New York City begeistert uns von jeher. Wir könnten Wochen in der Stadt zubringen, ohne dass es uns langweilig würde. Vier Stunden Zwischenaufenthalt in New York, wie jetzt im September 2014, sind eine lachhaft kurze Zeit. Es geht jedoch nicht anders. Zwischen einer Hotelübernachtung und dem Check-In auf einem Kreuzfahrtschiff zur Mittagsstunde in Cape LibertyBayonne am selben Tag bleiben uns gerade einmal vier Stunden Zeit, die wir sinnvoll überbrücken wollen.

Überbrücken heißt in unserem Fall, wir wollen Grand Central Station besuchen, New York von der Höhe der ersten Aussichtsplattform des Empire State Building betrachten sowie den Times Square und den Bryant Park besuchen. - Kurz vor 8:00 Uhr verlassen wir unser nur wenige Schritte von der Metro-Station Wall Street entfernt liegendes Hotel. Bis zur Wall Street sind es nur wenige Schritte. In der Ferne sehen wir am Ende der Wall Street die neugotische Trinity Church. Das Gotteshaus der Episkopalkirche wirkt ein wenig verloren inmitten der sie überragenden Wolkenkratzer. Sie ist unser erstes Ziel.

New York - Trinity Church am Ende von Wall Street

New York - Trinity Church am Ende von Wall Street


An diesem Sonntag-Morgen ist die Wall Street menschenleer. Wir passieren Tiffany & Co, die New York Stock Exchange und das Federal Hall National Memorial. Auf der Höhe der Pine Street, sind aus Sicherheitsgründen schwere Metall-Barrieren in der Straße eingelassen, die bei Bedarf hydraulisch abgesenkt werden können. An der Trinity Church steigen wir hinab zur Metro-Station, laden genügend Guthaben für den Tag auf unsere Metrokarten und fahren hinauf zur 42nd Street.

New York - Tiffany, 37th Wall Street    New York - New York Stock Exchange    New York - New York Stock Exchange

Unser Ziel ist der Grand Central Bahnhof. Ihn wollten wir schon immer einmal sehen. Der im Jahr 1913 eingeweihte Kopfbahnhof ist bezüglich der Anzahl der Gleise der größte Bahnhof der Welt. An 44 Bahnsteigen enden 67 Gleise. Um die Menge der Gleise unterzubringen, verfielen die Bauherren auf den Trick, die Bahntrassen auf zwei Ebenen enden zu lassen. Das im Beaux Arts-Stil errichtete mehrgeschossige Bauwerk wird an Werktagen von mehr als 500.000 Menschen frequentiert. An nichts wurde gespart, das Ambiente der großen Halle ist nobel. Lüster hängen von der Decke. Für Restaurants, Lounges und Läden ist gesorgt. Die Zugigkeit deutscher Bahnhöfe fehlt völlig. Das Grand Central Terminal ist ein Bahnhof nach unserem Geschmack.

New York - Grand Central Terminal    New York - Grand Central Terminal   New York - Grand Central Terminal 

Wir verlassen Grand Central und gehen durch die Park Avenue in Richtung des NoMad-Viertels. An der Kreuzung 34th Street biegen wir nach rechts ab und folgen dieser Straße bis zur 5th Avenue. Und dann sehen wir auch schon das Empire State Building vor uns aufragen. Das in den Jahren 1930 bis 1931 in kürzester Bauzeit errichtete Gebäude misst bis zur Antennenspitze 443 Meter. Am 1. Mai 1931 wurde es durch Präsident Hoover eröffnet. Im Jahr 1986 wurde das Bauwerk in die Liste der Nationalen Denkmäler der Vereinigten Staaten aufgenommen. Unser Ziel ist die im 86. Stockwerk, in 320 Meter Höhe gelegene Hauptterrasse, die offene Aussichtsplattform.

