Port Louis mit dem Taxi und zu Fuß


Es ist unbestreitbar, Port Louis ist eine Großstadt. Um einen groben Überblick zu erhalten, empfiehlt es sich, als Erstes eine Rundfahrt mit einem Taxi zu den wichtigsten touristischen Zielen der Stadt zu unternehmen. Wir starten am Kreuzfahrt-Terminal, und bald darauf sehen wir die Skyline der Stadt vor uns liegen. Einem Vergleich mit Frankfurt oder London halten die Gebäude zwar nicht Stand; in Relation zur geringen ökonomischen Bedeutung des Landes beeindrucken uns die Bauten aber doch. Wir sollten uns nicht zu sehr wundern, immerhin fließen auf Mauritius Finanzströme aus aller Welt zusammen.

Mauritius - Zentrum von Port Louis

Mauritius - Zentrum von Port Louis


Die erste Landmarke unserer Taxirundfahrt ist die Kwan Tee Pagode. Wir lesen, das 1842 errichtete Gebäude sei die älteste Pagode der südlichen Halbkugel. Das buddhistische Gotteshaus liegt in der Nähe des Kreuzfahrtterminals in einem von Kokospalmen bestandenen Garten.

Mauritius - Port Louis - Kwan Tee Pagode Mauritius - Port Louis - Wächter der Kwan Tee Pagode

La Place d’Armes ist der erste Haltepunkt im Stadtzentrum. Dem früheren Exerzierplatz fehlt heutzutage alles Martialische. Der Platz stellt sich als eine von Palmen gesäumte, und von Straßen umgebene Grünfläche dar.

Mauritius - Port Louis - Place d'Armes

Mauritius - Port Louis - Place d'Armes


In nördlicher Richtung blicken wir auf den Hafen; in der anderen Richtung liegt Government House, das Parlament der Republik Mauritius. Das mächtige Gebäude stammt aus den späten 1730er Jahren. Es wurde unter der französischen Herrschaftsperiode errichtet. Die im  Eingangsbereich stehende Statue der englischen Königin Victoria entstand in der britischen Mandatszeit.

Mauritius - Port Louis - Intendance Street Mauritius - Port Louis - Government House

Mehr als die Hälfte der Einwohner des Landes haben indische Vorfahren. Die chinesischen Abkömmlinge sind nur mit einem geringen Anteil an der Gesamtbevölkerung vertreten. Trotzdem hat Port Louis eine China Town. Die speziellen Merkmale dieses kleinen, geschäftigen Stadtteils sind die beiden Freundschaftstore. Vor dem einen halten wir.

Mauritius - Port Louis - Freundschaftstor in China Town

Mauritius - Port Louis - Freundschaftstor in China Town


Gleich daneben liegt die große Jumma Moschee. Der innere Hof ist zur Besichtigung freigegeben, abgesehen an Freitagen und während des Ramadan.

Mauritius - Port Louis -Jumma Moschee

Mauritius - Port Louis -Jumma Moschee


Als Nächstes folgt der Sri Maryamen Hindu Tempel, dessen dekorative Menschen- und Tiergestalten uns staunen lassen.

Mauritius - Port Louis - Sri Maryamen Hindu Tempel

Mauritius - Port Louis - Sri Maryamen Hindu Tempel


Danach sehen wir den Zentralmarkt der Stadt. Bis zu 40.000 Menschen besuchen täglich die Markthallen. In drei von vier Hallen werden Lebensmittel verkauft. In der letzten Halle werden Textilien, Lederwaren und andere Produkte gehandelt. Betrieben wird der Markt seit 1840.

Mauritius - Port Louis - Central Market

Mauritius - Port Louis - Central Market


Der Halt an der römisch-katholischen Kathedrale ist verpflichtend. Die Geschichte der Kirche ist äußerst wechselvoll. Mehrmals hintereinander wurde versucht, in Port Louis eine angemessen große christliche Kirche zu bauen. Zyklone zerstörten die Bauten jeweils kurz nach der Fertigstellung. Als wesentlich stabiler erwies sich wohl der letzte Versuch. Das aus Felssteinen erbaute Gotteshaus steht seit 1819. Eine grundlegende Renovierung erfuhr es zwischen den Jahren 1928 und 1933. Im Jahr 1847 wurde die Kirche zur Bischofskirche geweiht. In der Bauart ähnelt sie sehr den Kathedralen im karibischen Raum.

Mauritius - Port Louis - Kathedrale Mauritius - Port Louis - Altarraum der Kathedrale

Zwischen April und November finden zur Freude der rennsportbegeisterten Insulaner regelmäßig Pferderennen auf der Rennbahn Champ de Mars statt. An Renntagen kommen mehr als 30.000 Besucher auf der ältesten Pferderennbahn der Südhalbkugel zusammen. Vor mehr als 200 Jahren, im Juni 1812, startete das erste Rennen. Mauritius war gerade einmal zwei Jahre zuvor von Großbritannien übernommen worden!

