Ausflug nach Mdina


An Malta, der trockenen, kargen Kalksteininsel, schätzen wir nach längeren Aufenthalten die einzigartige Geschichte, die gigantischen Bastionen und speziell die gastfreundlichen Menschen.

Jedes Jahr besuchen Hunderte Kreuzfahrtschiffe Maltas Inselhauptstadt Valletta. Auch die Celebrity Silhouette  legt während einer Mittelmeer-Kreuzfahrt einen Zwischenstopp in Valletta ein. Wir sind an Bord und nutzen die Gelegenheit, um die im Inselinneren liegende Stadt Mdina zu besuchen. Die historische Festungsstadt eignet sich gut für einen halbtätigen Ausflug. Ein Bus des Malta Public Transport bringt uns in kurzer Zeit nach Mdina. Näheres hierzu unter Bus fahren auf Malta.

Mdina – die ummauerte Stadt

Mdina und die Nachbarstadt Rabat liegen in knapp 200 Meter Höhe auf einem Ausläufer der Dingli-Hügel. Mdinas Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet „ummauerte Stadt“. Bereits unter römischer Herrschaft waren die Siedlungen Mdina und Rabat von einer Festungsmauer umschlossen. In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde der Verteidigungswall um Mdina weiter verstärkt. Die Probe für die Wirksamkeit der Festungsanlagen bot das Jahr 1422, als Mdina einem Sturmangriff von 18.000 Türken erfolgreich standhielt.

Mdina - Howard Garden  - Festungsgraben am Stadttor

Mdina - Howard Garden - Festungsgraben am Stadttor


Mdina – einstmals Maltas Hauptstadt

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörte Malta der spanischen Krone. Der spanische König übergab im Jahr 1530 Malta dem Johanniterorden zum Lehen. Die Ritter regierten Malta zuerst von Mdina aus, bevor im Jahr 1571 die Hauptstadtfunktion auf Valletta überging. Mdina verlor in der Folge an Bedeutung, und die Menschen zogen fort. Heute zählt der Ort nur etwa 250 Einwohner.

Mdinas Sehenswürdigkeiten

Die nicht einmal einen Quadratkilometer große Stadt ist eine Sehenswürdigkeit im Ganzen, sie wird den schönsten ummauerten Städten Europas zugerechnet. In Mdina wohnten einst die tonangebenden Adelsfamilien Maltas. Sie brachten ihr Ansehen und ihren Wohlstand durch bemerkenswerte, sandfarbene Stadtpaläste und Kirchen zum Ausdruck. Die Bauwerke säumen noch heute die schmalen, verkehrsberuhigten Straßen der Stadt. Nur Anwohnern ist es gestattet, in Mdina Auto zu fahren. Besucher gehen zu Fuß oder nehmen die Kutsche.

Festungsgraben und Stadttor

Bevor wir die ummauerte Stadt betreten, passieren wir zuerst den aufwendig sanierten Festungsgraben. An den Graben schließt das Stadttor an, das den Hauptzugang zu Mdina bildet. Der wuchtige Bau entstammt dem Jahr 1724. Hinter dem Tor liegt der St.-Publius-Platz. Auf ihm fühlen wir uns sogleich um Hunderte von Jahren zurückversetzt.

Mdina - Brücke vor dem Stadttor


Mdina - Brücke vor dem Stadttor


Mdinas wuchtiges Stadttor


Mdinas wuchtiges Stadttor 


Mdina Dungeons und der Vilhena Palast

Rechts am Platz liegen die Mdina Dungeons und der Vilhena Palast. In den Mdina Dungeons werden in Kammern, Zellen und geheimen unterirdischen Gängen Geschehnisse der maltesischen Geschichte drastisch in Szene gesetzt. Die Besucher erleben die Schrecken mittelalterlicher Kerker.

Der über den Dungeons errichtete Vilhena Palast wurde nach seinem Erbauer, dem portugiesischen Großmeister des Malteserordens, Manoel de Vilhena, benannt. Vom schweren Erdbeben des Jahres 1693, dem viele Städte des Mittelmeerraums zum Opfer fielen, war Mdina ebenfalls betroffen. Der Vilhena Palast wurde zerstört. Mit einem Neubau wurde 1725 begonnen. Er enthielt unter anderem Kerker, Gerichtsstätten und einen Richtplatz. – Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Verwendungszweck des Gebäudes. Unter englischer Herrschaft wurde der Palast als Hospital genutzt. Gegenwärtig beherbergt ein Teil des Komplexes ein naturgeschichtliches Museum. Ein anderer Gebäudeteil wird von der Kommune genutzt. Die portugiesische Gulbenkian-Stiftung leistete im Jahr 2002 einen bedeutenden Beitrag zur Restaurierung des Objektes.

Mdina - Toranlage des Vilhena Palasts


Mdina - Toranlage des Vilhena Palasts


Mdina - Vilhena Palast


Mdina - Vilhena Palast 


An den St.-Publius-Platz schließt sich eine Straße mit dem Namen Triq il Villegaignon an. Der folgen wir. Nach wenigen Metern stehen wir vor der Touristen-Information. Dort erhalten wir Informationen zur Stadt und zu den Sehenswürdigkeiten.

