Bauten. Das alles ist Grund genug, mit offenen Augen durch Palmas Altstadt zu schlendern. Wir laden Sie ein, uns bei unserem Rundgang durch Palma zu begleiten. Und wir versprechen Ihnen, dass es sich lohnt.

Kathedrale La Seu - Rosette über dem Hauptportal

Kathedrale La Seu - Rosette über dem Hauptportal


Startpunkt  Plaça Major – Palmas zentraler Platz

Wir beginnen unseren Rundgang an der rechteckig angelegten Plaça Major, Palmas bedeutendstem Platz im Zentrum. An der von stattlichen Bauten umgebenen, mehr als einen Hektar großen Fläche laden Cafés und Restaurants zum Tagträumen ein. Ganz gleich, was unser Plan für den Tag vorsieht, auf der Plaça Major trödeln wir gern herum.

Die Plaça Major

Die Plaça Major


Wir verlassen Palmas „gute Stube“ durch einen der drei in die Häuserfront eingelassenen Torbögen und stehen unvermittelt an der Plaça del Marquès del Palmer. Diese Plaça ist einer von gefühlt unzähligen Plätzen im Zentrum Palmas. Neben den vielen Läden gefällt uns dort das modernistische Baudenkmal Can Forteza Rey. Der Architekt des auffälligen Art Nouveau-Baus wurde vom Star-Architekten Gaudí beeinflusst, der von 1904 an die Umbauarbeiten an der Kathedrale La Seu leitete. Uns ist Gaudí vor allem wegen der von ihm in Barcelona geschaffenen Bauten, darunter die Sagrada Familia, ein Begriff. Das reich dekorierte Gebäude Can Forteza ist ein rarer Blickfang im architektonischen Einerlei der umgebenden Gebäude.

Haus im Modernisme-Stil - Can Forteza Rey

Haus im Modernisme-Stil - Can Forteza Rey


Plaça de Cort – Standort des historischen Rathauses

Auch diesen Platz sehen wir gern. Die Plaça de Cort war in der Vergangenheit der Kilometer „Null“ des mallorquinischen Straßenwesens. Er ist vergleichbar mit dem „Monolith Kilometro Zero Argentina“ in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires.

Sehenswert ist die Plaça wegen zweier Dinge: des historischen Rathauses und ihres gewaltigen Olivenbaums.

Das im Barockstil gehaltene „alte“ Rathaus ist zwischen 1649 und 1680 entstanden. Nach einem Großbrand im Jahr 1894 wurden Veränderungen am Gebäude vorgenommen. Geschadet haben die Arbeiten nicht. Bemerkenswert sind die prächtige Fassade, der große mit Fahnen drapierte Balkon und die Fensterfront. Sobald das Innere des Gebäudes betreten wird, fällt die steile Ehrentreppe ins Auge. Sehenswert sind ebenfalls der Plenarsaal und das Büro des Bürgermeisters.

Palmas historisches Rathaus an der Plaça de Cort

Palmas historisches Rathaus an der Plaça de Cort


Das Alter des Olivenbaums auf der Plaça de Cort wird auf 500 bis 600 Jahre geschätzt. Der „Olivo de Cort“ wuchs ursprünglich im Tramuntanagebirge. Im Jahr 1999 wurde er in Palmas Altstadt verpflanzt. Der mächtige, mehrere Tonnen schwere Baum überstand den Umzug glänzend. Er trägt jedes Jahr Früchte und erfreut die Passanten und die Gäste der umliegenden Cafés mit seiner skurrilen Form und seinem Schatten.

Der Olivenbaum der Plaça de Cort

Der Olivenbaum der Plaça de Cort


Basilica de Sant Francesc – zweitgrößte Kirche der Balearen

Unser Weg führt weiter zur Plaça de Santa Eulalia, und an der Esglesia de Santa Eulalia vorbei zur Basilica de Sant Francesc. Die zweitgrößte Kirche der Baleareninseln wurde im 13. und 14. Jahrhundert im Auftrag des Franziskanerorden im gotischen Stil errichtet. Ein Blitzeinschlag zerstörte im Jahr 1580 die Fassade. Die Reparatur erfolgte 100 Jahre später im Stil des Barocks. Eine gewaltige Fensterrose nimmt wesentliche Teile der nüchtern wirkenden Fassade ein. Im Inneren ist die Basilika prunkvoll ausgestattet.

Basilica de Sant Francesc

Basilica de Sant Francesc


Zur Kirche gehören ein Kloster sowie ein Kreuzgang mit trapezförmigem Grundriss. Der herrliche Kreuzgang mit den 115 schlanken Säulen gilt als einer der größten Europas. Das Denkmal vor dem Eingang der Basilika zeigt den von Mallorca stammenden Franziskanermönch Junipero Serra. Er gründete ausgehend von Missionsstationen kalifornische Städte wie San Francisco, Los Angeles und Sacramento.

Kreuzgang des Klosters Sant Francesc

Kreuzgang des Klosters Sant Francesc


Die Arabischen Bäder – Palmas maurisches Erbe

Die Banys Àrabs bleiben den meisten Besuchern Palmas verborgen. Das ist schade: Die im 10. bis 12. Jahrhundert errichteten Arabischen Bäder gelten als wichtiges Relikt aus maurischer Zeit. Von der ursprünglich großflächigen Anlage blieb ein kleiner Teil erhalten. Mittels einer Videopräsentation werden Besucher in mehreren Sprachen, darunter in Deutsch, über die ehemalige Gestaltung der Bäder informiert. Eine den Räumen vorgelagerte kleine Gartenanlage lädt zum Verweilen ein.

