Martinique Strände auf eigene Faust

Martinique Strände auf eigene Faust

Autor: Christopher Plau

Martinique – die „Insel der Blumen“ – bietet Kreuzfahrtgästen traumhafte Strände und karibisches Flair. Wir haben einen Tag auf Martinique auf eigene Faust gestaltet, um die schönsten Strände rund um die Bucht von Fort-de-France zu erleben. Unser Plan: Mit der öffentlichen Fähre Blue Lines setzen wir vom Kreuzfahrthafen über zur Halbinsel Pointe du Bout und erkunden von dort mehrere Strände zu Fuß. Dieses Vorhaben erwies sich als perfekt für einen unabhängigen Landausflug – wir konnten gleich mehrere Martinique-Strände genießen und waren rechtzeitig zurück am Schiff. Im Folgenden berichten wir ausführlich von unserem Tag in Martinique. Viel Spaß beim Mitreisen!

1. Martinique – Start am Kreuzfahrtterminal

Martinique - Kreuzfahrtterminal Fort-de-France

Martinique - Kreuzfahrtterminal Fort-de-France


Unser Kreuzfahrtschiff macht am Pointe Simon Cruise Terminal in Fort-de-France fest. Von dort sind es nur ein paar Minuten Fußweg zum Fähranleger der Blue Lines-Boote, die mehrmals stündlich über die Baie de Fort-de-France übersetzen. Die Tickets kaufen wir bequem am Automaten direkt am Pier – ein Hin- und Rückfahrt-Ticket kostet 7 € pro Person. Die Fähren fahren bereits am frühen Morgen und bis in den Abend (täglich etwa von 6:30 bis 22:30 Uhr), was Kreuzfahrern viel Flexibilität gibt. Auch die Frequenz ist hoch: Unter der Woche pendeln die Boote häufig, sodass Wartezeiten selten lang sind. Infos zu den Abfahrtzeiten findest du unter https://www.bluelines.mq/en. Wir studieren kurz den Fahrplan (ausgehängt am Terminal) und nehmen dann die nächste Fähre Richtung Anse à l’Âne.

Die Überfahrt ist kurzweilig: In rund 55 Minuten (es war Sonntag und sehr voll) bringt uns das Boot über die weite Bucht. Schon diese kleine „Kreuzfahrt“ ist ein Genuss – wir genießen den Ausblick zurück auf Fort-de-France mit dem markanten Fort Saint Louis und voraus auf die grünen Hügel von Trois-Îlets, jener Gemeinde, in der unsere Zielstrände liegen. Die Sonne lacht, ein leichter Fahrtwind weht, und voller Vorfreude schauen wir dem ersten Strand entgegen. Nach einem kurzen Stopp an der Haltestelle Anse Mitan (dazu später mehr) erreicht das Boot Anse à l’Âne, unseren ersten Strand des Tages.

Uferpromenade von Fort-de-France
Ticketautomat für die Schiffe der BLUE Lines
Bootsfahrplan Martinique BLUE Lines
Warten auf das Boot zum Strand am Anleger von Fort-de-France

 

Blick vom Anleger auf das Kreuzfahrtterminal mit Mein Schiff 2
Kurzer Stopp am Anleger vom Strand Anse Mitan
Auf dem Weg zu den Stränden
Ankunft am Strand von Anse à l’Âne

 

2. Plage de Anse à l’Âne

Der Strand: Plage de Anse à l’Âne

Der Strand: Plage de Anse à l’Âne


Gleich beim Anlegen spüren wir den entspannten karibischen Rhythmus von Anse à l’Âne. Der Strand ist eine hübsche kleine Bucht mit hellem Sand, gesäumt von Palmen und Seemandelbäumen, die natürlichen Schatten spenden. Das Wasser ist ruhig und klar. Direkt am Anleger ragt ein hölzerner Steg ins Meer, an dem die Fähren an- und ablegen. Rundherum erstreckt sich das Dorf Anse à l’Âne mit ein paar bunt gestrichenen Häusern, kleinen Hotels und Ferienwohnungen. Trotz einiger touristischer Einrichtungen hat der Ort seinen authentischen Charme bewahrt.

