Autor: Karl W. P. Beyer

Kreuzfahrtziele wie Abu Dhabi oder Dubai sind vielen Kreuzfahrt-Passagieren geläufig. Was aber soll man vom Sultanat Oman und seiner Hauptstadt Maskat (engl. Muscat) halten, wenn die Routenplanung des gebuchten Kreuzfahrtschiffs auch diese Destination vorsieht? Und was gibt es außerhalb des As Sultan Qaboos Port im Stadtteil Mutrah überhaupt zu sehen?

Oman - Maskat - Landschaft mit dem Muscat Gate Museum

Oman - Maskat - Landschaft mit dem Muscat Gate Museum

Ein erster Blick hilft oftmals. Von Bord des Kreuzfahrtschiffs schaut der Besucher auf das alte Zentrum von Mutrah mit dem historischen Souk, der sorgfältig restaurierten „Waterfront“ und der am Hafen entlangführenden Uferpromenade Corniche. Mutrah ist umgeben von hohen, karstigen Bergen. Hinter und zwischen diesen Höhenzügen erstreckt sich über etwa 50 Kilometer Länge Omans Hauptstadt. In der Metropolregion leben etwa eine Million Einwohner, darunter viele Arbeitsmigranten. Maskat ist das kulturelle, politische, finanzielle und wirtschaftliche Zentrum des Landes.

Oman - Maskat/Mutrah

Oman - Maskat/Mutrah

Maskats bedeutendste Bauwerke

Maskat ist keine organisch gewachsene, dicht bebaute Großstadt nach westeuropäischem Standard. Die bis an die Küste heranreichende Felslandschaft steht einer intensiven Besiedlung und Bebauung entgegen. Die Stadt entstand vielmehr aus der Zusammenlegung mehrerer weit auseinanderliegender Stadtteile. Besucher sollten sich daher auf längere Distanzen und Fahrzeiten zwischen den einzelnen Stadtteilen und Sehenswürdigkeiten einrichten. Zum Kennenlernen der Stadt und seiner bedeutendsten Bauten ist es empfehlenswert, für vier Stunden ein Taxi zu chartern oder mit dem teuren Hop-On Hopp-Off-Bus zu fahren.

Oman - Maskat - Hauptstadt mit Berglandschaft Oman - Maskat - Ein Coffee-Pot-Kreisverkehr

Anders als in Abu Dhabi oder Dubai fehlen in Maskat hoch aufragende Bauten und gigantische, glitzernde Shopping-Malls. Die Regierung des Sultanats setzt eher auf die Wahrung der Traditionen und eine vorsichtige, aber kontinuierliche Entwicklung der Stadtregion.

Oman - Maskat/Ruwi - Sitz internationaler Banken und Unternehmen

Oman - Maskat/Ruwi - Sitz internationaler Banken und Unternehmen

Die beachtenswertesten Ziele Maskats

Die Große Sultan-Qaboos-Moschee

Die nach dem regierenden Sultan benannte Zentralmoschee des Oman ist die größte Moschee des Landes und eine der größten der Welt. Fertiggestellt wurde sie im Jahr 2001, die Bauzeit betrug sechs Jahre.

Oman - Sultan Qaboos MoscheeOman - Sultan Qaboos Moschee

Sie steht auf einem Areal von 416.000 Quadratmetern; allein die Haupt-Gebetshalle misst 71 x 61 Meter Fläche. Bis zu 6.600 Gläubige sollen in der imposanten Gebetshalle Platz finden. Die Halle ist mit einem mehr als 4.000 Quadratmeter großen Teppich ausgelegt, der an Ort und Stelle über einige Jahre von Hunderten persischer Frauen geknüpft wurde. Das Bauwerk ist reich mit kalligrafischen Arbeiten und Arabesken verziert.

