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Montevideo auf eigene Faust - unser Landausflug

Autor: Anne Plau

Am 22.12.2018 erreichen wir an Bord der Celebrity Eclipse den Hafen von Montevideo. Unser Aufenthalt dauert nur sechs Stunden. Der Hafen liegt am Rand der Bucht von Montevideo in der Cuidad Vieja, der historischen Altstadt. Viele Sehenswürdigkeiten sind nicht weit entfernt, und wir werden uns diese während eines Rundgangs auf eigene Faust ansehen.

Details und Hintergrundwissen zu den Sehenswürdigkeiten auf unserem Rundgang finden Sie in unserem Beitrag Montevideo Sehenswürdigkeiten.

Vom Hafen bis zum Platz der Unabhängigkeit

Wir verlassen den Hafenbereich und halten uns links. Als erstes kommen wir zur Iglesia San Francisco de Asis, der Kirche des Heiligen Franziskus.

Cruise Terminal Montevideo - Begrüßungszone  Banco de la República Oriente del Uruguay - daneben Iglesia San Francisco

 

Sie ist geschlossen. Das ist schade, denn die Krypta der Kirche soll sehenswert sein. Wir gehen weiter durch die Altstadt und erreichen den größten Platz Montevideos, die Plaza Independencia. Ein schöner Platz, der beherrscht wird von einem Standbild des Freiheitskämpfers General Artigos.

Monument des Generals Artigas

Monument des Generals Artigas


Unter dem Denkmal befindet sich das Mausoleum des Generals. Wir gehen rund um die Plaza und bewundern die Bauten: die Puerta de la Cuidadela, den Torre Ejecutiva, das Teatro Solis, den Palacio Estevéz und den Palacio Salvo.

Montevideo von oben betrachten

Unser nächstes Ziel ist die Intendencia, das Rathaus von Montevideo. Dazu gehen wir etwa 1 ½ Kilometer die Avenida 18 de Julio entlang. Das ist die Haupteinkaufsstraße Montevideos, und es ist viel Betrieb. Es gibt aber auch hübsche Parks und Plätze an der Avenida. So passieren wir den Fabini Park und die Plaza Cagancha, in deren Mitte die Columna de la Paz, die Friedenssäule, steht. Zwei Blocks weiter kommen wir zur Fuente de los Candados, einem Brunnen, an dessen Gitter jede Menge Liebesschlösser hängen. Diesen Brauch Verliebter sehen wir tatsächlich überall auf der Welt.

Av. 18 de Julio - Plaza de Cagancha - Columna de la Paz Fuente de los Candados

 

Das Besondere am Rathaus ist der Mirador de la Intendencia, die Panorama-Terrasse im 22. Stockwerk. Bei schönem Wetter ist der Blick auf Montevideo und den Rio de la Plata unvergleichlich. Und wir haben Glück. Bei Sonne und klarer Sicht genießen wir von fast 80 Meter Höhe das Panorama dieser wunderschönen Stadt. Achtung: Der Zugang liegt in einem Straßentunnel in der Mitte des Gebäudes und ist nicht leicht zu finden.

Montevideo vom Mirador de la Intendencia - Im Zentrum das Parlamentsgebäude

Montevideo vom Mirador de la Intendencia - Im Zentrum das Parlamentsgebäude


Absolutes Highlight – die Cuidad Vieja

Auf der Avenida 18 de Julio gehen wir zurück bis zur Plaza Independencia. Durch die Puerta de la Ciudadela, das Tor der alten Zitadelle, betreten wir die Cuidad Vieja. Die Fußgängerstraße Calle Sarandi führt von der Puerta de la Ciudadela fast geradeaus bis zum Rio de la Plata.

Puerta de la Ciudadela

Puerta de la Ciudadela


Zuerst gelangen wir zur Plaza de la Constitución, auch Plaza Matriz genannt. Hohe Bäume beschatten den Platz, in der Mitte steht ein Brunnen, an den Seiten haben Bistros und Cafés ihre Außenplätze. Samstags findet hier immer einer der vielen Flohmärkte Montevideos statt. Es gibt viel Trödel zu kaufen, aber ab und zu ist auch eine echte Rarität dabei.

Brunnenanlage auf der Plaza Constitución Trödelmarkt auf der Plaza Constitución

 

Auf der einen Seite der Plaza de la Constitución liegt die Kathedrale, auf der anderen der Cabildo, in kolonialen Zeiten Sitz der Regierung. Die Kathedrale ist eine der ältesten Kirchen Lateinamerikas. Innen ist sie mit reichlich Marmor, Gold und Fresken ausgestattet, wirkt aber wegen des hohen Kirchenschiffs und der klaren Formen nicht zu prunkvoll.

Seitenaltar der Kathedrale Kuppel der Kathedrale

 

Wir machen eine Pause in einem der Straßencafés. Dann schlendern wir weiter die Calle Sarandi entlang. Viele der historischen Gebäude sind liebevoll restauriert. Es gibt zwar noch einiges zu tun in der Cuidad Vieja, aber insgesamt sieht die Altstadt sehr ansprechend aus. Wir umrunden die Plaza Zabala, einen ruhigen, mit Bäumen gesäumten Platz mitten in der Altstadt, und gehen noch bis zum Rio de la Plata. Hier gibt es etliche verfallene Gebäude und Brachen, eine wenig einladende Ecke der Altstadt.

Einer der schönsten Märkte Südamerikas

In Richtung Hafen ändert sich das schnell. Hier gibt es viele kleine Restaurants und Bars und auch schöne Läden. In den Gassen um den Mercado del Puerto, der riesigen Markthalle, drängen sich die Menschen. Hier wird fangfrischer Fisch angeboten, aber auch andere Lebensmittel, Haushaltswaren, Kunsthandwerk. Straßenkünstler locken mit Darbietungen.

Folklore in der Calle Perez Castellanos Mercado del Puerto

 

Der Mercado del Puerto ist eine der Hauptattraktionen Montevideos. Lange Zeit galt er als der schönste Markt Südamerikas. Heute befinden sich hier die gastronomischen Betriebe, ein Grillrestaurant reiht sich ans nächste. Auf offenen Grills wird Fleisch, Fisch und Gemüse zubereitet. Die Bänke und Stühle in der großen Halle sind immer gut besetzt, und die Portionen auf den Tellern sind gewaltig. Seit 1975 gehört der Mercado del Puerto zum nationalen Kulturerbe.

Eingang Mercado del Puerto Im Mercado del Puerto

 

Wir gehen zurück zur Celebrity Eclipse. An der Pier schauen wir uns noch den Anker des Panzerschiffs Graf Spee an und die Marina, ein Kreuzfahrtschiff von Oceania Cruises, das an der Nachbarpier liegt.

Celebrity Eclipse - der Eyecatcher

Celebrity Eclipse - der Eyecatcher


Montevideo Fazit:

Montevideo hat uns gut gefallen. Die Altstadt ist attraktiv, es gibt viel Grün, alles ist sehr sauber, und wir haben uns sicher gefühlt. Für viele Sehenswürdigkeiten, wie den Palacio Legislativo oder das Fortaleza del Cerro, war die Zeit zu knapp. So hätten wir auch gern einen der schönen Parks von Montevideo besucht oder die Sandstrände, die so nahe an der Stadt liegen. Das nehmen wir uns für unseren nächsten Besuch in Montevideo vor.