Ein Tag auf Nosy Be


Auf unseren Kreuzfahrten bevorzugen wir grundsätzlich individuelle Ausflüge. Sie vermitteln uns jene wichtigen Erfahrungen die es braucht, um eine Kreuzfahrtdestination intensiv kennenzulernen und authentisch zu beschreiben. Auf der zu Madagaskar zählenden Vulkaninsel Nosy Be rücken wir von unserer Gewohnheit ab und vertrauen uns einem organisierten Ausflug an.

Nosy Be - Kokoa-Travel Ausflugsteam

Nosy Be - Kokoa-Travel Ausflugsteam


Landausflug in den Lokobe Nationalpark

Das 740 Hektar große Schutzgebiet liegt im Südosten der Insel. Die Fläche des Lokobe Reservats umfasst die letzten Reste des ursprünglichen Sambirano Urwalds. Im Jahr 1927 wurde das Gebiet noch unter französischer Verwaltung erstmalig unter Schutz gestellt. Dieser immergrüne, tropische Regenwald ist Rückzugsort vieler Tiere, wie der wenigen, nur im Lokobe Reservat vorkommenden Schwarzen Lemuren. Aus Gründen des Naturschutzes  ist lediglich ein kleiner Teil des Reservats für Besucher zugänglich.


Nosy Be - Ampasipohy



Nosy Be - Hütten in Ampasipohy 


Willkommen in Andoany

Der Tag auf Nosy Be beginnt in der Inselhauptstadt Andoany, dem früheren französischen Hell-Ville, mit der Ausschiffung. Der Hafen unseres Tagesziels ist nicht für Schiffe von der Größe unseres schwimmenden Hotels gedacht. Deshalb müssen wir tendern. Gemeinsam mit anderen Schiffsgästen verlassen wir danach mit Minibussen die Hafenstadt in Richtung der Westküste der Insel.


Nosy Be - Andoany - wartende Boote



Nosy Be - Andoany - im Zentrum 


Die ungefähr 50.000 Einwohner zählende Stadt präsentiert sich uns im Vorüberfahren mit morbidem Charme. Es gibt im Stadtbereich nichts Sehenswertes, worauf uns die Guides speziell aufmerksam machen müssten.


Nosy Be - Andoany - Hauptstraße



Nosy Be - Andoany - Hauptstraße 


Stattdessen gibt es auf Nosy Be und den kleinen Nachbarinseln sehenswerte, einmalig schöne Strände mit einladenden Tauch- und Schnorchel-Gelegenheiten. Selbst einen modernen 18-Loch-Golfplatz braucht auf Nosy Be kein Urlauber zu entbehren.

Wer Nosy Be besucht, genießt vor allem die wunderbare und abwechslungsreiche tropische Landschaft.

Ylang-Ylang-Plantagen

Unser erster Halt gilt einer Ylang-Ylang-Plantage. Nosy Be trägt den Beinahmen „Insel der Düfte“. Der Name ist mit den stark duftenden Blüten der Ylang-Ylang-Bäume verbunden. Aus den Blüten wird Ylang-Ylang-Öl gewonnen, das für die Herstellung von Parfümen, Seifen und die Produktion von Lebensmitteln genutzt wird. Die schnell wachsenden Bäume erreichen Höhen von bis zu 25 Metern.


Nosy Be - Ylang-Ylang-Bäume



Nosy Be - Ylang-Ylang-Blüten 


Die Fahrt endet bald darauf an der Bucht von Ambatozavavy.

Nosy Be - Ebbe in Ambatozavavy

Pirogen bringen uns nach Ampasipohy

Dort erwarten uns traditionelle Pirogen, die uns in einer etwa einstündigen Fahrt zum Basiscamp von Ampasipohy befördern. Es ist Ebbe, und wir sind gefordert zuerst einen längeren Fußweg über den frei gelaufenen Meeresboden zurückzulegen, bevor wir die Boote erreichen. Wir können unbesorgt sein, die ausliegenden Paddel werden nur genutzt, um die Boote in tieferes Wasser zu bringen. Danach werden mehrere Pirogen hinter ein Motorboot gehängt, und in Ufernähe in Richtung des Basiscamps gezogen.

Nosy Be - Wassderlauf bei Ebbe
Nosy Be - Ambatozavavy - Gang zur Piroge
Nosy Be - Ambatozavavy - wartende Pirogen
Nosy Be - Ambatozavavy - wartende Pirogen

Das Camp erweist sich als kleine Ansiedlung mit festen Bauten sowie einem als Freiluftrestaurant genutzten Unterstand. Saubere Sanitäranlagen sind ebenfalls vorhanden.

Nosy Be - erster Eindruck von Ampasipohy


Nosy Be - erster Eindruck von Ampasipohy



Nosy Be - Hütten in Ampasipohy 


Zu Fuß durch dichten Urwald

In kleinen Gruppen verlassen wir das Dorf und folgen den in den dichten Urwald des Naturreservats führenden Trampelpfaden. ungefähr zwei Stunden geht es über Stock und Stein, selbst kleine Bäche sind kein Hindernis. – Und tatsächlich sehen wir auch die versprochenen Tiere. Als da wären die nachtaktiven Lemuren, die tagsüber in sicherer Höhe ruhen und uns Störenfriede beäugen, satte, faule Boas, die es sich auf Astgabeln gemütlich gemacht haben und eine Anzahl Chamäleons.

Nosy Be - Lokobe Reservat - ruhende Boa

Wir bekennen, ohne die uns begleitenden Guides hätten wir wohl keines der Tiere gesehen. Ihnen allerdings entgeht selbst ein circa zwei Zentimeter großes Mini-Chamäleon nicht, von den größeren ganz zu schweigen.

Nosy Be - Lokobe Reservat - Chamäleon


Nosy Be - Lokobe Reservat - Chamäleon



Nosy Be - Lokobe Reservat - Pygmy-Chamäleon 


Rustikaler Lunch in Ampasipohy

Der Ausflug endet, wo er begann: im Basiscamp von Ampasipohy. In dem Unterstand wird ein rustikaler Lunch von landestypischen Gerichten geboten, den sich die Beteiligten schmecken lassen. Die Frauen des Dorfes bemühen sich, eigengefertigtes Kunsthandwerk an die Besucher zu bringen und die Dorfjungend bestaunt die vielen Touristen. So viele Menschen verschlägt es nicht alle Tage nach Ampasipohy

Nosy Be - Ampasipohys Jugend


Es ist an der Zeit zurückzufahren. Die Flut hat inzwischen eingesetzt. Unsere Bootsführer haben ihre Pirogen an den Strand gebracht; der lange Weg über den Meeresboden erübrigt sich. In Ambatozavavy erwarten uns wieder die Minibusse. Sie bringen uns in flotter Fahrt zurück zum Schiff.


Nosy Be - Abschied von Ampasipohy



Nosy Be - Ambatozavavy bei Flut 


Fazit

Der siebenstündige Ausflug belastete unser Bordkonto pro Person mit knapp 100 Euro. Die Investition hat sich gelohnt; wir haben viel Interessantes erlebt. Allerdings geht es auch anders: Mitreisende sprachen darüber, dass sie einen nahezu identischen Ausflug auf eigene Faust machen konnten.

Nosy Be - Einsames Haus am Lokobe Reservat


Um 19:00 Uhr lichtet unser Schiff die Anker, um mit Antsiranana das zweite Ziel auf Madagaskar anzulaufen.

Update März 2024 

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