Mauritius - Port Louis - Champ de Mars Pferderennbahn

Mauritius - Port Louis - Champ de Mars Pferderennbahn


Oberhalb der Rennbahn erhebt sich in 70 m Höhe über dem Meeresspiegel Fort Adelaide. Die Festung trägt den Namen der Königin Adelaide von Großbritannien und Irland. Errichtet wurde die Zitadelle von den Briten zwischen den Jahren 1834 und 1840. Der nicht übermäßig  große Bau sollte im Verteidigungsfall den Hafen von Port Louis schützen. Außerdem sollten im Stadtgebiet auftretende Brände schnellstmöglich entdeckt werden. Tatsächlich genießen wir von der Höhe einen ausgezeichneten Blick über die Stadt und die umgebende Landschaft.

Mauritius - Port Louis - Fort Adelaide Mauritius - Port Louis - Fort Adelaide - Symbol britischer Herrschaft

Von der Zitadelle aus konnten wir bereits die Marien-Kapelle „Marie Reine de la Paix“ gut sehen. Zehn Minuten später stehen wir davor. Es braucht 82 Stufen, um zu dem in einer kleinen, gepflegten Anlage am Hang des Signal Hill stehenden Monument hinaufzusteigen. Der Lohn der Mühe ist erneut ein herrlicher Blick auf die Stadt und das üppige Grün der umgebenden Hügel. Mit den Bauarbeiten wurde 1940 begonnen. Ein Jahr später wurde die Kapelle geweiht. Papst Johannes Paul II. zelebrierte dort im Jahr 1989 eine Messe.

Mauritius - Port Louis - Marien-Kapelle

Mauritius - Port Louis - Marien-Kapelle


Wir lassen uns im Zentrum an der Le Caudan Waterfront absetzen, um von dort aus einen abschließenden Stadtrundgang zu starten. Aus ursprünglichen Gewerbeflächen wurde auf der Caudan Halbinsel ein hochwertiges und anziehendes Geschäftszentrum mit Büroräumen, einem Kino, einem Kasino, diversen Duty-free-Läden, Restaurants und Bars geschaffen.

Mauritius - Port Louis - Caudan Waterfront Mauritius - Port Louis - Caudan Waterfront

In einem Gebäude ist das Blue Penny Museum untergebracht. Als fünftes Land der Erde führte die damalige britische Kolonie Mauritius Briefmarken ein. Im Jahr 1847 wurden je 500 rote und blaue Mauritius-Marken gedruckt. Nur wenige der äußerst seltenen Briefmarken blieben erhalten. Zwei Exemplare werden im Blue Penny Museum aufbewahrt und ausgestellt. Um die Originalmarken zu schützen, werden sie im Stundenverlauf nur jeweils fünf Minuten künstlichem Licht ausgesetzt. Ansonsten bekommen wir Besucher Kopien zu sehen. Die allerdings wurden mit einer Originaldruckplatte hergestellt.

Mauritius - Port Louis - Blue Penny Museum

Mauritius - Port Louis - Blue Penny Museum


Ein weiteres Museum hat ebenfalls mit Postleistungen zu tun. Es ist das an der Waterfront gelegene Postal Museum.

Mauritius - Port Louis - Postal Museum

Mauritius - Port Louis - Postal Museum


Eine wichtige Gedenkstätte ist das Aapravasi Ghat. Im Jahr 2006 nahm die UNESCO das ehemalige Durchgangslager für indische Kontraktarbeiter in die Welterbe-Liste auf. Eingerichtet wurde es im Jahr 1849. - Nach dem Ende der Sklaverei arbeiteten Inder auf den Zuckerrohrplantagen. Die Plantagenarbeiter mussten sich für fünf Jahre als Schuldknechte verpflichten. Auf diese Weise bezahlten sie ihre Passage sowie Kost und Logis ab. Aapravasi Ghat zeigt die damaligen Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter. Etwa 450.000 Menschen sollen das Lager passiert haben.

Mauritius - Port Louis - Arbeiterlager Aapravas Ghat Mauritius - Port Louis - Arbeiterlager Aapravas Ghat

Neben dem Government House und dem Dienstsitz des Premierministers liegt in der Straße La Chaussée das Museum des Mauritius Institute. Im Museum werden Zeichnungen und Skelettteile des Riesenvogels Dodo aufbewahrt. Holländischen Siedlern gebührt die zweifelhafte Ehre, den flugunfähigen Vogel im 16. und 17. Jahrhundert ausgerottet zu haben. In jenen frühen Zeiten ging es weniger um Artenschutz, sondern vielmehr um gefüllte Fleischtöpfe; obwohl zeitgenössischen Berichten zufolge der Vogel offenbar keine Delikatesse war. Im Park des Museums sind lebensgroße Nachbildungen des Dodos zu sehen.

Mauritius - Port Louis - Mauritius Institute Mauritius - Port Louis - Mauritius Institute - Nachbildung eines Dodo

Bevor wir mit einem Taxi den Rückweg zum Kreuzfahrtterminal antreten, besuchen wir noch Les Jardins de la Compagnie. Banyan und andere tropische Bäume, Statuen und Brunnenanlagen zieren die attraktivste Parkanlage der Stadt. Es scheint kaum vorstellbar, dass der beschauliche und gepflegte Park zu Kolonialzeiten von der französischen Ostindien-Kompanie ursprünglich als Nutzgarten angelegt wurde.

Mauritius - Port Louis - Les Jardins de la Compagnie Mauritius - Port Louis - Les Jardins de la Compagnie mit Statue