New York - Empire State Building            

New York - Empire State Building


Erwachsene zahlen 32 US-Dollar Eintritt; Senioren (62+) entrichten 29 Dollar. Wer an den sich häufig bildenden Warteschlangen vorbeigehen möchte, bucht zuvor im Internet ein Express-Ticket für 55 Dollar, oder zahlt bei mobilen offiziellen Ticketverkäufern vor dem Gebäude 10 US-Dollar Aufpreis auf den normalen Ticketpreis. Kreditkarten werden selbstverständlich akzeptiert. In Erwartung einer längeren Warteschlange entschieden wir uns für das Ticket mit Aufpreis. Wie sich bald herausstellte, ist das Expressticket an diesem Morgen eine Fehlinvestition. Es gibt keine Warteschlange. Die geräumige Wartezone lässt jedoch das Schlimmste befürchten.

New York - Schautafeln im Empire State Building     New York - Empire State Building

Der erste Eindruck in der Wartehalle ist, dass auch im Empire State Building an nichts gespart werden musste. Wir lernen im Schnelldurchgang, dass das innere Stahlskelett 60.000 Tonnen wiegt und dass vorzugsweise Indianer in schwindelerregender Höhe mit den Niethämmern gearbeitet haben. Zwei Aussichtsplattformen besitzt das Gebäude. Die offene, umlaufende Hauptplattform liegt auf der 86. Ebene in 320 Metern Höhe. Die Aufpreis pflichtige Aussichtsebene im 102. Stockwerk liegt auf 373 Metern Höhe. Sie ist geschlossen. Auf die Aussichtsplattform gelangen die Besucher nach Durchlauf der unumgänglichen Sicherheitskontrollen mit Schnellaufzügen.

Die Plattform umrunden wir entgegen dem Uhrzeigersinn. Wir starten mit dem Blick auf den westlich gelegenen Hudson-River und West Village. Jenseits des Flusses liegt Jersey City im US-Bundesstaat New Jersey. Wir blicken auf den Chelsea Park und den beinahe verdeckten Hudson River Park. Wir sehen die Ein- und Ausfahrtbauwerke des Holland Tunnels. In südlicher Richtung blicken wir auf den Financial District von Manhattan. Das wieder aufgebaute World Trade Center überragt alle anderen Gebäude. In weiter Entfernung liegen in der Upper Bay Liberty Island mit der Freiheitsstatue und davor das Einwandererzentrum Ellis Island.

New York - Blick vom Empire State Building auf den Hudson River   New York - Blick vom Empire State Building auf Lower Manhattan, den Hudson River und Jersey    New York - Blick vom Empire State Building auf das World Trade Center 

Wir blicken auf das markante dreieckige Flatiron Building und den Madison Square Park. Einige der den Park umstehenden Gebäude wurden in einer Art Zuckerbäckerstil errichtet. Besonders beeindruckend ist das Metropolitan Life Building, dessen goldenes Dach weithin sichtbar ist.

New York - Blick vom Empire State Building auf das Flatiron Building    New York - Blick vom Empire State Building auf Wolkenkratzer am Madison Square Park    

Der East River trennt die Stadtviertel Two Bridges und Brooklyn. Die beeindruckende Brooklyn Bridge und die Manhattan Bridge verbinden beide Stadtteile. In östlicher Richtung liegt auf der gegenüberliegenden Seite des East Rivers Hunters Point.

New York - Blick vom Empire State Building auf Manhattan und Brooklyn Bridge     New York - Blick vom Empire State Building auf East River und Hunters Point

Ein weiterer auffälliger Wolkenkratzer ist das Chrysler Building. Etwas versteckt ragt dahinter das Gebäude der Vereinten Nationen auf. In nördlicher Richtung liegt unter uns der kleine, angenehme Bryant Park.

New York - Blick vom Empire State Building auf das Chrysler Building     New York - Blick vom Empire State Building auf den Bryant Park

Um ein Vielfaches größer ist der weiter nördlich gelegene Central Park. Der Blick auf den Park wird allerdings vom GE-Gebäude stark eingeschränkt. Wir haben unseren Rundgang auf der Aussichtsplattform abgeschlossen. Ein letzter Blick gilt dem Kaufhaus Macy‘s. Links dahinter liegt fast verdeckt Pennsylvania Station.

