Unser Kreuzfahrtschiff, die Azamara Quest, befindet sich auf dem Weg von Dubai/VAE nach Piräus/Athen. An der Route liegt Maskat, die Hauptstadt des Oman. Das Schiff bleibt über Nacht im Sultan Qaboos Port, in Maskats Stadtteil Mutrah. Am folgenden Abend verlässt die Azamara Quest um sechs Uhr den Hafen mit Ziel Salalah/Oman.
Maskat - Mutrah Cruise Terminal
Rundfahrt mit dem „Big Bus“ durch Maskat
Um innerhalb kurzer Zeit einige bleibende Eindrücke von Maskat zu gewinnen, unternehmen wir eine Sightseeing-Tour mit dem „Big Bus“. „Big Bus” steht für die Hop-On Hopp-Off-Sightseeing-Busse. Um neun Uhr morgens startet am Mutrah Souk der erste „Big Bus“ zur Rundfahrt durch Omans größte Stadt. Die reine Fahrtzeit dauert knapp zwei Stunden. Der Bus bewältigt in dieser Zeit eine große Distanz durch die sich über Dutzende Kilometer erstreckende Metropolregion.
Am Mutrah Souk halten die kostenlosen, zwischen den Kreuzfahrtschiffen und dem Stadtteil Mutrah pendelnden Shuttle-Busse.
Maskat - Mutrah Zentrum
In Maskat leben mehr als 1,3 Millionen Menschen. Aus der Vogelperspektive betrachtet entspricht Maskat bei weitem nicht dem Schema einer europäischen, dicht bebauten Metropole. Wegen des bis an das Arabische Meer heran reichenden Küstengebirges verhindert die Topografie des Geländes in Maskat eine geschlossene Bebauung. In Meeresbuchten angelegte Stadtteile wie Mutrah oder Alt-Maskat können sich aus Platzmangel nicht weiter ausdehnen. Deswegen erstreckt sich die Stadt in nördlicher Richtung entlang zweier langgezogener Täler. Maskats Fläche wird mit 3.797 Quadratkilometern angegeben. Dies entspricht in etwa dem Vierfachen der Stadtfläche Berlins, das mit 3,66 Millionen Einwohnern ein Mehrfaches der Einwohnerzahl Maskats besitzt. An einzelnen Stationen verlassen wir den Bus, um die Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt kennen zu lernen.
Stopp am Qurum Strand
Unsere erste Zwischenstation ist Shati Al Qurum. Der Haltepunkt Nummer 3 des „Big Bus“ steht für einen langen Strandabschnitt, ein Einkaufszentrum, Kaffeebars und das prächtige Königliche Opernhaus.
Das alles sieht sehr gut aus, doch uns ist nicht nach einem Strandaufenthalt oder einer Kaffeepause. Und das Opernhaus ist früh am Morgen noch geschlossen. In Shati treffen wir Alex und Peter, zwei Mitreisende von der Azamara Quest. Gemeinsam nehmen wir ein Taxi zur Sultan-Qaboos-Moschee, da der „Big Bus“ nicht an der Moschee hält.

