Ausflug nach Mdina


Zauberhaftes MdinaDie Insel Malta ist uns von früheren Aufenthalten wohl bekannt. Wir schätzen die karge Kalksteininsel wegen ihrer einmaligen Geschichte, ihrer gigantischen Bastionen und ihrer freundlichen Menschen. Im Mai 2013 besuchten wir die Insel mit der Celebrity Silhouette.

Davor waren wir im September 2011 mit der Mariner of the Seas in Valletta. Damals durchstreiften wir das historische Stadtzentrum Vallettas. Im Mai 2013 stand uns der Sinn nach anderen Orten. Unsere Wahl fiel auf das im Inneren der Insel liegende Mdina. Es eignet sich gut für einen halbtätigen Ausflug, da die befestigte Stadt mit dem Bus einfach und in kurzer Zeit zu erreichen. Näheres hierzu unter Bus fahren auf Malta.

Mdina und die Nachbarstadt Rabat liegen in knapp 200 m Höhe auf einem Ausläufer der Dingli-Hügel. Mdinas Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet soviel wie „ummauerte Stadt“. Bereits in römischen Zeiten wurden die Siedlungen Mdina und Rabat mit einer Festungsmauer umschlossen. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Verteidigungswall auf Mdina reduziert und verstärkt. Die Probe auf das Exempel bot das Jahr 1422, als Mdina einem Sturmangriff von 18.000 Türken mit Erfolg standhalten konnte.

Mdinas  Befestigungen am Maingate

Mdinas  Befestigungen am Maingate


Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörte Malta der spanischen Krone. Die übergab in jener Zeit die maltesischen Inseln dem Johanniterorden. Die Ritter regierten Malta zuerst von Mdina aus. Im Jahr 1571 ging die Hauptstadtfunktion auf Valletta über. Mdina verlor in der Folge an Bedeutung. Die Einwohner zogen fort. Heute zählt der Ort nur etwa 250 Einwohner. An Nachmittagen, wenn der Andrang der Tagesbesucher abgeebbt ist, zieht wieder Ruhe in eine dann beinahe menschenleere, mittelalterliche Stadt ein.

Mdina mit der Kutsche entdecken

Mdina mit der Kutsche entdecken



Sehenswürdigkeiten Mdinas

Mdinas wuchtiges MaingateDie nicht einmal einen Quadratkilometer große Stadt ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Mdina wird den schönsten ummauerten Städten Europas zugerechnet. In Mdina wohnten die führenden Adelsfamilien der Insel. Sie brachten ihre Bedeutung und ihren Wohlstand durch ansehnliche Stadtpaläste zum Ausdruck. Die säumen noch heute die schmalen, verkehrsberuhigten Straßen der Stadt. Nur Anwohnern ist es gestattet, in Mdina Auto zu fahren. Besucher nehmen die Kutsche.

Touristen, die mit dem aus Valletta kommenden Linienbus angereist sind, verlassen den Bus vor der befestigten Stadt. Danach sind es nur wenige Schritte bis zum aufwendig sanierten Festungsgraben und dem dahinter liegenden Maingate aus dem Jahr 1724. Hinter dem imposanten Maingate betritt der Besucher den St.-Publius-Platz auf dem er sich sogleich um Hunderte von Jahren zurückversetzt fühlen darf.

Steinbrücke vor dem Maingate     Details des Maingates
Rechts am Platz liegen die Mdina Dungeons und der Vilhena Palast. In den Mdina Dungeons werden in den Kammern, Zellen und den geheimen unterirdischen Gängen Geschehnisse der maltesischen Geschichte recht drastisch in Szene gesetzt. Die Besucher erleben die Schrecken und Gräuel mittelalterlicher Kerker. Maltas Vergangenheit weist wohl viele dunkle und manchmal auch grauenhafte Begebenheiten auf.

Vilhena PalastDer über den Dungeons errichtete Vilhena Palast wurde nach seinem Erbauer, dem portugiesischen Großmeister Manoel de Vilhena, benannt. Das schwere Erdbeben des Jahres 1693, dem so viele bedeutende Städte des Mittelmeerraums zum Opfer fielen, hatte auch vor Mdina nicht haltgemacht. Der Vorgängerbau wurde zerstört. Mit dem Bau des nachfolgenden Vilhena Detail des Vilhena PalastsPalasts wurde 1725 begonnen. Er enthielt u. a. Gerichtsstätten, Gefängniszellen, Kerker und einen Richtplatz. - Über die Jahrhunderte wechselten die Nutzungsarten. Von den englischen Herren der Insel wurde er sogar als Hospital genutzt. Gegenwärtig beherbergt ein Teil des Palastes ein naturgeschichtliches Museum. Ein anderer Gebäudeteil steht der Kommune zur Verfügung. Die portugiesische Gulbenkian-Stiftung leistete im Jahr 2002 einen gewichtigen Beitrag zur Restaurierung des Objektes.

An den St.-Publius-Platz schließt sich eine Straße mit dem Namen Triq il Villegaignon an. Der folgen wir. Nach einigen Metern stoßen wir auf die Touristen-Information. Dort erhalten Besucher auf freundlichste Art Informationen zur Stadt und zu den Attraktionen.

