Ausgewählte Sehenswürdigkeiten der Karibikinsel Martinique


Zwischen den karibischen Inseln Dominica im Norden und St. Lucia im Süden liegt das französische Übersee-Département Martinique. „Blumeninsel“ nannten die karibischen Ureinwohner die 1.128 Quadratkilometer große Insel.

Und in sattem Grün und blühend zeigt sich die Insel allemal. Es bräuchte einen oder mehrere Aufenthalte auf Martinique, um die große Insel kennenzulernen. Für mit den Kreuzfahrtschiffen anreisende Tagesgäste ist es schwierig, sich aus der Fülle des Angebotes, geeignete Ziele herauszupicken. Nachfolgend beschreiben wir einige aus unserer Sicht sehenswerte Optionen.

Fort-de-France

Naheliegend und empfehlenswert ist es, sich zuerst mit der Hauptstadt Martiniques zu beschäftigen. Tagesgäste, die es gewohnt sind, Städte auf eigene Faust zu erkunden, haben es leicht. Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten liegen auf maximal einem Quadratkilometer Fläche. Wir empfehlen die folgenden städtischen Highlights:

Martinique - Fort-de-France - Tourelles Hafen


Martinique - Fort-de-France - Tourelles Hafen


Martinique - Fort-de-France - Pointe Simon Pier


Martinique - Fort-de-France - Pointe Simon Pier 


Kathedrale Saint-Louis

Im Jahr 1671 wurde am Standort der römisch-katholischen Kathedrale erstmals eine einfache, strohgedeckte Kirche erwähnt. Diese wurde in den darauf folgenden beiden Jahrhunderten stetig erweitert. Das Erdbeben des Jahres 1839 beschädigte die Kirche so schwer, dass Gottesdienste aus Gründen der Sicherheit nicht mehr stattfinden konnten.

Die nachfolgende Kirche wurde im Jahr 1854 als Kathedrale geweiht. Dieses Gotteshaus fiel Ende des 19. Jahrhunderts einem Stadtbrand und einem Zyklon zum Opfer. Zwischen den Jahren 1891 und 1895 entstand die Kathedrale in Stahlskelettbauweise neu. Verwendung fanden dabei im französischen Mutterland hergestellte Fertigteile. Diese Bauweise schützte die Kirche vor Erdbeben. Im Jahr 2002 begonnene Restaurierungsarbeiten brachten das Gotteshaus auf den aktuellen Stand.

Martinique - Fort-de-France - Kathedrale Saint-Louis


Martinique - Fort-de-France - Kathedrale Saint-Louis


Martinique - Fort-de-France - Kathedrale Saint-Louis


Martinique - Fort-de-France - Kathedrale Saint-Louis 


Die Kathedrale liegt im Zentrum der Stadt, wo sie nicht zu übersehen ist. Sie besitzt ein breites Mittelschiff und zwei Seitenschiffe. Neunzehn Buntglasfenster schmücken die Kirche. Die Vierung des Querschiffs wird von einer achteckigen Kuppel bedeckt.

Standort: Rue Victor Schoelcher

Bibliotheque Schoelcher

Für die nach dem französischen Politiker und Menschenrechtler Victor Schoelcher benannte Bibliothek existieren verschiedene Ursprungsangaben. Der einen Theorie zufolge soll die Metallkonstruktion in den Pariser Tuilerien in den Jahren 1886/87 zur Erheiterung der Pariser Bevölkerung erbaut worden sein. Einer anderen Quelle zufolge wurde sie für die Pariser Weltausstellung 1889 als Karibischer Pavillon errichtet. Beide Theorien besagen, dass der Pavillon demontiert und nach Martinique verfrachtet wurde. Sein Grundriss entspricht einem griechischen Kreuz. Dessen Merkmale sind gleich lange Seiten, die im rechten Winkel zu einander stehen. Das Dach der Bibliothek wird von einer Glaskuppel gekrönt. Das Gebäude diente nach dem Wiederaufbau in Martinique zur Aufnahme der umfangreichen Bibliothek des Politikers.

Martinique - Fort-de-France - Bibliotheque Schoelcher


Martinique - Fort-de-France - Bibliotheque Schoelcher


Martinique - Fort-de-France - Bibliotheque Schoelcher


Martinique - Fort-de-France - Bibliotheque Schoelcher 


Vor dem Gebäude steht in einer Parkanlage ein Standbild Victor Schoelchers.

