Autor: Karl W. P. Beyer

Mehr als 70.000 Einwohner leben in Oostende. Die Stadt liegt in der belgischen Provinz Westflandern an der Nordsee. Oostende ist Hafenstadt, Verkehrsknotenpunkt und Belgiens bekanntestes Seebad.

Oostende im Zeitenwandel

Urkundlich erwähnt wurde Oostende erstmals zu Beginn des 9. Jahrhunderts. Da war der belanglose Flecken nichts anderes als eine bescheidene Fischersiedlung. Sie lag am östlichen Ende der ehemaligen Insel „Testerup“. Als Exporteur von in Salzlake konservierten Heringen gelangte Oostende im Mittelalter zu Wohlstand. Später, in den Jahren 1601 bis 1604, geriet die Stadt im sogenannten 80-jährigen Krieg zwischen die Fronten niederländischer Freiheitskämpfer und spanischer Truppen. Oostende wurde ausgehungert und die aufbegehrenden Niederländer unterlagen Spaniens Truppen. Im Jahr 1722 wurde in Oostende die „Keizerlijke Oostendse Compagnie“ für den Seehandel mit Ostindien und China eingerichtet. Die guten Handelskontakte währten eine Zeitlang, bevor sie wieder einschliefen.

Fischtrawler Amandine

Fischtrawler Amandine


Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Mecheln – Oostende und der Erweiterung des Hafenbeckens begann Oostendes Karriere als Seebad. Die Stadt war, unvorstellbar für heutige Verhältnisse, das mondänste Seebad des Kontinents. Oostende war der Treffpunkt der Regenten, Reichen und Schönen und erhielt den Beinamen „Königin der Seebäder“. Von der ursprünglichen Pracht blieb wenig erhalten. Im Jahr 1944 flogen alliierte Bomber schwere Angriffe auf den Hafen. Die Stadt wurde zum großen Teil zerstört.

Viel Strand - dahinter die Venezianischen Galerien

Viel Strand - dahinter die Venezianischen Galerien


Oostende heute

Oostende ist Belgiens größtes und bedeutendstes Seebad. Es besitzt kilometerlange, breite Strände und die dazugehörige Dünenlandschaft. Die Verkehrs-Infrastruktur ist bemerkenswert gut. Oostende ist auf dem Luft-, Straßen- und Schienenweg gut zu erreichen. Zwischen England und Oostende verkehren außerdem Fähren.

Hauptbahnhof Oostende

Hauptbahnhof Oostende


Besuchern präsentiert sich die Stadt überwiegend mit uninspirierter, schmuckloser Architektur. Unattraktive Hochhäuser entlang der wunderbaren Seepromenade fallen dabei zuerst ins Auge. Das höchste, die „Residentie Europacentrum“, ist 104 Meter hoch und besitzt 35 Stockwerke. Die breiten, gepflegten Strände, zeitgemäße Unterkünfte und vielseitige gastronomische Angebote machen Aufenthalte in Oostende dennoch lohnenswert.

Stadtpanorama Oostende

Stadtpanorama Oostende


Im Stadtzentrum liegt in exponierter Lage ein Yachthafen mit 260 Liegeplätzen. Der Yachthafen ist nicht weit entfernt von der größten Einkaufsstraße, der Kapellestraat. Je weiter der Besucher in Richtung Strandpromenade geht, desto höherwertiger werden die Geschäfte. Übrigens: Die meisten Läden im Zentrum sind auch an Sonntagen geöffnet.

Der Wapenplein im Stadtzentrum

Der Wapenplein im Stadtzentrum


Oostende – Ein Ziel der Kreuzfahrtschiffe

Selbst Kreuzfahrtschiffe legen ab und zu direkt neben dem repräsentativen, im Belle Époque-Stil errichteten, Bahnhof an. Definitiv ist Oostende auch für Gäste von Kreuzfahrtschiffen eine interessante Destination. Was es lohnt anzusehen, das beschreiben wir unter Oostende Sehenswürdigkeiten.