St. Paul's KathedraleDie St.-Paul-Kathedrale sollte besucht werden. Die aus dem für die Insel typischen hellen Kalksandstein erbaute Kirche mit den beiden Doppeltürmen ist von außen gesehen recht einfach gehalten. Im Inneren macht die dreischiffige Kirche dank ihres glanzvollen barocken Auftritts sprachlos. Wie in Vallettas St. John’s Co-Cathedral bedecken aufwendig gearbeitete marmorne Grabplatten den Boden. Die Wände und die Decken sind von Fresken geziert, die Momente aus dem Leben der Apostel Petrus und Paulus darstellen. Die beeindruckende Kuppel im Kircheninneren gibt vor, eine Kuppel zu sein. In Wahrheit wurde die „Kuppel“ mit malerischen Mitteln gestaltet.

Türme der St. Paul's Kathedrale     Turmdetails der St. Paul's Kathedrale
Die Kathedrale und das angeschlossene Kathedralmuseum liegen am St. Paul's Place.

St. Pauls Platz Unter den  Kunstschätzen des Kathedralmuseums ist eine Sammlung von Kupferstichen und Holzschnitten Albrecht Dürers zu bewundern. Im Jahr 2013 wird ein Eintrittspreis von 5,00 Euro für die Kathedrale und das Kathedralmuseum erhoben. Ein sehenswertes Bauwerk des St. Paul's Place ist die Casa Gourgion. 

Das Kathedralmuseum     Casa Gourgion
Villegaignon-StraßeFolgt man der die Stadt mittig schneidenden Triq il Villegaignon in nördlicher Richtung, liegt linkerhand die Kirche der Karmeliterbrüder. Im Inneren der Kirche ziehen gewaltige Gemälde die Kirchenbesucher in den Bann. Das Priorat ist für Besucher geöffnet. Das angeschlossene Museum gewährt Blicke in die authentische Küche, den dekorativen Speisesaal, eine Mönchszelle und den nüchternen Andachtsraum.

Turm der Karmeliterkirche

Turm der Karmeliterkirche


Deckengemälde der Karmeliterkirche     Altar der Karmeliterkirche
Palazzo FalsonKurz hinter der Karmeliterkirche liegt auf der rechten Seite der Palazzo Falson. Der geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Das im normannischen Stil erbaute Gebäude macht mit einer aus dieser Ära stammenden Fassadengestaltung auf sich aufmerksam. Der letzte Eigentümer war ein engagierter Kunstsammler. Er hinterließ 3.500 Gegenstände, die im Palast ausgestellt werden. Der Innenhof und die Dachterrasse sind für Besucher zugänglich.

Innenhof des Palazzo Falson

Innenhof des Palazzo Falson


Unter den Palästen Mdinas ragt der im 17. Jahrhundert errichtete Palazzo de Piro heraus. Im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte wurde das Bauwerk immer wieder umgestaltet. Seit 2005 befindet es sich im Besitz des „Metropolitan Cathedral Chapter“ das auch für den Erhalt der Kathedrale und des Kathedralmuseums verantwortlich ist. Seitdem wird versucht, es als kulturelles, künstlerisches und soziale Zentrum zu etablieren.

Mdinas TürklopferNach dem Besichtigungsprogramm lohnt es sich, noch ein wenig durch die engen Gassen Mdinas zu schlendern. Dann und wann genießen wir einen Blick in einen sonst verborgenen Innenhof. Wir erfreuen uns an den vielgestaltigen Türklopfern, die Mdinas massige Türen zieren.  Am Greek’s Gate, einer der Öffnungen in den Wällen, werfen wir einen Blick in die Bastionen am Greek's Gateaufwendig hergerichtete Grünanlage, die neuerdings einen Teil der Wallanlagen optisch abschließt. Und ehe wir es vergessen: In Mdina wird schönes Kunsthandwerk angeboten. Die Ausstellungen sollten besichtigt werden. Uns hatten es vor allem die vielfältigen Silberschmiedearbeiten angetan. Besonders die schönen handgearbeiteten Malteserkreuze möchten wir empfehlen.

Ausblick auf Mosta und Mostas DomkuppelStadtbesichtigungen machen hungrig und durstig. Zwei Lokale bieten sich vor allem an, um Speise und Trank zu genießen. Panoramablicke auf das umliegende Land mit den Städten Mosta und Valletta sind dabei eingeschlossen. Empfehlenswert ist zum einen die in die Stadtmauer eingelassene Terrasse des Fontanella Tea Garden. Die Einrichtung schätzen wir vor allem wegen der vorzüglichen Kuchen. Gehobener und stilvoller geht es im Xpresso Café und dem Bistro des Palazzo de Piro zu.

Fontanella Tea Garden     Palazzo de Piro
Das Fazit eines unterhaltsamen Aufenthalts in Mdina: Wir staunen, wie sich der Ort in den letzten zehn Jahren infolge umfassender Sanierungen verändert hat. Ein Besuch Mdinas ist unbedingt zu empfehlen. Innerhalb von 30 Minuten Busfahrt tauscht man das quirlige Valletta gegen eine mittelalterliche Stadtkulisse ein.