Bevor wir uns ein Plätzchen im Sand suchen, fällt der Blick auf mehrere Strandrestaurants und Bars direkt am Strand. Man kann hier an Tischen im Sand sitzen oder schattig im Restaurant lokale Spezialitäten genießen – vom frischen Fisch bis zum Ti’Punch. Wir entscheiden uns, zuerst etwas die Gegend zu erkunden. Entlang des Strandes und auch im Ort dahinter befinden sich kleine Restaurants wie z.B. das bekannte Pignon Nouvelle Vague (berühmt für kreolische Küche). Auch ein kleiner Supermarkt (Carrefour Express) und eine Bäckerei (Boulangerie Pâtisserie Pom'Kanel) liegen unweit des Strandes, sodass Selbstversorger alles Nötige finden.

Dann breiten wir unsere Handtücher unter einer Palme aus und springen ins karibisch warme Meer. Das Wasser hier an der Anse à l’Âne ist wirklich angenehm ruhig, kaum Wellen stören die Schwimmer. Beim Schnorcheln entdecken wir sogar ein paar bunte Fische in Ufernähe. In der Ferne schaukeln ein paar Boote vor Anker. Sogar an einem Sonntag ist dieser Strand herrlich entspannt; nur wenige Familien und Paare verteilen sich auf dem Sand. Wir genießen die friedliche Stimmung unter Palmen – besser kann ein Kreuzfahrttag in der Karibik kaum beginnen!

Nach rund anderthalb Stunden Entspannung beschließen wir, zum nächsten Strand aufzubrechen. Man könnte jetzt einfach die Fähre zurücknehmen (es gibt von hier aus auch Direktboote nach Fort-de-France). Doch wir haben uns vorgenommen, zu Fuß zur benachbarten Anse Mitan zu wandern – ein kleiner Abenteuer-Spaziergang entlang des Hügels Morne d’Alet, der die beiden Buchten trennt.

Plage de Anse à l’Âne
Etliche Palmen und Seemandelbäume spenden Schatten
Am Strand gibt es einige Restaurants und Bars
Sehr schöner Strand

 

3. Zu Fuß von Anse à l’Âne zum Anse Mitan

Der schmale Pfad vom Anse à l’Âne zum Anse Mitan

Der schmale Pfad vom Anse à l’Âne Strand zum Anse Mitan Strand


Der Fußweg ist nur etwa 1,5 km lang, führt jedoch über einen niedrigen Hügel – festes Schuhwerk und etwas Kondition schaden nicht. Wir schultern also unseren Tagesrucksack und machen uns auf den Weg. Am nördlichen Strandende von Anse à l’Âne verlassen wir den Strand und queren die Rue des Balaous (die Rue des Balaous ist der Weg nach Anse Mitan, aber hier kommt man links nach einigen Metern nicht mehr weiter). Von dort gehen wir geradeaus durch einen Fußweg bis zur Rue de la Bécune, der wir links den Hang hinauf folgen. Bei der ersten Kehre verlassen wir die Straße und gehen geradeaus weiter bis zu einem markanten Gebäude mit hellblauem Dach, dort biegen wir auf einen schmalen Pfad (Rue des Balaous) nach rechts ab – dieser unbefestigte Weg führt hinüber nach Anse Mitan.

Der schattige Pfad schlängelt sich durch Wald und Gestrüpp. Ab und zu geben die Bäume einen Blick frei auf das Meer. Wir begegnen niemandem – offenbar ist diese Verbindung kein typischer Touristenpfad, sondern eher bei Einheimischen bekannt. Tatsächlich ist der Weg nicht ausgeschildert und es erfordert ein wenig Orientierungssinn den Startpunkt des Pfades zu finden. Nach etwa 15 Minuten bergauf und bergab hören wir schon Verkehrsgeräusche – ein Zeichen, dass wir uns Anse Mitan nähern.

