Die zwischen Sizilien und der Küste Nordafrikas im Mittelmeer gelegene Inselrepublik Malta ist gerade einmal 316 Quadratkilometer groß. Im Jahr 2019 besuchten insgesamt 3,5 Millionen Touristen den Außenposten der Europäischen Union. Unter den Besuchern waren mehr als 900.000 Passagiere von Kreuzfahrtschiffen. Wir geben speziell den in Maltas Hauptstadt Valletta ankommenden „Kreuzfahrern“ Hinweise und Empfehlungen für einen abwechslungsreichen Tag auf Malta.

Taxis vor Vallettas Kreuzfahrtterminal
Malta – ein Schmelztiegel der Kulturen
Malta und die Nachbarinsel Gozo wirken auf den ersten Blick karg und ungastlich, dennoch dürfen sich Besucher auf grandiose Landschaftsformationen wie die Dingli Cliffs, Felsentore und Höhlensysteme freuen. Die erstmals vor 6000 oder 7000 Jahren besiedelten Inseln besitzen megalithische Tempelsysteme und die beispiellose UNESCO Weltkulturerbestätte des Hypogäums von Ħal-Saflieni. Das Hypogäum ist ein dreigeschossiges, unterirdisches Gräberfeld mit Wandmalereien und Schnitzereien, das um 4000 bis 3000 Jahre vor Christus entstand. Aus dem Mittelalter und der Neuzeit besitzt Malta von Ordensrittern geschaffene befestigte Städte wie Mdina, Rabat und Valletta.
Sehenswürdigkeiten auf Malta
Für die mit Kreuzfahrtschiffen anreisenden Tagesgäste gilt, dass Malta und Gozo sich nicht für einen geruhsamen Strandurlaub à la Karibik eignen. Beiden Inseln mangelt es im Allgemeinen an langen Stränden. Stattdessen eignen sich die Inseln für ausgiebige Sightseeing-Touren. Sehenswürdigkeiten bieten vor allem die eng beieinanderliegenden Städte Valletta, Mdina und Mosta. Ein Ziel für Liebhaber romantischer und liebenswerter Hafenorte ist das Fischerdorf Marsaxlokk. Menschen, die Trubel bevorzugen, sind in Sliema gut aufgehoben.
Bedeutende sakrale Bauten
St. John’s Co-Cathedral und das Kathedralmuseum in Valletta
Die St. John’s Co-Cathedral präsentieren wir unter Ein Tag auf Malta. Die 53 Meter lange, kunstvoll ausgestattete Bischofskirche zählt zu den schönsten Sakralbauten, die wir kennen. Ungewohnt und sehenswert sind die vielen im Fußboden der Kathedrale eingelassenen prachtvollen Grabplatten aus Marmor, unter denen Ordensritter bestattet wurden. Ein Besuch von St. John’s darf nicht versäumt werden.
St. Paul’s Anglican Cathedral in Valletta
St. Paul’s ist eine Pro-Kathedrale der anglikanischen Diözese von Gibraltar. Ihr Bau wurde von der Witwe König William IV., Adelaide von Sachsen-Meiningen, angeregt als sie anlässlich eines Besuchs auf Malta eine anglikanische Kirche vermisste.
Karmeliten Kirche in Valletta
Neben St. Paul’s Cathedral steht die Karmeliten Kirche. Das Eingangsportal schmücken sechs ionische Säulen. Das unverkennbare Merkmal der Kirche ist ihre 42 Meter hohe, ovale Kuppel. Die im 16. Jahrhundert gebaute Kirche erhielt die Kuppel nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem das Gotteshaus im Krieg durch Bombenangriffe schwer beschädigt wurde. Auffallend sind im Innenraum der Kirche die roten Marmorsäulen.
St.-Paul-Kathedrale in Mdina
Unter Ausflug nach Mdina haben wir die Kirche näher beschrieben. In der St.-Paul-Kathedrale sind wie in Vallettas Co-Cathedral kunstvoll gestaltete Marmorplatten im Boden eingelassen. Die Platten bedecken die Gräber von in der Kathedrale bestatteten Rittern des Johanniterordens.