Oman - Sultan Qaboos Moschee - HauptgebetsraumOman - Sultan Qaboos Moschee - Hauptgebetsraum

Ein unter der 34 Meter hohen, zentralen Kuppel angebrachter, acht Tonnen schwerer Swarovski-Kristallleuchter spendet aus 1.122 Leuchtmitteln Licht. Das Zentral-Minarett ist 91,50 Meter hoch; die vier kleineren, jeweils an den Ecken postierten Minarette erreichen 45 Meter Höhe. Den Hauptzugang zur Moschee bilden drei gewaltige Bögen, durch die man zuerst auf das Hauptminarett blickt.

Oman - Maskat - Sultan Qaboos Moschee - Kronleuchter Oman - Maskat - Sultan Qaboos Moschee - Details der Kuppel Oman - Maskat - Sultan Qaboos Moschee

Oman - Maskat - Hauptminarett der Sultan Qaboos Moschee Oman - Maskat - Seitenminarett der Sultan Qaboos Moschee Oman - Maskat - Sultan Qaboos Moschee -  Seitengebäude mit Minarett

Geöffnet ist die Moschee Samstag bis Donnerstag vormittags jeweils von 8:00 bis 11:00 Uhr. Der Einlass endet spätestens gegen 10:30 Uhr. Männer müssen eine lange Hose tragen, von Frauen wird erwartet, dass sie Kopf, Schultern und Arme „bedecken“. „Bedecken“ meint: Kopftuch, geschlossene Bluse oder Pullover und lange Ärmel.

Oman - Maskat - Sultan Qaboos Moschee Oman - Maskat - Sultan Qaboos Moschee - Gartenanlage


Das Royal Opera House

Soweit bekannt, schätzt der Sultan klassische Musik. Infolgedessen gab er im Jahr 2001 Order, ein königliches Opernhaus zu errichten. Vollendet wurde der Prachtbau im Jahr 2011. Geboten werden u. a. 1.100 Plätze, eine Opern-Galerie mit Restaurants, Cafés und eine Reihe edler Ladengeschäfte. Zum Repertoire des Hauses zählen auch Jazz, Musicals, Volksmusik sowie Informationsveranstaltungen.

Oman - Maskat - Royal Opera House Oman - Maskat - Royal Opera House Oman - Maskat - Royal Opera House - Opera Gallery

Ein Auszug aus dem Spielplan 2015/16: Die Opern Don Giovanni, Eugen Onegin, Lohengrin, Romeo und Julia, die Ballettaufführungen Giselle und Die Vier Jahreszeiten, weltberühmte Künstlerinnen und Künstler wie Anna Netrebko, Diana Damrau und Placido Domingo und vieles andere mehr bietet diese Spielzeit.


Der Al-Alam-Sultanspalast

Es versteht sich, dass der Sultan von Oman mehrere über das Land verstreute Paläste nutzt. Der Hauptpalast Qasr-Al-Alam liegt im Stadtteil „Alt-Maskat“. Der Palast wird ausschließlich zu repräsentativen Zwecken genutzt. Gewohnt wird im nahegelegenen Bait Al-Barakah-Palast.

Oman - Alt-Maskat - Sultanspalast Oman - Alt-Maskat - Wappen im Tor des Sultanspalasts Oman - Alt-Maskat - Sultanspalast

Der gediegene, aber nicht auffällig wirkende Palast wurde nach der Machtübernahme des Regenten im Jahr 1970 neu errichtet. Zu diesem Zweck mussten alle Häuser der Altstadt, darunter historische, prachtvolle Gebäude reicher Handelsherren, dem Neubau weichen. Der Palast und seitliche, eine riesige Freifläche flankierende Bauten, dominieren heute den Stadtteil. Zum Ensemble gehören außerdem Verwaltungsbauten und eine benachbarte Moschee.

Oman - Alt-Maskat - Blick vom Sultanspalast auf das National Museum Oman - Alt-Maskat - Arkaden eines Nebengebäudes Oman - Alt-Maskat - Sultanspalast von See gesehen

Der Palast ist nicht zur Besichtigung freigegeben. Besucher können die Anlage aber sowohl von Land als auch von der Seeseite bewundern. Der Besuch des Palastareals ist durchaus lohnenswert.