Der Pfad spuckt uns neben einer unscheinbaren Anlage aus, die sich als Klärwerk entpuppt. Hier befinden wir uns oberhalb von Anse Mitan. Wir folgen der Straße nach rechts in Richtung Meer und dem Strand von Anse Mitan. Nach einigen Minuten haben wir die Wanderung erfolgreich gemeistert und sind bereit für den nächsten Badestopp!

4. Plage de Anse Mitan

Der Strand: Plage de Anse Mitan

Der Strand: Plage de Anse Mitan


Die Plage de l’Anse Mitan präsentiert sich ganz anders als Anse à l’Âne. Dieser Strand ist schmaler und städtischer, dafür aber belebt und lebendig. Anse Mitan gilt als einer der populärsten Strände von Martinique – entsprechend finden wir hier eine Mischung aus Touristen und Einheimischen, die das Strandleben genießen. Der Sand ist goldgelb und weich, und das Wasser schimmert in Türkistönen. Während es unter der Woche recht ruhig zugeht, verwandelt sich der Strand an Wochenenden in einen Treffpunkt für viele Familien aus Fort-de-France, die mit der Fähre herüberkommen. Dann klingt am Abend auch mal Zouk- und Reggae-Musik aus den Boxen der Strandbars und es herrscht ausgelassene Stimmung. Heute – es ist Sonntag – herrscht reges Treiben. Musikboxen dudeln Zouk-Klassiker, Kinder plantschen im flachen Wasser, während Familien Picknick unter Sonnenschirmen machen.

Auffällig ist, dass natürlicher Schatten hier Mangelware ist. Die wenigen Palmen und Bäume am Ufer reichen nicht für alle Besucher, denn Anse Mitan ist kaum bewachsen. Zum Glück kann man vor Ort Sonnenschirme und Liegen mieten, was wir auch gleich tun. Für einen moderaten Preis richten wir uns mit zwei Liegestühlen und einem Schirm direkt am Wasser ein. Alternativ hätten wir uns unter die Terrassen der Strandrestaurants setzen können – auch dort findet man Schatten.

Zunächst springen wir ins Meer: Auch Anse Mitan bietet angenehm ruhiges Wasser dank der geschützten Lage in der Bucht. Beim Schwimmen bewundern wir den herrlichen Panoramablick – von hier aus sieht man die Skyline von Fort-de-France auf der anderen Seite der Bucht, was dem Strandbesuch einen besonderen Reiz verleiht.

Anschließend flanieren wir noch ein wenig am Strand entlang. Es macht Spaß, das bunte Treiben zu beobachten: Familien bauen Sandburgen, Pärchen schlürfen Cocktails in den Liegestühlen der Beachclubs, und am Pier legen immer wieder Boote aus Fort-de-France an und spucken neue Badegäste aus.

Allzu lange wollen wir aber nicht verweilen, denn uns zieht es weiter nach Pointe du Bout. Am östlichen Ende des Strandes schließt nahtlos die Ortschaft Pointe du Bout an. Wir packen also zusammen und folgen dem Strand einfach bis zum Ende, wo bereits die ersten Gebäude von Pointe du Bout beginnen.

Der Strand ist an einigen Stellen recht schmal und ohne Schatten
Entspannung am Strand
Der Anleger von Anse Mitan
Gleich am Strand gibt es Restaurants und Bars und man kann Sonnenliegen mieten

 

5. Pointe du Bout

Der Yachthafen (Marina) von Pointe du Bout

Kaum haben wir den Strand hinter uns gelassen, stehen wir mitten in Pointe du Bout, dem wohl bekanntesten Ferienort Martiniques. Die kleine Ansiedlung auf der anderen Seite der Bucht von Fort-de-France erinnert verblüffend an einen südfranzösischen Ferienort. Hier gibt es tatsächlich alles, was das Herz begehrt: eine Marina, hübsche Restaurants, Bars, Hotels, Apartmenthäuser, Ferienresidenzen und kleine Strandbuchten.

