Neapel ist eine Stadt der Gegensätze. Besucher nehmen Neapel zuerst als Hauptstadt des Verfalls, der Graffiti und des Lärms wahr. Und dennoch bietet die Stadt ihren Besuchern ein Füllhorn an Attraktionen. Sehenswert in Neapel ist vor allem die von der UNESCO mit dem Weltkulturerbe-Status „geadelte“ historische Altstadt. Außerdem bietet Neapel seinen Gästen imposante Bauwerke, mächtige Festungen, mehrere Hundert Kirchen und herrliche Ausblicke auf den Golf von Neapel und den Vesuv. In der näheren Umgebung finden wir attraktive Ziele, als da wären die antiken Ausgrabungsstätten von Herculaneum und Pompeji, malerische Städte wie Amalfi und Sorrent oder die weltberühmten Inseln Capri und Ischia. Wir besuchten Neapel mehrfach mit Kreuzfahrtschiffen. Unter Neapel Individuelle Touren beschreiben wir unsere individuellen Ausflüge und Aktivitäten in Neapel und seiner Umgebung. Bei den folgenden Top-Sehenswürdigkeiten befassen wir uns ausschließlich mit der Stadt Neapel.
Neapels Festungen
Drei beeindruckende Festungen prägen das Stadtbild. Gemeint sind das Castel Nuovo, das Castel Sant’Elmo und das Castel dell’Ovo.
Castel Nuovo
Bei Besuchen mit dem Kreuzfahrtschiff ist das mächtige Castel Nuovo nicht zu übersehen. Wenige Hundert Schritte von Neapels Kreuzfahrtterminal entfernt ragt an der Via Vittorio Emanuele III die mittelalterliche Burg mit fünf Türmen und einem prächtigen Triumphbogen empor. Mit dem Bau des Kastells, der „Neuen Burg“, wurde im Jahr 1279 begonnen. In der Folgezeit erfuhr das Gebäude vielseitige Um- und Ausbauten. Es diente mehreren Königen des Königreichs Neapel als Schutzburg und Residenz.
Gerühmt wird im Kastell die Sala dei Baroni. Der imposante Saal wurde bis ins Jahr 2006 hinein vom Regionalparlament genutzt. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde zwischen zwei Rundtürmen ein beeindruckender Triumphbogen errichtet. Er verherrlicht die Ankunft Alfons V. von Aragon in Neapel und erinnert an die Herrschaft der Aragonesen in der Region. Den westlichen Flügel des Castel Nuovo nutzt das Museo Civico, das Museum zur Stadtgeschichte Neapels.
Castel Sant’Elmo
Auf dem Vomero-Hügel erhebt sich oberhalb der Altstadt und des Klosters Certosa di San Martino die Festung Sant’Elmo. Das Kloster und das Kastell sind weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt. Die Arbeiten an der sternförmigen Festung nahmen insgesamt 14 Jahre in Anspruch. Sie endeten im Jahr 1343. Nachdem Castel Sant’Elmo lange Zeit als Militärgefängnis diente, ist es seit 1982 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Neapel - Castel Sant Elmo und Certosa di San Martino
Das Kastell ist überdies Standort verschiedener Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, und es beherbergt eine kunsthistorische Bibliothek. Das Castel Sant’Elmo bietet einzigartige Blicke auf die Stadt, den Vesuv und das Meer.
Drei Standseilbahnen verbinden den Vomero-Hügel mit der Unterstadt. Stationen sind Via Morghen, Corso Vittorio Emanuele und Piazza Montesanto.
Castel dell’Ovo
Das Castel dell’Ovo, die „Eierfestung“, liegt im Stadtteil San Ferdinando auf der Insel Megaride. Das Castel dell’Ovo ist das älteste Bollwerk Neapels. Historiker gehen davon aus, dass es am Standort des Kastells bereits im 1. Jahrhundert vor Christus Befestigungen gab. Im Laufe der Zeit folgten Umbauten und Erweiterungen. Im 16. Jahrhundert waren die Arbeiten an der geschätzt 200 mal 50 Meter großen Anlage abgeschlossen. Ein Damm verbindet Castel dell’Ovo mit dem Festland.

Neapel - Castel dell’Ovo
Neapels berühmteste Kirchen und Klöster
Hunderte Kirchen und Klöster prägen Neapels Stadtbild. Uns beeindrucken vor allem der Dom und die Kirche Gesù Nuovo. Beide Gotteshäuser zählen zu den schönsten in Neapel.
Duomo San Gennaro
Die wohl bedeutendste Kirche Neapels ist der Dom San Gennaro. Mit dem Bau von Neapels Hauptkirche wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begonnen. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Kirche Veränderungen und Erweiterungen. Mehrfach erlitt sie durch Erdbeben schwere Schäden. Die Umgestaltung und Erneuerung der Fassade erfolgte im späten 19. Jahrhundert. Seit 1646 wird in einer Kapelle des Doms eine Ampulle mit dem getrockneten Blut des Schutzpatrons der Stadt, des Heiligen San Gennaro, aufbewahrt. Zweimal im Jahr beten Gläubige für die Verflüssigung des Märtyrerbluts, das sogenannte Blutwunder.