Mdina - Türme der St. Paul's Cathedral
Die Rotunde von Mosta
Es heißt, dass Mostas runde Kirche weltweit die viertgrößte freitragende Kirchen-Kuppel besitzt. Die Fassade der Kirche bilden zwei seitliche Stützbauten, sechs Säulen und ein flacher Dreiecksgiebel. Im Zweiten Weltkrieg durchschlug während eines Gottesdienstes eine deutsche Fliegerbombe die Kuppel, ohne zu explodieren. 300 Kirchenbesucher kamen mit dem Leben davon. Eine Nachbildung der Bombe wird in der Sakristei der Rotunde ausgestellt.
Wichtige Profanbauten in Valletta
Maltas Hauptstadt besitzt eine Vielzahl bemerkenswerter Bauten. Ein Tag reicht bei weitem nicht aus, um sie alle zu sehen und um das Gesehene zu verarbeiten. Wir beschränken uns auf jene Bauten, die uns gut gefallen und wichtig erscheinen.
Barrakka Gardens
Vallettas Einwohner unterscheiden nach Lower und Upper Barrakka Gardens. Beides sind sehenswerte Parkanlagen. Die Lower Barrakka Gardens wurden Ende des 18. Jahrhunderts angelegt. Besucher genießen von dort den freien Ausblick auf den Grand Harbour. Die Upper Barrakka Gardens sind wesentlich älter als die Lower Barrakka Gardens. Wir zeigen die wunderbare Einrichtung unter Ein Tag auf Malta.
Vallettas Großmeisterpalast
An der Republic Street liegt der im 16. Jahrhundert errichtete Großmeisterpalast. Noch heute gilt er als größter Profanbau Vallettas (Außenmaße 97 mal 83 Meter). Ursprünglich diente der Palast allen Machthabern Maltas als Amtssitz. Bis zur Fertigstellung des Neuen Parlaments im Jahr 2015 nutzte Maltas Volksvertretung den Palast als Tagungsstätte. Im Erdgeschoss lagen ursprünglich die Wirtschaftsräume und Verwaltungstrakte. Das erste Obergeschoss wurde für repräsentative Zwecke genutzt. Für Besucher geöffnet ist das Waffenarsenal; dort werden Waffen und Rüstungen ausgestellt.
Maltas Neues Parlament und City Gate
Am Rand der historischen Altstadt von Valletta ragt das „Neue Parlament“ in die Höhe. Der moderne Bau wurde vom italienischen Stararchitekten Renzo Piano entworfen. Im Zusammenhang mit dem Neubau wurden ein neues Stadttor und ein Freilufttheater eingerichtet. Der großzügige, futuristisch wirkende Bau ist Vallettas neuer Blickfang.
Auberge de Castille – Sitz des Premierministers
Die Johanniterritter Kastiliens, Léons und Portugals ließen die Auberge de Castille in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Residenz in Valletta errichten. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Auberge durch einen zweigeschossigen Neubau im Barockstil ersetzt. Der repräsentative Dienstsitz des maltesischen Premiers gilt als einer der schönsten Bauten Vallettas.

Auberge de Castille
Maltas Festungen
Die auf Malta und Gozo errichteten Festungen sind Ausdruck der wechselvollen Geschichte des Archipels. Festungsbauten gab es auf beiden Inseln seit der Zeit der Römer und Mauren. Erst der Johanniterorden erkannte die strategische Lage Maltas und schuf zwischen den Jahren 1530 und 1800 monumentale Verteidigungsanlagen. Nur wenige der Bastionen sind für die Öffentlichkeit geöffnet. Uns genügt der Blick von außen auf die Festungen.
Malta Experience
Die Multimediashow des Malta Experience beleuchtet die 6000-jährige Geschichte Maltas. Die „Sacra Infermeria“, die Heilige Krankenstation des Johanniterordens darf ebenfalls besichtigt werden.
Ausflug nach Mdina
Nicht länger als einen halben Tag dauert ein Ausflug in die ehemalige Inselhauptstadt Mdina. Der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie „ummauerte Stadt“. Über den Besuch der von einer gewaltigen Festungsmauer umgebenen Stadt berichten wir unter Ausflug nach Mdina.

Mdina - Triq Il Villegaignon
Marsaxlokk – Fischerdorf und Ziel der Touristen
Zwölf Kilometer trennen Valletta und den Fischerort Marsaxlokk. Die Kleinstadt diente den Phöniziern und Römern einst als Haupthafen der Insel. In der Gegenwart ziehen bunt gestrichene Fischerboote und der täglich stattfindende Markt an der Hafenpromenade Besucher an. Sehenswert ist ebenfalls die Pfarrkirche Madonna ta‘ Pompej (Our Lady of Pompei). Entlang der Hafenpromenade sorgen rustikale Lokale für das Wohl der Gäste.
Sliema – die heimliche Hauptstadt Maltas
Der Marsamxett Harbour trennt Valletta von Sliema. Größer könnte der Unterschied nicht sein: Auf der einen Seite des Naturhafens liegt Vallettas historische Altstadt; ihr gegenüber erstreckt sich auf der anderen Seite der Bucht die moderne und rührige Stadt Sliema. Der Hauptanziehungspunkt für die Touristen ist die lange, gepflegte Uferpromenade. Sie öffnet den Blick auf das weite Meer. Unterhalb der Promenade sonnen sich Malteser und Gäste auf Felsen und schwimmen in Naturbecken oder im offenen Meer. Sliema ist eine vom Tourismus geprägte Stadt. Sie besitzt Hotels, Bars, Restaurants und Einkaufszentren; für alles ist gesorgt. Maltas Tagesgäste, denen nicht der Sinn nach historischen Sehenswürdigkeiten steht, besuchen Sliema. Zwischen Valletta und Sliema pendelt regelmäßig eine Personenfähre.
Update März 2021