Das Zentrum von Pointe du Bout bildet das Creole Village – ein autofreier Bereich mit bunten kreolischen Häusern, in denen Boutiquen, Souvenirläden, eine Eisdiele und mehrere Restaurants untergebracht sind. Wir bummeln durch die Gassen, schauen in ein paar Geschäfte hinein (die Auswahl reicht von Badekleidung über Rum und Gewürze bis hin zu Kunsthandwerk) und gönnen uns ein hausgemachtes Kokoseis bei MITSOU.

Anschließend spazieren wir zum Yachthafen (Marina) von Pointe du Bout. Zahlreiche Segelboote und Yachten schaukeln hier an ihren Liegeplätzen. Von diesem Hafen aus starten auch Ausflugsboote – man könnte zum Beispiel Delfinbeobachtungstouren oder Tagessegeltörns zu anderen Inseln buchen. Heute begnügen wir uns damit, die luxuriösen Boote zu bestaunen!

Nach dem Spaziergang durch den Ort und entlang des Hafens steht unser nächstes Ziel fest: der Strand von Pointe du Bout, lokal meist Plage du Bout genannt. Von der Marina aus folgen wir einfach einem Weg neben einem Hotel entlang.

La Bodega du bout in Pointe du BoutLa Bodega du bout in Pointe du Bout

Boutiquen entlang der Straße in Pointe du Bout

Boutiquen entlang der Straße in Pointe du Bout


6. Plage du Bout (Strand an der Pointe du Bout)

Strand: Plage du Bout

Strand: Plage du Bout


Die Strände an der Pointe du Bout bestehen aus mehreren kleinen, halb versteckten Buchten entlang der Landzunge. Sie sind künstlich angelegt bzw. aufgeschüttet, fügen sich aber wunderbar ins Postkartenidyll ein. Türkisblaues, kristallklares Wasser umspült den hellen Sand, der in der Sonne glitzert. Die Buchten sind etwas geschützt, sodass kaum Wellengang herrscht – perfekt zum Schwimmen und für Kinder zum sicheren Baden. Wir waten weit ins Meer hinaus und das Wasser steht uns immer noch nur bis zur Hüfte. Selbst ungeübte Schwimmer können hier bedenkenlos baden (trotzdem sollte man natürlich auf kleine Kinder achten).

Wir bemerken schnell: Dieser Strandabschnitt ist ein absoluter Hotspot am Wochenende. Heute ist Sonntag – und das spürt man sofort. Die Plage du Bout ist gut gefüllt, Musik liegt in der Luft und das Stimmengewirr mischt sich mit dem Rauschen der Wellen. Viele Bewertungen beschreiben, dass die Plage du Bout oft voll und laut wird, sobald sich viele Besucher einfinden – und genauso erleben wir es jetzt selbst. Wegen der begrenzten Strandfläche wirkt es rasch überlaufen.

Auffällig ist, dass Einheimische mit ihren Booten gerne in diese Bucht kommen. Tatsächlich liegen gleich mehrere Motorboote etwas im Wasser, aus denen fröhliche kreolische Musik dröhnt. Offenbar machen hier Freunde auf ihren Booten eine kleine Party – ein typisches Martinique-Sonntagsbild, wie man uns berichtet hat. Wir müssen schmunzeln und genießen die lockere Atmosphäre. Wir verbringen eine Stunde am Plage du Bout – schwimmen, ruhen uns aus und beobachten das Treiben um uns herum. Dieser Strand ist zwar klein, aber landschaftlich wirklich reizvoll. Vor allem der Blick auf die Bucht von Fort-de-France und hinüber zur gegenüberliegenden Küste (wo Fort-de-France und die grünen Berge dahinter liegen) ist grandios.

