Autor: Karl W. P. Beyer

Zwischen Dominica im Norden und St. Lucia im Süden liegt das französische Überseedépartement Martinique. Blumeninsel nannten die Ureinwohner die 1.128 km² große Insel. Und in sattem Grün und blühend zeigt sich die Insel allemal. Es bräuchte mehrere Aufenthalte auf Martinique, um die große Insel kennenzulernen. Es ist für den Tagesgast schwierig, sich aus der Fülle des Angebotes, das für ihn Richtige herauszupicken. Unter dem Vielen ist Folgendes besonders bemerkenswert.


Fort-de-France

Naheliegend und empfehlenswert ist es, sich zuerst mit der Hauptstadt Martiniques zu beschäftigen. Unbedingt sehenswert sind ...

    Martinique - KathedraleKathedrale Saint-Louis
    die im Jahr 1895 aus Fertigteilen in Skelettbauweise errichtete Kathedrale Saint-Louis.Sie liegt im Zentrum der Stadt und ist nicht zu übersehen. Ihr Turm wird mit 60 Meter Höhe angegeben.

    Martinique - Bibliotheque SchoelcherBibliotheque Schoelcher
    Für das Gebäude existieren verschiedene Ursprungsangaben. So soll es zuerst in den Pariser Tuilerien im Jahr 1887 zur Erheiterung der Pariser Bevölkerung gebaut worden sein. Einer anderen Quelle zufolge wurde es für die Pariser Weltausstellung 1889 als Karibischer Pavillon errichtet. Irgendwann wurde der Pavillon jedoch demontiert und nach Martinique verfrachtet. Sein Grundriss entspricht dem eines griechischen Kreuzes. Das Dach wird von einer Glaskuppel gekrönt.

  • das seit 1979 unter Denkmalschutz stehende Rathaus, das als Beispiel kolonialer Architektur gilt.
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    Martinique - Fort Saint LouisFort Saint Louis

    Das Fort ist nicht in allen Bereichen zugänglich. Die Anlage wird heute noch in Teilen militärisch genutzt.

  • die Place de la Savane. In der großen Grünanlage steht ein Marmordenkmal der Kaiserin Josephine. Die erste Ehefrau Napoleons wurde auf Martinique als Tochter eines Zuckerbarons geboren.

  • die quer zur Bucht verlaufenden Straßen Rue Victor Hugo, Rue Antoine Siger, Rue Lamartine und Rue Moreau De Jones. In diesen Straßen finden sich die exklusivsten Einkaufsmöglichkeiten der Stadt. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die Straßen der Altstadt wie mit dem Lineal geradlinig gezogen sind. Eine Stadt vom Reißbrett.

Lohnenswert ist auch ein Besuch im höher gelegenen Le Morne Rouge. Von diesem Ort aus werden Touren zum Vulkan Montagne Pelée angeboten. Wen es nicht zum Vulkan zieht, der hat an klaren Tagen von einer Aussichtsplattform einen guten Blick auf den Vulkan und auf das Meer.


Strände

Die besten Strände liegen im Süden der Insel. Hervorzuheben sind dabei ...

  • der Grand Anse de Salines im Süden der Insel. Er gilt als schönster Strand der Insel. Weißer Sand und Kokospalmen in Hülle und Fülle. Hier kann sich der Besucher auch an einem Salzsee und dem Lava Wald Savane de Petrifications erfreuen.

  • der Diamond Beach im Ort Le Diamant. In diesem Zusammenhang sei eine kleine Episode gestattet. Vor Le Diamant liegt die kleine Insel Rocher du Diamant. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde diese 18 Monate von britischen Truppen besetzt gehalten. Vorbeifahrende französische Schiffe wurden beschossen. Die britische Bürokratie machte aus diesem felsigen Außenposten der Navy ein britisches Kriegsschiff mit dem Namen His Majestic Ship Diamond Rock. Dem Vernehmen nach hörte der Spaß auf, als das Pulver verschossen und die Wassertanks trocken waren.

Wer nicht so weit fahren möchte, überquert die Baie des Flamands mit dem Fährschiff (es verkehren 2 Linien) in Richtung Pointe du Bout und badet an der Anse Mitan oder der Anse D’Arlets.

Martinique - Fähre an der Baie des Flamands Martinique -  Anse Mitan


Museen

Auf Martinique trifft der Besucher auf viele Museen. Ob das Bananenmuseum oder ein Museum zum Andenken an Paul Gauguins fünfmonatigen Aufenthalt auf der Insel, für alles ist gesorgt. Liebhaber von Museen besuchen in Fort-de-France ...

  • das Museum für Archäologie. Mehr als tausend archäologische Fundstücke aus prähistorischer Zeit legen Zeugnis von Martiniques Geschichte und die seiner indianischen Ureinwohner ab.

  • das Museum für Geschichte und Ethnografie. Das Museum ist in einem der ältesten Häuser von Fort-de-France gelegen. Den Besuchern wird anhand von Originalobjekten gezeigt, wie im späten 19. Jahrhundert gewohnt und gelebt wurde. Dokumente, Gemälde und Gravuren aus dieser Zeit spiegeln bedeutende historische Ereignisse der Insel wider.

  • die Bibliotheque Schoelcher.

 

Gärten

Liebhaber von Pflanzen sollten den Jardin de Balata an der Rte de Balata, 10 km von Fort-de-France, besuchen. Diese Gartenanlage soll einer der schönsten Gärten der Karibik sein. Bei der Gestaltung wurde auf schattige Wege Wert gelegt. Und seit Neustem ist es möglich, über eine Brücke in Höhe der Baumkronen zu laufen.