Neapel - Duomo San Gennaro
Wie beim Mailänder Dom darf auch in Neapel das Dach des Doms betreten werden. Ein hinter der Sakristei angebrachter Aufzug bringt Schaulustige auf das Kirchendach. Von der Höhe blicken Besucher auf die Stadt, den Hügel von Capodimonte, den Vesuv und die Insel Capri. Der Rundgang auf dem Dach endet an einer zum Eingang des Doms führenden Treppe.
Adresse: Via Duomo 147
Klosterkomplex Santa Chiara
Nicht weit vom Kreuzfahrtterminal entfernt liegt der Klosterkomplex Santa Chiara. Die weitläufige Anlage umfasst eine Kirche, den freistehenden Kampanile, das angeschlossene Kloster und den mit handbemalten, farbenfrohen Majoliken gestalteten Kreuzgang, der zu den schönsten in der Region Kampanien zählt. Der Klosterkomplex stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.
Adresse: Piazza del Gesù Nuovo
Jesuitenkirche Gesù Nuovo
Die von Jesuiten errichtete Kirche Gesù Nuovo liegt dem Klosterkomplex von Santa Chiara gegenüber. Das nüchtern und unauffällig scheinende Äußere der Kirche trügt: Bei Gesù Nuovo handelt es sich um eine der bedeutendsten und größten Barockkirchen der Stadt. Das prachtvolle Interieur überwältigt die Besucher.
Der Klosterkomplex Santa Chiara und die Jesuitenkirche Gesù Nuovo liegen an der Piazza del Gesù Nuovo. Im Zentrum des Platzes steht der 22 Meter hohe Barockobelisk der Mariensäule Guglia dell’Immacolata. Die Mariensäule ist einer der drei großen Obelisken der Stadt.

Neapel - Mariensäule Guglia dell’Immacolata
Klosterkomplex Certosa di San Martino
Über der Stadt und neben dem Castel Sant’Elmo thront auf dem Vomero-Hügel das ehemalige Kartäuserkloster Certosa di San Martino. Der Bau des Klosters wurde im 14. Jahrhundert vollendet. Das Bauwerk ist vor allem wegen seines faszinierenden Kreuzgangs mit dem Friedhof der Mönche bekannt. Gegenwärtig wird die Klosteranlage vom Museo Nazionale di San Martino genutzt. Das Museum widmet sich der Geschichte Neapels und besitzt eine umfangreiche Sammlung von Bildern und Kunstobjekten.

Neapel - Certosa di San Martino
Piazza del Plebiscito
Die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegte Piazza del Plebiscito misst rundgerechnet 23.000 Quadratmeter. Der größte Platz Neapels erhielt seinen Namen nach der Volksabstimmung des Jahres 1860, als die Bürger der Stadt für den Anschluss an das Königreich Italien stimmten. Die Piazza liegt ebenfalls in der Nähe des Kreuzfahrtterminals. Zwei der bedeutendsten Bauten Neapels stehen an dem Platz: der Palazzo Reale und die Kirche San Francesco di Paola. Ein weiteres Bauwerk von Rang ist der Palazzo Salerno, die Residenz der süditalienischen Streitkräfte. An der nördlichen Seite des Platzes liegt das über Neapels Grenzen hinaus bekannte Gran Caffè Gambrinus. Das im Stil der Belle Époque dekorierte Literatencafé besteht seit dem Jahr 1860.
Palazzo Reale
Der Palazzo Reale wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebaut. Der Name sagt alles: Bis zum Jahr 1861 diente das prächtige Schloss dem Königshaus Bourbon-Sizilien als Residenz. Seit den 1990er Jahren nutzt das staatliche Museo di Palazzo Reale einen Teil des Palastes. Für Besucher sind mehr als 30 Säle des Appartamento storico geöffnet, sowie die Ehrentreppe, der Thronsaal und das Hoftheater. Im östlichen Flügel des Palasts befindet sich die Nationalbibliothek mit ihrem großen Fundus an Büchern, Zeitschriften, Manuskripten, Papyri und Inkunabeln.
Kirche San Francesco di Paola
Für die Kirche stand offenbar das Pantheon in Rom Pate. Ins Auge fällt ein von sechs Säulen und zwei Pfeilern getragener Portikus. Die dahinter liegende Kirche ist als Rotunde ausgelegt. Der Durchmesser der Rotunde beträgt 34 Meter. Elf Meter hohe Säulen tragen die 53 Meter hohe Kuppel. Prachtvolle Kolonaden schließen rechts und links an die Kirche an.