Unser nächstes und letztes Etappenziel liegt nur ein paar Schritte entfernt, an der Nordseite der Pointe du Bout: Dort versteckt sich ein Stück Geschichte – die Ruinen eines alten Forts, die wir unbedingt erkunden wollen.

Strandleben am Plage du BoutStrandleben am Plage du Bout

Das Wasser am Plage du Bout lädt zum Planschen ein

Das Wasser am Plage du Bout lädt zum Planschen ein


7. Fort de la Pointe du Bout – Lost Place erkunden

"Eingang" vom Fort de la Pointe du Bout

"Eingang" vom Fort de la Pointe du Bout


Nördlich des Strandes Plage du Bout betreten wir ein Areal, das sofort ins Auge fällt: Mitten im dichten Grün tauchen verwitterte Mauern und Betonreste auf – wir haben das Fort de la Pointe du Bout erreicht. Es handelt sich um einen faszinierenden Lost Place, den es zu erkunden gilt. Tatsächlich sind dies die Überreste einer kleinen Befestigungsanlage aus dem 19. Jahrhundert, die hier einst zur Verteidigung der Bucht erbaut wurde. Damals (Mitte des 19. Jh.) war die Pointe du Bout aufgrund ihrer Lage ideal, um feindliche Schiffe vom Buchteingang fernzuhalten. Das französische Militär errichtete dieses Fortin mit Kanonenstellungen, um Fort-de-France zu schützen. Später verlor das Fort an Bedeutung und wurde um 1870 aufgegeben – bis zum Zweiten Weltkrieg: 1940 reaktivierte man den Standort vorübergehend und stationierte erneut Geschütze, um gemeinsam mit Fort Saint Louis und anderen Batterien einen Dreiecks-Verteidigungsring zu bilden. Danach geriet das Fort endgültig in Vergessenheit.

Heute stehen wir staunend in diesem Dornröschen-Schlaf der Geschichte. Das Fort ist ziemlich verfallen und von tropischer Vegetation überwuchert. Zwischen den Bäumen entdecken wir alte Mauerreste, verrostete Armierungseisen und überwucherte Treppen. An einigen Wänden prangen bunte Graffiti – moderne “Kunst”, die den Verfall begleitet. Vorsichtig klettern wir über Trümmer und durch ehemalige Durchgänge. Plötzlich stoßen wir auf zwei imposante Relikte: Auf den Flanken der Landzunge liegen noch zwei alte Kanonen aus Stahl, datiert auf 1892 und 1893. Sie sind natürlich außer Dienst und teils vom Rost zerfressen, aber es ist beeindruckend, diese über 130 Jahre alten Geschütze hier im Dickicht zu sehen.

Das Fort selbst bestand aus einem kleinen Kasernenbereich und Geschützstellungen. Für die Zukunft gibt es Pläne, dieses Areal neu zu entwickeln und das Fort in ein Hotelprojekt zu integrieren. Aber im Moment gehört die Pointe du Bout noch uns Neugierigen und Abenteurern.

Nach etwa einer halben Stunde Urbex-Feeling (Das Urbex-Feeling ist eine intensive Mischung aus Abenteuerlust, ästhetischer Faszination für Zerfall und dem prickelnden Bewusstsein, an einem Ort zu stehen, den die meisten Menschen nie mehr betreten werden) beschließen wir, unseren Rückweg anzutreten. Mit dem Gefühl, einen echten Geheimtipp entdeckt zu haben, verlassen wir das Fortin und kehren zurück in Richtung Ortskern von Pointe du Bout.