  Standort: Rue de la Liberté

Marmordenkmal der Kaiserin Josephine

Nur wenige Schritte geht man von der Bibliotheque Schoelcher zu dem kopflosen Marmordenkmal der Kaiserin Josephine. Es steht am Rande einer großen Grünanlage, der Place de la Savane. Ursprünglich wurde die heutige Parkanlage als Exerzierfeld der in der Festung Saint Louis stationierten Marinesoldaten genutzt.

Was hat es mit der kopflosen Statue auf sich? Sie stellt die erste Ehefrau Napoleon Bonapartes dar. Sie wurde auf Martinique als Tochter eines Zuckerbarons geboren und war mit der Sklavenhaltung von Großgrundbesitzern gut vertraut. Sie beeinflusste Napoleon, die im Jahr 1794 aufgehobene Sklaverei in den französischen Kolonien wieder einzuführen, was im Jahr 1802 geschah. Seitdem Martinique den Status eines französischen Übersee-Départements trug, kam es immer wieder zu Schändungen der Statue. In den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts kapitulierte die Stadtverwaltung: Seitdem ist die Skulptur kopflos und blutverschmiert.

Martinique - Fort-de-France - Joséphine de Beauharnais

Martinique - Fort-de-France - Joséphine de Beauharnais


  Standort: Place de la Savane / Rue de la Liberté

Fort Saint Louis

Die Silhouette der Stadt wird vom Fort Saint Louis bestimmt. Die Festung geht auf das Jahr 1838 zurück. Das Fort ist sowohl ein aktiver Marinestützpunkt als auch eine denkmalgeschützte Stätte Frankreichs. Tägliche Führungen durch das Fort werden angeboten. Die Festungsanlage ist allerdings in den militärisch genutzten Teilen nicht für Besucher zugänglich. Das Fort bietet einen exzellenten Ausblick auf Fort-de-France und die Meeresbucht Baie des Flamands.

Martinique - Fort-de-France - Fort Saint Louis


Martinique - Fort-de-France - Fort Saint Louis


Martinique - Fort-de-France - Fort Saint Louis


Martinique - Fort-de-France - Fort Saint Louis 


Rathaus

Das seit 1979 unter Denkmalschutz stehende Rathaus gilt als typisches Beispiel kolonialer Architektur. Der Vorgänger des zweigeschossigen, symmetrischen Baus wurde nach einem Brand im Jahr 1890 und einem im Jahr darauf folgenden Zyklon nahezu völlig zerstört. Im Jahr 1901 wurde der Neubau eröffnet. Das Rathaus besitzt einen Theatersaal, das Théatre Aimé Césaire.

Martinique - Fort-de-France - Rathaus

Martinique - Fort-de-France - Rathaus


Standort: Rue Victor Sévère

Einkaufserlebnisse und der Marché couvert

Die zuvor beschriebenen Sehenswürdigkeiten liegen allesamt in der rastermäßig angelegten Altstadt von Fort-de-France. Die exklusivsten Einkaufsmöglichkeiten der Stadt befinden sich in den parallel zur Bucht verlaufenden Straßen Rue Victor Hugo, Rue Antoine Siger, Rue Lamartine und Rue Moreau De Jones.

Martinique - Fort-de-France - Rue de la République
Martinique - Fort-de-France - Wandmalerei
Martinique - Fort-de-France - Fußgängerstraße
Martinique - Fort-de-France - Rue de la République
 
 
 
 

Einen Besuch wert ist auch der Marché couvert. Die Ursprünge des Gewürzmarktes gehen auf das Jahr 1886 zurück. Der bereits erwähnte Stadtbrand und der darauffolgende Zyklon zerstörten den Markt. Neu errichtet wurde der Gewürzmarkt in 1901. Eine Renovierung fand 1989 statt. An zahlreichen Ständen verkaufen Händler Gewürze, Obst und Gemüse, Blumen, kreolische Arzneien, Rum und Spirituosen, Kunsthandwerk und Souvenirs. Einfache Restaurants bieten authentische karibische Küche.