Maskat - Große Sultan-Qaboos-Moschee
Große Sultan-Qaboos-Moschee
Ein Besuch der erst im Jahr 2001 fertiggestellten „Große Sultan-Qaboos-Moschee“ ist zu empfehlen. Das grandiose, von einer schönen Parkanlage umgebene Bauwerk steht auf einem mehr als 40 Hektar großen Areal.
Die Dimensionen des islamischen Gotteshauses sind schwer zu überbieten. Die Große Sultan-Qaboos-Moschee ist – ähnlich wie die Sheikh Zayid Moschee in Abu Dhabi – eine der größten der Welt. Allein die schiere Größe „erschlägt“ ihre Besucher. An den Eckpunkten der Moschee stehen vier 45 Meter hohe Minarette. Ein fünftes Minarett, das Hauptminarett, ist mit 91,50 Metern mehr als doppelt so hoch.
Die Gebetshalle wird von einer 34 Meter hohen Kuppel gekrönt. In deren Zentrum hängt ein acht Tonnen schwerer Swarovski-Leuchter, aus dem 1.122 Leuchtmittel Licht spenden. Die Hauptgebetshalle misst 71 mal 61 Meter. In dieser Halle liegt ein Gebetsteppich von mehr als 4.000 Quadratmetern Größe. Hunderte persische Teppichknüpferinnen haben den Teppich vor Ort im Laufe mehrerer Jahre hergestellt. Das Äußere und Innere des Gotteshauses ist mit kalligrafischen Arbeiten und Arabesken reich verziert.
Für uns steht fest, der Besuch der Moschee ist ein absolutes „Muss“. Zu beachten ist, dass Nichtmuslime von Samstag bis Donnerstag zwischen 8:00 bis 11:00 Uhr in die Moschee eingelassen werden. Bis 10:30 Uhr ist der Empfang geöffnet. Wie nicht anders zu erwarten gilt innerhalb der Moschee eine strikte Kleiderordnung. Männer tragen lange Hosen. Frauen bedecken Kopf, Schultern und die Unterarme. „Bedeckung“ der Unterarme bedeutet: lange Ärmel!
Die Distanz zwischen Shati Al Qurum und der Moschee beträgt mehr als zehn Kilometer. Die Fahrt hin und zurück kostet unsere Vierergruppe 40 Euro. Ein vertretbarer Preis für eine großartige Erfahrung.
Vom Al Qurum Park nach Ruwi
Wir setzen unsere Rundfahrt mit dem nächsten „Big Bus“ fort. Die Straße folgt zuerst dem Qurum-Strand. Am Haltepunkt 4 sehen wir nicht nur das Crowne Plaza-Hotel sondern auch Mangroven. Im Arabischen steht „Qurum“ für Mangrove. Die Reste eines ursprünglich größeren Mangroven-Ökosystems sind Bestandteil des Al Qurum Natural Parks, des größten Landschaftsparks des Omans. Wesentliche Merkmale der Anlage sind ein malerischer Rosengarten, ein Bootsteich und ein bei Nacht kunstvoll illuminierter Wasserfall. Große Rasenflächen, Spielzonen für Kinder, schattige Wege und mehrere Fontänen lassen den Park attraktiv für die ganze Familie erscheinen.
Wir bleiben im Bus sitzen und fahren weiter nach Ruwi. Der Stadtteil Ruwi – dort leben mehr als 300.000 Einwohner – ist Standort internationaler Banken und Unternehmen. Anders als ursprünglich erwartet, erachten wir den Ausstieg am Haltepunkt 6 für nicht lohnenswert. Lediglich der „Clock Tower Square“ von Ruwi sticht ins Auge. Doch auch er ist das Aussteigen in der Hitze des Tages und das Warten auf den folgenden Bus nicht wert.
Omans Parlamentsgebäude
Der Weg zum Parlamentsgebäude führt zuvor auf einer breiten Ausfallstraße durch das Alkbir Wadi, das „Große Tal“. Links und rechts der Straße sehen wir große Gewerbeflächen, Wohngebiete, Hotelanlagen und immer wieder Moscheen. Irgendwo rechts neben der Fahrbahn liegt der „Freitagsmarkt“. In einer großen Markthalle verkaufen Händler an Freitagen Gemüse und Obst. Auf dem Freigelände vor der Markthalle werden auf einem Flohmarkt Möbel, elektronische Geräte oder Weihrauch gehandelt.

Maskat - Hauptstadt mit Berglandschaft
Auf den Freitagsmarkt folgt ein Kreisverkehr, dessen Mitte mit großdimensionierten "Coffee Pots" gestaltet wurde. Wir wissen nicht, was es mit den Kaffeekannen auf sichhat, vermutlich ist es eine Brunnenanlage. Es ist amüsant, das Ensemble anzusehen.

Maskat - Kreisverkehr mit Coffee Pots
Der Bus hält am Parlamentsgebäude (Haltepunkt 7). Es ist zweifellos eines der Vorzeige-Bauwerke des Sultanats. Mit dem Bau des in traditionellem, arabischem Stil errichteten Gebäudes wurde im Jahr 2009 begonnen. Das Parlament steht auf zehn Hektar Fläche. Ein 64 Meter hoher Uhrturm überragt den Komplex, und weitläufige Grünflächen umgeben die Anlage. Auch bei Dunkelheit macht das Bauwerk auf sich aufmerksam: Ein spezielles Lichtsystem leuchtet bei Dunkelheit die bis zu 38 Meter hohen und mehr als zwei Kilometer langen Außenfronten aus.
Marina Bandar Ar Rawdah
Der nächste Bus-Halt (Haltepunkt 8) ist die deutlich unter dem Straßenniveau gelegene „Marina Bandar Ar Rawdah“. Wir erwarteten einen idyllischen Sport- und Yachthafen. Was wir sehen, rechtfertigt die Fahrtunterbrechung nicht; wir bleiben im Bus.

