Italien besitzt mit Sizilien und Sardinien die beiden größten Mittelmeerinseln. Im Nordosten Sardiniens liegt am weit in das Land hineinreichenden Golf von Olbia die gleichnamige Stadt. Sie ist ein bedeutender Fährhafen und die Hauptstadt der Provinz Olbia-Tempio. Von Olbia aus verkehren Fähren ins italienische Mutterland und ins französische Korsika. Obwohl der ganzjährige Fährverkehr von großer Bedeutung für Olbia ist, vermittelt das Zentrum der etwa 60.000 Einwohner zählenden Stadt mehr den Eindruck einer verschlafenen, mediterranen Provinzstadt.

Es gibt eine mit Palmen bestandene Hafenpromenade, die Via Principe Umberto. An der steht das repräsentative Rathaus mit der Tourismusinformation und daneben führt der Corso Umberto I. in die Altstadt. Die hat alles, was sich der Besucher wünscht: Banken, Bars, Läden und Restaurants. Die vom Corso Umberto I abzweigenden Gassen, Gässchen und Plätze sind beschaulich anzusehen, bieten dem Touristen allerdings wenig Eindrücke.

Olbia - Via Principe Umberto Olbia - Corso Umberto I

Kreuzfahrtschiffe docken im etwa zwei Kilometer vom Zentrum entfernten Fährhafen. An Tagen, an denen Kreuzfahrtschiffe den Hafen anlaufen, bietet die Stadt deren Gästen kostenlose Shuttlebusse, die ganztätig zwischen dem Terminal und der Via Principe Umberto im Zentrum verkehren.

Olbia - FährterminalOlbia - Fährterminal


Sehenswertes in Olbia

Einen Besuch wert ist das markante Museo Archeologico di Olbia. Es ist nicht zu verfehlen, da es in bester Lage gegenüber dem Via Principe Umberto auf einer Halbinsel im Hafenbecken liegt. Die Ausstellungen des archäologischen Museums bilden die frühe Geschichte der Stadt und der Region bis ins 19. Jahrhundert ab.

Der Schwerpunkt der Sammlungen gilt römischen und mittelalterlichen Relikten, die bei Baumaßnahmen vor allem im Hafen zum Vorschein kamen. Neben Resten römischer Galeeren werden antike Gebrauchsgegenstände, Bronzestatuetten, Glaswaren und Münzen aus der Zeit zwischen dem 1. und 5. Jahrhundert n. Chr. gezeigt.

Olbia - Archälogisches MuseumOlbia - Archälogisches Museum

Unter den Sakralbauten der Stadt sind zwei Gotteshäuser zu nennen:

Die Basilica Minore di San Simplicio; sie ist das architektonische Kleinod der Region. Olbias ehemalige Kathedrale wurde nach dem hl. Simplicio, dem ersten dokumentierten Bischof der Insel benannt. Der Heilige ist zugleich der Schutzpatron der Stadt. Die vorwiegend aus Felssteinen erbaute, im Inneren düster wirkende Kirche entstand zwischen dem späten 11. und dem mittleren 12. Jahrhundert außerhalb der damaligen Stadtmauern. Heute liegt das Bauwerk in der Altstadt Olbias. Die Schmalseite ist schmucklos.

Über dem schlichten Eingangsbereich öffnet sich ein dreibogiges Fenster. Im 16. Jahrhundert wurde auf dem rechten Seitenschiff in Höhe des Fensters ein kleiner Glockengiebel errichtet. Die Längsseite ist mit dekorativen Bögen versehen. Im Inneren wird die dreischiffige Kirche von Säulen und Rundbögen unterteilt. Unter der Kirche wurde im 17. Jahrhundert eine Krypta gebaut, dabei stießen die Arbeiter auf die Reliquien des Heiligen.

Olbia - Basilica Minore di San Simplicio Olbia - Basilica Minore di San Simplicio - Seitenfassade

Olbia - Basilica Minore di San Simplicio - Mittelschiff Olbia - Basilica Minore di San Simplicio - Altar

Standort: Via Fausto Noce 8 – Die Kirche liegt in fußläufiger Entfernung zur Haltestelle des Shuttlebusses.

Die Chiesa di San Paolo; die Kirche des Apostel Paulus entstand im frühen Mittelalter. Erbaut wurde sie auf den Ruinen eines punischen oder römischen Tempelbergs. Der Bau entstand im 15. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde das Äußere der Kirche stark verändert, und im 20. Jahrhundert wurden die Seitenschiffe und die mit farbenfrohen Majolika-Kacheln verzierte Kuppel hinzugefügt. Das Kircheninnere ist in barockem Stil gehalten. Den Altar krönt eine Statue des hl. Paulus.

Olbia - Kirche San Paolo Apostolo olbia 534 san paolo apostolo Olbia - Kirche San Paolo Apostolo

Standort: Piazza Civitas, nur wenige Meter vom zentralen Corso Umberto I entfernt.


Sehenswertes außerhalb der Stadt Olbia

Olbia ist seit dem Mittelalter das Verwaltungszentrum der historisch fundierten, wildromantischen Region Gallura. Viele der häufig von Reisführern genannten regionalen Sehenswürdigkeiten sind so abgelegen, dass sie nicht für einen Tagesaufenthalt taugen.

