Autor: Karl W. P. Beyer

Eine Kreuzfahrt ab Miami oder Fort Lauderdale steht bevor?  Wir nutzen die Gelegenheit, um zuvor noch drei Tage unter Floridas Sonne zu akklimatisieren. Die Florida Keys besuchten wir bereits am ersten Tag, siehe unter „Ein Tag auf den Florida Keys“. Was macht man an einem weiteren Tag? Hier unser den Tag füllendes Programm.

Wir wohnen wegen der Nähe zu den Florida Keys in Florida City. Die Stadt liegt ca. 35 Meilen südlich von Miami. Die Distanz ist mit dem Mietwagen in einer knappen Stunde leicht über den U.S. 1 Dixie Highway zu bewältigen. Vor dem Autofahren in Miami muss sich niemand fürchten. Miamis Autofahrer genießen zwar innerhalb der Staaten einen außerordentlich schlechten Ruf. Im Vergleich zum europäischen und speziell zum deutschen Straßenverkehr sind Miamis Autofahrer eher die reinsten Lämmlein.

Als Erstes besuchen wir den Kreuzfahrthafen von Miami, den wir noch nicht kennen. Zwischen dem Bayside Marketplace und der American Airlines Arena zweigt der Port Boulevard in Richtung Dodge Island ab. Hier können an sieben Cruise Terminals die Kreuzfahrt-Schiffe docken. Miami hat sich den Titel der Welthauptstadt der Kreuzfahrten selbst verliehen. Seit dem Jahr 2007 wurden jährlich mehr als 4 Millionen Kreuzfahrt-Passagiere in Miami abgefertigt, mehr als in jeder anderen Stadt der Welt.

Carnival Cruise Terminal

Carnival Cruise Terminal


In Miami haben die Carnival-Gruppe, die Royal Caribbean-Gruppe, Norwegian Cruise Lines und Prestige Cruise Holding ihre Firmenzentralen. Es versteht sich, dass viele Schiffe dieser Gesellschaften von Miami aus starten. Aber auch Schiffe von Regent Cruises, MSC und Disney Cruise Lines laufen den Hafen an.

Royal Caribbean Firmenzentrale

Royal Caribbean Firmenzentrale


Heute sehen wir vier Kreuzfahrt-Schiffe. Es sind die Norwegian Sky, die Carnival Destiny, die Celebrity Millennium und die Majesty of the Seas. Es ist uns ohne Weiteres gestattet, mit dem Mietwagen durch das Hafengebiet zu fahren und bei den Schiffen anzuhalten. Als wir jedoch im Halteverbot halten, um die Carnival Destiny möglichst vorteilhaft zu fotografieren, dauert es nicht lange, dass sich ein Police-Officer für unser Tun interessiert und uns unmissverständlich zum Verlassen des Terrains auffordert. Pech gehabt, aber verständlich.

Dem Kreuzfahrer werden in Miami alle möglichen Erleichterungen geboten. Parkhäuser, Mietwagen-Schalter sowie eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung. – Und, das spricht für Miami: Im Vergleich zu Port Everglades, dem Hafen von Fort Lauderdale, sieht der Cruise Port von Miami auch wie ein Kreuzfahrt-Hafen aus.

Nach dem Hafen entscheiden wir uns für eine Fahrt nach Hollywood Beach. Nicht mit dem Hollywood an der Westküste zu verwechseln, liegt dieses Hollywood Beach im Norden Miamis, in 20 Meilen Entfernung. Hollywood Beach wird ab und an im Vorgriff auf eine Kreuzfahrt oder nach einer Cruise von den Reedereien als Aufenthalt angeboten. Über die Interstate 95 N wäre das im Broward County gelegene Strandareal einfach zu erreichen. Die Strecke ist gut ausgeschildert und bequem zu fahren. Wir entscheiden uns jedoch für die an der Küste entlang führende, langsamer zu fahrende Interstate 1 A. Vom Hafen, über den MacArthur Causeway gelangen wir zuerst nach Miami Beach. Und von dort geht es über die Collins Avenue in nördlicher Richtung strikt nach Hollywood Beach.

Unser spezieller Tipp für Hollywood Beach ist der 2½ Meilen lange, mit Ziegelsteinen gepflasterte „Boardwalk“. Der Strand ist herrlich. Viele Restaurants, Bistros, Bars, Läden und eine kleine Mall umsorgen den Gast. Pittoreske Palmen ragen in den Himmel. Ein wahrer Genuss an einem Sonnentag.

Boardwalk Hollywood Beach

Boardwalk Hollywood Beach


Wir mögen Miami Beach und versäumen es nicht, dort etwas Zeit zuzubringen. Über die Interstate 95 könnten wir schnell ans Ziel gelangen. Wir bevorzugen erneut den direkten Weg die 1 A, den Ocean Drive und später dann die Collins Avenue. Dabei passieren wir Hallandale und Bal Harbour, bevor wir nach North Miami Beach gelangen. Vom nahen Ozean ist nichts zu sehen. Dafür umso mehr von den innerstädtischen Wasserwegen. Die Entfernung beträgt etwa 16 Meilen. Die Fahrtzeit macht eine gute halbe Stunde aus.

Das Miami vorgelagerte, auf einer Halbinsel liegende Miami Beach gefällt durch seinen Art déco District. Dieser ist immer einen Besuch wert. Viele der pastellfarben gestrichenen Häuser an den Straßen Ocean Drive, Collins Avenue und Washington Avenue im Bereich zwischen der 5. und der 15. Straße wurden in den 30er und 40er Jahren im Bauhausstil errichtetet. Es empfiehlt sich, herumzuschlendern und die Augen offen zu halten. Bars, Bistros und Restaurants sorgen für körperliches Wohlbefinden. Und wenige Meter entfernt lockt der breite Strand des Atlantik.

Miami Beach Fat Tuesday

Miami Beach Fat Tuesday


Wir haben noch ein wenig „Luft“ im Tagesablauf. Deshalb wagen wir noch einen Abstecher nach Key Biscayne. Auch hier sind wir vorher noch nie gewesen. In Luftlinie gemessen liegt zwischen Miami Beach und Key Biscayne nur eine geringe Entfernung. Da jedoch keine direkte Verbindung über die dazwischen liegenden Inseln Fisher Island und Virginia Key besteht, bedarf es des Umwegs über Miami Downtown und den Rickenbacker Causeway. Das entspricht einer Entfernung von 15 Meilen. Eine Mautbrücke ist zu queren. Soweit wir uns erinnern, kostet die Brückenmaut 1 US$.

Der Süden Key Biscaynes wird von einem State Park eingenommen. Aus zeitlichen Gründen interessiert uns der heute nicht. Im Zentrum liegen einige Luxushotels und eine große Anzahl von Appartmentanlagen. Das wirklich Sehenswerte sind die in einer subtropischen Landschaft errichteten Villen und die davor geparkten Luxuslimousinen und Sportwagen. Luxus pur. Wer ihn sucht, findet ihn dort.

Zurück nach Florida City geht es wieder über die U.S. 1, den Dixie Highway, in südlicher Richtung. Die Entfernung beträgt 35 Meilen. Die Fahrtzeit macht eine ¾ Stunde aus.

Fazit: Auf einer Strecke von ca. 120 Meilen hat man an einem Tag viel Abwechslung. Wer nicht wie wir das günstig zu den Florida Keys liegende Florida City als Standort auswählt, sondern eher Miami den Vorzug gibt, muss wesentlich weniger fahren. Aber wie bereits ausgeführt, das Autofahren stellt in der Metropolregion Miami absolut kein Problem dar.