New York - Blick vom Empire State Building auf den Central Park

New York - Blick vom Empire State Building auf den Central Park


Beim Verlassen des Empire State Buildings müssen wir erfolgreich dem Wunsch widerstehen, den großen Andenkenshop und das Café zu besuchen. Stattdessen folgen wir der 34. Straße in westlicher Richtung bis zum Broadway. An der Ecke 34 Street und 6th Avenue liegt Victoria’s Secret. Hinter dem Laden schneidet der Broadway die 34. Straße. Die führt direkt am Macy’s vorbei. Das größte Kaufhaus der Welt ist circa dreieinhalbmal so groß wie das Berliner KaDeWe.

New York - Macys - Größtes Kaufhaus der Welt

New York - Macys - Größtes Kaufhaus der Welt


New York - Broadway/Ecke 35th Street

New York - Broadway/Ecke 35th Street


Dem Broadway folgen wir bis zum Times Square (42. Straße). Am Herald Square sehen wir das James-Gordon-Bennett-Memorial. Das Denkmal erinnert an den Gründer des New York Herald und dessen Sohn. - Die fiktive Gotham City, ein Synonym für New York, war uns bislang nur aus den Comics um den Superhelden Batman ein Begriff. Umso überraschter sind wir, dass wir an der Adresse 1356 Broadway auf GOTHAM HALL stoßen. Ein ehemaliges Bankgebäude, errichtet im Stil römischer Prachtbauten mit Säulen und einer Kuppel, ist heute ein repräsentativer Veranstaltungsort.

New York - Broadway - Gotham Hall

Broadway - Gotham Hall


Unser vorletztes Ziel an diesem Tag ist der Times Square. An dem an sich unscheinbaren Platz liegen das große Rekrutierungsbüro der amerikanischen Streitkräfte, eine NYPD-Station und ein Hard Rock Café im Paramount-Gebäude. Hinzu kommen riesige Leuchtwerbungen und … und … und.

New York - Leuchtwerbung am Times Square

Leuchtwerbung am Times Square


Auf unserer Liste steht an diesem Vormittag noch der ein paar Hundert Schritte östlich gelegene Bryant Park. Angelegt wurde die repräsentative Grünfläche in den Jahren zwischen 1823 und 1840. Im Sommer finden auf der weitläufigen Rasenfläche viele Veranstaltungen statt. Im Winter werden eine Eisfläche für Schlittschuhläufer eingerichtet, ein Weihnachtsbaum aufgestellt und ein Weihnachtsmarkt abgehalten. Seine Südostseite grenzt an die New York Public Library.

New York - 6th Ave - Bryant Park voraus

New York - 6th Ave - Bryant Park voraus


Viel Grün, eine schöne Brunnenanlage, mehrere Kioske, ein Kinderkarussell und vielfältige Sitzmöglichkeiten machen den Park an diesem Sonntagmittag zu einem sehr angenehmen Ort. Am Park liegt ein Hotel gleichen Namens.

New York - Bryant Park New York - Bryant Park New York - Brunnen im Bryant Park New York - Kinderkarussell im Bryant Park

 

 

New York - Bryant Park - Dahinter die New York Public Library

New York - Bryant Park - Dahinter die New York Public Library


Vier Stunden in New York vergehen wie im Fluge. Zum Schluss müssen wir uns beinahe hetzen. Wir fahren mit dem Taxi zu unserem Hotel an der William Street, nehmen unser hinterlegtes Gepäck in Empfang und lassen uns von einer zuvor gebuchten Limousine durch den Holland Tunnel nach Cape Liberty/Bayonne im Nachbarstaat New Jersey bringen. Dort wartet bereits das Kreuzfahrtschiff Celebrity Summit mit spannenden Zielen in den Ostenglandstaaten und in Kanada auf uns.