Zurückgelassenes GeschützZurückgelassenes Geschütz

Im Inneren der Befestigungsanlage

Im Inneren der Befestigungsanlage


8. Rückfahrt nach Fort-de-France

Unser Boot liegt schon am Anleger von Pointe du Bout

Unser Boot liegt schon am Anleger von Pointe du Bout


Vom Fort spazieren wir gemütlich zurück zur Marina von Pointe du Bout, wo sich auch der Fähranleger befindet. Die Sonne senkt sich bereits etwas, und es wird Zeit, ans Schiff zu denken. Blue Lines bedient die Strecke nach Fort-de-France zum Glück bis in den Abend hinein, doch wir wollen nicht die letzte mögliche Fähre riskieren. Die Abfahrtszeiten sind pünktlich und die Boote manchmal gut gefüllt, daher sind wir lieber etwas zu früh am Steg. Tatsächlich versammelt sich eine bunte Gesellschaft von Badegästen, Hotelurlaubern und Berufspendlern (einige Einheimische nutzen die Boote als täglichen Arbeitsweg nach Fort-de-France). Pünktlich legt unser Schiff ab – diesmal erwischen wir ein größeres Schiff, das direkt zurück nach Fort-de-France fährt. In nur rund 15 Minuten erreichen wir den Ausgangspunkt unserer Tour, den Hafen der Inselhauptstadt. Während der Überfahrt genießen wir ein letztes Mal den Wind im Haar und den Blick auf die Küstenlinie, die wir an diesem Tag ein Stück weit kennengelernt haben.

Am Terminal von Fort-de-France steigen wir zufrieden aus. Zu Fuß sind es nur wenige Minuten zurück zum Kreuzfahrtschiff am Pointe Simon Cruise Terminal. Mit vielen neuen Eindrücken kehren wir an Bord zurück – rechtzeitig vor dem Ablegen, versteht sich. Das Timing unseres Ausflugs hat perfekt gepasst; das von uns gewählte Zeitfenster war gut gewählt, sodass wir nie in Eile geraten sind.

Fort Saint Louis vom Wasser ausFort Saint Louis vom Wasser aus

Beeindruckendes Fort-de-France

Beeindruckendes Fort-de-France


9. Fazit

Mein Schiff 2 von der Hafenpromenade aus

Mein Schiff 2 von der Hafenpromenade aus


Unser persönliches Fazit: Dieser Tag auf Martinique war ein voller Erfolg. Wir haben mehrere traumhafte Strände – von idyllisch ruhig bis lebhaft – an einem Tag erlebt und nebenbei mit Pointe du Bout einen charmanten Ferienort erkundet. Der Mix aus Baden, Spazieren und Entdecken machte den Ausflug abwechslungsreich. Besonders das kleine Abenteuer, Martinique auf eigene Faust und ohne gebuchte Tour zu erkunden, hat uns großen Spaß gemacht. Wir fühlten uns jederzeit sicher und willkommen – die Einheimischen waren freundlich, und die Infrastruktur (Fähren, Wege, Gastronomie) ist hervorragend für individuelle Ausflüge geeignet. Auch das Zeitmanagement funktionierte einwandfrei; wir hatten genügend Muße an jedem Halt und waren dennoch rechtzeitig zurück am Schiff – das Zeitfenster war ideal.

Für Kreuzfahrer, die Martinique unabhängig entdecken möchten, können wir diese Tour nur empfehlen. Mit Badebekleidung, Sonnencreme, etwas Kondition für den kurzen Fußmarsch und ein paar Euros in der Tasche lässt sich ein fantastischer Tag gestalten – und das für wenig Geld (Fähre und eigene Ausgaben). Die Strände Anse à l’Âne und Anse Mitan bieten karibisches Badevergnügen pur, und Pointe du Bout überzeugt mit südfranzösischem Flair in der Karibik. Als Sahnehäubchen wartet mit dem Fort de la Pointe du Bout sogar noch ein Hauch Abenteuer und Geschichte abseits der Touristenpfade. Ein sehr schöner Tag – daran werden wir uns noch lange gerne erinnern.