Martinique - Fort-de-France - Marché couvert


Martinique - Fort-de-France - Marché couvert


Martinique - Fort-de-France - Marché couvert


Martinique - Fort-de-France - Marché couvert 


 Standort: Ecke Rue Blénac und Rue Isambert
Geöffnet: von Montag bis Samstag

Malecon

Die schöne öffentliche Uferpromenade des Malecon bietet traumhafte Ausblicke auf das Karibische Meer und die Stadt. Palmen, Bänke und tropische Pflanzen laden dazu ein, am türkisfarbenen Wasser zu verweilen und das Fort Saint Louis zu bewundern. Händler, Straßenkünstler und Imbissbuden lassen keine Langeweile aufkommen. Die besten Besuchszeiten sind der frühe Vormittag und der späte Nachmittag, wenn die Tagestemperaturen erträglich sind und die Lichtverhältnisse sich für gute Fotos anbieten.

Martinique - Fort-de-France - Malecon

Martinique - Fort-de-France - Malecon


Ziele und Aktivitäten außerhalb der Hauptstadt Fort-de-France

Zur Erinnerung: Martinique misst in der Fläche 1.128 Quadratkilometer. Nördlich von Fort-de-France bieten sich viele attraktive Ziele an, die sich im Rahmen einer mehrstündigen Rundfahrt entdecken lassen.

Église du Sacré Cœur de Balata

Wenige Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Fort-de-France steht die von der Pariser Basilika Sacré Cœur inspirierte Kirche Sacré Cœur de Balata. Der Bau besteht aus Stahlbeton, dem Vulkanstein Andesit sowie reichhaltigen Mosaikdekorationen. Die dreischiffige Kirche besitzt ebenso wie die Bibliotheque Schoelcher den Grundriss eines griechischen Kreuzes. Zwei symmetrische Kapellen sind dem Heiligen Josef (Nordkapelle) und der Jungfrau Maria (Südkapelle) geweiht.

Martinique - Église du Sacré Cœur de Balata
Martinique - Église du Sacré Cœur de Balata
Martinique - Kuppel der Église du Sacré Cœur de Balata
Martinique - Kirchenschiff der Église du Sacré Cœur de Balata

Pflanzenliebhaber besuchen den Jardin de Balata. Es heißt, dass der botanische Garten einer der schönsten Gärten der Karibik ist. Bei der Gestaltung wurde auf schattige Wege Wert gelegt. Und es ist möglich, über eine Brücke in Höhe der Baumkronen zu laufen.

Pitons du Carbet

Der Bergzug erreicht eine maximale Höhe von 1.196 Metern. Damit ist er die dritthöchste Erhebung der Insel. Als „Teil der Vulkane und Wälder des Pelée und der Pitons im Norden von Martinique“ zählen sie seit 2023 zum UNESCO-Welterbe. Die in den unteren Lagen mit dichtem tropischen Regenwald bedeckte Fläche beherbergt zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Martinique - Pitons du Carbet

Martinique - Pitons du Carbet


Rivière Alma

Der im Gebiet der Pitons du Carbet entspringende Alma-Fluss zählt mit 20 Kilometer Länge zu Martiniques wichtigsten Flüssen. Das Gewässer eignet sich zum Schwimmen und Kajakfahren. Wanderwege säumen den Fluss.

Martinique - Rivière Alma

Martinique - Rivière Alma


Domaine d'Émeraude

Wer eine idyllische Naturkulisse sucht wird in der Domaine d'Émeraude fündig. Ein regionaler Naturpark weckt das Interesse der Besucher und – so die überschwängliche Werbung – ist ein Erlebnis für die Sinne.

Martinique - Botanischer Garten Domaine d'Émeraude


Martinique - Botanischer Garten Domaine d'Émeraude


Martinique - Botanischer Garten Domaine d'Émeraude


Martinique - Botanischer Garten Domaine d'Émeraude


Relativ kurze Wanderwege machen Gäste vertraut mit mehr als 100 einheimischen Arten. Ein lehrreicher und unterhaltsamer Erkundungspavillon erklärt die Naturgeschichte von Martinique, die Vegetation, Bodenbildung, Obst und Gemüse und anderes mehr. Ein Laden bietet eine große Auswahl regionaler Produkte.

Martinique - Botanischer Garten Domaine d'Émeraude


Martinique - Botanischer Garten Domaine d'Émeraude


Martinique - Botanischer Garten Domaine d'Émeraude


Martinique - Botanischer Garten Domaine d'Émeraude 


Vulkan Montagne Pelée – Mont Pelée

Der feuerspeiende Berg ist mit 1.397 Metern die höchste Erhebung der Insel. Geologen gehen davon aus, dass es innerhalb der letzten 5.000 Jahre dreißig Eruptionen gab. Der vorletzte Ausbruch vom 8. Mai 1902 vernichtete die vormalige Inselhauptstadt Saint-Pierre und forderte zwischen 28.000 und 40.000 Menschenleben. Ein weiterer Vulkanausbruch fand im Februar 1929 statt.

