Auf der Rückseite unserer EURO-Scheine erkennt man linksseitig die Karte von Euroland. In der linken unteren Ecke ist ein weiterer winziger Kartenausschnitt zu sehen. Dieser stellt die überseeischen Geltungsbereiche des EURO dar. Eines der Gebiete ist das knapp 7.000 Kilometer von Frankreich entfernte Übersee-Département Martinique. Womit wir schon beim Thema wären.
Martiniques Geschichte kurzgefasst
Die Siedlungsgeschichte der Insel begann gegen 4000 vor Christus. Im 10. Jahrhundert nach Christus zogen Mitglieder des Stammes der Kariben nach Martinique. Dabei blieb es bis zur Kolonialisierung durch Frankreich im Jahr 1635. Und noch ein wichtiges Datum: Christoph Kolumbus entdeckte die Insel im Jahr 1502 im Verlauf seiner vierten westwärts gewandten Reise.

Martinique - Fort-de-France - Fort Saint Louis
Bis auf drei kurze Besatzungsperioden seitens des englischen Königreichs blieb Martinique bis in die Gegenwart in französischer Hand. Innerhalb von etwa 25 Jahren nach Beginn der Kolonialisierung schafften es die französischen Landnehmer, die einheimische Bevölkerung auszurotten. Die Insel erwies sich für den Anbau von Zuckerrohr als gut geeignet. Die Zuckerproduktion bedingte den Einsatz von vorwiegend afrikanischen Arbeitssklaven. Erst im Jahr 1848 wurde die Sklaverei in den französischen Kolonien offiziell beendet. Aus der Sklavenhaltung erklärt sich, weshalb 80 Prozent der Bevölkerung Martiniques afrikanische Vorfahren haben. Nach dem Ende der Sklaverei verrichteten auch Inder und Chinesen die Arbeit auf den Plantagen. Im Jahr 1946 erlangte Martinique den Status eines französischen Übersee-Départements.

Martinique - Vulkan Mont Pelée
Martinique – Fakten und Zahlen
Die Insel gehört zu den Inseln über dem Winde, die Bestandteil der Kleinen Antillen sind. Die Fläche des französischen Übersee-Départements misst stattliche 1.128 Quadratkilometer. Die im Westen Martiniques gelegene Inselhauptstadt Fort-de-France trennt die Insel in eine nördliche und eine südliche Hälfte.
Im eher rauen, feuchten und mit üppigem Pflanzenwuchs bedachten Norden liegen mehrere hohe Berge. Mit knapp 1.200 Metern Höhe ragen in Sichtweite der Hauptstadt die Pitons du Carbet empor. Etwas nördlicher liegt der 1.397 Meter hohe Vulkan Montagne Pelée. Er erlangte im Jahr 1902 eine traurige Berühmtheit, als er die damalige Inselhauptstadt Saint Pierre unter Vulkanasche begrub. Beim Vulkanausbruch verloren nach heutigen Schätzungen zwischen 28.000 und 40.000 Menschen ihr Leben.
Im Süden Martiniques fehlen hohe Berge. Die Landschaft ist vorwiegend flach und von kilometerlangen Sandstränden geprägt. Dort befinden sich die meisten touristischen Ziele. Ganz im Süden, dort wo der Canal de Sainte-Lucie verläuft, liegen ein Salzsee und ein „Lava Wald“. Wegen des trockeneren und beständigen Klimas zieht es Touristen vor allem in den Inselsüden.
Nach dem verheerenden Vulkanausbruch des Montagne Pelée und der Zerstörung der Stadt Saint Pierre wurde Fort-de-France zur neuen Inselhauptstadt erkoren. Die Stadt liegt an einer weiten Bucht, der Baie des Flamands. Die vom historischen Fort Saint Louis geprägte Stadt ist eine der größten der gesamten Antillenregion. Von den ungefähr 350.000 Einwohnern der Insel (Stand 2023) lebt mehr als ein Viertel in Fort-de-France. Die Präfektur, der Regionalrat und alle wichtigen Behörden sind hier ansässig.

Martinique - Fort-de-Frnce- Malecon
Martiniques Wirtschaft
Die Insel ist seit jeher von Landwirtschaft geprägt. Bananen sind in der Gegenwart das wichtigste Exportgut Martiniques. Diese Früchte machen 40 Prozent der Exporterlöse Martiniques aus. Weitere Agrarprodukte sind Rohrzucker, Rum und Ananas. Die Menschen sind – sofern sie Arbeit haben – vorwiegend im Dienstleistungssektor, dem Handel und im Tourismus beschäftigt. Die Angaben zur Arbeitslosenquote variieren. Sie wird aktuell mit 10 bis 17 Prozent beziffert. Hinzu kommen – bedingt durch die kostspieligen Importe aus dem Mutterland – hohe Lebenshaltungskosten.
Martinique – Ziel der Kreuzfahrtschiffe
Auf Martinique legen Kreuzfahrtschiffe in Fort-de-France, Le Marin und in Les Anses d’Arlet an. Die beiden letzten Destinationen sind zu vernachlässigen. Sie sind das Ziel eher kleinerer Schiffe. Das Gros der Kreuzfahrtschiffe steuert die Hauptstadt an.
Dort gibt es zwei Pieranlagen. Der meist genutzte Anlegeplatz ist der Pointe Simon Pier im Stadtzentrum. Die Entfernung zur Kathedrale Saint-Louis, einer der wesentlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt, beträgt etwa einen halben Kilometer. Der Cruise Pier von Tourelles liegt etwas abseits. Bis zur im Zentrum gelegenen Kathedrale beträgt die Entfernung etwa anderthalb Kilometer. Der Cruise Guide What’s in Port beschreibt Fort-de-France als eine „Mischung aus New Orleans und einer Stadt an der französischen Riviera“.
Soweit mögen wir nicht gehen. Fakt ist aber, Martinique und die Inselhauptstadt Fort-de-France sind beliebte Zwischenziele bei Kreuzfahrten im karibischen Raum. Über Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten berichten wir unter Martinique Sehenswürdigkeiten und Ein Tag auf Martinique.
Update März 2025