Maskat - Marina Bandar Ar Rawdah
Alt-Maskat – der Sultanspalast
Die Straße fällt nach der Marina bis auf Meereshöhe ab. Am Haltepunkt 9 verlassen wir in Alt-Maskat vor dem Sultanspalast erneut den Bus. Nach der Sultan-Qaboos-Moschee als erstem Höhepunkt unserer Busrundfahrt erweist sich der Al-Alam-Sultanspalast als zweiter „Meilenstein“ der Tour. Der Palast dient ausschließlich repräsentativen Zwecken. Zu Wohnzwecken nutzt Omans Herrscher den nahegelegenen Bait Al-Barakah-Palast. Zu erwähnen bleibt, dass dem Regenten und seinem Gefolge im gesamten Land bei Bedarf weitere Paläste zur Verfügung stehen. Erdöl macht es möglich.
Der Al-Alam-Palast wurde nach 1970 an der geschützten Meeresbucht von Alt-Maskat erbaut. Zu diesem Zweck mussten alle Häuser der Altstadt, darunter prachtvolle, historische Gebäude reicher Handelsherren, dem Neubau weichen. Entstanden ist eine sehr schöne, wie aus einem Guss wirkende Palastanlage. Das Palais und seitliche, einen riesigen Platz flankierende Bauten, zusätzliche Verwaltungsgebäude und eine Moschee nehmen die gesamte Breite der Bucht ein.
Zu beiden Seiten der Bucht sichern an Felshängen errichtete Festungsbauten die Zufahrt zum Hafen von Mutrah und nach Alt Maskat. Die Forts wurden im ausgehenden 16. Jahrhundert während der portugiesischen Besatzungszeit gebaut. Der Palastkomplex ist sowohl von Land als auch von See gut anzusehen. Er rechtfertigt auf jeden Fall den Ausstieg aus dem Bus. Eine weitere, nahegelegene Sehenswürdigkeit ist das Muscat Gate Museum. Es widmet sich der Geschichte Maskats.
Mutrah Souk – Schlusspunkt der Busrundfahrt
Wir nehmen den nächsten Bus und fahren entlang der „Corniche“ in Richtung des Mutrah-Souk, der Endstation des „Big Bus“. Unterwegs passieren wir den Riyam-Freizeitpark und das bemerkenswerteste Wahrzeichen Mutrahs: den überdimensionierten, mit Ornamenten reich verzierten Weihrauchbrenner. Der steht auf einem markanten Felsen und ist bereits vom in die Bucht einlaufenden Kreuzfahrtschiff gut zu erkennen.
Fazit der Rundfahrt durch Maskat
Die „Big Bus“-Rundfahrt durch Maskat führt – vorbei an grandiosen Felslandschaften – zu attraktiven Zielen. Passagieren von Kreuzfahrtschiffen, die keine Fahrten zu den Felsen und Wadis des Hinterlands, in die Oasenstadt Nizwa oder Bootausflüge zur Beobachtung von Delfinen und Walen gebucht haben, empfehlen wir die Fahrt mit dem Sightseeing Bus.
Die Bus-Touren sind im Vergleich zu anderen Destinationen weltweit ungemein kostspielig: Tagesticket (Stand 2020): 77,90 US-Dollar bzw. 70,10 US-Dollar bei Vorausbuchung. Durch die Weitläufigkeit der Metropole legen die Busse eine lange Wegstrecke zurück. Während der Fahrt gibt es viel zu sehen. Die Fahrt dauert ohne Unterbrechungen knapp zwei Stunden. Nützliche Informationen werden in acht Sprachen gegeben, darunter in Deutsch. Die Rundfahrten starten und enden am Mutrah-Souk neben dem Shuttle-Bus-Stopp der Kreuzfahrtschiffe.

Maskat - Mutrah Zentrum - Stopp der Shuttle-Busse
Eine Alternative zur Busfahrt ist eine private Taxifahrt. Ein Taxi kostet etwa 50 US-Dollar pro Stunde. Sofern sich vier Personen für eine Tour zusammenfinden, erscheint uns die Fahrt unter dem Strich preisgünstiger als die Busfahrt. Es werden die gleichen Ziele angesteuert, und die Fahrer bieten ihren Gästen Informationen in englischer Sprache.