In der Gartenanlage der Banys Arabs

In der Gartenanlage der Banys Arabs


Palmas Kathedrale La Seu

Von den Arabischen Bädern gehen wir 400 Meter durch die vorwiegend menschenleeren Straßen und Gassen der Altstadt bis zur Kathedrale La Seu. Sie ist das Wahrzeichen Palmas. Nach mehr als 350 Jahren Bauzeit wurde der Kirchenbau 1587 vorläufig abgeschlossen. In den nachfolgenden Perioden wurden weitere Arbeiten vollzogen. Die 110 Meter lange Kathedrale gilt in Spanien als einer der wertvollsten gotischen Bauten. Das 44 Meter hohe Mittelschiff, die beiden 30 Meter hohen Seitenschiffe, die prächtige Ausstattung sowie die Lichteffekte der Glasfenster beeindrucken Besucher zu jeder Tageszeit.

Kathedrale La Seu
Kathedrale La Seu - Hauptschiff
Kathedrale La Seu - Capella del Corpus Christi
Buntglasfenster der Kathedrale La Seu

 

Palacio Real de la Almudaina

Der Kathedrale gegenüber liegt ein weiteres Kleinod Palmas. Es ist der 20.000 Quadratmeter große Königspalast Palacio Real de La Almudaina. Er ist Sitz der Militärkommandantur; zugleich dient er als Residenz des spanischen Königs, wenn er Mallorca besucht. Der Bau war ursprünglich eine maurische Festung.

Palacio Real de La Almudaina
Palacio Real de La Almudaina
Palacio Real de La Almudaina
Palacio Real de La Almudaina

 

Und wenn wir uns an der Kathedrale und am Palacio Real aufhalten, blicken wir auf die unterhalb der Kathedrale angelegte Parkanlage mit dem künstlichen Salzwassersee. Sie wird Parc de la Mar genannt. Faszinierend ist ebenfalls der Garten S’Hort del Rei, unterhalb des Palacio Real. Beides sind öffentliche Parkanlagen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Fontäne im Parc de la Mar
Parc de la Mar
Eingang zur Parkanlage S’Hort del Rei
Parkanlage S’Hort del Rei

 

La Llotja-Born – ein Szeneviertel wie es im Buch steht

Nach dem Blick in den S’Hort del Rei, überqueren wir die Av. d'Antoni Maura und gehen wenige Schritte durch die Carrer de la Boteria zur Llotja. Gemeint ist damit die ehemalige Handelsbörse. Palma war im 15. Jahrhundert ein wichtiger Handelsplatz des Mittelmeerraums. Der Prachtbau der Llotja war der Versammlungsort der Kaufleute. Der 46 Meter lange und 28 Meter breite Bau besteht ausschließlich aus einem riesigen, lichten Raum. Wir meinen: Unbedingt ansehen, sofern geöffnet!

Die ehemalige Handelsbörse Llotja dels Mercaders
Llotja dels Mercaders - das Gebäudeinnere

 

Die Handelsbörse liegt im Szeneviertel La Llotja-Born. In den umliegenden Straßen und Gassen sind viele Restaurants und Bars entstanden. Wir sprechen aus Erfahrung: Wir haben unsere abendlichen Auszeiten in den umliegenden Lokalen genossen.

Plaça Drassana

Plaça Drassana


Unser Weg endet an der Plaça de la Porta de Santa Catalina

Wir verlassen die Llotja, passieren die Plaça Drassana und gehen weiter in Richtung der Plaça de la Porta de Santa Catalina. Unser Ziel ist das Es Baluard-Museum. Es ist eines der bekanntesten und größten Museen Mallorcas und ein Hort der modernen und zeitgenössischen Kunst. Über 500 Werke einheimischer und internationaler Künstler werden ausgestellt. Das Museum ist ein Teil der ehemaligen Festungsanlage Bastió de Sant Pere.

Museum Es Baluard
Museum Es Baluard
Museum Es Baluard
Museum Es Baluard

 

Die Plaça de la Porta de Santa Catalina „glänzt“ mit einer ungewöhnlichen Kunstinstallation. Gezeigt wird Dennis Oppenheims auf den Kopf stehende Kirche. Der beziehungsreiche Titel lautet: „Device to Root Out Evil“. Die „Vorrichtung zum Ausmerzen des Bösen“ bekämpft mit dem im Boden steckenden Kirchturm die Dämonen in der Hölle, sagte der Künstler. Weitere Kunstinstallationen des Platzes sind zwei riesige Tauben. Auch sie betrachten wir gern. An der Plaça de la Porta de Santa Catalina endet unser Rundgang.

Plaça de la Porta de Santa Catalina - Device to Root Out Evil
Die Tauben der Plaça de la Porta de Santa Catalina

 

Unser Fazit: Wenn Sie unseren Spuren durch Palmas Altstadt folgen, lernen Sie in kurzer Zeit auf engem Raum viele Sehenswürdigkeiten kennen. Übrigens: Bei unserem Spaziergang legten wir weniger als drei Kilometer zurück.