Autor: Karl W. P. Beyer

Mauritius – Das ferne Inselparadies

Knapp 9.500 Kilometer Luftlinie und zwölf Stunden Flugzeit trennen Düsseldorf und die autonome Inselrepublik Mauritius.

Die 1.865 km² große Insel liegt im Indischen Ozean, circa 800 km östlich von Madagaskar. Zum Land Mauritius gehören auch die 580 km entfernte 108 km² große Insel Rodrigues sowie einige weitere Eilande. Wie das französische Überseegebiet La Réunion wird Mauritius den Maskareneninseln zugeordnet.

Mauritius - Black River Gorges Nationalpark

Mauritius - Black River Gorges Nationalpark


Nach offiziellen Angaben besuchten im Jahr 2016 knapp 1,3 Millionen Touristen das tropische Ferienziel. Die durch Vulkanismus entstandene Inselgruppe bietet ihren Besuchern überwältigend schöne Landschaften. Im Inneren der Insel lädt ein 67 km² großer, gut erschlossener Nationalpark zum Wandern ein. Die 200 km lange Küstenlinie bietet lange, weiße Sandstrände. Die die Insel nahezu umschließenden Korallenriffe sind für Taucher und Schnorchler wie geschaffen. Bettenburgen sucht man auf Mauritius vergeblich, die Insel blieb bislang noch vom Massentourismus verschont. Zur Freude von Kreuzfahrern dient die Insel dann und wann auch als Kreuzfahrtdestination.

Mauritius - Küstenlinie mit der Ile aux Benitiers
Mauritius - Küstenlinie mit der Ile aux Benitiers

Geschichtliches

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entdeckte der Portugiese Pedro de Mascarenas die Maskareneninseln. Erstmals besiedelt wurde Mauritius von Holländern gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Sie benannten die Insel nach deren Statthalter Prinz Moritz (Maurice) von Nassau.

Mauritius - Symbol britischer Herrschaft

Mauritius - Symbol britischer Herrschaft


Nach etwas mehr als einhundert Jahren gaben die Holländer Mauritius auf, und Frankreich fiel im Jahr 1715 die Hoheit über die Insel zu. Im Jahr 1810 ging Mauritius schließlich an die englische Krone über. Die unter französischer Herrschaft praktizierte Sklaverei endete im Jahr 1835. Die Sklaven gingen, die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen aber blieb. Kontraktarbeiter aus Indien und China ersetzten die Sklaven. Das in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommene Durchgangslager Aapravas Ghat in Port Louis legt Zeugnis über die Einwanderungsgeschichte der Insel ab. Das letzte wichtige Datum in der Inselchronik markiert im Jahr 1968 die Erlangung der Unabhängigkeit.

Mauritius - Port Louis - Ehemaliges Arbeiterlager Aapravas Ghat

Mauritius - Port Louis - Ehemaliges Arbeiterlager Aapravas Ghat


Mauritius heute

Die Einwohnerzahl des Landes wird mit 1,3 Millionen angegeben. Mehr als die Hälfte der Einwohner sind indischer Abstammung. Die im Westen Mauritius gelegene Hafenstadt Port Louis ist das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum des Landes. In der betriebsamen Hauptstadt leben mehr als 150.000 Menschen.

Mauritius - Zentrum von Port Louis

Mauritius - Zentrum von Port Louis


Port Louis wirkt überaus anziehend auf Touristen. Die Stadt ist sauber, ordentlich und übersichtlich.

Mauritius - Port Louis - Place d'Armes

Mauritius - Port Louis - Place d'Armes


Im Stadtbild fallen die bemerkenswert großen, der internationalen und wirtschaftlichen Bedeutung des Landes an und für sich nicht gerecht werdenden Geschäftshäuser von Finanzunternehmen auf. Das hat seinen Grund: Mauritius gilt als Steuerparadies. Die EU-Kommission hat die Republik im Jahr 2016 auf die schwarze Liste der Steueroasen gesetzt. Ein namhafter Schweizer Anwalt wertet Mauritius gar als „Panama Asiens“. Weitere reale Wirtschaftszweige sind der Anbau von Rohrzucker, die Produktion von Holz- und Papiererzeugnissen, die Fertigung von Textilien sowie der Tourismus.

Mauritius - Port Louis - Moderne Geschäftshäuser

Mauritius - Port Louis - Moderne Geschäftshäuser


In Port Louis ein- und aussteigende Gästen von Kreuzfahrtschiffen sollten sich ausreichend Zeit nehmen, einige der Highlights der Stadt und der Insel anzusehen. Die unter Mauritius-Sehenswertes aufgezeigten Ziele eignen sich dafür ganz speziell.