Martinique - Vulkan Montagne Pelée

Martinique - Vulkan Montagne Pelée


Der Mont Pelée ist eine der bedeutendsten naturhistorischen Sehenswürdigkeiten Martiniques. Viele Reisende besuchen seinetwegen die Insel. Im damals verwüsteten Saint-Pierre gibt es noch genügend Ruinen, die Zeugen der Eruption sind. Hobbytaucher tauchen zu den im Hafen oder vor der Küste gesunkenen Schiffen. Es ist möglich, den zumeist wolkenverhangenen Berg in eigener Verantwortung oder im Rahmen von Führungen zu besteigen.

Martinique - Botanischer Garten und Vulkan Montagne Pelée

Martinique - Botanischer Garten und Vulkan Montagne Pelée


Le Morne Rouge

Am Fuß des Mont Pelée liegt in 450 Meter Höhe der Ort Le Morne Rouge, die höchstgelegene, kühlste Gemeinde der Insel und die mit der höchsten Luftfeuchtigkeit. Vor dem Ausbruch des Vulkans war sie ein Luftkurort der wohlhabenden Bewohner von Saint-Pierre. Wochen nach dem Vulkanausbruch starben in Le Morne Rouge ungefähr 1.500 Menschen an den Folgen einer Gaswolke.

Vom Ort aus werden Touren zum Vulkan angeboten. Wen es nicht zum Vulkan zieht, der hat an klaren Tagen von einer Aussichtsplattform einen guten Blick auf den Berg und auf das Meer.

Saint-Pierre

Wir berichteten bereits, dass Saint-Pierre durch den Vulkanausbruch des Mont Pelée vollständig zerstört wurde. Davor war die Stadt eine wohlhabende Kommune und Jahrhunderte lang Martiniques Metropole.

Martinique - Ville de Saint-Pierre

Martinique - Ville de Saint-Pierre


Jahrzehnte nach der Zerstörung wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Saint-Pierre lebt in der Gegenwart fast ausschließlich vom Tourismus. Sie wird als „Ville d’art et d’histoire, Stadt der Kunst und der Geschichte“ tituliert. Sportlich aktive Besucher unternehmen Bergtouren zum Mont Pelée. Tauchsportler zieht es zu den beim Vulkanausbruch im Hafen oder vor der Küste gesunkenen Schiffen. Im Stadtbild locken die wieder errichtete Handelskammer, ein Museum, zwei Kirchen und die Ruinen der zerstörten Gebäude.

Strände

Die besten Strände liegen im Süden der Insel. Die Reederei Costa Crociere spricht von 17 sehenswerten Stränden; andere Quellen berichten von sieben bis zehn schönen Strandabschnitten. Die Schönheit liegt vermutlich – wie so oft – im Auge des Betrachters.

Grand Anse de Salines

Grand Anse de Salines gilt als schönster Strand der Insel. Weißer Sand und Kokospalmen in Hülle und Fülle. Hier erfreuen sich Besucher auch an einem Salzsee und an der Savane de Petrifications, einer nach Vulkanausbrüchen versteinerten Savanne.

Grand Anse du Diamant

Der Ort Le Diamant liegt im Süden Martiniques am Meer. Er ist nach dem gleichnamigen Felsen benannt, der in Küstennähe in dem Meeresabschnitt liegt, der Martinique von der Nachbarinsel St. Lucia trennt. Le Diamant ist eines der wichtigsten touristischen Ziele Martiniques. Bei Grand Anse du Diamant handelt es sich um einen wunderschönen, von Kokospalmen, Trauben- und Mandelbäumen gesäumten weißen Sandstrand von knapp vier Kilometer Länge.

Anse Mitan und Grand Anse d’Arlet

Wer nicht so weit fahren möchte, überquert die Baie des Flamands mit dem Fährschiff (es verkehren 2 Linien) in Richtung Pointe du Bout und badet an der Anse Mitan oder der Anse D’Arlets

Martinique - Anse Mitan

Martinique - Anse Mitan


Update März 2025