Majlis Oman – Das Parlamentsgebäude

Trotz der vielen seit Beginn der Regentschaft vom Sultan veranlassten, maßgeblichen strukturellen Veränderungen ist das Sultanat ein absolutistisch regierter Staat. Allem Anschein nach agiert der im Westen ausgebildete Machthaber als aufgeklärter Herrscher, der viel für sein Land bewirkt hat. Zu den politischen Umgestaltungen gehörte die Einführung eines Zweikammern-Parlaments, des Council of Oman, der sich im Auftrag des Sultans und seines Kabinetts bestimmten Themen widmet.

Oman - Maskat - Parlamentsgebäude mit Uhrturm Oman - Maskat - Parlamentsgebäude Oman - Maskat - Parlamentsgebäude

Ein passendes Parlamentsgebäude fehlte. Im Jahr 2009 wurde daher begonnen, für die Beratende Versammlung ein neues Tagungsgebäude auf einem Areal von 101.000 Quadratmetern im traditionellen arabischen Stil zu errichten. Bei Dunkelheit leuchtet ein spezielles Lichtsystem die bis zu 38 Meter hohen und mehr als zwei Kilometer langen Außenfronten aus. Der das Bauwerk überragende Uhrturm misst 64 Meter, die vier Zifferblätter der Uhr haben einen Durchmesser von 4,80 Metern.

Oman - Maskat - Parlamentsgebäude mit Uhrturm

Oman - Maskat - Parlamentsgebäude mit Uhrturm


Maskats Sonstige Sehenswürdigkeiten

Der Mutrah Souk und die Corniche

Der Souk von Mutrah gilt als einer der ältesten Märkte des arabischen Raums. In früheren Zeiten wurde von dort der Handel mit Orten auf der arabischen Halbinsel, Indien und China betrieben. Wie es sich für einen Souk gehört, sind die Gassen verschachtelt und unübersichtlich.

Oman - Maskat - Mutrah Souk

Oman - Maskat - Mutrah Souk

Das heutige Warenangebot ist vielseitig und auch für Touristen interessant. Die Händler sind freundlich und drängen sich den Besuchern nicht auf. Touristen halten sich ob der angenehmen Atmosphäre gern im Souk auf.

Oman - Maskat - Mutrah-Zentrum Oman - Maskat - Eingang zum Mutrah Souk

Vom Hauptausgang des Souk gelangt der Besucher auf die Corniche, die mehrere Kilometer lange, am Meer entlang führende Uferstraße. An der dem Meer zugwandten Seite verläuft eine kilometerlange, breite und gepflegte Promenade. Wer mag, folgt der Corniche bis zum Freizeit- und Vergnügungszentrum Riyam-Park. Dabei wird das oberhalb Mutrahs auf einem Felsen errichtete, nicht zugängliche Muthra-Fort passiert.

Oman - Maskat - Corniche von Mutrah Oman - Maskat - Mutrah Fort Oman - Maskat - Delfinskulptur an der Corniche von Mutrah

Am Riyam-Park steht auf einem markanten Felsen das Wahrzeichen Mutrahs. Es ist ein überdimensionaler, mit Ornamenten reich verzierter Weihrauchbrenner. Er ist so groß, dass man ihn bereits beim Einlaufen vom Kreuzfahrtschiff gut sehen kann. Vom erhöhten Standort des Brenners aus genießt man schöne Ausblicke auf die umgebende Felslandschaft sowie den Hafen von Mutrah.  

Oman - Maskat - Weihrauchbrenner Oman - Maskat - Riyam Park mit dem Weihrauchbrenner


Der Clock Tower

Der Stadtteil Ruwi ist Maskats Wirtschafts- und Finanzzentrum sowie Standort vieler Banken und internationaler Unternehmen. Obwohl Ruwi stetig fortentwickelt wird, fehlt der Region das „gewisse Etwas“. Auffällig ist lediglich der auf einer weitläufigen, parkähnlichen Freifläche errichtete Uhrturm.