Die St.-Paul-Kathedrale und das Kathedralmuseum

Die Kathedrale und das angeschlossene Kathedralmuseum liegen am St. Paul's Place. Das Gotteshaus war die ursprüngliche Bischofskirche des Erzbistums Malta. Die St.-Paul-Kathedrale mit den beiden markanten Doppeltürmen ist unsere Top-Sehenswürdigkeit in Mdina. Die aus dem für die Insel typischen hellen Kalksandstein erbaute Kirche wirkt von außen eher schlicht. Im Inneren macht uns die dreischiffige, im Barockstil errichtete Kathedrale sprachlos. Wie in Vallettas St. John’s Co-Cathedral bedecken aufwendig gearbeitete marmorne Grabplatten den Boden. Die Wände und die Decken zieren Fresken, die Begebenheiten aus dem Leben der Apostel Petrus und Paulus darstellen. Die „Kuppel“ im Kircheninneren gibt vor, eine Kuppel zu sein. In Wahrheit wurde mit malerischen Mitteln die Illusion einer Kuppel erweckt.

Mdina - Türme der St. Paul’s Cathedral


Mdina - Türme der St. Paul’s Cathedral


Mdina - Kathedralmuseum


Mdina - Kathedralmuseum 


Zu den Kunstschätzen des Kathedralmuseums gehört eine Sammlung von Kupferstichen und Holzschnitten Albrecht Dürers. Ein weiteres sehenswertes Bauwerk des St. Paul's Place ist die Casa Gourgion.

Eintrittspreis für die Kathedrale und das Kathedralmuseum: 10,00 Euro. Preisreduzierungen für Kinder, Senioren und Studenten werden gewährt.
Besucher kaufen die Tickets im Kathedralmuseum.

 

 

Die Kirche der Karmeliterbrüder

Folgt man der Straße Triq il Villegaignon in nördlicher Richtung, liegt auf der linken Seite die Kirche der Karmeliterbrüder. Im Inneren der Kirche ziehen großformatige Gemälde die Kirchenbesucher in den Bann. Das Priorat ist für Besucher geöffnet, und das angeschlossene Museum gewährt Blicke in die Küche, den dekorativen Speisesaal, eine Mönchszelle und den Andachtsraum.

Mdina - Turm der Karmeliterkirche


Mdina - Turm der Karmeliterkirche


Mdina - Altar der Karmeliterkirche


Mdina - Altar der Karmeliterkirche 


Der Palazzo Falson

Kurz hinter der Karmeliterkirche liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Palazzo Falson. Das im 13. Jahrhundert im normannischen Stil errichtete Gebäude macht mit einer aus dieser Zeit stammenden Fassadengestaltung auf sich aufmerksam. Der Palazzo ist auch als Norman House bekannt. Der letzte Eigentümer war ein engagierter Kunstsammler. Er hinterließ 3.500 Kunstobjekte, die im Palast ausgestellt werden. Der Innenhof und die Dachterrasse sind für Besucher zugänglich.

Mdina - Palazzo Falson


Mdina - Palazzo Falson


Mdina - Innenhof des Palazzo Falson


Mdina - Innenhof des Palazzo Falson 


Der Palazzo de Piro

Unter Mdinas Palästen ragt der im 17. Jahrhundert errichtete Palazzo de Piro heraus. Im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte wurde das Bauwerk mehrfach umgebaut. Seit 2005 befindet es sich im Besitz des „Metropolitan Cathedral Chapter“. Diese Einrichtung ist ebenfalls für den Erhalt der Kathedrale und des Kathedralmuseums verantwortlich.

Unterwegs in Mdinas Gassen

Im Anschluss an den Besuch der Sehenswürdigkeiten schlendern wir durch die Straßen und Gassen Mdinas. Dann und wann erhaschen wir einen Blick in einen verborgenen Innenhof. Wir bewundern die vielgestaltigen Türklopfer, die Mdinas massive Türen zieren. – Am Greek’s Gate, einer der Öffnungen in den Mauern, werfen wir einen Blick in die hergerichtete Grünanlage, die die Wallanlagen optisch abschließt. Und, damit wir es nicht vergessen, in Mdina wird schönes Kunsthandwerk angeboten. Uns haben es hauptsächlich die Silberschmiedearbeiten angetan. Wir empfehlen, zur Erinnerung an Mdina eines der schönen handgearbeiteten Malteserkreuze zu kaufen.

Mdina - Banca Giuratale in der Triq IL Villegaignon
Mdina - Türklopfer
Mdina - Türklopfer
Mdina - Festungsmauern am Greek's Gate


Stadtbesichtigungen machen hungrig und durstig. Zwei Lokale bieten sich nach unserer Erfahrung an. Panoramablicke auf das Umland und die Städte Mosta und Valletta sind dabei eingeschlossen. Wir empfehlen zum einen die in die Stadtmauer eingelassene Terrasse des Fontanella Tea Garden. Wir schätzen das Lokal vor allem wegen der vorzüglichen Kuchen, die wir dort genossen haben. Gehobener und stilvoller geht es im Bistro des Palazzo de Piro zu.

Mdina - Fontanella Tea Garden
Fontanella Tea Garden - Blick auf Mdinas Kathedrale
Fontanella Tea Garden - Blick auf Mostas Dom
Mdina - Bistro im Palazzo de Piro

Mdina, authentischer kann Malta nicht sein

Vor mehr als 25 Jahren besuchten wir das erste Mal die von gewaltigen Mauern umschlossene Stadt. Das Fazit unseres letzten Aufenthalts in Mdina: Wir staunen, wie sich der Ort im Laufe der letzten Jahrzehnte nach vielfältigen Sanierungen zum Positiven verändert hat. Deshalb empfehlen wir den Besuch Mdinas. Innerhalb von 30 Minuten Busfahrt tauschen Maltas Gäste das quirlige Valletta gegen die mittelalterliche, mediterrane Stadtkulisse von Mdina ein.

Update März 2021

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