Empfehlenswert ist dagegen ein Besuch der Costa Smeralda. Der sich nördlich von Olbia erstreckende, zerklüftete und circa 40 Kilometer lange Küstenabschnitt wird für die smaragdene Farbe des umgebenden Meeres gerühmt. Der Landstrich ist seit den 1960er Jahren der exklusivste Standort Sardiniens. Hier waren eine lange Zeit der internationale Jetset und all jene, die auch dazugehören wollten, zu Hause.

Und auch heute zieht es Prominente in die traumhafte Gegend. Die regionalen Reiseführer versäumen es nicht, auf das Anwesen eines vormaligen italienischen Ministerpräsidenten und die Villa des derzeitigen Präsidenten der Russischen Föderation hinzuweisen.  

Sardinien - Landschaft vor Porto CervoSardinien - Landschaft vor Porto Cervo

Zwei Orte, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten, bieten sich für einen Kurzbesuch an der Costa Smeralda an. Es sind die kleine, ideal gelegene Retortenstadt Porto Cervo und das nur sechs Kilometer von Porto Cervo entfernte Baja Sardinia. Porto Cervo ist mit exklusiven Prachtvillen, schönen Jachten, eleganten Läden sowie gediegenen Bars und Restaurants der touristische Anziehungspunkt der Region.

Sardinien - Porto Cervo Sardinien - Porto Cervos Markenwelt Sardinien - Porto Cervo - Der Yachthafen

Sardinien - Porto Cervo

Sardinien - Porto Cervo - Yacht Gladiator Sardinien - Porto Cervo

Wesentlich bodenständiger geht es in Baja Sardinia zu. Auch hier ist die Landschaft schön anzusehen. Daneben gibt es aber genügend Hotels, ordentliche, bezahlbare Restaurants und Bars, eine kleine Ladenzeile sowie einen feinsandigen Strand mit Bootsverleih und anderem mehr.

Sardinien - Baja Sardinia Sardinien - Baja Sardinia

Sardinien - Baja Sardinia Sardinien - Baja Sardinia

Im Norden von Baja Sardinia liegt Palau. Gemeint ist nicht etwa der gleichnamige Inselstaat im Pazifischen Ozean, sondern die 4.000-Seelen Hafenstadt im Nordosten Sardiniens, von wo aus regelmäßig Fährschiffe zur Insel Maddalena starten. Sie ist die Hauptinsel des zum Golf von Arzachena gehörenden, aus 62 Inseln und Inselbergen bestehenden Nationalparks des La Maddalena-Archipels. Mehr als 10.000 Menschen leben auf Maddalena. Die Insel war bis 2008 ein von der US-Navy genutzter Militärstützpunkt für Atom-U-Boote. Panoramastraßen umrunden die Insel.

Sardinien - Palau - Maddalena-FähreSardinien - Palau - Maddalena-Fähre

Eine schmale Brücke verbindet Maddalena mit der 15 Quadratkilometer großen Nachbarinsel Caprera. Diese Insel bietet Natur im Überfluss und dazu das geschichtsträchtige Anwesen des italienischen Freiheitskämpfers Giuseppe Garibaldi, in dem ein Museum eingerichtet wurde. Für nationalbewusste Italiener ist dieser Ort ein Muss.

In der Umgebung von Palau liegen drei Festungsanlagen, die zu dem auf den Maddalena-Inseln eingerichteten Verteidigungssystem gehörten. Einen beeindruckenden Anblick bietet die westlich von Palau auf dem Monte Altura gelegene Festung. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, um die Küstengewässer in westlicher Richtung zu sichern.

Sardinien - Palau - Festung Monte AlturaSardinien - Palau - Festung Monte Altura

Auf halbem Weg zwischen Porto Cervo und Olbia liegt Porto Rotondo. Der nahezu runde Hafen der Stadt ist ebenfalls einen Besuch wert.


Wie zur Costa Smeralda hinkommen?

Im September 2015 wurde eine vierstündige Tour an die Costa Smeralda an Bord der Costa neoRiviera für 42 Euro angeboten. Individualisten buchten stattdessen für 20 Euro eine umfassendere 4-Stunden-Tour bei „Costa Smeralda Beach Tours“. Eine Reiseleitung fehlt zwar; der Fahrer gibt jedoch einige Hinweise in italienischer Sprache. Ausgangspunkt der Tour ist der gegenüber dem Archäologischen Museum von Olbia gelegene Parkplatz der Stazione Marittima.

Es sollte nicht versäumt werden, die Ausfahrt des Kreuzfahrtschiffes aus der Bucht von Olbia zu beobachten. Sobald die Leinen gelöst sind, wird es nämlich richtig schön. Das Schiff passiert zuerst am Südufer eine gewaltige Lagunenlandschaft; darauf folgt die Leuchtturminsel Isola di Bocca. Danach weitet sich die Bucht allmählich und gewaltige Felsmassive am nördlichen und südlichen Ausgang der Bucht nehmen den Blick gefangen.

Olbia - Ausfahrt aus der Bucht von Olbia Olbia - Ausfahrt aus der Bucht von Olbia Olbia - Isola di Bocca mit Leuchtturm

  

Olbia - Ausfahrt - Südufer Olbia - Ausfahrt - Nordufer