Zum Schluss haben wir noch einige praktische Informationen zusammengestellt, die bei der Planung eines solchen individuellen Strandtags auf Martinique nützlich sind:

10. Praktische Informationen

Bootsverbindung

Blue Lines Shuttle-Boote Fort-de-France ↔ Pointe du Bout/Anse Mitan/Anse à l’Âne (öffentlicher Nahverkehr). Fahrzeit ca. 55  Minuten bis Anse à l’Âne (bei hohem Gästeaufkommen). Fährt 7 Tage/Woche von früh (~6:30) bis spät (~22:30). Tickets: am Automaten. Preis 5 € einfach, 7 € retour pro Person.

Zu Fuß unterwegs

Distanz Anse à l’Âne ↔ Anse Mitan: ca. 1,5 km. Unbefestigter Pfad über den Morne d’Alet (Höhenunterschied ~110 m). Dauer ~20–30 Min. Weg teilweise unbeschildert, daher am besten vorab Route notieren oder Karte mitnehmen. Feste Schuhe und Wasser empfehlenswert.

Strände & Ausstattung

  • Anse à l’Âne: Wochentags ruhig, natürliche Schattenplätze unter Bäumen, Restaurants am Strand,
  • Anse Mitan: belebt und touristisch, wenig natürliche Schatten (Sonnenschirmverleih verfügbar), Bars/Restaurants und Geschäfte direkt hinter dem Strand, Duschen und WCs vorhanden.
  • Pointe du Bout (Plage du Bout): kleine Strände, flaches ruhiges Wasser am Wochenende sehr voll.

Währung & Sprache

Martinique gehört zu Frankreich: Währung Euro. In Fort-de-France und touristischen Gebieten werden Euro und gängige Kreditkarten akzeptiert. Sprache: Französisch (die meisten Einheimischen sprechen wenig Deutsch/Englisch, aber in Pointe du Bout kommt man mit Englisch meist weiter). Ein paar französische Grundbegriffe schaden dennoch nicht.

Sicherheit

Martinique gilt als relativ sicher. Übliche Vorsicht walten lassen (Wertsachen am Strand nicht unbeaufsichtigt lassen, auf das Gepäck achten). Die Strände im beschriebenen Gebiet sind familienfreundlich und werden von vielen Kreuzfahrern besucht. Im Wasser auf mögliche Seeigel achten (Badeschuhe sind aber meist nicht nötig in den Sandbuchten).

Zeitplanung

Bei Ankunft des Kreuzfahrtschiffs morgens (z.B. 8 Uhr) ist genug Zeit, um beide Strände und Pointe du Bout zu besuchen und nachmittags zurückzukehren. Fahrpläne der Fähren unbedingt beachten – am besten letzte Rückfahrt mindestens 1–1,5 Stunden vor Ablegen des Kreuzfahrtschiffs einplanen. Die Fähren fahren pünktlich; bei großem Andrang ggf. eine frühere nehmen, da nächste Abfahrt u.U. voll sein kann. Insgesamt eignet sich dieser Ausflug ideal für Liegezeiten von ab 7 Stunden im Hafen.

Kreuzfahrtterminals

Fort-de-France hat zwei große Piers:

  • Pointe Simon (Innenstadt, primär für Tages-Anläufe, nur 3 Min. Fußweg zu den Blue-Lines-Booten)
  • Quai des Tourelles (auch geeignet für Passagier­wechsel mit Check-in-Halle, ca. 15 Min. Fußweg zu den Blue-Lines-Booten).

Alles in allem zeigt unser Erlebnis: Martinique auf eigene Faust zu erkunden, insbesondere die schönen Strände rund um die Baie de Fort-de-France, ist absolut lohnenswert. Mit etwas Planung erlebt man einen unvergesslichen Tag im Paradies – ganz ohne Ausflugspaket und in eigenem Tempo. Wir wünschen viel Vergnügen beim Nachmachen!