Oman - Maskat/Ruwi - Clock Tower

Oman - Maskat/Ruwi - Clock Tower 


Die Forts von Al Jalali und Al Mirani

Beide Forts wurden unter portugiesischer Herrschaft gegen Ende des 16. Jahrhunderts zum Schutz der Handelswege nach Indien errichtet. Sie thronen über dem Al-Alam-Sultanspalast. Wegen der strategisch günstigen Lage beider Festungen war Maskats Hafen zur damaligen Zeit schier uneinnehmbar.

Oman - Alt-Maskat - Sultanspalast und FestungenOman - Alt-Maskat - Sultanspalast und Festungen

Im Lauf der Jahre wechselte die Nutzung der Bauten. Im 20. Jahrhunderts wurde das Al Jalali-Fort sogar eine Zeitlang als Gefängnis genutzt, bevor es in den 1980er-Jahren in ein kulturhistorisches Museum umgewandelt wurde. Es kann nicht besichtigt werden, lediglich ausländischen Würdenträgern wird dort bei deren Staatsbesuchen Zutritt gewährt. Die gegenüberliegende Mirani-Festung ist ebenfalls nicht für Besucher geöffnet. Unterhalb dieser Festung liegt die Al Khor-Moschee, deren blaue Kuppeln und Fliesen mit den Felsen und der Festung kontrastieren.

Oman - Maskat - Al Mirani Fort Oman - Maskat - Al Mirani Fort und Khor Moschee


Das Maskat Gate Museum

Das Museum wurde in einem riesigen Torhaus angesiedelt. Es präsentiert Exponate der Landesgeschichte, vor allem aber zur Historie der Stadt Maskat. Die Präsentation widmet sich speziell der Wasserversorgung, den ursprünglichen Stadtmauern, unterirdischen Kanälen, Souks, Moscheen, Häfen und den Festungen.

Oman - Muscat Gate Museum

Oman - Muscat Gate Museum


Der Qurum Beach

Wohl kaum jemand fährt mit dem Kreuzfahrtschiff zum Baden nach Maskat. Außerdem gibt es an der über 4.000 Kilometer langen Küstenlinie des Oman zum Schwimmen weit geeignetere Strandabschnitte. Der Vollständigkeit halber sei der auf Höhe des Crowne Plaza Hotels beginnende, lange und feinsandige Qurum-Strand dennoch erwähnt. Am Stopp Nr. 3 des Hop-On Hop-Off-Busses können Besucher einen Blick auf diesen Strand werfen.

Oman - Maskat - Qurum Strand - Crowne Plaza Hotel Oman - Maskat - Qurum Strand Oman - Maskat - Qurum Strand


Al Qurum Natural Park

Der Stadtteil Qurum und seine beste Wohnlage Qurum Heights gehören zu den gefragtesten Wohngebieten des Oman. „Qurum“ steht im Arabischen für „Mangrove“. Abseits der Bebauungen sieht man die eingezäunten Mangrovensümpfe des Qurum Natural Park. Der idyllische Park ist die größte Parkanlage des Landes. Ein malerischer Rosengarten, ein Bootsteich und der bei Nacht kunstvoll illuminierte Wasserfall bieten den Besuchern viele Eindrücke. Dazu kommen große Rasenflächen, Spielzonen für Kinder, schattige Wege und mehrere Fontänen.

Oman - Maskat - Qurum Natural Park Oman - Maskat - Qurum Natural Park - Haupteingang


Beobachtung von Delfinen und Walen

Von Mutrahs Hafen werden Touren zur Beobachtung von Delfinen und Walen angeboten. Im Arabischen Meer wurden vor Omans Küste bislang 21 Arten von Delfinen und Walen gesichtet. Mit etwas Glück präsentieren sich den Beobachtern herumtollende Spinnerdelfine, Große Tümmler oder – jahreszeitabhängig - sogar gigantische Blauwale.