Neapel - Piazza del Plebiscito - San Francesco di Paola
Weitere Plätze im Zentrum Neapels
Neapels Stadtbild wirkt nicht allein durch die vielen beeindruckenden Bauten. Das historische Neapel wirkt auch durch die Vielzahl seiner Plätze. Auf unserer Liste der sehenswerten Plätze stehen die Piazza Dante, die Piazza Bellini und die Piazza Monteoliveto.
Piazza Dante
Ein weiterer großer Platz im Zentrum Neapels ist die Piazza Dante, die vom Standbild des Poeten Dante Alighieri dominiert wird. Seit dem Jahr 1588 wurde auf dem Platz Markt abgehalten. Ihre heutige Struktur erhielt die Piazza in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Damals schloss ein geschwungener, von Säulen getragener Bau die nordwestliche Seite des Platzes ab. Die Dachebene zieren 26 Statuen. Monumental ist der Uhrenturm. Neben dem Ensemble bietet das im Jahr 1625 errichtete Stadttor der Port’Alba einen Durchlass zur Fußgängerzone der Via d’Alba. Die zur Piazza Bellini führende Straße ist von Buchläden, Musikalienhandlungen und Restaurants geprägt.
Piazza Bellini H3
Im geschäftigen Centro Storico Neapels stellt die Piazza Bellini einen Ort der Stille dar. An der Piazza sind die Zeugnisse archäologischer Ausgrabungen der griechisch-römischen Stadtmauer zu sehen. Um die Piazza herum gruppieren sich Cafés, unter anderem das Literatencafé Intra Moenia.

Neapel - Piazza Bellini
Piazza Monteoliveto
An Abenden ein Treffpunkt der Nachtschwärmer; tagsüber ein beschaulich wirkender Platz mit einem Brunnen, den eine Bronzestatue krönt. Am Platz stehen die Kirche Sant’Anna dei Lombardi und der Orsini-Palast.
Neapels bedeutende Museen
Neapel besitzt eine Fülle sehenswerter Museen. Zwei bedeutende Museen gehören zu unseren Top-Sehenswürdigkeiten: das Archäologische Nationalmuseum und das Museum von Capodimonte.
Archäologisches Nationalmuseum
Die Sammlungen des Museums zählen zu den wichtigsten archäologischen Kollektionen der Welt. Den Grundstock bildeten die Fundstücke der Grabungen in Herculaneum und Pompeji. Hinzu kamen Artefakte aus der Römerzeit, Stücke aus griechischen Städten sowie von den vorrömischen Kulturen Süditaliens. Bei den ausgestellten Objekten handelt es sich vorwiegend um Statuen, Fresken, Mosaiken und Keramiken.
Adresse: Piazza Museo 19
Museo Nazionale di Capodimonte – Palazzo Reggia di Capodimonte
Die oberhalb des Stadtzentrums gelegene ehemalige Sommerresidenz der Bourbonen im Königreich beider Sizilien, der Palazzo Reggia di Capodimonte, wird heutzutage als Standort eines Kunstmuseums genutzt. Von Beginn an war der Palast als würdiger Rahmen für die Unterbringung der Kunstsammlung der Familie Farnese gedacht. Schwerpunkt der Sammlung bilden Ölgemälde, die zwischen dem Mittelalter und der Renaissance entstanden. Ausgestellt werden Bilder berühmter italienischer Meister, wie Caravaggio, Raffael oder Tizian.
Adresse: Via Milano 2
Catacombe di San Gennaro
Auf dem Hügel von Capodimonte liegen auf zwei übereinanderliegenden Ebenen die Catacombe di San Gennaro. Die unterirdische, in Tuffstein gehauene Nekropole ist dem Stadtheiligen San Gennaro gewidmet. Die Größe der Begräbnisstätte wird mit 5.600 Quadratmetern angegeben. Die Katakomben bieten 2.000 Grabstätten und 500 Nischengräbern Raum. Die Katakomben entstanden im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus. Die Gebeine des Stadtheiligen wurden im 5. Jahrhundert in die Katakomben überführt, weshalb die Anlage für mehrere Jahrhunderte als Wallfahrtsstätte galt. Die Katakomben liegen der Basilica dell'Incoronata Madre del Buon Consiglio gegenüber.

Neapel - Basilica Madre del Buon Consiglio
Standort: Via Capodimonte
Galleria Umberto I
Die Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Galleria Umberto I zählt zu den weltweit ersten Einkaufspassagen. Der kreuzförmige Bau mit dem tonnenförmigen Dach ähnelt optisch der Mailänder Galleria Vittorio Emanuele II.
Was die Qualität der Ladengeschäfte und gastronomischen Einrichtungen anbelangt ist ihr das Mailänder Pendant weit überlegen. Die Galleria Umberto I liegt in der Nähe des Kreuzfahrtterminals, gegenüber dem Teatro di San Carlo.
Adresse: Via San Carlo













